Zeitmanagement: Interview mit der Expertin Mag. Petra Schmidt

Zur Person:

schmidt petra zeitmanagement Mag. Petra Schmidt studierte Theologie und BWL, bevor sie sich als Büroorganisations- und Zeitmanagement-Beraterin selbstständig machte (profilplan Bürostrukturierung). Sie blickt auf langjährige Erfahrungen in Führungspositionen der Wirtschaft zurück.Webseite von Petra Schmidt

Frau Mag. Schmidt, ein Teilnehmer in Ihrem Zeitmanagement-Seminar stellt folgende Frage: „Was bringt mir Zeitmanagement?“ Was antworten Sie ihm?

Zeitmanagement bringt Ihnen vor allem Freiheit, selbstbestimmtes Arbeiten. Nicht mehr passiv die Arbeit über sich hereinbrechen sehen, sondern sie aktiv managen. Denn Zeit können Sie gar nicht managen – nur das, womit Sie Ihre Lebenszeit verbringen.

Eine weitere Frage in Ihrem Seminar: „Mit welcher Methode kann ich in kürzester Zeit meine Effizienz steigern?“

Indem Sie auf sich selbst achten, nicht gegen Ihren persönlichen Arbeitsstil und Ihren Biorhythmus arbeiten.

Es gibt hunderte von Zeitmanagement-Tipps, aber nur ein Bruchteil davon wird für SIE persönlich wirklich passen, insbesondere dann, wenn Sie ein sogenannter „kreativer Chaot“ (Rechtshirner) sind.

Welche sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Zeitmanagement-Fehler?

Selbstüberschätzung: Obwohl uns die Erfahrung anderes lehrt, meinen wir immer, dass Arbeiten kürzer dauern, als sie in Wirklichkeit dauern – weil wir Störungen, Fehler und Pannen nicht einkalkulieren und so immer dem selbst gesetzten Termin hinterherhecheln.

Wie organisieren Sie persönlich Ihren Arbeitsalltag?

Ich bin „bekennender Rechtshirner“ und mache mir Organisation zum Spiel, mit vielen Farben, mit Papier zum Anfassen und schönen Organisationshelfern.

Es muss Spaß machen – das heißt: Papierkalender mit bunten Klebepunkten, ein Lieblingsstift und ein ganz einfaches Ablagesystem, wo ich nicht viel dabei denken muss.

Welches Zeitmanagement-Tool favorisieren Sie und warum?

Die Dünnaktenablage, eindeutig. So viel Zeit und Nerven, wie ich mir mit der einfachsten aller Ablagemethoden bisher gespart habe, ist einfach unübertroffen. Auch wenn es kein „klassisches“ Zeitmanagement-Tool ist.

Wie bzw. wo finden Sie nach einem anstrengenden Arbeitstag Entspannung?

Bei einem ruhigen Spaziergang mit meinen Hunden in der sanften Landschaft des bayerischen Chiemgaus und in der Oper.

Ersteres leert meinen Kopf von überflüssigem Gedankenballast, letzteres füllt die Kreativspeicher wieder auf.

Haben Sie noch Zeitmanagement-Tipps für die Leser?

  • Organisieren Sie sich nicht tot – Zeitmanagement ist für SIE da, nicht Sie für das Zeitmanagement!
  • Suchen Sie nach Möglichkeiten, Zeitmanagement nicht als notwendiges Übel anzusehen, sondern als Möglichkeit, Ihre Arbeit mit mehr Lust und Freude zu erleben. Nicht als „immer schneller, immer mehr“ – sondern als „immer schöner, immer spannender“.

Herzlichen Dank, Frau Schmidt!

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