8 wirksame Tipps gegen Mobbing

Mobbingopfer sind ständigen Anfeindungen ausgeliefert. Die Arbeit wird zur Qual.

Die Folgen von Mobbing sind weitreichend. Sie schränken nicht nur die Lebensqualität erheblich ein, sondern führen zu physischen und psychischen Krankheiten. Lassen Sie es nicht so weit kommen!

Aber wie geht man am besten gegen Mobbing vor?

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Mobbing belastet!

8 Tipps, die Sie bei Mobbing berücksichtigen sollten

1. Wehren Sie sich

Und das gleich zu Beginn. Je früher Sie sich wehren und damit zeigen, dass man sich mit Ihnen nicht alles erlauben kann, desto größer die Chance, den Konflikt im Keim zu ersticken. Auch wenn Sie sich vor dem Konflikt scheuen – das ist normal. Den meisten Menschen geht es so. Der Angreifer muss merken, dass er es mit einem Gegner zu tun hat, der sich wehrt. Wenn Sie sich nicht wehren und schweigen, werden Sie immer mehr zum Opfer.

Sollten Sie sich nicht trauen, sich zur Wehr zu setzen, tun Sie es trotzdem – also im Sinne von „Ich traue mich nicht, aber ich tue es trotzdem!“.

Oder womit ein Mobber in der Regel auch nicht rechnet: Fragen Sie ihn, was er genau mit seiner Bemerkung meint oder bezwecken will. Das bringt manchen Angreifer leicht aus seinem „Konzept“.


Buch-Tipp – mit zahlreichen Tipps & Tricks für die verbale Konfrontation, das Mut macht:


2. Notizen als Erinnerungsstütze

Machen Sie sich Notizen. Notieren Sie, wenn Sie jemand „angreift“, wenn Sie jemand verletzt. Führen Sie ein Mobbingtagebuch.

3. Suchen Sie die Aussprache

Suchen Sie die Aussprache mit Ihrem „Gegner“. Greifen Sie den anderen im Gespräch nicht persönlich an. Und wenn ein Gespräch nichts bringt, dann müssen Sie sich an eine höhere Stelle wenden.

4. Beschweren Sie sich

Sollte der Mobber nicht nachgeben, beschweren Sie sich beim Vorgesetzten. Wenn dieser der Mobber ist, wenden Sie sich direkt an den Arbeitgeber oder Betriebsrat. Sollten Sie einen Kollegen als Zeugen haben, umso besser. Aber auch ein Mobbingtagebuch tut hier gute Dienste.

5. Unterstützung im Kollegenkreis

Suchen Sie Unterstützung im Kollegenkreis. Wenn Sie Kollegen finden, die Ihnen beistehen, merkt der Mobber schnell, dass Sie nicht alleine sind.

6. Reden Sie mit anderen

Reden tut immer gut. Sprechen Sie mit vertrauten Personen über Ihr Problem. Das können Freunde sein, Bekannte oder beispielsweise auch der Vertrauensarzt.

7. Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch

Es gibt heute viele Beratungsstellen, die sich auf Mobbing spezialisiert haben. Auch im Internet gibt es zahlreiche Anlaufstellen. In einschlägigen Foren finden Sie Hilfe und Unterstützung, können sich mit anderen Betroffenen austauschen. Hierzu habe ich Ihnen unten einige Linktipps zusammengestellt.

Sie können auch auf einen Rechtsanwalt zurückgreifen. Vor allem dann, wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben und wenn Sie nicht aufgeben und Ihr Recht durchsetzen wollen. Immer wieder kommt es vor, dass ein Arbeitsgericht einen Arbeitgeber zur Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz aufgrund von Mobbing verklagt.

8. Jobwechsel als Ausweg

Schauen Sie sich rechtzeitig nach Möglichkeiten für einen Arbeitsplatzwechsel um. Vielen fehlt oft die Kraft und Energie, gegen Mobbing vorzugehen. Dann bleibt als Ausweg immer noch ein Jobwechsel. Auch wenn damit der Mobber sein Ziel erreicht – es geht um Ihre Gesundheit, um Ihre Lebensqualität!

Buch-Tipp – u. a., um die eigenen rechtlichen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen:


Buch-Tipp – raus aus der Opferrolle:


Mobbing-Hilfe & Anlaufstellen:

Mobbing-Foren:

Mobbing-Beratungsstellen:

Folder: „Was tun, wenn das Kind gemobbt wird? – Ein Leitfaden für Eltern“

Zum Weiterlesen:


Raus aus der Opferrolle!

Mobber erhoffen sich keinen Widerstand. Mit einem selbstsicheren und selbstbewussten Gegenüber können sie weniger umgehen.

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Kommentare

  • Angela morais

    Ich hätte auch noch einen Tipp: Man tut einfach so, als würde man lachen und Spaß bei der Sache haben, das irritiert die meisten.

    Angela morais antworten
  • Christian

    Auf keinen Fall lachen! Das ist meiner Meinung nach völlig falsch. Lachen und dabei den Kopf zur Seite neigen oder Ähnliches und sich einreden “Ach, die Situation ist ja eigentlich ganz lustig”, bringt nichts … Man muss den Anderen spüren lassen, dass es einem eben nicht passt, wenn dieser verletzende Bemerkungen oder Witze macht.

    Und man muss ihm das ohne Rücksicht auf Verluste zeigen! Egal, in welcher Situation oder wie viele dabei sind. Es kann auch schon reichen, sich ihn oder sie mal ordentlich zur Brust zu nehmen (damit meine ich nicht unbedingt Gewalt) und die Meinung zu sagen und was das Ganze eben soll. Direkt darauf angesprochen, reagieren viele verunsichert.

    Die Masche “Sei nicht so sensibel!” oder “Du verträgst ja gar nichts!” darf auch nicht gelten! Jeder Mensch hat woanders seine Grenze und wenn es einem zu bunt wird, MUSS man die Notbremse ziehen, sonst geht man kaputt.

    Wer fertig macht, wird fertig gemacht!

    Christian antworten
  • Evelyn

    Hmmm… Es kommt wohl immer auf die Situation an. Wenn die besten Freunde zum Feind werden, dann ist es blöd. Das ist bei mir der Fall, doch ich habe eine gute Freundin, der ich alles erzählen kann. Sie tröstet mich und steht mir bei. Das tut gut, jemanden zu haben, der einen unterstützt.

    LG von Evelyn

    Evelyn antworten
  • Georgette

    Mobbing kommt nicht von heute auf morgen, sondern schleicht sich so ins Leben. Erst sind es Kleinigkeiten, die evtl. gar nicht (richtig) wahrgenommen werden, vor allem nicht als ein Angriff auf die Person.

    Doch sobald man es merkt, kann es eine Lawine lostreten. Denn in dir gehen die Gefühle wirklich ab. Das kann sehr viel Kraft kosten, deshalb ist der Rat, sich mit jemandem auszusprechen, wirklich wichtig. Und wenn man niemanden mehr hat, dann kann auch der Hausarzt, die Gewerkschaft oder eine Beratungsstelle eine Option sein. Die können einschätzen, wie tief man selbst schon im Mobbing steckt und was noch zu machen ist. Es gibt ja auch Kraft, wenn man merkt, man hat Rechte.

    Danke nochmals für die guten Informationen und ich möchte wirklich allen Mut machen, sich “STOP” sagen tut gut!

    Georgette antworten
  • Silvia Eller

    Ich empfehle den Rechtsanwalt.

    Meine Mobbingerfahrung ist in dem Haus, in dem ich wohne, mit den Mitbewohnern. Ich wurde sogar beschuldigt, Dinge zu tun, die ich nicht getan habe und es wurden Beweise, die auf meine Spur hinführen sollten, erstellt. Dann fingen die Türen, Fenster und alles mögliche von oben an zu knallen, auch spät nachts.

    Oft wache ich auf und kann nicht mehr schlafen. Bei einem gemeinsamen Gespräch mit den Vermietern stellten diese sich auf die Seite gegen mich und machten sogar Bemerkungen über mich im Kurzprotokoll. Das ging alles zu weit! Mein Wohlergehen wurde gestört.

    Ich ging zum Rechtsanwalt, der schrieb einen deftigen Brief und hat deren Verhaltensweisen in Worte gefasst. Obwohl ich erst im Januar eingezogen bin, ziehe ich im Juli wieder um. Ich hätte kämpfen können, um dort zu bleiben, aber ich wollte keine Beziehung mit diesen Leuten anfangen, welche eine negative Beziehung sein würde.

    Der Brief des Rechtsanwalts hat mir sehr geholfen. Die Vermieter baten mich zu bleiben und waren danach sehr freundlich zu mir. Ich fühlte mich nicht mehr als Opfer, sondern als die, die sich nichts gefallen lässt.

    Ich versuche auch zu meditieren, damit ich mich nicht so aufrege, wenn es nachts knallt oder laut ist, das passiert leider immer noch öfter. Wenn es mir gelingt, ruhig zu bleiben, kann ich schneller wieder einschlafen. Ich habe mich auch nicht dazu verleiten lassen, selbst Krach zu machen, zum Beispiel am Sonntagmorgen, wenn diese Mobber noch schlafen. Das war schwer, aber es hat mir geholfen, meine Würde zu bewahren. Der Lärm wurde zwar noch nicht ganz eingestellt, es wurde aber besser.

    Es hat mir sehr gut getan, mich im professionellen Stil zu wehren, es gab mir meinen Seelenfrieden. Ich wünsche das allen, die betroffen sind.

    Silvia Eller antworten
    • Alexandra

      Hallo Frau Eller

      Bin im Moment in der gleichen Situation und schon total am Ende
      Vielleicht könnt ich sie mal irgendwo anschreiben

      Mit freundlichen Gruß
      A.Wedekind

      Alexandra antworten
  • Martina Lachs

    Ich bin auch der Ansicht, dass sich zu wehren der richtige Weg ist. Ich denke, wer sich klein macht, schlüpft in die klassische “Opferrolle” und wird noch mehr gemobbt. Wer sich wehrt, der wird weniger angegriffen. Das letzte Mittel sollte dann der Anwalt sein, wenn einem z. B. Straftaten oder ähnliches unterstellt wird. Dagegen kann man sich schlecht wehren – vor allem, wenn mehrere Täter im Spiel sind.

    Martina Lachs antworten
  • A.Hoffmann

    Meine Erfahrung ist, man sollte sich möglichst bald eine professionelle Hilfe beim Psychologen einholen, weil man seelisch darunter leidet und im Berufsleben Selbstzweifel an den eigenen Fähigkeiten hat und das Selbstbewusstsein auch darunter leidet.

    Man ist nicht leistungsfähig, und man spürt Imageverlust, Gesichtsverlust. Deshalb ist es sehr wichtig, sich Hilfe einzuholen, weil man alleine keine Chance hat, aus der durch Mobbing verursachten depressiven Stimmung rauszukommen.

    Wenn man wieder zu sich findet (Seelenfrieden), lernt man die netten Menschen zu schätzen, die einem wohlbesonnen sind, von denen man nicht gemobbt, sondern respektiert wird.

    Danke für die Informationen! Als Betroffener lässt man auch nicht zu, dass andere gemobbt werden. Man ist sensibel, einfühlsam und kann sich in andere besser hineinversetzen.

    A.Hoffmann antworten
  • Andreas

    Also zuerst mal, gegen Mobbing hilft schon mal ein autoritäres Auftreten, und ebenso wirksam: unberechenbar sein, immer wieder mal anders reagieren.

    Was oft gehört wird, man sollte mitlachen können, halte ich für nicht sehr gut, denn als Opfer frisst man sich das trotzdem in sich hinein, wenn es für einen selber nicht lustig ist, wird sich das auch nicht ändern, indem man einfach über sich selber lachen kann.

    Eine gute Alternative, die ich nur weiterempfehlen kann, ist:

    Sich den Initiator aus der Gruppe allein vorzunehmen, und zwar dann, wenn er alleine ist. Dann sollte man ihm ganz klar und deutlich die Grenzen aufzeigen, und dann alle anderen einzeln vornehmen.

    Andreas antworten
  • Regina Kühn

    Ich möchte gern wissen, wie man mit Mobbern umgeht. Meist sind das auch Leute, die einen Haufen Probleme haben und auf diese Art und Weise an anderen ihren Frust auslassen.

    Dem Mobbingopfer in jedem Fall helfen, aber der Mobber findet immer wieder neue Opfer. Wer hat Erfahrung mit Maßnahmen gegen Mobber?

    Ich würde mich freuen, von euch zu hören. Danke.

    Regina Kühn antworten
    • Livia

      Sehr geehrte Frau Kühn,

      man soll den Mobbern einfach zeigen, wo der “Hammer” hängt und nur weil diese mit sich selbst nicht klarkommen, dass sie dich trotzdem nicht runtermachen dürfen. Man muss sich stärken und gegen die Mobber kämpfen oder man möchte, dass man an diesem Mobbing kaputt geht.

      Ich habe lange Zeit nichts gemacht, aber das reicht jetzt. Es bringt nichts, den Mund zu halten und nichts zu tun. Man sollte trotzdem gar nicht anfangen, die Mobber zu beleidigen, denn dann ist man ja genau so schlecht wie sie selber …

      Meiner Erfahrung nach sollte man sich trotz allem nicht einschüchtern lassen und vielleicht auch zur Polizei gehen, denn es bringt nichts, einfach alles mit sich machen zu lassen.

      LG und viel Glück :)

      Livia antworten
  • Karl

    Tipp 1 funktioniert super!

    Karl antworten
  • gabi

    Also ich bin so ein Opfer … leider!

    Seit knapp einem Jahr werde ich von Mitmietern im dreistöckigen Mietshaus massiv gemobbt. Das Schlimme ist, ich bekomme Fallen gestellt, dass es so aussieht, als hätte ich das alles angerichtet. Ich wohne im Erdgeschoß des Hauses.

    Bin 49 Jahre alt und die beiden anderen Parteien gerade etwas über 20. Ich arbeite im Sicherheitsdienst und nur auf Frühschicht. Das heißt, dass ich um 4 Uhr aufstehen muss. Ich hatte einmal gefragt, wer die gelben Säcke nun rausgestellt hat, weil ich ja für diese Woche dran war. Da wurde ich in einer Tonart angemacht, ob ich was dagegen hätte und sie eben nunmal gerade in der Garage war.

    Ich sagte nein, wäre ja nicht schlimm. Nun ist es so, dass sie mir immer zuvorkommen und auch die Mülltonnen den Tag davor schon mittags rausstellen. Erzählen dann in der Gegend herum, ich würde mich nicht drum kümmern. Sie müssten alles alleine machen.

    Dann das nächste sind die Reklameblätter oder Zeitungen, die an der Haustür abgelegt werden. Ich hebe meine immer auf. Es liegen exakt immer drei Exemplare da. Eines bleibt immer liegen, sie nehmen es und schmeißen es mir dann vor die Wohnungstür. Erzählen dann, ich ließe ihnen immer den Müll liegen.

    Habe mich auch gewehrt und ganz normal gefragt, was das nun alles soll. Antwort: Ich solle mich gefälligst an die Hausordnung halten. Auch in einem Ton, in dem ich mich nicht mit Menschen unterhalte. Habe das Gespräch dann abgebrochen, da man mich nicht zu Wort kommen ließ. Was erzählen sie dann? Mit mir könnte man nicht vernünftig reden.

    Was soll man ohne Zeugen gegen sowas unternehmen? Habe mich dann im Hintergrund gehalten, gar nichts mehr gesagt. Nun ist es auch nicht gut. Nach 22 Uhr trampelt man mir auf dem Kopf rum, als wäre da oben eine ganze Kompanie im Anmarsch. Der Mülleimer wird mir direkt in die Mitte vor mein Auto gestellt, die Gartentür wird nicht zugemacht. Türen werden zugeschlagen mit einer Wucht, dass die Wände wackeln. Auch abends … den ganzen Tag ein Möbelrücken, so hört es sich mal an … keine Ahnung, was da passiert. Treppen werden hochgestapft. Mit Absicht, denn das hört man ja.

    Ich habe hier die Hölle. Merke auch schon, dass ich langsam krank werde. Ich schlafe gerade mal 4,5 Stunden am Tag, da Ruhe nicht möglich ist.
    Putze ich den Hausflur, lassen sie ihren Hund hinten raus, der läuft dann im Regen draußen rum, kommt rein, läuft mit den nassen Pfoten durch den ganzen Flur. Der arme Kerl kann ja nix dafür, aber das Herrchen müsste ihm zumindest die Pfoten etwas trocken machen.

    Wische dann nochmal durch … 1 Stunde später das Gleiche nochmal. Was wird erzählt? Guck mal, wie es bei der aussieht, die macht den Flur nie sauber. Das erzählen sie dann ihren Verwaltern und Freunden, die zu Besuch kommen … das nenne ich echtes Mobbing.

    Würde ja gern ausziehen, mir fehlen aber die Mittel für einen weiteren Umzug. Ich bin manchmal so am Boden zerstört, dass ich heulend da sitze und mich immer wieder frage, warum man sowas tun kann. Ich habe ihnen nichts getan, außer eine simple Frage gestellt und mich einmal beschwert, weil das Pärchen oben drüber sich übelst verkracht hatte und alles durch die Gegend flog. Seitdem bin ich unten durch. Das zum Thema …

    gabi antworten
  • Marie

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    ich wollte mich für diesen Artikel bedanken! Bei mir ist es so, dass es das erste Mal ist, dass ich mich gemobbt fühle.

    Meine Kollegin hat schon einiges vorher gemacht, das in Ihrer Liste Mobbing-Test: Werden Sie gemobbt? steht.

    Es gab schon ein Gespräch mit dem Chef, aber jetzt fängt sie an, hinter meinem Rücken zu reden und mir Dinge zu unterstellen. Sie findet immer einen Grund, mich außerhalb der Arbeit anzurufen, und jedes Mal, wenn sie das tut, fängt mein Herz an schneller und doller zu schlagen.

    Ich wollte fragen, ob man eigentlich das Recht hat, den Kontakt abzulehnen, weil sie kann diese Fragen immer den Chef stellen.
    lg,
    M.V.

    Marie antworten
    • Natürlich haben Sie das Recht, den Kontakt abzulehnen, sich zu distanzieren. Und schon gar nicht müssen Sie Anrufe Ihrer Kollegin außerhalb der Arbeit entgegennehmen und dulden.

      Führen Sie ein Mobbingtagebuch, so wie oben beschrieben. Wenn möglich, sprechen Sie auch mit dieser Kollegin ganz offen.

      Wenn das nichts bringt, suchen Sie in Ihrem Kollegenkreis Personen, die diese Mobbingattacken beobachtet und bezeugen können. Suchen Sie dann auch nochmals das Gespräch mit Ihrem Chef. Bringen Sie im Gespräch die Mobbingtagebuchaufzeichnungen zur Sprache und bitten Sie unterstützende Kollegen, am Gespräch teilzunehmen bzw. bei Bedarf als Zeugen zur Verfügung zu stehen.

      Burkhard Heidenberger antworten
    • Ysanne

      Hallo Marie,

      ich würde umgehend das Gespräch mit dem Chef suchen. Und beim Betriebsrat/Personalrat nachfragen – wenn es einen gibt.
      Zeitgleich würde ich versuchen, eine Art Schlichtungsstelle/Mediatorenstelle einzuschalten. Hier geht es darum, einen Konflikt so schnell wie möglich zu bereinigen. Da Deine Kollegin nicht mehr direkt mit Dir spricht, sondern hintenherum Dampf ablässt, scheint einiges aufgelaufen zu sein – egal, ob und wie wahr es ist.

      Versuche erst mal nicht, den Kontakt abzubrechen. Das würde erst recht Öl ins Feuer zu gießen. Warum ruft sie an? Was möchte sie?

      Kannst Du ihr Anliegen ernst nehmen – und ihr gleichzeitig einen Termin für den kommenden Arbeitstag anbieten, an dem ihr euch ungestört zusammensetzt und das Anliegen der Kollegin klärt?

      Wenn sie anruft:

      • beruhige Dich selbst, indem Du drei langsame, tiefe Atemzüge nimmst. Wenn Du magst, kannst Du auch Deine Hände auf Brustkorb und Bauch legen, um den Atem dort zu spüren.
      • Erst dann den Hörer abnehmen.
      • Nimm einen Zettel, damit Du ihr Anliegen notieren kannst.
      • Frage sie, ob ihr das gemeinsam morgen besprechen könnt.
      • Wünsche ihr einen schönen Abend.

      Wenn Dir etwas zu Ohren kommt, was sie so herumerzählt:

      • dem “Petzenden” sagen, dass Du Klatsch nicht gut findest. Hier geht es darum, dem grundsätzlichen Geschichtenweitererzählen entgegenzutreten. Egal, von wem, über wen. Immer.
      • Frage Deine Kollegin nach der Geschichte. Lass sie nicht mit “Nicht so gemeint” ausweichen.
      • Erzähle ihr DEIN Gefühl. Und bleibe dabei. Du hast ein Recht auf dieses Gefühl, und es ist für Dich in diesem Moment das richtige. Die Gefühle Deiner Kollegin sind genauso “richtig” – für sie, in jenem Moment.
      • Wenn Du Angst hast, Zweifel bekommst: das ist in dieser Situation “normal”. Akzeptiere die Angst. Sie ist da. Und sie hat eine gute Funktion: Sie bewahrt Dich davor, blind in das offene Messer zu laufen. Lasse diese Gefühle zu, lasse sie dabei sein. ABER: handle trotzdem! Du bist nicht nur die Angst, sondern Du hast auch eine andere Marie versteckt: wütend, zielorientiert, die das Problem lösen will.
      Ysanne antworten
  • Marie

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    Vielen Dank noch mal! Das gibt mir Mut! Tagebuch schon gemacht und der Rest kommt noch.

    Herzlichen Dank!

    M.V.

    Marie antworten
  • Ysanne

    Es ist nicht ganz so einfach, dem Mobbing zu entkommen. Es gibt ein paar Tatsachen, die hier nicht berücksichtigt sind.

    1. Vorgesetzte sind zu 80 % in das Mobbing verwickelt. Diese Zahl haben unabhängige Studien ergeben. Sehr häufig veranlassen oder dulden Vorgesetzte das Mobbing, spielen mit oder schauen weg. Damit ist eine “Beschwerde” nicht möglich – außer, man umgeht den Vorgesetzten (wenn es möglich ist). Damit jedoch hat man sehr viel Öl in das Feuer gegossen: Ignorieren der Hierarchie, Aufwiegeln, …
    2. Beschwerden sind schlecht möglich, wenn der Mobbing-Prozess in Gang gekommen ist. Gerade Beschwerden sind ein wichtiger Grund, um weiterzumachen. Man hat sich als Außenseiter geoutet, man ist nicht zufrieden, man versucht, Streit zu säen.
    3. Mobbing zielt darauf ab, Menschen sozial zu vernichten. Der erste Schritt beim Mobbing ist, den anvisierten Kollegen aus dem Kollegenverbund abzutrennen. Man schießt sich auf jemanden ein.
    4. Mobbing ist am Anfang nicht erkennbar. Es werden kleine Spitzen abgeschossen, wie in einem Spiel. Es werden kleine, böse Scherze getrieben. Alles unter dem Deckmantel “Dampf ablassen”, “Hab Dich nicht so”, “Stell Dich nicht so an”, “Du bildest Dir was ein”. Eine Überreaktion der Zielperson führt erst recht dazu, weiterzumachen. Ein Schweigen genauso.
    5. Mobbing kann nur unterbunden werden, wenn das Unternehmen von vornherein solche Attacken aktiv unterbindet und Mobber sehr hart ahndet.
    6. Mobbing führt am Ende immer dazu, dass das Ziel (ich möchte das Wort “Opfer” nicht verwenden, da es demjenigen die Chance zum aktiven Handeln raubt) den Arbeitsplatz verliert. Es ist äußerst selten, dass der Arbeitsplatz erhalten bleibt – und wenn, dann nur deshalb, weil sich organisatorisch einiges bewegt hat.
    Ysanne antworten
  • Tilo

    Als Opfer bekommt man wenig Hilfe. Man wird ins Lächerliche getrieben. Am Ende ist man doch wieder der Verlierer.

    Tilo antworten
  • lilly

    Hallo.

    Ich hatte auch mal die Situation, dass mich Kollegen mobben wollten. Ich habe meine vertrauten Arbeitskollegen als Hilfe genommen (sie auch gebeten, mir zu helfen.)

    Ganz wichtig für mich war auch: gleich die Situation klären und nicht unterm Teppich kehren.

    lilly antworten
  • Betriebsbiene

    Ein Betriebsrat ist auf jeden Fall ein wichtiger Ansprechpartner in solchen Fällen. Auch wenn es für die Betroffenen nicht unbedingt leicht ist, sich mit ihren Anliegen an jemand anderen zu wenden. Wir hatten kürzlich leider einen Fall von Mobbing im Team und das Opfer hat sich lange Zeit zu sehr geschämt, um jemanden um Hilfe zu bitten. Es ist so wichtig, dass den Opfern klar wird, dass sie nichts falsch machen.

    Wenn jemand gerne noch ein bisschen mehr zum Thema nachlesen möchte, kann ich diese Seite empfehlen, da gibt es viele Infos, die diesen Artikel hier sehr schön ergänzen: https://www.betriebsrat.de/mobbing-konflikt

    Hilft vielleicht auch bei der Überlegung, selbst einen Betriebsrat zu gründen, falls es noch keinen gibt …

    Betriebsbiene antworten
  • Gast

    Aber wie geht man am besten gegen Mobbing vor?

    Ganz einfach eine Grenze setzen und zeigen bis hierher und nicht weiter. Eine Person, die einen schlecht behandelt, sollte man zurechtweisen, oder links liegen lassen.
    Das Erstere wäre sicherlich sinnvoller und ich halte dies auch für sehr wichtig, aber nur unter vier Augen. Zurechtweisung ist immer wichtig.

    Gast antworten
  • Fighter

    Hallo!

    Wenn ihr es mal geschafft habt, dass die Mobber nur noch einen Bogen um euch machen, nachdem ihr sie einzeln mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert habt, dann seid ihr schon ein großes Stück weiter in eurem Kampf gegen Mobbing.

    Und denkt dran: nicht warten und keine Schwäche zeigen!! Bleibt hart und dreht alle Räder, die möglich sind!

    Ich habe einem von 4 Mobbern den Ball zurückgeschossen. Er hat zwar nichts mehr mit mir geredet, aber der Betriebsrat bestätigte mir hintenrum, dass der Typ sich quasi dann vor MIR “fürchtete”. Wünsche euch viel Erfolg.

    Gruß
    Fighter

    Fighter antworten
  • Mir fehlt hier leider noch eine Definition von “Mobbing”. Es wird beschrieben was man dagegen tun kann, aber was es eigentlich ist, … ja das bliebt offen. Sicherlich meint jeder hier zu wissen, was es ist. Aber es könnte auch gut sein, dass jeder eine etwas andere Vorstellung davon hat.

    Aus meiner Sicht versteckt sich Mobbing in Fragen.

    Der Angreifer stellt Fragen und drängt damit das Opfer in die Enge.

    Dem Opfer fehlen die Worte und weiß nicht, wie es antworten soll.

    Da fühlt sich der Angreifer stark und schiebt gleich die nächste, scheinbar harmlose Frage hinterher.

    Gegen dieses “Mobbing per Fragen” kann man sich recht einfach wehren.

    Hier ein Beispiel:

    Angreifer (abfällige Stimmlage): Das gefällt dir?

    .. Erst die Situation neutralisieren!

    Du: “Du willst wissen, ob mir das gefällt?”

    .. Jetzt ist schon mal dem Angreifer Wind aus den Segeln genommen worden. Neutralisiert – Kein Gegenangriff (das ist nicht das Ziel).

    Angreifer: Ja, das will ich wissen!

    Du: “Warum?” oder “Ist dir das wichtig?”

    … Und schon bist du derjenige, der die Fragen stellt. Merke “Wer Fragen stellt, führt das Gespräch”.

    Nutze die Fragen bitte nur zur Verteidigung und vorher das Neutralisieren per “Wiederholen der Worte des Gegenüber” nicht vergessen.

    ☮ Peace ☮

    Thomas Güttler antworten
  • Emily

    Wenn dein Mobber dich beleidigt, reagiere mit „Ok“ und wirke dabei eingebildet … klappt immer!

    Sollte er/sie dich irgendwann mal wieder ansprechen, geh mit selbstbewussten Schritten auf ihn/sie zu. Wirke bei Beleidigungen gelangweilt und frage, ob er/sie sich nicht endlich was Neues einfallen lassen könnte.

    Lg Emii

    Emily antworten
  • Kim

    Hallo zusammen,

    ich habe in meinem nun schon 30-jährigem Berufsleben folgende Erfahrung gemacht:

    • Gegen üble Nachrede kann man sich kaum wehren. Wer nichts zu verlieren hat, stellt ebenso absurde Behauptungen über seinen Mobber auf und guckt mal, was passiert, dann steht Wort gegen Wort.
    • Abgrenzen kann man sich nur mit Sachlichkeit (“Pokerface”) und autoritärem und angstfreiem Auftreten. Wer das nicht kann, verlässt am besten sofort den Raum, sobald er gemobbt wird oder mit den Mobbern alleine ist. Wenns der Chef ist, vom Schreibtisch aufstehen, sich vor ihm aufbauen und ihm direkt in die Augen gucken. Das verhindert ein zu sehr “Hochgucken” müssen und zeigt dem Mobber, dass man sich buchstäblich gerade machen kann. Hat mir schon in vielen Situationen (auch ohne Mobbing) sehr dabei geholfen, mich aus einer vermeintlichen Opferhaltung zu befreien und meinen Status klarzustellen. Der “Angreifer” geht automatisch einen Schritt zurück und macht ein erstauntes Gesicht – habe ich schon viele Male bei mir und anderen beobachtet. Das schafft Distanz.
    • Laut und deutlich sprechen, möglichst so, dass auch andere mithören können. So kann sich am Ende keiner damit rausreden, dass er nichts mitbekommen hat.
    • Gespräche heimlich aufzeichnen (Handy-Sprachaufnahme starten). Das geht natürlich nur, wenn man weiß, dass es gleich wieder losgeht mit der Schikane. Das hilft, sich später an den genauen Wortlaut erinnern zu können und sich entsprechende Notizen zu machen, Stichwort Mobbing-Tagebuch.
    • Sich Verbündete im Betrieb/Freundeskreis suchen und diese fragen, ob sie auch bei hart auf hart aussagen würden (die meisten haben davor Angst und sagen nein und das wars dann mit den Verbündeten). Meist bleibt man damit allein, ist leider so.
    • Wenn alles nichts mehr hilft: kündigen/ausziehen/trennen, sich also letztlich entziehen und mit niemandem mehr aus diesem Kreis auch nur noch ein Wort wechseln. Kein Job der Welt ist es wert, sich dauerhaft schlecht zu fühlen. Hatte ich mal bei einem Arbeitgeber. War 6 Jahre bei einem manisch-depressivem angestellt, der mir hinterherstellte und den ich mir 6 Jahre lang vom Hals halten musste. Habe gekündigt und nie wieder mit denen geredet. Hintenrum erfahre ich heute noch, dass die nach mir fragen “wie es mir geht” und so. Lächerlich! Erst in A…. treten und dann nach dem Befinden fragen… Solchen Leuten kann man es nicht recht machen, egal, wie sehr man sich auch bemüht. Da hilft nur sich 100% zu entziehen.
    • Wenn man kein Geld für irgendwas hat: zum Sozialamt gehen und um Hilfe bitten. Meistens erbarmt sich irgendjemand und gewährleistet z.B. Beihilfen zum Umzug etc. Manche helfen sogar beim Wohnung finden. Einfach mal fragen gehen, das kostet nichts, die haben meist einen Tipp, wie man weiter kommt.
    • Ganz WICHTIG: Sich selbst einen maximalen Zeitpunkt setzen, also z.B. in 4 Wochen, ab wann man offiziell dagegen vorgehen will und bis dahin gezielt Beweise sammeln. Am Tag X Nägel mit Köpfen machen und den Stein ins Rollen bringen, sich zur Not einen Anwalt nehmen (Rechtsschutzversicherung ist Gold wert, wenn man dazu neigt, ausgenutzt zu werden). Konsequenzen ziehen und hart bleiben – das erfordert Disziplin, aber hilft einem auch selber, sich nicht mehr so hilflos zu fühlen.

    Gottseidank ist mir sowas nur ganz selten passiert. Aber ich erlebe es im Freundeskreis immer wieder. Das ist sowas von schlimm geworden! Aber man kann sich wehren, wichtig ist, dass man anfängt zu handeln.

    Wünsche allen Betroffenen viel Erfolg und Nerven wie Drahtseile.

    Kim antworten

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