Ziele setzen & erreichen: Beispiele, Vorlage, Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um Ziele erreichen zu können, gilt es zuerst, sich Ziele zu setzen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie in diesem Zusammenhang unbedingt beachten sollten. Vorab eine Begriffsdefinition:

Ein Ziel ist die Entscheidung, eine bestimmte Situation oder ein konkretes Ergebnis zu einem festgelegten Zeitpunkt zu erreichen.

Ziele können sehr motivieren und wesentlich zur Weiterentwicklung, zum Fortschritt beitragen, insbesondere im beruflichen und unternehmerischen Kontext.

Der Unterschied zwischen Wunsch und Ziel

Ein Wunsch ist etwas, das man gerne hätte. Es ist etwas Unverbindliches. Aus einem Wunsch wird ein Ziel, wenn Sie festlegen, was genau UND bis wann Sie es erreichen wollen.

Zwei vereinfachte Beispiele, um den Unterschied zwischen Wunsch und Ziel zu verdeutlichen:

  1. Wunsch: Ich möchte reich werden.
    Ziel: Ich habe bis [TT.MM.JJJJ] xxx € [genauer Betrag] auf meinem Konto.
  2. Wunsch: Ich möchte abnehmen und meine Traumfigur erreichen.
    Ziel: Ich habe bis [TT.MM.JJJJ] xx kg abgenommen und wiege nur noch xx kg.

Quantitative & qualitative Ziele: Erreichbar und messbar sollen sie sein!

Wichtig: Ihr Ziel soll erreichbar und messbar sein.

Dass Sie sich keine unerreichbaren Ziele setzen sollten, steht wohl außer Frage.

Zu „messbar“: Um die Erreichung eines Zieles überprüfen zu können, muss es messbar sein.

Bei quantitativen Zielen (z. B. bis [TT.MM.JJJJ] habe ich 5 kg abgenommen) ist das relativ einfach. Der Gewichtsverlust ist messbar. Haben Sie also zum definierten Zeitpunkt 5 kg abgenommen, ist das Ziel erreicht.

Nicht eindeutig messbar sind qualitative Ziele (z. B. bis [TT.MM.JJJJ] bin ich selbstsicherer). Für diese Ziele sollten zumindest die dazu erforderlichen Maßnahmen messbar sein, beispielsweise indem Sie täglich eine Übung zur Stärkung der Selbstsicherheit durchführen. Haben Sie die Übung gemacht, ist das Tagesziel erreicht.

Ergebnisziel & Handlungsziel: Das sollten Sie wissen

Bevor Sie sich Ziele setzen, machen Sie sich den Unterschied zwischen Ergebnisziel und Handlungsziel bewusst:

Beim Ergebnisziel liegt der Fokus primär auf dem anvisierten Ergebnis selbst, während er beim Handlungsziel auf den Weg zum Ziel gerichtet ist.

Ergebnisziel

Mit einem Ergebnisziel legen Sie fest, was genau Sie bis wann erreichen wollen:

Ich habe bis [TT.MM.JJJJ] xx kg abgenommen und wiege nur noch xx kg.

Ergebnisziele eignen sich insbesondere dann, wenn die Erreichung primär von Ihnen selbst abhängt, es also an Ihnen liegt, ob Sie das Ziel erreichen.

Handlungsziel

Mit einem Handlungsziel legen Sie fest, was genau Sie (wann) machen, um einen gewünschten Zustand oder eine Situation zu erreichen – gemäß dem Motto: Der Weg ist das Ziel.

Als Beispiel:

Wenn Sie SportlerIn sind, können Sie sich zwar als Ziel setzen, in der kommenden Saison mindestens drei Siege (anvisiertes Ergebnis) einzufahren. Ob Sie letztlich auf dem Siegertreppchen stehen, liegt jedoch nicht nur an Ihnen, sondern ist auch von anderen Faktoren abhängig, auf die Sie kaum/keinen Einfluss haben.

Sie können aber anstatt eines Ergebnisziels (kommende Saison mind. 3 Rennsiege) ein Handlungsziel festlegen:

Ich trainiere jeden zweiten Tag mind. eine Stunde … [konkrete Trainingsbeschreibung].

Denn beim Handlungsziel liegt es ausschließlich an Ihnen selbst, ob Sie es erreichen. Es kann durchaus sein, dass Sie das Handlungsziel erreichen, das Ergebnisziel nicht.

Kurzum:

Setzen Sie sich Ergebnisziele, wenn deren Erreichung primär von Ihnen selbst abhängt.

Setzen Sie sich Handlungsziele, wenn Sie ein Ergebnisziel zu sehr unter Druck setzt oder dessen Erreichung von mehreren unbeeinflussbaren Faktoren abhängt.


Ziele setzen – Schritt für Schritt

Sie können auf Basis Ihrer Bucket-Liste eine Zielplanung durchführen oder ein anderes beliebiges Vorhaben als Ziel definieren. Gehen Sie am besten so vor:

1. Formulieren Sie Ihre Ziele schriftlich

Formulieren Sie Ihr Ziel unbedingt schriftlich – entweder als

  • Ergebnisziel (welches messbare Ergebnis wollen Sie bis wann erreichen)
  • oder als Handlungsziel (welche messbaren Maßnahmen wollen Sie wann durchführen).

Unten finden Sie eine kostenlose Vorlage zum Herunterladen, mit der Sie Ihre Ziele ausformulieren können.

2. Legen Sie Etappenziele fest

Ein großes Ziel kann demotivieren. Wenn Sie es hingegen in Etappenziele herunterbrechen, wirkt es wesentlich erreichbarer und das Dranbleiben fällt leichter. Unterteilen Sie also den Weg in Richtung Ziel in Zwischenetappen.

3. Teilen Sie Ihr Ziel anderen mit

Damit ist gemeint, dass Sie anderen von Ihrem Ziel erzählen sollen. Aber nur Personen, von denen Sie wissen, dass diese Sie unterstützen und motivieren.

Beispiel:

Teilen Sie Freunden mit, dass Sie bis [TT.MM.JJJJ] 5 kg abnehmen und nur noch 72 kg wiegen wollen.

Mit dem Kundtun des Zieles setzen Sie sich unter sanften Druck (sollten Sie diesen hin und wieder benötigen). Sie wollen schließlich zeigen, dass Sie das schaffen, was Sie angekündigt haben.

4. Suchen Sie „Mitstreiter“

Es gibt Ziele, für die man sich selbst nicht (permanent) ausreichend motivieren kann. Gemeinsam fällt vieles leichter und so manches Motivationstief lässt sich dadurch überwinden!

Deshalb: Suchen Sie sich einen Partner, der das gleiche oder ein ähnliches Ziel verfolgt. Dann können Sie sich gegenseitig motivieren und zum Ziel pushen.

5. Legen Sie los!

Stellen Sie sich täglich morgens beim Aufwachen die Frage: Was kann ich heute zur Erreichung meines anvisierten Zieles beitragen? Ob Sie einen Riesenschritt oder Ameisenschritte angehen, bleibt Ihnen überlassen. Denn auch mit Ameisenschritten werden Sie das Ziel schließlich erreichen.

6. Feiern Sie Erfolge

Legen Sie für jedes größere Etappenziel eine Belohnung fest. Belohnungen fördern die Motivation. Feiern Sie Ihre (Teil-)Erfolge!


Vorlage: Ziele setzen

Das Niederschreiben wirkt wie eine Art Vertrag mit sich selbst. Zudem können Sie jederzeit überprüfen, was genau Sie festgelegt haben. Insbesondere bei längerfristigen, „mündlichen“ Zielen werden Details leicht vergessen. Hier ein Formular, mit dem Sie Ihre Ziele schriftlich festhalten können:

Zielformular
herunterladen


Zwei Geschichten zum Thema Ziele

Im Folgenden zwei Geschichten, die Sie „mental“ bei der Erreichung Ihrer Ziele unterstützen sollen:

Nicht auf Mistkäfer hören!

Es war einmal eine Schnecke, die ganz gemütlich durch die Natur kroch, bis sie bei einem Kirschbaum ankam. Diesen wollte sie erklimmen.

Während die Schnecke begann, Millimeter für Millimeter an diesem Baum hochzukriechen, hörte sie von oben eine Stimme, die rief:

„Hey, du lahme Schnecke! Nimmst du dir da nicht ein bisschen viel vor? Wer hoch hinaus will, der fällt tief. Lass es sein, du bist nur eine Schnecke, das schaffst du nie!“

Die Schnecke erkannte hoch oben im Baum einen Mistkäfer sitzen, der versuchte, die Schnecke von ihrem Vorhaben abzubringen. Die Schnecke aber war fest entschlossen, ihr Ziel zu erreichen und antwortete:

„Du kannst mich mal! Sag was du willst, ich schaffe das. Ich erreiche mein Ziel – ganz egal wie schwierig es auch wird!“

Der Mistkäfer weiter:

„Niemals, gib auf! Du bist zu schwach, das kannst du nie. Warum machst du dir das Leben so schwer, finde dich damit ab, dass du für solche Aktionen einfach nicht geschaffen bist!“

Das ließ die Schnecke nicht auf sich sitzen und entgegnete ihm keck:

„Merkst du eigentlich nicht, dass du nur Blödsinn von dir gibst? Wie du siehst, beeindruckt mich dein Geschwätz in keinster Weise. Also lass mich in Ruhe. Du kannst mich nicht davon abhalten, durchzuhalten!“

Der Mistkäfer überlegte, wie er die Schnecke aufhalten könnte. Er grübelte und versuchte krampfhaft, einen Weg zu finden, die Schnecke zum Aufgeben zu bewegen. Nach einiger Zeit wandte er sich erneut der Schnecke zu und rief:

„Hey, was bringt dir denn all die Anstrengung, hast du nicht geschnallt, dass noch nicht mal Kirschen am Baum sind?“

Der Mistkäfer war ganz stolz auf seinen tollen Einwand, bis er die Schnecke hörte:

„Du hast recht! Im Moment sind keine Kirschen am Baum, doch bis ich oben angekommen bin, sind wieder welche da!“

Autor unbekannt

Eine schöne ermutigende Geschichte, oder? Jeder von uns begegnet „Mistkäfern“ in seinem Leben, die versuchen, uns von unseren Träumen, von unseren Zielen abzubringen. Hören Sie nicht auf sie!

pxb_erfolg

Nicht aufgeben …

Die Spuren im Schnee

Sich ein Ziel zu setzen, ist die eine Sache. Das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, um es letztlich auch zu erreichen, ist eine andere Sache und zudem eine große Herausforderung. Aber lesen Sie selbst:

Endlich hat es über Nacht geschneit und die ganze Landschaft liegt unter einer dicken, glänzenden Schneedecke.

Jakob und Ludwig holen sogleich ihre Rodel aus dem Schuppen und machen sich freudig auf den Weg zu ihrem Schlittenberg.

Die beiden Brüder bestaunen die Schneepracht, auf der noch keine einzige Spur zu erkennen ist. So wetten sie um eine Tafel Schokolade, wer die geradeste Spur den Hügel hinauf ziehen kann.

Der gewissenhafte Jakob setzt sorgfältig einen Fuß möglichst gerade neben den anderen. Der sorglose Ludwig stapft einfach drauflos.

Oben angekommen, sieht Jakob zu seinem Entsetzen, dass er eine Zickzacklinie hinterlassen hat. Sein Bruder hingegen zeichnete in geradester Linie seine Spur.

„Das verstehe ich nicht“, meint Jakob, „ich habe mich auf jeden meiner Schritte konzentriert. Wie hast du es nur geschafft, auf die Schnelle den geradesten Weg zu wählen?“

„Das ist doch ganz einfach!“, meint Ludwig, „ich habe mich nur auf den Baum oben am Berg konzentriert. Das war mein Zielpunkt und auf diesen bin ich zugegangen.“

An diesem Tag hat Jakob zwar eine Tafel Schokolade verloren, dafür aber die Erkenntnis gewonnen, dass man nicht nur auf seine nächsten Schritte achten muss, sondern seine Ziele nie aus den Augen verlieren darf.

© Gisela Rieger

pxb-geschichte-ziele

„Ich habe mich nur auf den Baum konzentriert. Das war mein Zielpunkt.“


 

Kommentare

Diesen Artikel kommentieren

Bitte die Kommentarregeln berücksichtigen. Danke!