Sie wollen ein Dankschreiben bzw. einen Dankesbrief schreiben? Tipps, Muster & Vorlage

Ein Danke kommt uns relativ leicht über die Lippen – gut so! Aber wann haben Sie das letzte Mal ein Dankschreiben aufgesetzt? Oder haben Sie überhaupt schon einmal einen Dankesbrief geschrieben?

Vielleicht glauben Sie, dass das Briefeschreiben mittlerweile altmodisch ist. Ich bin allerdings der Meinung, dass es gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit eine gute Möglichkeit darstellt, um jemandem seine Wertschätzung zu vermitteln. Denn für einen handgeschriebenen Brief muss man sich etwas mehr Zeit nehmen und durchaus auch Mühe geben.

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Wozu überhaupt ein Dankschreiben?

Wozu überhaupt ein Dankesbrief, wenn es ein mündliches Dankeschön auch tut?

Nun, gesprochene Worte verfliegen schnell, bleiben weniger in Erinnerung. Anders hingegen herzliche Dankesworte zu Papier gebracht.

Sie können sich sicher sein, dass so ein Dankesbrief nicht einfach in den Papierkorb wandert, sondern in Ehren gehalten und wie ein Schatz gehütet wird.

Kann es nicht einfach nur eine E-Mail sein?

Auch eine E-Mail mit einigen Dankesworten wird beim Empfänger gut ankommen – keine Frage. Aber ein handgeschriebener Brief macht einfach viel mehr her, vermittelt größere Wertschätzung.

Oder worüber würden Sie sich mehr freuen? Über einen handgeschriebenen Dankesbrief auf edlem Papier oder über eine E-Mail? Und was glauben Sie, hat den Absender mehr Mühe gekostet?

3 Muster für ein Dankschreiben

Bevor ich auf weitere Tipps für ein stilvolles Dankschreiben komme, hier drei Mustertexte und eine Vorlage. Vielleicht können Sie einen in abgewandelter Form verwenden.


1) Muster für ein Dankschreiben an den Geschäftspartner

Lieber Julian,

das letzte Geschäftsjahr war leider nicht so rosig, vor allem als die gute Auftragslage durch […] zusammengebrochen ist. Aber nun geht es wieder aufwärts, vor allem durch deinen unermüdlichen Einsatz!

Ich danke dir ganz herzlich! Dein Durchhalten und deine Erfahrung waren ausschlaggebend, dass wir nun den Auftrag […] an Land gezogen haben.

Anbei ein kleines Dankeschön (z. B. einen Gutschein für einen Thermenaufenthalt) in der Hoffnung, dir damit eine kleine Freude zu machen. Vergiss den Stress der letzten Tage, entspanne dich und verbringe dort ein paar schöne Stunden mit deiner Frau.

DANKE!

(Unterschrift)

Burkhard


2) Muster: Dankschreiben für ein Geschenk

Lieber Jonas,

dein Geschenk – was für eine schöne Überraschung! Ich danke dir ganz herzlich! Damit hast du voll und ganz meinen Geschmack getroffen.

Das wäre aber wirklich nicht notwendig gewesen. Du weißt ja, ich habe dir gerne beim […] geholfen.

Gleich nach dem Auspacken habe ich … [Bezug zur Nutzung des Geschenkes]

Wenn ich dich wieder beim […] unterstützen kann, lass es mich einfach wissen. Auf mich kannst du jederzeit zählen!

Herzlichen Dank!

Burkhard


3) Muster für ein Dankschreiben an eine Mitarbeiterin

Dankschreiben persönlich überreichen:

Liebe Frau Wenusch,

wie die Zeit vergeht – nun sind Sie schon 15 Jahre in unserem Unternehmen. Mir ist es deshalb ein besonderes Anliegen, mich bei Ihnen für Ihre großartige und wertvolle Mitarbeit auch auf diesem Wege zu bedanken!

Nicht nur ich schätze Ihre Herzlichkeit gepaart mit Ihrer fachlichen Kompetenz. Auch Kunden haben Sie schon oft lobend erwähnt.

Sicherlich wissen Sie, wie sehr Sie auch von Ihren Kollegen geschätzt werden. Ich habe mich etwas umgehört und mir dazu einige Notizen gemacht, die ich im Folgenden einfach wiedergebe:

„Sie hat stets für uns alle ein freundliches Wort und ein Lächeln.“

„Wenn es wieder mal hektisch zugeht, ist sie unser Ruhepol.“

(weitere Mitarbeiterstimmen auflisten)

Ich hoffe, Ihnen mit diesem Dankschreiben eine kleine Freude zu machen und meine Wertschätzung auszudrücken.

DANKE!

(Unterschrift)

Burkhard Heidenberger

Dankschreiben-Vorlage mit Mustertext

In meinem Download-Bereich können Sie eine Dankschreiben-Vorlage (MS Word) sowie über 70 weitere Vorlagen gleich herunterladen:

Muster-Dankschreiben

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So gelingt Ihnen ein Dankschreiben – 12 Tipps

Nun zu den angekündigten Tipps. Nehmen wir an, Sie wollen einen Dankesbrief schreiben. Es geht ans Werk.

1. Getippt oder handgeschrieben?

Haben Sie eine halbwegs leserliche Handschrift, dann sollten Sie immer einen handgeschriebenen dem getippten Brief vorziehen. Sind Sie von Ihrer Handschrift selbst nicht so begeistert und unsicher, ob sie der Empfänger überhaupt entziffern kann, können Sie den Brief auch tippen und nur die Anrede und Unterschrift per Hand schreiben.

2. Keine Standarddankeskarten!

In den Fachgeschäften gibt es eine umfangreiche Auswahl an Dankeskarten mit einem passenden Motiv und Sprüchlein. Einfach noch unterschreiben, in ein Kuvert geben und versenden. Fertig. So bitte nicht! Denn diese Standardkarten mit der draufgeklatschten Unterschrift hinterlassen stets einen lieblosen Eindruck – also genau das Gegenteil von dem, was man damit erreichen will.

Besser: Besorgen Sie sich ein edles Briefpapier und verwenden Sie zum Schreiben blaue Tinte – das wirkt besonders elegant.

3. Zuerst der Textentwurf

Bevor Sie den Brief aufsetzen, nehmen Sie einen Schmierzettel zur Hand. Schreiben Sie einfach drauflos, ohne eine bestimmte Struktur und Form zu beachten. Notieren Sie alles, was Ihnen zum Thema in den Sinn kommt. Es reichen vorerst nur Stichworte.

Wenn Sie dann genügend „Futter“ haben, können Sie sich an die Ausformulierung Ihres  Schreibens machen. Und erst nach dem Feinschliff wird der Text auf edles Briefpapier gebracht.

4. Bleiben Sie authentisch

Der Text soll ehrlich und authentisch sein – eben so, als würden Sie mit der Person sprechen.

Vermeiden Sie Floskeln. Es braucht keine hochgestochenen Worte, auch keine besonders blumigen. Denn erst durch das Ausschmücken des Textes schleicht sich oft der Kitschfaktor ein. Weitaus wichtiger ist, dass die Worte von Herzen kommen.

5. Kommen Sie gleich auf den Punkt

Für den Empfänger sollte sofort ersichtlich sein, dass es sich um ein Dankschreiben handelt. Schreiben Sie also gleich zu Beginn, dass Sie sich bedanken.

6. Werden Sie konkret

Wofür genau bedanken Sie sich? Gehen Sie z. B. auf ein konkretes Ereignis oder auf eine bestimmte Aktion ein: die gute Zusammenarbeit bei Projekt X, die große Unterstützung auf dem Weg zu …

7. Nennen Sie den Empfänger beim Namen

Das sollte zwar selbstverständlich sein, dennoch möchte ich es an dieser Stelle erwähnen: Nennen Sie den Empfänger im Schreiben beim Namen. „Lieber Burkhard, …“ Damit vermitteln Sie der Person, dass sie Ihnen wichtig ist.

8. Das Format spielt eine untergeordnete Rolle

Bei einem Dankschreiben müssen Sie kein besonderes Format und keine Normen beachten, wie das beispielsweise bei einem Geschäftsbrief der Fall ist. Entscheiden Sie sich für ein Format, das auch Ihnen als Empfänger zusagen würde.

9. In der Kürze liegt die Würze?

Grundsätzlich ja. Aber ein Dankesbrief kann ruhig mehr als drei Sätze enthalten. Denn je länger – ohne ins Schwafeln zu geraten –, desto eher bringt der Brief zum Ausdruck, dass Sie sich bewusst Zeit genommen haben.

Natürlich kommt es auch auf den Anlass des Dankschreibens an. Manchmal sind auch wenige Sätze vollkommen ausreichend, um die Dankbarkeit (z. B. für ein Geschenk) gebührend auszudrücken.

10. Abschließend gute Wünsche

Gut, Sie haben sich nun bedankt. Was wünschen Sie dem Empfänger abschließend? Gute Wünsche bilden immer einen stimmigen Schlussteil.

11. Wie wär’s mit einem Zitat?

Ein passendes Zitat kann Ihr Schreiben erheblich aufwerten. Mit wenigen Worten werden damit oft „große Weisheiten“ auf den Punkt gebracht. Aber es zeigt dem Empfänger auch, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, ein passendes Zitat zu finden. Im Netz finden Sie unzählige Zitate zu ziemlich jedem Anlass.

12. Eine Beilage betont die persönliche Note

Und das kann eine Kleinigkeit sein: beispielsweise ein Foto, das Sie und den Empfänger gemeinsam zeigt – vielleicht in der Situation, die Sie auch als Grund für Ihren Dank anführen. Oder eine trockengepresste Blume als Beilage, ein selbstgemaltes Bild, …

Übrigens:

Dankbarkeit kommt nicht nur beim Empfänger gut an, sondern sie kann auch das eigene Leben bereichern. Denn damit fokussieren wir unseren Blick auf das Gute, auf das Schöne.


Produkt-Tipp – Geschenkgutschein in Geschenkbox, als Beilage zum Dankschreiben/Dankesbrief:


Für wen bietet sich ein Dankschreiben an?

Gründe, jemandem schriftlich seinen Dank auszudrücken, gibt es genug. Hierzu braucht es nicht unbedingt einen besonderen Anlass. Schreiben Sie einen Dankesbrief „einfach mal so“. Sie können sicher sein, dass die Freude und positive Überraschung beim Empfänger groß sein wird.

Reflexionsfragen

Im Folgenden habe ich abschließend einige mögliche Empfänger aufgelistet sowie jeweils drei Reflexionsfragen, die das Finden der richtigen Dankesworte erleichtern sollen.

Dankesbrief an die Eltern

Reflexionsfragen:

  1. Was hätten Sie ohne ihre Unterstützung nicht erreicht?
  2. Wofür sind Sie ihnen besonders dankbar?
  3. Woran denken Sie besonders gerne zurück (im Zusammenhang mit Ihren Eltern)?

Dankesbrief an den (Ehe-)Partner

Reflexionsfragen:

  1. Was mögen, lieben, schätzen Sie besonders an ihm/ihr?
  2. Welches gemeinsame Erlebnis/Ereignis verbindet sie besonders?
  3. Was würde Ihnen am meisten fehlen (im Zusammenhang mit dem Partner)?

Dankesbrief an Freund/Freundin

Reflexionsfragen:

  1. Wie lange währt Ihre Freundschaft bereits?
  2. Welches Erlebnis hat Sie besonders zusammengeschweißt?
  3. Was genau bedeutet Ihnen diese Freundschaft?

» Hier noch Freundschaftssprüche & Freundschaftszitate, mit denen Sie Ihr Schreiben aufwerten können

Dankesbrief an den Geschäftspartner

Reflexionsfragen:

  1. Welchen Erfolg hätten Sie alleine nicht geschafft?
  2. Welche Schwierigkeiten haben Sie gemeinsam überwunden?
  3. Worüber freuen Sie sich besonders (im Zusammenhang mit der Geschäftspartnerschaft)?

Dankschreiben an einen Mitarbeiter

Reflexionsfragen:

  1. In welcher Weise hat sich die Person besonders verdient gemacht?
  2. Was schätzen Sie, was die Kollegen an der Person?
  3. Was würde ohne sie im Betrieb nicht so geschmeidig laufen?

Dankschreiben an Vorgesetzte

Reflexionsfragen:

  1. Was zeichnet die Führungskraft aus?
  2. Was macht sie anders als andere (Führungskräfte)?
  3. Was schätzt die Belegschaft an ihr? (Eine spontane interne Umfrage kann hierzu wertvolle Impulse liefern.)

Ein Dankschreiben zu einem bestimmten Anlass

Natürlich bieten sich auch zahlreiche Anlässe für ein Dankschreiben an. Als Dankeschön für …

  • ein Geschenk,
  • eine Einladung,
  • die Anteilnahme,
  • das Mitfeiern (bei einem Jubiläum)

Weitere Tipps für ein gelungenes, wirkungsvolles Schreiben

Unterteilt nach den inhaltlichen Bausteinen eines Schreibens habe ich hier noch weiterführende Tipps:

  1. Anrede: Tipps zur Anrede »
  2. Einleitungssatz: 20 stilvolle Einleitungssätze »
  3. Sachinformation: Tipps zur Formulierung »
  4. Schlusssatz: Tipps und Beispiele für stilvolle Schlusssätze »
  5. Grußformel: Tipps für Grußformeln »

Kommentare

  • Melanie Rieder

    Mit dieser Anleitung kann ich zumindest nicht mehr sagen, dass ich nicht wüsste, wie ich einen Dankesbrief angehen soll :) Auf alle Fälle gute Idee und sehr hilfreiche Tipps!

    Melanie Rieder antworten
  • Gabi R.

    Schreibe schon seit Jahren meine Dankesbriefe/-karten von Hand und kann diesen Beitrag nur unterstützen. Das “Echo” darauf war bisher immer nur positiv.

    Danke übrigens für Ihre wirklich guten Tipps und Anregungen in Ihren Newslettern. Habe schon einiges brauchen bzw. umsetzen können. Dieses Mal, der Dank eben nur per Kommentar. Hoffe er kommt trotzdem gut an.

    Gabi R. antworten
  • Christa

    Ja, man kann nicht oft genug DANKE sagen oder schreiben. Bin gerade in der Situation, soll ich? – oder – soll ich nicht? Aber dank Ihrer Anregungen hab ich mich zum – ich soll – entschieden!

    Eigentlich hab ich ja zu allen Gästen bei meinem runden Geburtstag DANKE! gesagt, aber es ist doch so, dass diese Wertschätzung sehr wichtig ist und einen Rückblick auslöst, der mit nichts zu ersetzen ist.

    Vielen Dank für Ihre Tipps und Anregungen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Christa Wägerle

    Christa antworten
  • MARIA FABIJENNA

    Grüß Gott Herr Heidenberger

    Ich bewerte Menschen nicht und schreibe auch kaum eine Antwort, doch hie und da tu ich es, so auch jetzt. Ihre vorgefertigten “Formulare” sind wie die vorgefertigten Dankesschreiben. Das wollen Sie jetzt nicht hören, doch es ist so, jedoch keine Bewertung.

    Ich schreibe seit Jahren Dankeschreiben, so einen im Monat höchstens (auch an meinen Zahnarzt) und habe verschiedene Menschen schon einen Oskar verliehen, für z. B. eine wunderbare Freundschaft oder großartige herausragende Verdienste, z. B. im Notfall etc.

    Gelernt habe ich dies von Frau Birkenbihl (YouTube), einfach hinsetzen und warten, was kommt. Die Antworten darauf sind herrlich, JEDER freut sich. Bei manchen fällt mir ein Spruch ein; bei manchen ein Witz, oder eine uralte Geste, die Schreiben dauern manchmal eine Woche und es sind doch nur 2 Seiten, die gefüllt sind von so viel Erinnerung und Wertschätzung, dass ich mich manchmal selbst wundere, welch schöne Begegnungen ich hatte, obwohl ich nicht gesund bin und wahrlich mit meinem HERRGOTT hadere, jedoch ist das wiederum meins.

    Die Menschen, die diese Schreiben erhielten, kennen fast jedes Wort auch nach Jahren.

    Alles Liebe IHNEN und IHREN LESERN, so auch mir.
    MARIA FABIJENNA °Y°

    MARIA FABIJENNA antworten
    • Das oben sind Beispieltexte, nicht mehr, nicht weniger – das nur zur Info, auch ohne Wertung. ;-)

      Im beruflichen Alltag hat man leider nicht immer die Zeit, an einem Text beispielsweise eine Woche zu feilen. Und es fällt auch nicht jedem leicht, entsprechende Texte zu formulieren. Und genau diese Gründe können dazu führen, dass dann letztlich kein Dankesbrief geschrieben wird. Die obigen Beispieltexte sollen also nur als Inspirations- und Formulierungshilfe dienen.

      Aber Sie haben natürlich recht, je mehr man sich Zeit nimmt, desto eher kommen einem wertvolle Gedanken in den Sinn, die man in seinem Dankschreiben einbauen kann und die auf positive Resonanz stoßen werden. Hierzu habe ich ja auch die Reflexionsfragen angeführt.

      Liebe Grüße

      Burkhard Heidenberger antworten

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