Sind Sie ein Bauchmensch oder ein Kopfmensch?

Ich finde es immer wieder interessant, wenn ich mir die unterschiedlichen Typen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ansehe. Da gibt es die verschiedenen Charaktere, Interessen, Perspektiven, Ziele, Denkweisen, Lebenseinstellungen … – spannend und bereichernd!

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Auch in ihrer „Sprache“ und in der Kommunikation unterscheiden sich Kopf- und Bauchmenschen.

Im Folgenden werfe ich einen Blick auf die Bauch- und Kopfmenschen.

Der Unterschied zwischen Bauch- und Kopfmensch

Sogenannte Bauchmenschen unterscheiden sich von den Kopfmenschen darin, wie sie in bestimmten Situationen agieren und reagieren. Denn Kopf- und Bauchmenschen handeln in der gleichen Situation meist unterschiedlich.

Das liegt primär daran, dass kopflastige Menschen rational denken und auch handeln und dabei die Gefühle außen vor lassen, während Bauchmenschen sich eher von Gefühlen leiten lassen und dementsprechend handeln.

Kopf- und Bauchmenschen unterscheiden sich deshalb auch durch die Art und Weise, wie sie ihre Entscheidungen treffen. Während der Bauchmensch als emotional veranlagtes Wesen seine Entschlüsse oft aus dem „Bauch“ heraus trifft und sich vordergründig auf seine Intuition verlässt, benutzt der Kopfmensch hierfür in erster Linie seinen Verstand.

Reinformen sind selten

Nun trifft man die Reinformen dieser Typen (Bauch-/Kopfmenschen) eher selten an, viel mehr begegnen uns Mischformen, wobei diese wiederum mehr den Kopf- bzw. mehr den Bauchmenschen zugeordnet werden können.

Mögliche Merkmale

Sowohl Bauch- als auch Kopfmenschen haben ihre Vorzüge. Wo der eine seine Stärken zeigt, liegen oft die Schwächen des anderen.

Im Folgenden sind Merkmale der beiden Typen aufgelistet. Nehmen Sie eine Person aus Ihrem direkten Umfeld und fragen Sie sich beim Durchlesen, ob das entsprechende Merkmal auf diese Person bzw. auf Sie selbst zutrifft.

Allerdings: Nur weil ein Merkmal auf einen bestimmten Menschen zutrifft, heißt das noch lange nicht, dass er eindeutig der entsprechenden Gruppe zuzuordnen ist. Trifft hingegen der Großteil der genannten Merkmale einer Gruppe zu, so kann man durchaus daraus schließen, dass diese Person ein Bauch- bzw. ein Kopfmensch ist.

Hier nun mögliche Zuordnungsmerkmale, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Kopfmenschen

  • treffen Entscheidungen rational und lassen sich von Emotionen (den eigenen oder von jenen der anderen) kaum/nicht beeinflussen
  • sind in ihrer Entscheidungsfindung oft gerechter als Bauchmenschen, da sie eine nüchterne Betrachtungsweise bevorzugen
  • spielen bei der Entscheidungsfindung Pro und Kontra durch
  • können gut analytisch denken
  • haben oft eine hohe „klassische“ Intelligenz (IQ)
  • fällt es schwer, Gefühle zu zeigen bzw. können sie kontrollieren
  • werden deshalb von anderen häufig als emotionsarm/kühl und wenig mitfühlend wahrgenommen
  • sind erfolgreich in Berufen, die rationales Denken und emotionsfreies Handeln verlangen, z. B. Wissenschaftler, Mediziner, Techniker, Juristen
  • geraten nicht so schnell aus der Fassung
  • haben häufig ausgezeichnete rhetorische Fähigkeiten und können gut argumentieren und Fakten nennen

Bauchmenschen

  • treffen Entscheidungen aus der Intuition heraus
  • brauchen in der Regel länger für die Entscheidungsfindung als Kopfmenschen
  • sind mitfühlend und können sich gut in andere hineinversetzen
  • haben oft eine hohe emotionale Intelligenz (EQ)
  • verlieren in Extremsituationen schneller die Nerven
  • fällt es leichter, Mitmenschen mitzureißen und zu begeistern
  • sind leichter „manipulierbar“, wenn das Gegenüber es versteht, auf Emotionen zu drücken
  • können allerdings auch andere Menschen leichter manipulieren
  • sind erfolgreich in Berufen, die eine hohe Sozialkompetenz erfordern
  • beurteilen ihr Gegenüber nicht nur nach dessen Leistung, sondern interessieren sich auch für den Menschen, der dahinter steckt
  • interessieren sich generell für menschliche Schicksale
  • haben häufig „nahe am Wasser gebaut“
  • zeigen Gefühle

Beide Typen in einer Partnerschaft

Ein Bauch- und ein Kopfmensch können sich in einer Partnerschaft hervorragend ergänzen. Das liegt daran, dass der Kopfmensch als „ausgleichender“ Pol gegenüber dem emotionalen Bauchmenschen wirken kann.

In einer Partnerschaft mit zwei emotionalen Bauchmenschen können schon mal die Fetzen fliegen. Und in einer Beziehung mit zwei Kopfmenschen werden Emotionen nicht offen zur Schau gebracht bzw. weniger intensiv ausgelebt.

Hin und wieder gehen Partnerschaften auseinander. Kommt es zu einer Trennung, fällt es Kopfmenschen meist leichter, auch nach der Trennung eine Freundschaft aufrechtzuerhalten. Natürlich kommt es auch auf die Umstände an, die zur Trennung führten.

Die optimale Kombination

Gefühle in Kombination mit Intuition halte ich für sehr mächtige Entscheidungshilfen. Wenn diesen dann noch das rationale Denken als praktisches Werkzeug zur Seite gestellt wird, ist das meiner Meinung nach die optimale Kombination für die Entscheidungsfindung.

Fazit

Ein Bauchmensch wird nie zu einem Kopfmensch – oder umgekehrt. Allerdings kann man als Kopfmensch versuchen, mehr auf seine Bauchstimme zu hören und als Bauchmensch, rationalen Gedanken mehr Priorität zu geben. Allein dadurch kann die Entscheidungsgrundlage wertvolle Perspektiven gewinnen.

Beide Typen haben ihre Vorzüge und Stärken. Abhängig davon, wo diese eingebracht werden, können sie eine große Bereicherung für die Mitmenschen sein.

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