Krise überwinden & bewältigen: 6 Tipps

Wir alle – ohne Ausnahme – machen in unserem Leben beschwerliche Abschnitte oder handfeste Krisen durch. Entspannung und Lebensfreude scheinen für immer verloren.

Wir fühlen uns wie auf einem Schiff ohne Anker, Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht machen sich breit.


Krisen – mögliche Auslöser

Ausgelöst werden solche Krisen oftmals durch einschneidende Ereignisse, auf die wir selbst keinen oder kaum Einfluss nehmen können, Vorfälle, die uns im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen wegziehen und uns tief erschüttern.

Das können etwa der Verlust eines geliebten Menschen sein, die niederschmetternde Diagnose einer schweren Krankheit bei sich oder einer geliebten Person, Entbehrungen und Niederlagen wie der Verlust des Arbeitsplatzes, das Ende einer Beziehung und andere Rückschläge.

Da kann es schon passieren, dass der eine oder die andere den Lebensmut verliert.

Dann braucht es Menschen, die uns nicht fallen lassen, die für uns da sind, die uns wie ein Sicherheitsnetz auffangen und vor einem tiefen Sturz bewahren.

Zudem kann es helfen, die herausfordernde Realität bzw. das Geschehene zu akzeptieren und nicht zu verdrängen. Dadurch gelingt es uns leichter, Verantwortung dafür zu übernehmen, wie wir mit dem Unglück umgehen und weiterleben.

Vorbilder in Lebenskrisen?

Auch kann in Phasen der Haltlosigkeit und Verunsicherung der Blick auf „Vorbilder“ Kraft schenken, auf Menschen, die sich trotz prekärer Umstände nicht unterkriegen ließen, die uns zeigen, dass man dennoch Schönes, Erfüllendes erfahren oder Außergewöhnliches schaffen kann.

Eine solch faszinierende Persönlichkeit ist für mich Stephen Hawking. Fast sein ganzes Leben bestand mehr oder weniger aus einer einzigen Krise.

Mit 21 Jahren wurde bei ihm die unheilbare neurologische Krankheit ALS diagnostiziert, verbunden mit einer fortschreitenden Muskellähmung, die ihn schließlich an den Rollstuhl fesselte. Fast vollständig gelähmt verlor er zudem seine Sprachfähigkeit.

Und doch hat er nie kapituliert, sondern im Gegenteil: Er hat Menschen Mut zugesprochen:

„Es ist wichtig, dass ihr nie aufgebt. Denkt daran, in die Sterne zu sehen – und nicht auf eure .“

Hawking war als lebensbejahender und humorvoller Mensch bekannt. Mit 76 Jahren verstarb er als mehrfacher Vater, Großvater und als einer der berühmtesten Astrophysiker unserer Zeit.

Der Rat von Elenas Großmutter

Krisen und schwierige Zeiten – dazu möchte ich Ihnen einen beeindruckenden Text von der russischen Autorin Elena Mikhalkova vorstellen. Sie schreibt, was ihr die Großmutter geraten hat:

Meine Großmutter hat mir mal diesen Tipp gegeben:
Wenn die Zeiten schwierig sind, gehe in kleinen Schritten weiter.
Tu, was du tun musst, aber tu es langsam.
Denk nicht an die Zukunft oder an das, was morgen passieren könnte.
Reinige das Geschirr.
Wisch Staub.
Schreib einen Brief.
Koch eine Suppe.
Siehst du?
Du kommst vorwärts, Schritt für Schritt.
Mach einen Schritt und dann eine Pause.
Ruh dich aus.
Schätze dich selbst.
Mach den nächsten Schritt.
Dann noch einen.
Du wirst es kaum bemerken, aber die Zahl deiner Schritte wächst.
Und die Zeit wird kommen, in der du wieder an die Zukunft denken kannst, ohne zu weinen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlags von Elena Mikhalkova

Gehe in kleinen Schritten weiter …

Diese Geschichte stammt aus meinem Buch „BLÜTEZEITEN: Impulse für Entspannung & Lebensfreude“ (Herder-Verlag). Erscheinungstermin: Frühjahr 2022


Mit den folgenden Anregungen möchte ich Ihnen Wege aufzeigen, um Krisen und schwierige Etappen leichter zu bewältigen:

Krisen überwinden & bewältigen: 6 Tipps

1. Gehen Sie in kleinen Schritten weiter

Was helfen kann, wenn Ihr Leben in eine Schieflage gerät – in Anlehnung an den Rat von Elena Mikhalkovas Großmutter:

In kleinen Schritten weitergehen und das tun, was Sie tun können oder müssen. Überlegen Sie sich eine Mini-Maßnahme, die Sie aktuell ein kleines Stück voranbringt.

2. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen guttun

Aufbauende Worte wirken wie kühlender, heilender Balsam auf einer wunden Stelle. Suchen Sie deshalb den Kontakt zu Menschen, die Ihnen Halt geben, die Ihnen guttun. Schreiben, telefonieren, treffen Sie sich mit ihnen.

3. Suchen Sie den Austausch

Es kann tröstlich sein, sich vor Augen zu führen, dass andere mit ähnlichen oder schwereren Schicksalsschlägen konfrontiert wurden und ebenfalls eine schwierige Zeit durchgemacht haben.

Je älter Sie sind, desto mehr Menschen werden Ihnen hierzu wahrscheinlich in den Sinn kommen. Listen Sie diese Personen schriftlich auf und versuchen Sie nach Möglichkeit, sich mit ihnen auszutauschen und sich gegenseitig Trost zu spenden.

4. Strukturieren Sie Ihren Tag

Wenn Sie in der aktuellen anstrengenden Phase einen geregelten Tagesablauf vermissen, strukturieren Sie Ihren Tag. Hierzu kann Sie bereits eine To-do-Liste unterstützen, mit der Sie sich von Aufgabe zu Aufgabe hangeln. Abgehakte Erledigungen schaffen Überblick, Befriedigung und Zuversicht.

5. Vermeiden Sie Gedanken an morgen

Versuchen Sie, möglichst wenig daran zu denken, was am nächsten Tag geschehen könnte. Das Rad des Lebens dreht sich weiter. Die belastende Gegenwart wird einmal Vergangenheit sein, auf die Sie dann zurückblicken werden, reicher an – vielleicht sehr wertvollen – Erfahrungen.

6. Blicken Sie auf das Positive

Richten Sie Ihr Augenmerk beharrlich auf das Schöne und Gelungene in Ihrem Leben. Auch wenn Sie es momentan erst auf den zweiten Blick entdecken mögen. Irgendwann werden dem Sturm wieder sonnige Zeiten folgen, in denen Entspannung und Lebensfreude in Ihren Alltag zurückfinden.

Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Erhoffe das Beste und sei gefasst auf das Schlimmste.“ Ich möchte es noch ergänzen: „Unternehmen Sie das Möglichste, um Ersteres zu erreichen und Letzteres zu verhindern.“

Was hat Ihnen in Krisen geholfen, wie haben Sie schwierige Zeiten bewältigt? Gern als Kommentar unter diesen Beitrag schreiben.




Kommentare

  • Veronika Spath

    Ja, die Krisenzeiten bleiben wohl bei niemandem aus. Ich denke in solchen Situationen sehr gerne an meine Großeltern und Eltern, die viel größere Probleme überwinden mussten, vor allem durch die Erlebnisse in oder nach den Weltkriegen. Ihr Vorbild hilft mir, sie haben es geschafft, sind nicht verbittert geworden, haben das Beste aus ganz schwierigen Situationen gemacht.

    Die Vorschläge treffen zu: den Alltag bewältigen, Schritt für Schritt. Sich austauschen mit anderen, das gemeinsame Essen mit vielen Gesprächen und mit viel Zuhören hat hier wohl allen geholfen. Durch das Erzählen haben wir viel von den Gefühlen der Betroffenen erfahren. Wir haben dabei erfahren, wie Menschen etwas aushalten, schwere Zeiten überstanden haben und jetzt wieder lachen können.

    Deshalb halte ich die gemeinsamen Mahlzeiten mit “open end” für sehr wichtig. Ich versuche sie auch in meiner Familie zu erhalten. Leider ist das heute selten geworden, jeder isst mit dem Handy in der Hand irgendwann, irgendetwas, irgendwo. Aber es zahlt sich aus, vor allem wenn jede(r) etwas von sich erzählen darf.

    Herzlichen Dank für den hilfreichen Beitrag, den Rat von Elenas Großmutter finde ich sehr berührend und hilfreich.

    Liebe Grüße, Veronika

    Veronika Spath antworten

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