Mehrere Personen anschreiben: Wer wird zuerst genannt?

Sicherlich haben Sie auch schon einmal ein Schreiben (E-Mail, Brief, …) versendet, das an zwei oder mehrere Personen gerichtet war. Bleiben wir beim Beispiel mit zwei Personen, an die das Schreiben geht. Nun stellt sich die Frage, wie die korrekte Anrede im Schreiben bei mehreren Personen erfolgt. Die DIN 5008 gibt in diesem Zusammenhang keine Empfehlung.

Anrede mehrerer Personen in einer Korrespondenz – MERKSATZ:

  • Reihung nach Hierarchie – unabhängig von Geschlecht und Titel (z. B. Prof., Dr.)
  • bei gleicher Hierarchie (z. B. zwei Geschäftsführer): nach alphabetischer Reihenfolge
  • bei gleicher Hierarchie mit Dame: zuerst die Frau, dann nach alphabetischer Reihenfolge

Diese Empfehlung gilt nicht nur für die Anrede im Dokument, sondern auch in der Anschrift, also beispielsweise auf dem Kuvert.

EIN BEISPIEL: Sie möchten sich mit einer Dankeskarte (s. Dankschreiben) bei einem Unternehmen für die gute Zusammenarbeit erkenntlich zeigen. Dieses Unternehmen hat nun zwei Geschäftsführer und beide sollen im Schreiben genannt werden.

Aber wie erfolgt nun korrekterweise die Anrede auf Ihrer Karte?

Zuerst wird jene Person in der „wichtigeren Position“ genannt, die Reihung erfolgt also nach Hierarchie (im Unternehmen). Befinden sich die Empfänger in der gleichen Position wie die zwei Geschäftsführer im genannten Beispiel, dann erfolgt die Reihung alphabetisch.

So ist es richtig:

Sehr geehrter Herr AXY,
sehr geehrter Herr BXY,

Häufig sieht man auch folgende Schreibweise:

Sehr geehrter Herr AXY, sehr geehrter Herr BXY,

Allerdings wirkt es wesentlich eleganter und übersichtlicher, wenn Sie die Anreden untereinander schreiben, insbesondere dann, wenn es sich um längere Namen oder Doppelnamen handelt.

„Sehr geehrte Herren“ (also ohne Namensnennung) wird heute nicht mehr verwendet, da diese Anrede unpersönlich wirkt.

Und bei unterschiedlichen Hierarchiepositionen?

Bei unterschiedlichen Hierarchiepositionen wird immer zuerst die Person in der höheren Position genannt. Das gilt auch dann, wenn es sich bei einer der angeschriebenen Personen um eine Frau in einer niedrigeren Hierarchieebene handelt – also nicht grundsätzlich zuerst die Frau nennen.

Befinden sich die angeschriebenen Personen in der gleichen Hierarchieebene – wie im genannten Fall die zwei Geschäftsführer –, erfolgt die Reihung der Anreden in alphabetischer Reihenfolge. Wenn allerdings in diesem Fall eine Person eine Frau ist, wird sie zuerst erwähnt.

Und bei mehr als drei Personen?

Richtet sich ein Dokument an mehr als drei Personen, sollte jede Person ein eigenes Schreiben erhalten, das jeweils nur an sie gerichtet ist. Im Verteiler können dann die anderen Personen genannt werden, an die das Dokument ebenfalls gesendet wird.

Brief-Vorlage

Auf Wunsch einiger Leser habe ich nun auch eine Vorlage für einen normkonformen Brief in meinem Download-Bereich ergänzt.

Im Download-Bereich können Sie eine Brief-Vorlage nach DIN 5008 sowie über 70 weitere Vorlagen gleich herunterladen:

HIER geht’s zum Zeitblüten-
DOWNLOAD-Bereich

Über 70 Vorlagen, Mustertexte & Arbeitshilfen
– und sich damit Zeit, Nerven & Mühe sparen!
 



Zum Weiterlesen:



Kommentare

  • Greda

    Lieber Herr Heidenberger,

    danke für die Ergänzung der Brief-Vorlage! Wir nutzen in unserer Firma nun schon eine Weile Ihre Vorlagen. Wenn Sie auch noch eine Vorlage bzw. einen Textentwurf für ein Absageschreiben an Bewerber ergänzen könnten, wär das eine feine Sache.

    Greda

    Greda antworten
  • Manuel P. Stöhr

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    ich suche die richtige Lösung für die Schreibweise:

    Sehr geehrte Frau XY,
    Sehr geehrter Herr XY,…..

    Kann das zweite “Sehr” in diesem Fall groß geschrieben werden, oder wird es grundsätzlich klein geschrieben?

    Über eine Antwort freue ich mich!

    Mit freundlichen Grüßen

    Manuel P. Stöhr

    Manuel P. Stöhr antworten
    • Sehr geehrter Herr Stöhr,

      gerne beantworte ich Ihre Frage:

      Das zweite „Sehr“ wird immer kleingeschrieben, wenn die erste Anrede mit einem Komma endet. Hier gibt es keine Ausnahmeregelung.

      Nur dann, wenn die erste Anrede mit einem Rufzeichen endet, beginnt die zweite Anrede mit einem großgeschriebenen „Sehr“ – als Beispiel:

      Sehr geehrte Frau XY!
      Sehr geehrter Herr XY!

      Das Rufzeichen in der Anrede ist zwar grammatikalisch korrekt, gilt aber mittlerweile als überholt. Heute wird in der Anrede das Komma verwendet – deshalb so:

      Sehr geehrte Frau XY,
      sehr geehrter Herr XY,

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Julia

    Hallo,

    und wie macht man es am sinnvollsten, wenn es dieselben Nachnamen sind? Vater und Sohn sind beide Geschäftsführer und sollen angeschrieben werden?

    VG

    Julia antworten
    • Nennen Sie beide Personen beim Namen. Das ist immer noch die persönlichste Variante.

      Da in Ihrem Beispiel beide Geschäftsführer hierarchisch gleichgestellt sind, nennen Sie zuerst die ältere Person, also den Vater.

      Als Beispiel:

      Sehr geehrter Herr Burkhard Heidenberger, [Vater]
      sehr geehrter Herr Julian Heidenberger, [Sohn]

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Chris L

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    vielen Dank für Ihren sehr informativen Post. Darauf gestoßen bin ich allerdings auf der Suche nach einer anderen Antwort zu einer etwas komplexeren Korrespondenzsituation.

    Das Beispiel ist hier: Es wird auf eine E-Mail geantwortet, der ursprüngliche Sender, eigentlich Haupt-Gesprächspartner, hat aber seine Vorgesetzte in CC gesetzt, damit diese über den Vorgang im Bilde ist.

    Wie sollte hier mit der Anrede verfahren werden? Ich würde generell auch die Vorgesetzte ansprechen wollen, um sie nicht zu übergehen, mein Hauptgesprächspartner ist aber nach wie vor der Mitarbeiter. Setze ich nun diesen an die erste Stelle oder die Vorgesetzte? Und sollte ich in meiner Antwort die Vorgesetzte vom CC in die Empfängerliste setzen?

    Vielleicht eine Überbewertung einer simplen Situation, aber dennoch würde ich mich über interessanten Input der hier Beteiligten freuen.

    Beste Grüße

    Chris L antworten
    • Hallo Chris,

      zu Ihrer Frage:

      Wie Sie schon schreiben, werden Personen in Cc gesetzt, um sie zu informieren, also in Kenntnis zu setzen, am Laufenden zu halten. Der unmittelbare Austausch erfolgt mit der Person im An-Feld – in Ihrem Fall der Hauptgesprächspartner.

      Personen in Cc werden in der Regel in der E-Mail-Anrede nicht direkt genannt, auch wenn diese in der Hierarchie über dem direkten Konversationspartner stehen.

      Deshalb:

      Wenn Sie dem Absender antworten, belassen Sie die Vorgesetzte im Cc-Feld. Eine direkte Anrede der Vorgesetzten ist nicht notwendig.

      Oder Sie antworten nur dem Absender, also ohne die Vorgesetzte im Cc-Feld. Damit überlassen Sie es dem Absender, ob er bei Weiterführung der E-Mail-Konversation die Vorgesetzte wieder in Cc nimmt, was Sie dann auch machen sollten.

      Schöne Grüße

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Marion

    Und wie ist das mit dem Anschreiben an Kollegen und Kolleginnen in einem Team?

    Dieses “Liebe Alle” finde ich unsäglich, weil ich ja nun wirklich nicht alle liebe.

    Gibt es da eine Regel oder noch besser, eine elegantere Ansprache?

    Marion antworten
  • Marion

    Besten Dank, lieber Herr Heidenberger!

    Mit “liebes Team” kann ich leben. Und schweizerdeutsch gibt’s noch die Option “salü zäme”.

    Marion antworten
  • Marcus

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    neuerdings lese ich im Mailverkehr an größere Verteiler (Kein Team, nicht innerhalb der gleichen Organisation – aber vom Thema her alle betroffen) neben “Liebe Alle” auch “Sehr Geehrte” als höflichere Variante.

    Das erscheint mir irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch – oder ist es tatsächlich eine akzeptierte Variante der Anrede?

    Viele Grüße,

    Marcus

    Marcus antworten
    • Hallo Marcus,

      die Anrede „Liebe Alle“ ist mir hin und wieder untergekommen. Sie wurde wohl einfach aus dem Englischen übernommen („Dear all“). Ich persönlich finde sie eher seltsam und unpassend. Was noch dazukommt: Auch wenn „Liebe Alle“ als Anrede so verwendet wird, ist die grammatikalisch richtige Schreibweise „Liebe alle“.

      „Sehr Geehrte“ ist mir noch nie untergekommen. Diese Anrede finde ich noch seltsamer und unpassender. :-) Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

      Schöne Grüße

      Burkhard

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Anja

    Lieber Herr Heidenberger,

    ich habe auch noch eine Frage. Ich möchte einen formellen Brief an den Vorsteher und die Personalkommission machen, betreffend einer Pensumerhöhung.

    Nun kenne ich den Vorsteher persönlich. Kann ich die Anrede so gestalten:

    Sehr geehrter Herr …, lieber …,
    geschätzte Damen und Herren der Personalkommission,

    Und kann ich das lieber … in der ersten Zeile mit Handschrift anfügen?

    Vielen Dank für die Hilfe!

    Anja antworten
    • Hallo Anja,

      zu Ihren Fragen:

      Ja, ich finde die Anrede sogar sehr passend.

      Allerdings würde ich auf die teils handschriftliche Anrede verzichten. Es reicht vollkommen, wenn Sie den Brief unterschreiben – also nur die Unterschrift per Hand.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Kamil

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    letztes Jahr habe ich an einem Austausch teilgenommen und habe bei meinem Austauschpartner zu Hause gewohnt. Nun möchte ich eine Postkarte an ihn und seine Eltern schicken. Wie sollte ich sie adressieren? Ich muss noch sagen, dass ich die Vornamen seiner Eltern nicht kenne. Darf ich die Karte an “sehr geehrte Damen und Herren NAME” schicken?

    Mit freundlichen Grüßen aus Polen

    Kamil N.

    Kamil antworten
    • Hallo Kamil,

      wenn ich Sie richtig verstehe, dann wohnen Ihr Austauschpartner und seine Eltern im gleichen Haus. Dann würde ich die Postkarte einfach nur an Ihren Austauschpartner adressieren und dann im Postkartentext schreiben, dass er seinen Eltern liebe Grüße von Ihnen ausrichten soll, z. B.:

      „Bitte richte auch deinen Eltern ganz liebe Grüße und ein herzliches Dankeschön von mir aus.“

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Anja W.

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    ich möchte mich in der Universitätsmedizin meines Wohnortes bewerben.

    In der Stellenausschreibung werden als Ansprechpartner zwei Personen angegeben, der ärztliche Leiter und der Geschäftsführer. Darunter wird die Anschrift angegeben, allerdings nicht der direkte medizinische Fachbereich, in dem die Stelle zu vergeben ist, sondern die Abteilung Personal.

    Wird in die Anschrift noch zusätzlich eine Zeile mit der Angabe des Fachbereiches eingebaut? Und schreibe ich die Ansprechpartner vor oder nach der Zeile “Geschäftsbereich Personal..”?

    Obwohl ich den direkten Fachbereich auch schon in meinem Einleitungssatz erwähnt habe.

    Mit freundlichen Grüßen

    Anja W.

    Anja W. antworten
    • Hallo Anja,

      die Personalauswahl und die damit verbundene Stellenausschreibung wird in größeren Unternehmen in der Regel von der Personalabteilung abgewickelt.

      Da Sie bereits schreiben, dass in der Stellenausschreibung die konkreten Ansprechpartner und die Anschrift genannt werden, brauchen Sie nicht zusätzlich den Fachbereich in der Anschrift angeben.

      Die Personennamen schreiben Sie nach der genannten Zeile.

      Viel Erfolg!

      Burkhard

      Burkhard Heidenberger antworten

Diesen Artikel kommentieren

Bitte die Kommentarregeln berücksichtigen. Danke!