Persönliche Werte finden/erkennen: Der perfekte Tag

Führen Sie ein zufriedenes, vielleicht sogar glückliches Leben? Wenn dem so ist – wunderbar! Das kann auch daran liegen, dass Sie Ihr Leben – ob bewusst oder unbewusst – nach Ihren persönlichen Werten ausgerichtet haben bzw. danach leben können.

Was sind persönliche Werte?

Eine vereinfachte Definition:

Alles, was Ihnen von großer Bedeutung ist, was Ihnen wichtig ist, was Ihnen also wertvoll erscheint.

Warum Ihnen Ihre Werte bewusst sein sollten

Ihre persönlichen Werte beeinflussen Ihre Entscheidungen, Ihr Denken und Ihr Handeln.

Wenn Sie sich Ihres eigenen Wertebildes richtig bewusst sind, werden Sie Ihre Denkweise und Ihr Handeln besser verstehen und dadurch gezielter beeinflussen können. Es wird Ihnen leichter fallen, die für Sie richtigen Entscheidungen zu treffen.

Kurzum: Je mehr Sie nach Ihren persönlichen Werten leben (können), desto zufriedener werden Sie sein.

Und IHRE persönlichen Werte?

Ohne lange darüber nachzudenken oder gleich weiterzulesen, beantworten Sie die folgende Frage:

Was ist Ihnen in Ihrem Leben wirklich wichtig?

Halten Sie kurz inne, schließen Sie die Augen und zählen Sie dann mindestens 5 „Dinge“ auf, denen Sie in Ihrem Leben eine große Bedeutung zumessen.

Ist Ihnen die Beantwortung leichtgefallen? Wenn nicht, dann können Ihnen die folgenden Reflexionssätze und die Beispiele auf die Sprünge helfen.

Persönliche Werte ermitteln: Reflexionssätze

Mit dem Vervollständigen dieser Ergänzungssätze können sich Werte herauskristallisieren:

  • Mir ist es wichtig, …

Beispiele:

… dazu beizutragen, dass es den Menschen, die mir am Herzen liegen, gut geht.

… meinen Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

… Karriere zu machen.

… viel zu verdienen.

  • Mich ärgert/stört an anderen, …
  • An meiner besten Freundin/an meinem besten Freund schätze ich am meisten … [Charaktereigenschaften nennen]
  • Mich macht es so richtig glücklich, …
  • Besonders vermissen würde ich …
  • Ein Leben ohne … wäre für mich nur halb so schön.
  • Wenn ich nur noch ein Jahr zu leben hätte, dann würde ich …

Persönliche Werte: Beispiele

Um Ihre Werte zu bestimmen, können Sie diese auch auf verschiedene Lebensbereiche herunterbrechen. Diese Lebensbereiche können sein:

Am Beispiel Beziehungen:

Stellen Sie sich die Frage, worauf Sie bei Menschen besonders Wert legen, mit denen Sie zusammen sind. Das könnte sein: „… dass ich mit ihnen lachen kann, dass sie verlässlich sind, dass ich ihnen vertrauen kann.“

Daraus können Sie für den Lebensbereich „Beziehungen“ dann die folgenden persönlichen Werte ableiten: Humor, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit.

Hier weitere Beispiele für persönliche Werte – vielleicht erkennen Sie in der Liste einige, die auch für Sie passen.

Sie können die einzelnen Aufzählungen auch bewerten – in Gedanken oder schriftlich. Dabei geht es weniger um eine eindeutige Quantifizierung, sondern vielmehr darum, sich die wahrgenommene individuelle Bedeutung vor Augen zu führen.

0 – dieser Wert spielt in meinem Leben keine Rolle, 10 – dieser Wert ist mir in meinem Leben extrem wichtig.

Wie bilden sich die persönlichen Werte?

Das eigene Wertebild wird schon früh durch das soziale Umfeld geprägt. Das geschieht durch die Familie, insbesondere durch die Erziehung.

Diese so „gewachsenen“ Werte können sich später durch den Freundeskreis, persönliche Erfahrungen und Erlebnisse noch ändern und neue können hinzukommen.

Persönliche Werte finden: Der perfekte Tag

Abschließen noch eine Übung, mit der Sie sich Ihr Wertebild vor Augen führen können. „Der perfekte Tag“ ist eine besonders kraftvolle Übung, die Sie dabei unterstützen kann,

  • sich Ihrer Werte bewusst zu werden,
  • Ihre Herzenswünsche und (oft verborgenen) Sehnsüchte zu entdecken,
  • gewünschte Veränderungen in Ihrem Leben zu erkennen,
  • sich selbst besser kennenzulernen.

Die Durchführung

  1. Ziehen Sie sich mit einem Blatt Papier und einem Stift an einen Ort zurück, an dem Sie ungestört sind und sich wohlfühlen. Machen Sie es sich bequem. Stellen Sie sich nun folgende Frage: Wie würde mein perfekter Tag aussehen?Sie können die Frage natürlich anpassen, indem Sie beispielsweise eine andere Bezeichnung wählen: „mein bester Lebenstag“, „ein richtig guter Tag“, „mein schönster Tag“, „der großartigste Tag meines bisherigen Lebens“.
  2. Spielen Sie dann in Gedanken Ihren perfekten Tag durch. Wie würde dieser Tag ablaufen, beginnend am Morgen mit dem Wachwerden bis abends, wenn Sie sich wieder schlafen legen. Lassen Sie Ihren Gedanken vollkommen freien Lauf, ohne sich einzuschränken – denn es spielt überhaupt keine Rolle, ob das Gedankenbild realistisch ist und ob die ausgemalten Situationen jemals eintreffen.
  3. Wenn Sie sich nun Ihren perfekten Tag in den buntesten Bildern ausgemalt haben, nehmen Sie die Schreibutensilien zur Hand und halten Sie ihn so detailreich und emotional wie möglich schriftlich fest. Allein dieses Niederschreiben verinnerlicht Ihren perfekten Tag und kann ein Hochgefühl bewirken, das lange anhält.
  4. Lesen Sie dann in Ruhe Ihren „perfekten Tag“ durch. Sehr wahrscheinlich werden Sie nun besondere Wünsche oder persönliche Werte erkennen, die Ihnen vorher nicht bewusst waren. Diese können Sie beispielsweise in eine Bucket-Liste aufnehmen.
  5. Legen Sie nun Ihre Beschreibung zur Seite und bewahren Sie sie gut auf. Zudem ist Ihr perfekter Tag auch in Ihrem Kopf gespeichert und wird immer wieder in Gedanken auftauchen. Ihre persönlichen Werte werden Ihnen dadurch präsenter. Gut so!
  6. Ist ein längerer Zeitraum (z. B. ein Jahr) verstrichen, wiederholen Sie diese Übung, und zwar genauso wie bereits durchgeführt.

Erst NACH dieser erneuten Übungsdurchführung holen Sie die erste Beschreibung hervor. Nun vergleichen Sie, ob und wie sich Ihr perfekter Tag im Laufe der Zeit verändert hat. Dieser Vergleich kann wertvolle Erkenntnisse liefern, denn persönliche Werte und Wünsche verändern sich mit der Zeit.

Fragen zu Ihrem perfekten Tag

Hier einige Fragen, deren Beantwortung Ihnen beim gedanklichen „Ausmalen“ Ihres perfekten Tages helfen wird:

  • Wo wache ich an meinem perfekten Tag auf?
  • Wie und was frühstücke ich?
  • Wo lebe ich, an welchem Ort verbringe ich diesen Tag?
  • Mit wem bin ich zusammen, mit welchen Menschen verbringe ich Zeit an diesem Tag, und wie verbringe ich die Zeit mit ihnen?
  • Mit wem treffe ich mich an diesem perfekten Tag?
  • Wovon lebe ich (finanzielle Situation)?
  • Welche Musik begleitet mich an diesem Tag?
  • Was esse ich?
  • Wie ist das Wetter, in welcher Jahreszeit spielt mein perfekter Tag?
  • Wie schaut die Umgebung (Räume, Haus, Wohnung) aus, in der ich lebe?
  • Welche Kleidung trage ich während des Tages?
  • Mit welchen Tätigkeiten verbringe ich den perfekten Tag?
  • Mit welcher Aktivität verbringe die meiste Zeit? Und mit wem?
  • Was zählt zu den Tageshöhepunkten?
  • Wie verbringe ich den Abend?
  • Wo lege ich mich schlafen?

Hier ein Formular, mit dem Sie Ihren perfekten Tag zu Papier bringen können:


Machen Sie es den Kindern nach

Diese Übung mag Ihnen vielleicht einfach vorkommen. Allerdings fällt sie manchen nicht sonderlich leicht, weil sie sich eben zu sehr von rationalen Gedanken einschränken lassen.

Stellt man Kindern die Frage nach ihrem perfekten Tag, so haben sie keine Schwierigkeiten, sich diesen vorzustellen und in den buntesten Bildern zu beschreiben. Es „sprudelt“ regelrecht aus ihnen heraus, weil sie ihrer Fantasie einfach freien Lauf lassen – und genau das sollten Sie bei dieser Übung auch machen.


Der obige Beitrag ist aus dem E-Book „Wie Sie herausfinden, was Sie wirklich wollen, und es erreichen!“, das Sie hier beziehen und gleich herunterladen können. Darin enthalten sind weitere Methoden, um die eigenen Werte zu bestimmen.

 

Kommentare

  • Rico

    Die eigenen Werte mal niederzuschreiben, war für mich sehr hilfreich. Hab ich schon mal gemacht. Werde ich wieder aktualisieren. Das mit dem perfekten Tag finde ich mal einen anderen Zugang. Danke für die Erinnerung.

    Rico antworten
  • nomax

    musste jetzt über den satz grübeln, dass man sein denken und handeln besser versteht, wenn man sich seiner werte bewusst ist und dass man dann auch entscheidungen leichter treffen kann. da ist wirklich was dran.

    nomax antworten
  • Andrea

    Mir fällt es schwer, mir den perfekten Tag vorzustellen, weil es den für mich sowieso nicht gibt.

    Andrea antworten
    • Andrea, wenn Sie das „perfekt“ zu sehr einschränkt, vielleicht fällt es Ihnen leichter, sich einfach nur einen „schönen“ oder „großartigen“ Tag vorzustellen, oder wie auch immer Sie einen außergewöhnlich positiven Tag benennen wollen. Dann könnten Sie die Frage entsprechend umformulieren – nur als Beispiel:

      Wie würde ein für mich besonders großartiger Tag ablaufen?

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Nora

    Sehr bildlich und angenehm vermittelt. Vielen Dank für die Erinnerung an meine Wertevorstellungen.

    Erst kam ich nicht über drei Stichpunkte hinaus, jetzt habe ich 14 Stück. Dessen war ich mir nicht bewusst. Sie waren so fern und durchs Nachhelfen doch so nah, jetzt auf jeden Fall präsent:)

    Nora antworten
    • 14 Stichpunkte sind ja schon beachtlich, insbesondere wenn Sie sich derer vorher gar nicht bewusst waren. Und wahrscheinlich kommt noch der ein oder andere dazu. Denn wenn man sich eine Weile damit beschäftigt, wird das Bild vom “perfekten Tag” erfahrungsgemäß immer klarer. :-)

      Burkhard Heidenberger antworten

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