6 Ursachen für Mobbing

Um überhaupt etwas gegen Mobbing unternehmen zu können, muss man zuerst die Ursachen kennen.

Von Mobbing spricht man dann, wenn eine Person beispielsweise in der Arbeit über einen längeren Zeitraum gezielt angegriffen oder ausgegrenzt wird, mit der Absicht der Vertreibung vom Arbeitsplatz.

Solche gezielten Angriffe können direkt oder auf indirekte Weise geschehen. Direkt durch Beleidigungen, Beschimpfungen, Ausgrenzung, indirekt durch Gerüchte und  Intrigen – um nur einige zu nennen.

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Mobbing belastet!

Wie entsteht Mobbing, wo liegen die Ursachen?

Mobbing kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten möchte ich hier erwähnen:

  1. Fehlende Kommunikation

    Klappt die interne Kommunikation nicht mehr, so ist das meist fruchtbarer Boden für Mobbing. Durch die fehlende Kommunikation entstehen sehr schnell Gerüchte und dadurch kommen wiederum falsche Informationen in Umlauf. Intrigen lassen sich so gezielt steuern.

  2. Fehlende oder falsche Führung

    Auch fehlende oder mangelnde Führungskompetenz lassen Mobbing gedeihen. Vorgesetzte haben in der Regel die Möglichkeit, Mobbingansätze zu unterbinden. Dies setzt wiederum voraus, dass diese entsprechende Führungsautorität besitzen und – hier kommen wir wieder zum ersten Punkt – darüber informiert sind. Oft ist es auch so, dass Mobbing direkt vom Vorgesetzten ausgeht.

  3. Arbeitsorganisatorische und strukturelle Ursachen

    Häufig entsteht Mobbing in Unternehmen, in denen die Mitarbeiter permanent überfordert oder auch unterfordert sind. Durch Überforderung entsteht Stress und Hektik. Bei Unterforderung der Mitarbeiter kann Mobbing eine Art „Ersatzbeschäftigung“ darstellen.

    In beiden Fällen handelt es sich um ein Umfeld, in dem sehr leicht Konflikte entstehen, die sich bis hin zum Mobbing entwickeln können. Aber auch geplante Umstrukturierungen und daraus resultierend ein drohender Arbeitsplatzabbau sind nicht gerade förderlich für ein gutes Betriebsklima.

  4. Missbrauch von Macht und Hierarchien

    Es gibt Personen, die ihre Position im Unternehmen ausnutzen, um Kollegen und Mitarbeiter zu schikanieren. Ein solcher Machtmissbrauch gehört zu den häufigsten Mobbing-Ursachen.

  5. Konkurrenzkampf

    Eine weitere Ursache für Mobbing liegt im Konkurrenzkampf. Ein Konkurrent auf der Karriereleiter wird durch gezieltes Mobbing „ausgeschaltet“.

  6. Neid, Antipathie

    Personen, die für Kollegen Neid oder Antipathie empfinden, neigen häufig zu Mobbing.

All das sind mögliche Ursachen. Meist gibt es für Mobbing nicht die eine Ursache, sondern es setzt sich aus mehreren zusammen.

Wie wird gemobbt?

Typische Verhaltensweisen von Mobbern sind:

  • Kollegen und Mitarbeiter werden angeschrien und beschimpft
  • Drohungen, Beleidigungen
  • offensichtliches Ignorieren, Kontaktverweigerung
  • ständiges Kritisieren der Arbeit
  • Gerüchte verbreiten
  • Verdächtigungen
  • lächerlich machen
  • im Hintergrund agieren (Intrigen)

Das sind alles Gründe, wieso ein Mobbingopfer seinen Arbeitsplatz als „Feindesland“ empfindet. Auch wenn ihm die Arbeit an sich gut gefällt, kann sie zur „Hölle“ werden.

Mobbing-Hilfe

Mobbing-Foren:

Mobbing-Beratungsstellen:

Folder: „Was tun, wenn das Kind gemobbt wird? – Ein Leitfaden für Eltern“


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Kommentare

  • Anwalt Cem S.

    1. Zeugen oder sehr gutes Beweismittel (Video, Tonaufnahmen, Bilder) beschaffen

    2. Staatsanwaltschaft sofort einschalten

    2.1 Strafantrag gem. 194 StGB direkt bei der Staatsanwaltschaft stellen wegen Verleumdung § 187 StGB und auf Schadensersatz verklagen gem. 823 BGB.

    2.1.1 Freiheitsstrafe von mind. 2 Jahre fordern oder Geldbetrag bis zu mind. 125.000 € verlangen (Schmerzensgeld)

    3. Ganz wichtig: Knallharte Auflagen fordern, auch wenn der Täter “Reue” zeigt, was meistens eh nicht ernst gemeint ist!

    Anwalt Cem S.

    Anwalt Cem S. antworten
  • Ch. Kaiser

    Gemäß meinen Erfahrungen halten sich Personen, die das Mobbing ausüben, meistens im Hintergrund. Der Beliebtheitsaspekt spielt dabei eine sehr große Rolle. Oft laden sie die gemobbte Person zum Kaffee ein, zahlen ein Bier.

    Die Schreienden, Schimpfenden, Verletzenden sind meist “nur” Mitläufer/Ausführende. Dieses Muster kann man bereits bei kleinen Kinder beobachten. Zum Beispiel, wenn der Druck “Ich muss lieb sein” aus irgendeinem Grund sehr groß ist und das Kind diese Forderung nicht mit seinem Alltag vereinbaren kann, dann wird es oft zum Anstifter, aber nicht zum Auffälligen.

    Diejenigen, die auffallen, sind gemäß meinen Erfahrungen immer die Mitläufer. So kann eine Mutter einen Mittagstisch organisieren und “zufällig” etwas Geringschätziges äußern. Macht sie das wiederholt, sehr kurz (es kann auch in der Betonung liegen und nicht unbedingt im Wort), zeigt das eine sehr große Wirkung auf die Kinder. Diese können in Gruppen losziehen und – in ihren Augen im Recht – Unrecht auslösen. Ebenso beobachte ich das immer wieder bei Jugendlichen oder am Arbeitsplatz.

    Ch. Kaiser antworten
  • Ysanne

    Mobbing kann auch “strukturell” bedingt sein: Immenser Zeitdruck, geringe Fehlertoleranz, ignorante Zielvorgaben von oben.

    In diesem Fall sind beide Beteiligte “Opfer” oder besser gesagt Reagierende. Der Manager in x-ter Ebene muss wirtschaftliche Zielvorgaben erreichen, um nicht selbst in die Mühle zu geraten, und der Mitarbeiter kann aufgrund der Organisation seine Zielvorgaben nicht einhalten. Der Manager muss “irgendwie” handeln.

    Meine Erfahrungen sind: zu Beginn ist es eine Person. Sie tritt relativ offen auf und ist als Quelle von Gerüchten, Gerede, Andeutungen, ignorierendem Verhalten, zerstörenden Aktionen festzumachen. Sobald der Prozess jedoch als “Mobbing” ins Laufen kommt, rücken die Kollegen ab und “machen mit”, indem sie wegschauen, abwiegeln, Gerede weitertragen, mithandeln.

    Das Mobbing von Frauen und Männer unterscheidet sich. Frauen greifen die sozialen Bindungen an, Männer handeln eher über körperliche, direkte oder hierarchische Aspekte. Frauen tratschen, ignorieren, Männer schreien, werden handgreiflich, machen auf “Boss”.

    Mobbing ist meiner Erfahrung die Folge zusammenbrechender Kommunikation oder fairen Austausches. Ob nun ein Kollege chronisch krank ist und immer wieder deshalb fehlt, oder ob Fehler durch “Abteilungskriege” scheinbar gelöst werden – jedes Mal stimmt Geben und Nehmen nicht mehr. Die Arbeit des Erkrankten muss von anderen geschultert werden, weil es keine Vertretung/Neueinstellung gibt oder Fehler können nicht gemeinsam über die Abteilungen hinweg ohne Rechtfertigungen behoben werden – es kommt auf das Gleiche hinaus.

    Mobbing kann auch deshalb entstehen, weil rüdes Verhalten oder unangemessene Verbaläußerungen nicht von der Gruppe umgehend geahndert werden. Wenn Fairness wegen Frotzeln auf der Strecke bleibt.

    Typische Verhaltensweisen sind am Anfang “leise”: leicht abwertende Bemerkungen (“ach, der …”), “versehentliches” Ignorieren. Versuchsballons halt. Erst dann geht es wirklich zur Sache: Schreien, Kommunikationseinschränkungen, Einhalten des “offiziellen” Weges.

    Vgl. dazu: Mobbing-Report der BAUA und Mobbing-Liste von Hans Leymann.

    Ysanne antworten
  • michaela

    Meist ist von Mobbing am Arbeitsplatz die Rede. Das ärgert mich. Denn Mobbing gibt es überall. In Kindergärten, Schulen, Vereinen, Hausverwaltungen. Überall, wo Machtmissbrauch geduldet wird, und – am schlimmsten: durch die eigene Herkunftsfamilie! Unter Geschwistern und zwischen Eltern und Kindern jeden Alters.

    Warum ist Mobbing unter Angehörigen das SCHLIMMSTE ?

    Weil Angehörige besser wissen, wo sie besonders schmerzhaft verletzen können. Viele private Daten sind bekannt, mehr als Mobber am Arbeitsplatz kennen.

    Mit einer süßen Miene zum bösen Spiel werden Nestwärme und Vertrauen ausgenutzt und zum Mobben verwendet. Weil die Schäden sich auch auf Schulnoten, Finanzen, Karriere, Freundeskreis und private Beziehungen auswirken. Und diese wiederum die berufliche Belastbarkeit zusätzlich auch noch gefährden.

    Prävention gegen Mobbing am Arbeitsplatz wird haufenweise angeboten. Aber die schlimmste Form des Mobbing innerhalb Familien wird “vergessen”. Wenn Kinder gemobbt werden, können diese das schlecht erkennen und sich schlecht um Hilfe bemühen.

    michaela antworten
    • Manuela

      Nein, ich glaube nicht, dass Mobbing in anderen Umfeldern “vergessen” wird. Das Phänomen wurde zuerst im Umfeld Arbeitsplatz so benannt. Hier herrschen zusätzlich hierarchische Strukturen, die entweder benutzt und ausgenutzt werden oder sogar maßgeblich daran beteiligt sind. Mobbing (Psychoterror am Arbeitsplatz) unterscheidet sich dadurch deutlich von Psychoterror im Verein. In einem Verein ist der Austritt möglich, hier hängt Mitgliedschaft und Lebensunterhalt nicht voneinander ab. Ich finde es nachlässig, wenn man einen spezifischen Begriff plötzlich ausweitet und damit das, was wirklich dahinter steht, verschleiert, das Thema aufweicht, globalisiert.

      Und NEIN! – ich will damit NICHT negieren, dass es Psychoterror und Machtmissbrauch in allen möglichen menschlichen Kommunikationssystemen gibt!!

      Am letzten Arbeitsplatz hat mich eine Kollegin richtig gemobbt. Sie hat mir entgegen der faktisch bestehenden Tatsache unterstellt, ich hätte sie im Beisein aller Kollegen krankenhausreif geprügelt, ihr Knochen gebrochen. Sie hat mir unterstellt, dass ich ihre täglichen privaten, einstündigen Telefonate mit ihrer Mutter in Österreich (auf Geschäftskosten, während der Arbeitszeit) bösartig störe. Sie hat dafür jeden Tag die gesamte Teeküche eine Stunde lang abgesperrt und allen Kollegen den Zugang zum einzig vorhandenen Wasserhahn, zum Kühlschrank und anderem verwehrt. Ich habe deshalb die Kündigung erhalten. Diese Gründe sind schriftlich niedergelegt. Ein Prozess wurde vom Arbeitsgericht abgelehnt, da das Kündigungsschreiben beweise, dass das Arbeitsverhältnis unwiderruflich zerstört sei. Entschädigung? Nein. Ich habe ja bewusst den Arbeitsfrieden zerstört (durch meine Anwesenheit).

      Etwas ziemlich bösartiges dabei war: ein ermahnendes Wort von mir wurde sofort als bösartiges Mobbing ausgelegt. Selbst der Hinweis, dass ein einfacher Fehler vorhanden war, war “Mobbing”. Ich war der Täter, weil ich das Opfer war. Weil ich gelitten habe und weil ich deutliche Symptome gezeigt hatte (Stottern, Weinkrämpfe, Erbrechen, Kreislaufzusammenbrüche, …).

      Die Arbeitskollegin wurde nach mir angestellt, sie war mir unterstellt, sie war keinen einzigen Tag krankgeschrieben, es gab keine einzige Verletzung, nicht mal gering. Alles wurde erfunden – von der Kollegin und von meinem beiden Chefs.

      Das ist ein Machtspiel, bei dem die Karten aufgrund der Machtkonstellation ungleich verteilt sind. Und zwar systemimmanent!

      Mein Freundeskreis hat sich von mir abgewendet, weil sie nicht glauben wollten, dass so etwas wirklich geschehen könne. Sie haben mich der abgefeimtesten Lüge bezichtigt. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Jetzt habe ich keinen einzigen Mitmenschen mehr, mit dem ich reden kann.

      Ich weiß sehr wohl, was emotionale Gewalt in der Familie bedeutet. Schließlich durfte ich es aus erster Hand durchleben. Aber: Obwohl es mir sehr viele Chancen geraubt hat, obwohl ich heute noch tiefe seelische Narben mit mir trage, … es ist etwas anderes. Ich konnte mich von der Umgebung trennen und woanders anfangen.

      Bei einem Arbeitsplatz ist es nicht so einfach möglich. Hier begleiten einen die Arbeitszeugnisse, die Lücken im Lebenslauf, die negativen Referenzen der mobbenden oder wegsehenden Chefs.

      Prävention am Arbeitsplatz … Das Ganze ist lachhaft. Entweder existiert Mobbing am Arbeitsplatz nicht – und jeder, der etwas anderes sagt, ist ein Nestbeschmutzer. Oder es ist vorhanden und alle schauen darüber hinweg, weil es zum System gehört. “Haufenweise” ist einfach falsch.

      Es gibt kein Mobbing in der Familie oder von der Hausverwaltung! Das ist Psychoterror oder emotionale Gewalt. Und auch dafür gibt es “haufenweise” Angebote: Kinderschutztelefon, Jugendhilfe, …
      Kindergarten: man könnte wechseln. Genauso Schule. Ja, es ist ein Abbruch – und ein Neuanfang. Aber das ist normales Leben. Ich kann doch nicht erwarten, dass mein Lebensweg ohne jegliche Querströmung und stets im Paradies abläuft.

      Für solche Härten gleich die schlimmstmöglichen Begriffe zu verwenden – ist das angemessen??

      Manuela antworten

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