Mobbing, was tun? → 10 Tipps gegen Mobbing

Mobbingopfer sind ständigen Anfeindungen und perfiden Übergriffen ausgeliefert. Die Folgen von Mobbing sind schwerwiegend. Sie schränken nicht nur die Lebensqualität erheblich ein, sondern führen häufig zu physischen und psychischen Erkrankungen.

Lassen Sie es nicht so weit kommen!

Aber wie am besten gegen Mobbing vorgehen? Hier erfahren Sie bewährte Strategien und Tipps.

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Mobbing belastet!


Was ist Mobbing?

Von Mobbing spricht man, wenn jemand von einer Person oder einer Gruppe über einen längeren Zeitraum wiederholt gedemütigt und schikaniert wird.

Es ist eine Form von Psychoterror mit der Intention, dem Opfer zu schaden, es auszugrenzen und abzuwerten.

Die gezielten Angriffe können direkt oder indirekt erfolgen. Unmittelbar etwa durch Beleidigungen, Beschimpfungen, Drohungen, Bloßstellen und Ignorieren. Indirekt (im Hintergrund agierend) z. B. durch Intrigen, Sabotage und das Verbreiten von Gerüchten.

Mobbing findet in den unterschiedlichsten Bereichen statt: am Arbeitsplatz durch Vorgesetzte oder Kollegen, in der Schule durch Mitschüler, in Familien, im Wohnumfeld (z. B. durch Vermieter), in der Nachbarschaft, im Internet.

Gehen die Mobbingaktionen von den Vorgesetzten aus, spricht man auch von Bossing.

Mobbing: 12 Folgen

Je länger eine Person dem Mobbing ausgesetzt ist, desto schwerwiegender können die psychischen und physischen Folgen sein. Dazu zählen:

  1. Konzentrationsprobleme
  2. Nervosität
  3. Erschöpfung verbunden mit Leistungsnachlass
  4. Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls
  5. Schlafstörungen
  6. Angstreaktionen und Panikanfälle
  7. Burnout
  8. Suizidgedanken
  9. Essstörungen
  10. Depressionen
  11. Magen-Darm-Erkrankungen
  12. Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zudem besteht Suchtgefahr, wenn Betroffene aufgrund der Belastungssituation zu Alkohol, Beruhigungsmitteln und Ähnlichem greifen.

Mobbing: 7 Gründe, die dahinterstecken

Was bewegt Mobber überhaupt dazu, andere Personen wiederholt zu attackieren und zu terrorisieren?

Im Folgenden 7 mögliche Gründe:

1. Gefühl von Minderwertigkeit

Es mag vielleicht paradox klingen, aber häufig fühlen sich Mobber minderwertig. Durch ihre niederträchtigen Aktionen gegenüber Schwächeren fühlen sie sich besser.

2. Mangelnde Selbstsicherheit

Das Minderwertigkeitsgefühl basiert auf mangelndem Selbstbewusstsein und geringer Selbstsicherheit. Mobber fühlen sich stärker, wenn sie auf andere Macht ausüben können.

3. So wie mir geschehen, soll es dir ergehen

Wenn eine Person in ihrem persönlichen Umfeld (z. B. Familie, Beziehung, Schule, Arbeit) häufig Erniedrigungen und Kränkungen erfährt, kann sich in ihr das Bedürfnis entwickeln, andere Menschen auch zu erniedrigen und zu tyrannisieren – quasi so wie mir geschehen, soll es auch dir ergehen.

4. Neid auf andere

Mobber sind oft Personen, die mit sich selbst und ihrem Leben unzufrieden sind. Für Menschen, denen es in ihren Augen besser geht, empfinden sie starke Missgunst. Diese wird gemildert, indem sie durch Mobbinghandlungen dafür sorgen, dass es der entsprechenden Person schlechter geht.

5. Antipathie

Antipathie kann auch mit ein Grund für Mobbingverhalten sein – gemäß dem Motto: „Diese Person ist mir unsympathisch und das lasse ich sie spüren, indem ich sie runtermache.“

6. Die eigenen negativen Gefühle an anderen auslassen

Negative Gefühle können beispielsweise Frust, Ärger, Wut und Enttäuschung sein. Diese Emotionen werden dann immer wieder gezielt auf eine schwächere Person (z. B. Partner, Partnerin) projiziert.

7. Gruppendruck

Überall dort, wo Menschen in einer Gesellschaft leben oder in einer Gruppe agieren, kann Gruppendruck entstehen. Auch im betrieblichen Umfeld.

Beispiel: Ein Kollege wird ausgegrenzt, aus welchen Gründen auch immer. Ein neuer Mitarbeiter verhält sich diesem Kollegen gegenüber ebenso abschätzig, weil er befürchtet, sonst selbst gemobbt zu werden.

Die folgenden Tipps zeigen Ihnen Möglichkeiten und Wege auf, um sich aus der Mobbingbelastung zu befreien:

Gegen Mobbing wehren: 10 Tipps

1. Zeigen Sie Grenzen auf

Und das gleich zu Beginn! Je früher Sie sich wehren und zeigen, dass man sich mit Ihnen nicht alles erlauben kann, desto größer ist die Chance, eine Eskalation bereits im Keim zu ersticken.

Auch wenn Sie sich vor der Konfrontation scheuen – das ist völlig normal. Den meisten Menschen geht es so.

Wenn Sie sich nicht zur Wehr setzen, werden Sie immer mehr zum Opfer. Mobber müssen merken, dass sie es mit einer Person zu tun haben, die nicht „kuscht“ und einfach alles über sich ergehen lässt.

Etwa durch eine Reaktion auf eine spitze Bemerkung:

Fragen Sie die Person, was genau sie mit ihrer Bemerkung meint oder bezweckt. Auch eine passende Antwort: „Ich bin mir zu wertvoll, um mich mit diesen Beleidigungen auseinanderzusetzen.“

2. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein

Häufig suchen Mobber Personen als Opfer aus, von denen sie keine Gegenwehr erwarten. Das sind meist Menschen, die in ihrem Verhalten und ihrer Körpersprache ein geringes Selbstbewusstsein ausstrahlen und sich dadurch noch angreifbarer machen.

Tipp: Affront-Situationen üben

Um sich gegen verbale Attacken zu wappnen und sicher zu kontern, können Sie Affront-Situationen mit einer Ihnen vertrauten Person durchspielen – ähnlich wie Rettungskräfte Extremsituationen immer und immer wieder üben, um dann sicher und souverän zu agieren.

Üben Sie im Rollenspiel mögliche Antworten auf beleidigende Bemerkungen. Kontern Sie mit fester Stimme in aufrechter Haltung und selbstbewusster Körpersprache.

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Auf Mobbing selbstsicher reagieren: Mobber suchen sich häufig Personen als Opfer aus, die ein geringes Selbstbewusstsein ausstrahlen. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein, um auf Mobbingattacken souverän und selbstsicher zu reagieren.

REFERENZ: Übungen aus dem Downloadpaket werden u. a. von der KLINIK SGM LANGENTHAL (Psychotherapie/Psychosomatik) genutzt – zur Unterstützung der Patienten beim Erlangen von mehr Selbstbewusstsein im Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe: 

3. Suchen Sie Verbündete und Zeugen

Mobbing lässt sich selten alleine stoppen.

Abhängig davon, in welchem Bereich die Übergriffe stattfinden (Arbeitsplatz, Wohnumgebung, Schule) – suchen Sie Unterstützer, die von den Mobbingattacken mitbekommen: z. B. Kollegen, Nachbarn, andere Betroffene.

Wenn Sie Verbündete finden, die Ihnen beistehen, kann das die Mobber verunsichern und in ihrer Macht einschränken.

4. Führen Sie ein Mobbingtagebuch

Machen Sie sich Notizen. Notieren Sie sämtliche Mobbinghandlungen. Führen Sie ein Mobbingtagebuch (→ hier eine Vorlage mit Musterbeispiel).

5. Suchen Sie die Aussprache

Suchen Sie die Aussprache mit Ihrem „Gegner“ – am besten ziehen Sie eine dritte Person hinzu. Greifen Sie im Gespräch Ihr Gegenüber nicht persönlich an, bleiben Sie ruhig und sachlich.

Wenn ein Gespräch nichts bringt, dann wenden Sie sich an eine höhere Stelle:

6. Beschweren Sie sich

Sollte der Mobber bzw. die Mobberin die Übergriffe nicht unterlassen, informieren Sie Autoritätspersonen. Beschweren Sie sich z. B. beim Vorgesetzten. Wenn dieser selbst der Mobber ist, wenden Sie sich direkt an den Betriebsrat (falls es einen gibt).

Idealerweise untermauern Sie Ihre Beschwerde mit den Aufzeichnungen im Mobbingtagebuch. Sollten Sie zudem Personen als Zeugen vorweisen können, umso besser.

7. Reden Sie sich die Belastung von der Seele

Reden tut immer gut. Sprechen Sie mit vertrauten Personen über Ihre Mobbingsituation. Das können Freunde sein, Bekannte oder auch Vertrauensärzte.

Allein dieses „von der Seele reden“ kann entlasten und zur inneren Stärkung beitragen, um sich in weiterer Folge gezielt zur Wehr zu setzen.

8. Visieren Sie evtl. einen Jobwechsel an

Vielen fehlt oft die Kraft und Energie, gegen Mobbing vorzugehen. Dann sollte als Ausweg ein Jobwechsel angedacht werden.

Auch wenn damit der Mobber letztlich sein Ziel erreicht – aber es geht um Ihre Gesundheit, um Ihre Lebensqualität!

9. Informieren Sie sich

Es gibt mittlerweile zahlreiche Beratungsstellen, die auf Mobbing spezialisiert sind. Diese können Ihnen zu Ihrer individuellen Situation konkrete Ratschläge liefern.

Auch im Internet gibt es viele Anlaufstellen. Zudem finden Sie in einschlägigen Foren Unterstützung und können sich mit anderen Betroffenen austauschen.

Unten finden Sie eine Liste mit entsprechenden Informationsstellen (s. u. „Hilfe, Beratung & Anlaufstellen“).

10. Nehmen Sie rechtliche Hilfe in Anspruch

Mobbinghandlungen sind als Verletzung des Persönlichkeitsrechts strafbar. Dabei können zivil-, straf- und verwaltungsrechtliche Bestimmungen zur Anwendung kommen.

In Unternehmen gilt zudem für Vorgesetzte die arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht. Werden Führungskräfte über Mobbingvorfälle informiert, müssen sie diese z. B. durch eine Ermahnung, Abmahnung, Versetzung oder Kündigung unterbinden.

Immer wieder kommt es vor, dass ein Arbeitsgericht einen Arbeitgeber zur Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz aufgrund von Mobbing verklagt.


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Mobbingtagebuch: Vorlage und Muster

Das Mobbingtagebuch ist eine immense Hilfe für Mobbingopfer, um sich gegen Täter wirkungsvoll zu wehren.

Darin wird JEDE Mobbingattacke chronologisch dokumentiert. Allein das Führen eines Mobbingtagebuchs kann zur inneren Stärke verhelfen.

Primär dient das Tagebuch der Beweisführung und als Gedächtnisprotokoll. Damit ist auch für Dritte (Betriebsrat, Vorgesetzte, Personalbüro, Anwalt etc.) die Schwere und Häufigkeit der Vorfälle nachvollziehbar.

Die Aufzeichnungen können digital (z. B. in einem Word-Dokument) oder handschriftlich (Notizbuch) erfolgen.

Beschreiben Sie die Vorfälle möglichst detailliert und sachlich. Sollte es Zeugen geben, werden diese auch angeführt.

Hier können Sie eine Mobbingtagebuch-Vorlage mit einem Musterbeispiel herunterladen. Die Vorlage können Sie dann einfach in der gewünschten Anzahl ausdrucken oder kopieren:


Mobbing-Test: 17 Anzeichen für Mobbing am Arbeitsplatz

Dieser Mobbing-Test soll Ihnen helfen, bereits Ansätze von Mobbing zu erkennen, um möglichst frühzeitig entgegenzuwirken.

Finden mehrere der folgenden Aktionen über einen längeren Zeitraum wiederholt statt, ist das ein eindeutiges Indiz für Mobbing:

  1. Ich werde in der Arbeit beschimpft und angeschrien.
  2. Ich werde ständig kritisiert.
  3. Mir wurde schon öfter gedroht (Kündigung etc.).
  4. Ich werde ignoriert und ausgegrenzt. Man spricht nicht/kaum mit mir.
  5. Über mich werden Gerüchte verbreitet.
  6. Mir werden Aussagen und Handlungen unterstellt.
  7. Hinter meinem Rücken wird über mich gesprochen.
  8. Ich werde indirekt kritisiert, Andeutungen werden gemacht.
  9. Ich bekomme bewusst Arbeiten zugeteilt, die mich überfordern.
  10. Mir wird keine Arbeit zugeteilt.
  11. Ich erhalte „erniedrigende“ Arbeiten.
  12. Wenn ich etwas sage, werde ich ständig unterbrochen.
  13. Man macht mich lächerlich.
  14. Man hat mich für Schäden oder Fehler verantwortlich gemacht, die ich nicht verschuldet habe.
  15. Man belästigt mich mit Telefonterror.
  16. Mir wurde psychische und/oder physische Gewalt angetan.
  17. Ich muss mich ständig für meine Handlungen rechtfertigen.

Hier können Sie den Test herunterladen und ausdrucken:


„Hilfe, ich werde gemobbt!“ Wie Sie Mobbingopfern helfen

Wenn Sie Mobbing in Ihrem Umfeld feststellen, sollten Sie nicht die Augen verschließen, sondern dem Opfer Ihre Unterstützung anbieten:

  1. Suchen Sie das Gespräch mit dem Mobbingopfer. Lassen Sie die Person erzählen und ihre Situation schildern. Hören Sie aufmerksam zu. Erst dann können Sie gezielt Hilfe anbieten. Versuchen Sie gemeinsam, die Gründe des Mobbers zu eruieren.
  2. Motivieren Sie zu aktivem Handeln. Machen Sie Mut. Unterstützen Sie alle Aktionen, die sich aus der Opferstarre bewegen. Zeigen Sie Möglichkeiten zur Gegenwehr auf. Orientieren Sie sich dabei auch an den obigen Tipps.
  3. Versuchen Sie, auf die Mobberperson einzuwirken (falls Sie die Möglichkeit haben). Mobbt z. B. eine Kollegin, sprechen Sie sie auf ihr Fehlverhalten an. Das schwächt die Machtposition der Mobberin und stärkt gleichzeitig das Opfer.
  4. Bieten Sie dem Opfer Rückhalt und stärken Sie sein Selbstvertrauen. Dadurch können Sie wesentlich dazu beitragen, dass die Person zukünftig besser gefeit ist gegen Mobbingattacken.

Was tun gegen Mobbing? Schritt-für-Schritt-Anleitung (PDF)

Wenn Sie gemobbt werden, sollten Sie das niemals passiv über sich ergehen lassen oder sich mit der Situation irgendwie arrangieren, sondern gezielt dagegen vorgehen.

In dieser Checkliste sind die oben angeführten Tipps nochmals als Anleitung zusammengefasst:


Hilfe, Beratung & Anlaufstellen

Mobbing-Foren:

Mobbing-Beratungsstellen:

Mobbingerfahrungen:

Unten im Kommentarbereich können Sie die Beiträge von anderen Betroffenen lesen.


In eigener Sache

Auf Mobbing selbstsicher reagieren: Mobber suchen sich häufig Personen als Opfer aus, die ein geringes Selbstbewusstsein ausstrahlen. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein, um zukünftig auf Mobbingattacken souverän und selbstsicher zu reagieren – mit dem ZEITBLÜTEN-Downloadpaket SELBSTBEWUSSTSEIN:


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Kommentare

  • Angela morais

    Ich hätte auch noch einen Tipp: Man tut einfach so, als würde man lachen und Spaß bei der Sache haben, das irritiert die meisten.

  • Christian

    Auf keinen Fall lachen! Das ist meiner Meinung nach völlig falsch. Lachen und dabei den Kopf zur Seite neigen oder Ähnliches und sich einreden “Ach, die Situation ist ja eigentlich ganz lustig”, bringt nichts … Man muss den Anderen spüren lassen, dass es einem eben nicht passt, wenn dieser verletzende Bemerkungen oder Witze macht.

    Und man muss ihm das ohne Rücksicht auf Verluste zeigen! Egal, in welcher Situation oder wie viele dabei sind. Es kann auch schon reichen, sich ihn oder sie mal ordentlich zur Brust zu nehmen (damit meine ich nicht unbedingt Gewalt) und die Meinung zu sagen und was das Ganze eben soll. Direkt darauf angesprochen, reagieren viele verunsichert.

    Die Masche “Sei nicht so sensibel!” oder “Du verträgst ja gar nichts!” darf auch nicht gelten! Jeder Mensch hat woanders seine Grenze und wenn es einem zu bunt wird, MUSS man die Notbremse ziehen, sonst geht man kaputt.

    Wer fertig macht, wird fertig gemacht!

  • Evelyn

    Hmmm… Es kommt wohl immer auf die Situation an. Wenn die besten Freunde zum Feind werden, dann ist es blöd. Das ist bei mir der Fall, doch ich habe eine gute Freundin, der ich alles erzählen kann. Sie tröstet mich und steht mir bei. Das tut gut, jemanden zu haben, der einen unterstützt.

    LG von Evelyn

  • Georgette

    Mobbing kommt nicht von heute auf morgen, sondern schleicht sich so ins Leben. Erst sind es Kleinigkeiten, die evtl. gar nicht (richtig) wahrgenommen werden, vor allem nicht als ein Angriff auf die Person.

    Doch sobald man es merkt, kann es eine Lawine lostreten. Denn in dir gehen die Gefühle wirklich ab. Das kann sehr viel Kraft kosten, deshalb ist der Rat, sich mit jemandem auszusprechen, wirklich wichtig. Und wenn man niemanden mehr hat, dann kann auch der Hausarzt, die Gewerkschaft oder eine Beratungsstelle eine Option sein. Die können einschätzen, wie tief man selbst schon im Mobbing steckt und was noch zu machen ist. Es gibt ja auch Kraft, wenn man merkt, man hat Rechte.

    Danke nochmals für die guten Informationen und ich möchte wirklich allen Mut machen, sich “STOP” sagen tut gut!

  • Silvia Eller

    Ich empfehle den Rechtsanwalt.

    Meine Mobbingerfahrung ist in dem Haus, in dem ich wohne, mit den Mitbewohnern. Ich wurde sogar beschuldigt, Dinge zu tun, die ich nicht getan habe und es wurden Beweise, die auf meine Spur hinführen sollten, erstellt. Dann fingen die Türen, Fenster und alles mögliche von oben an zu knallen, auch spät nachts.

    Oft wache ich auf und kann nicht mehr schlafen. Bei einem gemeinsamen Gespräch mit den Vermietern stellten diese sich auf die Seite gegen mich und machten sogar Bemerkungen über mich im Kurzprotokoll. Das ging alles zu weit! Mein Wohlergehen wurde gestört.

    Ich ging zum Rechtsanwalt, der schrieb einen deftigen Brief und hat deren Verhaltensweisen in Worte gefasst. Obwohl ich erst im Januar eingezogen bin, ziehe ich im Juli wieder um. Ich hätte kämpfen können, um dort zu bleiben, aber ich wollte keine Beziehung mit diesen Leuten anfangen, welche eine negative Beziehung sein würde.

    Der Brief des Rechtsanwalts hat mir sehr geholfen. Die Vermieter baten mich zu bleiben und waren danach sehr freundlich zu mir. Ich fühlte mich nicht mehr als Opfer, sondern als die, die sich nichts gefallen lässt.

    Ich versuche auch zu meditieren, damit ich mich nicht so aufrege, wenn es nachts knallt oder laut ist, das passiert leider immer noch öfter. Wenn es mir gelingt, ruhig zu bleiben, kann ich schneller wieder einschlafen. Ich habe mich auch nicht dazu verleiten lassen, selbst Krach zu machen, zum Beispiel am Sonntagmorgen, wenn diese Mobber noch schlafen. Das war schwer, aber es hat mir geholfen, meine Würde zu bewahren. Der Lärm wurde zwar noch nicht ganz eingestellt, es wurde aber besser.

    Es hat mir sehr gut getan, mich im professionellen Stil zu wehren, es gab mir meinen Seelenfrieden. Ich wünsche das allen, die betroffen sind.

    • Alexandra

      Hallo Frau Eller

      Bin im Moment in der gleichen Situation und schon total am Ende
      Vielleicht könnt ich sie mal irgendwo anschreiben

      Mit freundlichen Gruß
      A.Wedekind

    • Petra Schwitalla

      Hallo

      Ich bin auch so ein Opfer.Habe sehr große Probleme in meinem Haus. Bin im April da eingezogen. Vier Tage danach ging es mit dem Mobbing los. Tagtäglich werden Türen geknallt und so weiter. Habe schon mehrmals an die Wohngesellschaft geschrieben, aber es kommt von denen nichts. Schlafe seit April keine Nacht mehr. Nehme mittlerweile Beruhigungsmittel. Ich bin schwer herzkrank. Besitze einen Herzschrittmacher und bin zuckerkrank.

      Ich weiß nicht mehr was ich tun soll.
      Habe schon Probleme in meiner Familie bekommen.

  • Martina Lachs

    Ich bin auch der Ansicht, dass sich zu wehren der richtige Weg ist. Ich denke, wer sich klein macht, schlüpft in die klassische “Opferrolle” und wird noch mehr gemobbt. Wer sich wehrt, der wird weniger angegriffen. Das letzte Mittel sollte dann der Anwalt sein, wenn einem z. B. Straftaten oder ähnliches unterstellt wird. Dagegen kann man sich schlecht wehren – vor allem, wenn mehrere Täter im Spiel sind.

  • A.Hoffmann

    Meine Erfahrung ist, man sollte sich möglichst bald eine professionelle Hilfe beim Psychologen einholen, weil man seelisch darunter leidet und im Berufsleben Selbstzweifel an den eigenen Fähigkeiten hat und das Selbstbewusstsein auch darunter leidet.

    Man ist nicht leistungsfähig, und man spürt Imageverlust, Gesichtsverlust. Deshalb ist es sehr wichtig, sich Hilfe einzuholen, weil man alleine keine Chance hat, aus der durch Mobbing verursachten depressiven Stimmung rauszukommen.

    Wenn man wieder zu sich findet (Seelenfrieden), lernt man die netten Menschen zu schätzen, die einem wohlbesonnen sind, von denen man nicht gemobbt, sondern respektiert wird.

    Danke für die Informationen! Als Betroffener lässt man auch nicht zu, dass andere gemobbt werden. Man ist sensibel, einfühlsam und kann sich in andere besser hineinversetzen.

  • Andreas

    Also zuerst mal, gegen Mobbing hilft schon mal ein autoritäres Auftreten, und ebenso wirksam: unberechenbar sein, immer wieder mal anders reagieren.

    Was oft gehört wird, man sollte mitlachen können, halte ich für nicht sehr gut, denn als Opfer frisst man sich das trotzdem in sich hinein, wenn es für einen selber nicht lustig ist, wird sich das auch nicht ändern, indem man einfach über sich selber lachen kann.

    Eine gute Alternative, die ich nur weiterempfehlen kann, ist:

    Sich den Initiator aus der Gruppe allein vorzunehmen, und zwar dann, wenn er alleine ist. Dann sollte man ihm ganz klar und deutlich die Grenzen aufzeigen, und dann alle anderen einzeln vornehmen.

  • Regina Kühn

    Ich möchte gern wissen, wie man mit Mobbern umgeht. Meist sind das auch Leute, die einen Haufen Probleme haben und auf diese Art und Weise an anderen ihren Frust auslassen.

    Dem Mobbingopfer in jedem Fall helfen, aber der Mobber findet immer wieder neue Opfer. Wer hat Erfahrung mit Maßnahmen gegen Mobber?

    Ich würde mich freuen, von euch zu hören. Danke.

    • Livia

      Sehr geehrte Frau Kühn,

      man soll den Mobbern einfach zeigen, wo der “Hammer” hängt und nur weil diese mit sich selbst nicht klarkommen, dass sie dich trotzdem nicht runtermachen dürfen. Man muss sich stärken und gegen die Mobber kämpfen oder man möchte, dass man an diesem Mobbing kaputt geht.

      Ich habe lange Zeit nichts gemacht, aber das reicht jetzt. Es bringt nichts, den Mund zu halten und nichts zu tun. Man sollte trotzdem gar nicht anfangen, die Mobber zu beleidigen, denn dann ist man ja genau so schlecht wie sie selber …

      Meiner Erfahrung nach sollte man sich trotz allem nicht einschüchtern lassen und vielleicht auch zur Polizei gehen, denn es bringt nichts, einfach alles mit sich machen zu lassen.

      LG und viel Glück :)

  • Karl

    Tipp 1 funktioniert super!

  • gabi

    Also ich bin so ein Opfer … leider!

    Seit knapp einem Jahr werde ich von Mitmietern im dreistöckigen Mietshaus massiv gemobbt. Das Schlimme ist, ich bekomme Fallen gestellt, dass es so aussieht, als hätte ich das alles angerichtet. Ich wohne im Erdgeschoß des Hauses.

    Bin 49 Jahre alt und die beiden anderen Parteien gerade etwas über 20. Ich arbeite im Sicherheitsdienst und nur auf Frühschicht. Das heißt, dass ich um 4 Uhr aufstehen muss. Ich hatte einmal gefragt, wer die gelben Säcke nun rausgestellt hat, weil ich ja für diese Woche dran war. Da wurde ich in einer Tonart angemacht, ob ich was dagegen hätte und sie eben nunmal gerade in der Garage war.

    Ich sagte nein, wäre ja nicht schlimm. Nun ist es so, dass sie mir immer zuvorkommen und auch die Mülltonnen den Tag davor schon mittags rausstellen. Erzählen dann in der Gegend herum, ich würde mich nicht drum kümmern. Sie müssten alles alleine machen.

    Dann das nächste sind die Reklameblätter oder Zeitungen, die an der Haustür abgelegt werden. Ich hebe meine immer auf. Es liegen exakt immer drei Exemplare da. Eines bleibt immer liegen, sie nehmen es und schmeißen es mir dann vor die Wohnungstür. Erzählen dann, ich ließe ihnen immer den Müll liegen.

    Habe mich auch gewehrt und ganz normal gefragt, was das nun alles soll. Antwort: Ich solle mich gefälligst an die Hausordnung halten. Auch in einem Ton, in dem ich mich nicht mit Menschen unterhalte. Habe das Gespräch dann abgebrochen, da man mich nicht zu Wort kommen ließ. Was erzählen sie dann? Mit mir könnte man nicht vernünftig reden.

    Was soll man ohne Zeugen gegen sowas unternehmen? Habe mich dann im Hintergrund gehalten, gar nichts mehr gesagt. Nun ist es auch nicht gut. Nach 22 Uhr trampelt man mir auf dem Kopf rum, als wäre da oben eine ganze Kompanie im Anmarsch. Der Mülleimer wird mir direkt in die Mitte vor mein Auto gestellt, die Gartentür wird nicht zugemacht. Türen werden zugeschlagen mit einer Wucht, dass die Wände wackeln. Auch abends … den ganzen Tag ein Möbelrücken, so hört es sich mal an … keine Ahnung, was da passiert. Treppen werden hochgestapft. Mit Absicht, denn das hört man ja.

    Ich habe hier die Hölle. Merke auch schon, dass ich langsam krank werde. Ich schlafe gerade mal 4,5 Stunden am Tag, da Ruhe nicht möglich ist.
    Putze ich den Hausflur, lassen sie ihren Hund hinten raus, der läuft dann im Regen draußen rum, kommt rein, läuft mit den nassen Pfoten durch den ganzen Flur. Der arme Kerl kann ja nix dafür, aber das Herrchen müsste ihm zumindest die Pfoten etwas trocken machen.

    Wische dann nochmal durch … 1 Stunde später das Gleiche nochmal. Was wird erzählt? Guck mal, wie es bei der aussieht, die macht den Flur nie sauber. Das erzählen sie dann ihren Verwaltern und Freunden, die zu Besuch kommen … das nenne ich echtes Mobbing.

    Würde ja gern ausziehen, mir fehlen aber die Mittel für einen weiteren Umzug. Ich bin manchmal so am Boden zerstört, dass ich heulend da sitze und mich immer wieder frage, warum man sowas tun kann. Ich habe ihnen nichts getan, außer eine simple Frage gestellt und mich einmal beschwert, weil das Pärchen oben drüber sich übelst verkracht hatte und alles durch die Gegend flog. Seitdem bin ich unten durch. Das zum Thema …

    • diese

      Niemand schreibt, also ich:

      Ich weiß nur, dass es nicht ok ist und niemand so etwas mag. Du schaffst es, ich weiß, es ist Mist, aber ich kenne diese Sachen und du schaffst es! Ich auch. Und diese Personen können dich. Ich danke für deinen Text und denke an dich, wenn auch aus der Ferne: Such dir Unterstützung, jeder verdient gute Gefühle und Ruhe, niemand verdient Hass!

      Gruß

  • Marie

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    ich wollte mich für diesen Artikel bedanken! Bei mir ist es so, dass es das erste Mal ist, dass ich mich gemobbt fühle.

    Meine Kollegin hat schon einiges vorher gemacht, das in Ihrer Liste Mobbing-Test: Werden Sie gemobbt? steht.

    Es gab schon ein Gespräch mit dem Chef, aber jetzt fängt sie an, hinter meinem Rücken zu reden und mir Dinge zu unterstellen. Sie findet immer einen Grund, mich außerhalb der Arbeit anzurufen, und jedes Mal, wenn sie das tut, fängt mein Herz an schneller und doller zu schlagen.

    Ich wollte fragen, ob man eigentlich das Recht hat, den Kontakt abzulehnen, weil sie kann diese Fragen immer den Chef stellen.
    lg,
    M.V.

    • Burkhard Heidenberger | ZEITBLÜTEN

      Natürlich haben Sie das Recht, den Kontakt abzulehnen, sich zu distanzieren. Und schon gar nicht müssen Sie Anrufe Ihrer Kollegin außerhalb der Arbeit entgegennehmen und dulden.

      Führen Sie ein Mobbingtagebuch, so wie oben beschrieben. Wenn möglich, sprechen Sie auch mit dieser Kollegin ganz offen.

      Wenn das nichts bringt, suchen Sie in Ihrem Kollegenkreis Personen, die diese Mobbingattacken beobachtet und bezeugen können. Suchen Sie dann auch nochmals das Gespräch mit Ihrem Chef. Bringen Sie im Gespräch die Mobbingtagebuchaufzeichnungen zur Sprache und bitten Sie unterstützende Kollegen, am Gespräch teilzunehmen bzw. bei Bedarf als Zeugen zur Verfügung zu stehen.

    • Ysanne

      Hallo Marie,

      ich würde umgehend das Gespräch mit dem Chef suchen. Und beim Betriebsrat/Personalrat nachfragen – wenn es einen gibt.
      Zeitgleich würde ich versuchen, eine Art Schlichtungsstelle/Mediatorenstelle einzuschalten. Hier geht es darum, einen Konflikt so schnell wie möglich zu bereinigen. Da Deine Kollegin nicht mehr direkt mit Dir spricht, sondern hintenherum Dampf ablässt, scheint einiges aufgelaufen zu sein – egal, ob und wie wahr es ist.

      Versuche erst mal nicht, den Kontakt abzubrechen. Das würde erst recht Öl ins Feuer zu gießen. Warum ruft sie an? Was möchte sie?

      Kannst Du ihr Anliegen ernst nehmen – und ihr gleichzeitig einen Termin für den kommenden Arbeitstag anbieten, an dem ihr euch ungestört zusammensetzt und das Anliegen der Kollegin klärt?

      Wenn sie anruft:

      • beruhige Dich selbst, indem Du drei langsame, tiefe Atemzüge nimmst. Wenn Du magst, kannst Du auch Deine Hände auf Brustkorb und Bauch legen, um den Atem dort zu spüren.
      • Erst dann den Hörer abnehmen.
      • Nimm einen Zettel, damit Du ihr Anliegen notieren kannst.
      • Frage sie, ob ihr das gemeinsam morgen besprechen könnt.
      • Wünsche ihr einen schönen Abend.

      Wenn Dir etwas zu Ohren kommt, was sie so herumerzählt:

      • dem “Petzenden” sagen, dass Du Klatsch nicht gut findest. Hier geht es darum, dem grundsätzlichen Geschichtenweitererzählen entgegenzutreten. Egal, von wem, über wen. Immer.
      • Frage Deine Kollegin nach der Geschichte. Lass sie nicht mit “Nicht so gemeint” ausweichen.
      • Erzähle ihr DEIN Gefühl. Und bleibe dabei. Du hast ein Recht auf dieses Gefühl, und es ist für Dich in diesem Moment das richtige. Die Gefühle Deiner Kollegin sind genauso “richtig” – für sie, in jenem Moment.
      • Wenn Du Angst hast, Zweifel bekommst: das ist in dieser Situation “normal”. Akzeptiere die Angst. Sie ist da. Und sie hat eine gute Funktion: Sie bewahrt Dich davor, blind in das offene Messer zu laufen. Lasse diese Gefühle zu, lasse sie dabei sein. ABER: handle trotzdem! Du bist nicht nur die Angst, sondern Du hast auch eine andere Marie versteckt: wütend, zielorientiert, die das Problem lösen will.
  • Marie

    Sehr geehrter Herr Heidenberger,

    Vielen Dank noch mal! Das gibt mir Mut! Tagebuch schon gemacht und der Rest kommt noch.

    Herzlichen Dank!

    M.V.

  • Ysanne

    Es ist nicht ganz so einfach, dem Mobbing zu entkommen. Es gibt ein paar Tatsachen, die hier nicht berücksichtigt sind.

    1. Vorgesetzte sind zu 80 % in das Mobbing verwickelt. Diese Zahl haben unabhängige Studien ergeben. Sehr häufig veranlassen oder dulden Vorgesetzte das Mobbing, spielen mit oder schauen weg. Damit ist eine “Beschwerde” nicht möglich – außer, man umgeht den Vorgesetzten (wenn es möglich ist). Damit jedoch hat man sehr viel Öl in das Feuer gegossen: Ignorieren der Hierarchie, Aufwiegeln, …
    2. Beschwerden sind schlecht möglich, wenn der Mobbing-Prozess in Gang gekommen ist. Gerade Beschwerden sind ein wichtiger Grund, um weiterzumachen. Man hat sich als Außenseiter geoutet, man ist nicht zufrieden, man versucht, Streit zu säen.
    3. Mobbing zielt darauf ab, Menschen sozial zu vernichten. Der erste Schritt beim Mobbing ist, den anvisierten Kollegen aus dem Kollegenverbund abzutrennen. Man schießt sich auf jemanden ein.
    4. Mobbing ist am Anfang nicht erkennbar. Es werden kleine Spitzen abgeschossen, wie in einem Spiel. Es werden kleine, böse Scherze getrieben. Alles unter dem Deckmantel “Dampf ablassen”, “Hab Dich nicht so”, “Stell Dich nicht so an”, “Du bildest Dir was ein”. Eine Überreaktion der Zielperson führt erst recht dazu, weiterzumachen. Ein Schweigen genauso.
    5. Mobbing kann nur unterbunden werden, wenn das Unternehmen von vornherein solche Attacken aktiv unterbindet und Mobber sehr hart ahndet.
    6. Mobbing führt am Ende immer dazu, dass das Ziel (ich möchte das Wort “Opfer” nicht verwenden, da es demjenigen die Chance zum aktiven Handeln raubt) den Arbeitsplatz verliert. Es ist äußerst selten, dass der Arbeitsplatz erhalten bleibt – und wenn, dann nur deshalb, weil sich organisatorisch einiges bewegt hat.
    • Burkhard Heidenberger | ZEITBLÜTEN

      Danke für Ihre Ergänzungen!

  • Tilo

    Als Opfer bekommt man wenig Hilfe. Man wird ins Lächerliche getrieben. Am Ende ist man doch wieder der Verlierer.

  • lilly

    Hallo.

    Ich hatte auch mal die Situation, dass mich Kollegen mobben wollten. Ich habe meine vertrauten Arbeitskollegen als Hilfe genommen (sie auch gebeten, mir zu helfen.)

    Ganz wichtig für mich war auch: gleich die Situation klären und nicht unterm Teppich kehren.

  • Betriebsbiene

    Ein Betriebsrat ist auf jeden Fall ein wichtiger Ansprechpartner in solchen Fällen. Auch wenn es für die Betroffenen nicht unbedingt leicht ist, sich mit ihren Anliegen an jemand anderen zu wenden. Wir hatten kürzlich leider einen Fall von Mobbing im Team und das Opfer hat sich lange Zeit zu sehr geschämt, um jemanden um Hilfe zu bitten. Es ist so wichtig, dass den Opfern klar wird, dass sie nichts falsch machen.

    Wenn jemand gerne noch ein bisschen mehr zum Thema nachlesen möchte, kann ich diese Seite empfehlen, da gibt es viele Infos, die diesen Artikel hier sehr schön ergänzen: https://www.betriebsrat.de/mobbing-konflikt

    Hilft vielleicht auch bei der Überlegung, selbst einen Betriebsrat zu gründen, falls es noch keinen gibt …

  • Gast

    Aber wie geht man am besten gegen Mobbing vor?

    Ganz einfach eine Grenze setzen und zeigen bis hierher und nicht weiter. Eine Person, die einen schlecht behandelt, sollte man zurechtweisen, oder links liegen lassen.
    Das Erstere wäre sicherlich sinnvoller und ich halte dies auch für sehr wichtig, aber nur unter vier Augen. Zurechtweisung ist immer wichtig.

  • Fighter

    Hallo!

    Wenn ihr es mal geschafft habt, dass die Mobber nur noch einen Bogen um euch machen, nachdem ihr sie einzeln mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert habt, dann seid ihr schon ein großes Stück weiter in eurem Kampf gegen Mobbing.

    Und denkt dran: nicht warten und keine Schwäche zeigen!! Bleibt hart und dreht alle Räder, die möglich sind!

    Ich habe einem von 4 Mobbern den Ball zurückgeschossen. Er hat zwar nichts mehr mit mir geredet, aber der Betriebsrat bestätigte mir hintenrum, dass der Typ sich quasi dann vor MIR “fürchtete”. Wünsche euch viel Erfolg.

    Gruß
    Fighter

  • Thomas Güttler

    Mir fehlt hier leider noch eine Definition von “Mobbing”. Es wird beschrieben was man dagegen tun kann, aber was es eigentlich ist, … ja das bliebt offen. Sicherlich meint jeder hier zu wissen, was es ist. Aber es könnte auch gut sein, dass jeder eine etwas andere Vorstellung davon hat.

    Aus meiner Sicht versteckt sich Mobbing in Fragen.

    Der Angreifer stellt Fragen und drängt damit das Opfer in die Enge.

    Dem Opfer fehlen die Worte und weiß nicht, wie es antworten soll.

    Da fühlt sich der Angreifer stark und schiebt gleich die nächste, scheinbar harmlose Frage hinterher.

    Gegen dieses “Mobbing per Fragen” kann man sich recht einfach wehren.

    Hier ein Beispiel:

    Angreifer (abfällige Stimmlage): Das gefällt dir?

    .. Erst die Situation neutralisieren!

    Du: “Du willst wissen, ob mir das gefällt?”

    .. Jetzt ist schon mal dem Angreifer Wind aus den Segeln genommen worden. Neutralisiert – Kein Gegenangriff (das ist nicht das Ziel).

    Angreifer: Ja, das will ich wissen!

    Du: “Warum?” oder “Ist dir das wichtig?”

    … Und schon bist du derjenige, der die Fragen stellt. Merke “Wer Fragen stellt, führt das Gespräch”.

    Nutze die Fragen bitte nur zur Verteidigung und vorher das Neutralisieren per “Wiederholen der Worte des Gegenüber” nicht vergessen.

    ☮ Peace ☮

    • Burkhard Heidenberger | ZEITBLÜTEN

      Ja, diese „Fragen-Umkehr“ kann durchaus eine gute Strategie sein, um sich nicht in die Opferposition drängen zu lassen. Danke Thomas!

  • Emily

    Wenn dein Mobber dich beleidigt, reagiere mit „Ok“ und wirke dabei eingebildet … klappt immer!

    Sollte er/sie dich irgendwann mal wieder ansprechen, geh mit selbstbewussten Schritten auf ihn/sie zu. Wirke bei Beleidigungen gelangweilt und frage, ob er/sie sich nicht endlich was Neues einfallen lassen könnte.

    Lg Emii

  • Kim

    Hallo zusammen,

    ich habe in meinem nun schon 30-jährigem Berufsleben folgende Erfahrung gemacht:

    • Gegen üble Nachrede kann man sich kaum wehren. Wer nichts zu verlieren hat, stellt ebenso absurde Behauptungen über seinen Mobber auf und guckt mal, was passiert, dann steht Wort gegen Wort.
    • Abgrenzen kann man sich nur mit Sachlichkeit (“Pokerface”) und autoritärem und angstfreiem Auftreten. Wer das nicht kann, verlässt am besten sofort den Raum, sobald er gemobbt wird oder mit den Mobbern alleine ist. Wenns der Chef ist, vom Schreibtisch aufstehen, sich vor ihm aufbauen und ihm direkt in die Augen gucken. Das verhindert ein zu sehr “Hochgucken” müssen und zeigt dem Mobber, dass man sich buchstäblich gerade machen kann. Hat mir schon in vielen Situationen (auch ohne Mobbing) sehr dabei geholfen, mich aus einer vermeintlichen Opferhaltung zu befreien und meinen Status klarzustellen. Der “Angreifer” geht automatisch einen Schritt zurück und macht ein erstauntes Gesicht – habe ich schon viele Male bei mir und anderen beobachtet. Das schafft Distanz.
    • Laut und deutlich sprechen, möglichst so, dass auch andere mithören können. So kann sich am Ende keiner damit rausreden, dass er nichts mitbekommen hat.
    • Gespräche heimlich aufzeichnen (Handy-Sprachaufnahme starten). Das geht natürlich nur, wenn man weiß, dass es gleich wieder losgeht mit der Schikane. Das hilft, sich später an den genauen Wortlaut erinnern zu können und sich entsprechende Notizen zu machen, Stichwort Mobbing-Tagebuch.
    • Sich Verbündete im Betrieb/Freundeskreis suchen und diese fragen, ob sie auch bei hart auf hart aussagen würden (die meisten haben davor Angst und sagen nein und das wars dann mit den Verbündeten). Meist bleibt man damit allein, ist leider so.
    • Wenn alles nichts mehr hilft: kündigen/ausziehen/trennen, sich also letztlich entziehen und mit niemandem mehr aus diesem Kreis auch nur noch ein Wort wechseln. Kein Job der Welt ist es wert, sich dauerhaft schlecht zu fühlen. Hatte ich mal bei einem Arbeitgeber. War 6 Jahre bei einem manisch-depressivem angestellt, der mir hinterherstellte und den ich mir 6 Jahre lang vom Hals halten musste. Habe gekündigt und nie wieder mit denen geredet. Hintenrum erfahre ich heute noch, dass die nach mir fragen “wie es mir geht” und so. Lächerlich! Erst in A…. treten und dann nach dem Befinden fragen… Solchen Leuten kann man es nicht recht machen, egal, wie sehr man sich auch bemüht. Da hilft nur sich 100% zu entziehen.
    • Wenn man kein Geld für irgendwas hat: zum Sozialamt gehen und um Hilfe bitten. Meistens erbarmt sich irgendjemand und gewährleistet z.B. Beihilfen zum Umzug etc. Manche helfen sogar beim Wohnung finden. Einfach mal fragen gehen, das kostet nichts, die haben meist einen Tipp, wie man weiter kommt.
    • Ganz WICHTIG: Sich selbst einen maximalen Zeitpunkt setzen, also z.B. in 4 Wochen, ab wann man offiziell dagegen vorgehen will und bis dahin gezielt Beweise sammeln. Am Tag X Nägel mit Köpfen machen und den Stein ins Rollen bringen, sich zur Not einen Anwalt nehmen (Rechtsschutzversicherung ist Gold wert, wenn man dazu neigt, ausgenutzt zu werden). Konsequenzen ziehen und hart bleiben – das erfordert Disziplin, aber hilft einem auch selber, sich nicht mehr so hilflos zu fühlen.

    Gottseidank ist mir sowas nur ganz selten passiert. Aber ich erlebe es im Freundeskreis immer wieder. Das ist sowas von schlimm geworden! Aber man kann sich wehren, wichtig ist, dass man anfängt zu handeln.

    Wünsche allen Betroffenen viel Erfolg und Nerven wie Drahtseile.

    • Burkhard Heidenberger | ZEITBLÜTEN

      Vielen Dank für Ihren wertvollen Erfahrungsbeitrag, Kim!

  • Roswitha

    Es wird einem allgemein geraten, sich zu wehren. Daran verdienen vor allem Opferverbände und Rechtsanwälte.

    Ich habe in einer Firma Mobbing im ganz großen Stil gegen mehrere Mitarbeiter beobachtet. Die meisten haben sich unverzüglich einen neuen Arbeitsplatz gesucht, die Mobber links liegengelassen, haben trotz Eigenkündigung bis zum Ende durchgearbeitet, sich dann ein gutes Zeugnis schreiben lassen und sind fast alle heute an einem anderen Arbeitsplatz erfolgreich tätig.

    Ein paar wenige, meist infiziert durch die Therapieszene, wackelten zu Mobbingberatungsstellen, ließen sich von Rechtsanwälten in Langzeitprozesse manövrieren, und sind heute noch arbeitslos. Man muss sich ja immer vor Augen halten, dass der ehemalige Arbeitgeber vom neuen Arbeitgeber um Auskünfte gebeten wird, und was dann hinter dem Rücken des Gekündigten gesprochen wird, ist nicht beweisbar.

    Man sollte sich immer vor Augen halten, wer zum Opfer geworden ist, dem hilft kaum jemand.

    Und vor allem sollte man auf seinen eigenen gesunden Menschenverstand hören und einen großen Bogen um all die “Helferlein” machen. Fast immer versuchen sie die Notlage der Opfer auszunutzen.

  • K.

    Auch ich habe Mobbing erlebt. Ich war 10 Wochen krank geschrieben, weil ich nicht mehr weiter wusste, konnte nicht schlafen, war aufgewühlt, hatte Herzrhythmusstörungen, habe die Schuld bei mir gesucht, war ich die Mobberin??? usw… Ich habe mich im Internet dazu belesen und bin da auf etwas gestoßen, was jedoch mir Recht gab.

    Mir hat in dieser Zeit in erster Linie mein Haustier geholfen, weil ich Verantwortung hatte und mich nicht ganz gehen lassen konnte und wollte und gewisse Ereignisse – bitte nicht lachen:

    Mein Kater kam nach einem Regentag nach Hause und schüttelte sich, da fielen gelbe Blütensterne aus seinem Bauchfell, weil er im Blumenbeet gesessen hatte. Er hatte mir bei meinem traurigen Dasein also quasi Blumen mitgebracht. Ich musste über diese Begebenheit schmunzeln, das hat mich aufgebaut. Im Briefkasten habe ich Werbepost erhalten. Darauf stand “Frau K. Sie haben gewonnen” …in dem Moment wusste ich, ich bin im Recht, ich kann nur gewinnen.

    Beim Staubsaugen habe ich voller Wut über meine Mobber in Gedanken das Gerät hinter mir hergezogen und bin an die Wand gestoßen, so dass die Uhr herunterfiel. Sie blieb stehen und zwar 8.45 Uhr, war kaputt….ich hatte das Dilemma 8 3/4 Jahre mitgemacht…kein Scherz!!! Es passte haargenau zusammen.

    Ich ging spazieren, ich fand Wolken, Blumen und Steine in Herzform. Ich kann nicht beschreiben, was mir in dieser Zeit für Zeichen begegnet sind… die mich aufgebaut und durch die schmerzhafte Zeit geholfen haben.

    Ich habe den Mut gefasst, nach dem ich alle Infos zusammen hatte und habe eine Aussprache mit dem großen Chef geführt. Der mich abwiegelte … ich FÜHLE mich ja nur gemobbt. Für die Gefühle kann niemand was, man muss an sich selbst arbeiten… er hat mich aber aus dem Team herausgesetzt. Ich habe ihm meine Argumente vorgebracht, die ich gesammelt hatte, die verbalen Attacken usw… UND aus dem Internet einen Fragenkatalog, den ich mit 55 % mit JA beantworten konnte, was auf Mobbing-Tendenz steigend hinwies!!!

    Ich verlor zwar erstmal meinen Platz im “Team”… aber ich habe mich als Gewinnerin gefühlt… denn ALLES was die Mobberin gesagt hatte, richtete sich nun gegen sie selbst… die neue Kollegin statt meiner ist 10 Mal schlimmer, als was mir angekreidet wurde… da ich keine Markenkleidung trug, kein Douglasparfüm (“ich kann den Geruch von anderen Menschen nicht leiden”, 1 m Abstand um mich herumgelaufen, die neue ist Raucherin;-)….) und ich könnte hier noch mehr anführen…

    Ich habe sogar auf dem Gang noch gegrüßt… während sie flüchtete und sich in andere Zimmer verkroch, bzw mit einem unreifen “Kopfwegschleudern” an mir vorüberging… ich musste darüber innerlich wirklich lachen… denn ich bin an der Sache gereift, in ein anderes Team gekommen und darf dort sogar mal einen Scherz machen… echten Humor… nichts schlimmes.

    Man schätzt mich, fragt mich um Rat, ich bekomme richtig lieb verpackte Geburtstagsgeschenke usw… und letztens bin ich sogar zum 1. Mal nach 3 Jahren wieder in das Zimmer gegangen, um dort eine fehlgeleitete Akte hinzubringen und meine Mobberin saß da und machte große Augen… ich glaube fast, der ist das Herz stehen geblieben. Ich bin nie herablassend gewesen in der Zeit, ich bin weiter freundlich und offen geblieben. Ich kann ihr wieder begegnen… sie mir nicht.

  • PETER

    Gegen Mobbing kann man sich alleine nicht wehren. Als Mieter auch nicht, wenn der Vermieter nichts unternimmt. Für mich unterlassene Hilfe. Polizei machtlos, ohne Zeuge. Das ist Körperverletzung, die ohne Konsequenzen für den Mobber bleibt. Die Strafe für Mobber lächerlich. Haft wäre angebracht, dann würde sich mancher Mobber dies überlegen.

  • Katrin

    MIr geht es gerade ähnlich. Ich bin in einer Firma (Sozialer Bereich) und wurde schon von Anfang an schikaniert (nicht zurückgegrüßt, ignoriert, meine Bürotür mit voller Wucht zugeschlagen, wo ich gerade im Telefongespräch mit einem Kunden war, sogar nach und nach Arbeitsentzug, sodass ich kaum noch etwas zu tun habe und schauen muss, was ich finden kann, bei einem 8 Std Tag.

    Ich habe fast den Eindruck, die wollen mich auf diese Weise zur Kündigung bringen. Ich bewerbe mich nach wie vor auf andere Stellen, habe bisher aber leider noch keine Zusage erhalten. Hoffentlich klappt das mal, denn diese Mobbing-Aktionen machen einen echt psychisch fertig!