Gedankenkarussell und Grübelei stoppen – 12 Tipps

Sie kennen das sicher: Sie liegen abends im Bett, können aber nicht einschlafen, weil Sie etwas beschäftigt. Ihre Gedanken drehen sich im Kreis und das Grübeln will einfach kein Ende nehmen. Ein Gedankenkarussell! Aber nicht nur abends. Auch während des Tages tauchen diese belastenden Gedanken immer wieder auf.

Nicht nur Ihnen geht es so! Wohl die meisten von uns befällt hin und wieder eine solche Grübelattacke. Was tun? Dazu im Folgenden 12 Tipps. Zuvor aber ein Blick auf die möglichen Ursachen und Folgen.

Wenn das Gedankenkarussell nicht stoppen will …

Ursachen für die Grübelei

Mögliche Auslöser für das Gedankenkarussell:

  • ein Erlebnis, ein vorgefallenes Ereignis (z. B. Trennung, Kündigung, Beleidigung, Kränkung, ungerechtfertigte Kritik, Streit)
  • ein bevorstehendes Ereignis (z. B. Prüfung, eine unangenehme Besprechung)
  • eine neue, belastende Lebenssituation (z. B. schwere Krankheit, Schulden, schwierige Beziehung, …)

Alle diese Auslöser sind mit Emotionen verbunden. Das können Angst, Ärger, Wut oder Trauer sein. Die ausgelösten Emotionen beeinflussen unsere Gedanken und unsere Handlungen.

Die belastenden Folgen

Die Grübelattacken belasten – keine Frage. Insbesondere dann, wenn sie überhandnehmen, die negativen Gedanken nicht mehr zur Ruhe kommen und die innere Unruhe zunimmt. Mögliche Folgen:

Gefährlich wird es dann, wenn versucht wird, diese Symptome z. B. mit Alkohol, Beruhigungsmitteln und Ähnlichem zu bekämpfen. Suchtpotenzial!

Von Grüblern und anderen

Es gibt Menschen, die eher zum Grübeln tendieren als andere. Jeder ist individuell. Der eine nimmt sich alles zu Herzen, den anderen berührt das Gleiche kaum oder gar nicht.

Das heißt, was für Sie eine belastende Situation darstellen und eine Gedankenspirale auslösen kann, muss für eine andere Person in Ihrem Umfeld noch lange nicht auch so sein. Jeder geht mit Problemen und Herausforderungen anders um.

Ein dauerhafter Stopp der Grübelei ist nur möglich, wenn …

Es gibt nicht den einen Trick oder Tipp, der das Gedankenkarussell sofort und für immer zum Anhalten bringt.

Ein dauerhafter Stopp wird sich nur dann einstellen, wenn sich die belastende Situation als Auslöser der Grübelei (zum Positiven) ändert – oder Ihr persönlicher Zugang bzw. Ihre Einstellung zur Situation!

Was allerdings möglich ist: den Gedankenkreislauf zumindest vorübergehend zu unterbrechen, und das kann bereits eine enorme Entlastung sein.

12 Tipps, um die Grübelei zu stoppen

Beim Grübeln sind unsere Gedanken auf Autopilot gestellt, sie haben sich verselbstständigt. Und da sich der Gedankenfluss nicht so einfach kontrollieren oder steuern lässt, gilt es, zumindest eine Richtungsänderung zu bewirken, etwa durch Ablenkung. Und das kann mit folgenden Tipps gelingen.

1. Werden Sie aktiv, handeln Sie!

Natürlich gibt es Ereignisse, auf die wir keinen Einfluss haben, denen wir mehr oder weniger machtlos ausgeliefert sind. Aber es gibt z. B. auch Probleme, die uns immer wieder zum Grübeln bringen, weil wir sie nicht angehen, weil wir sie stets aufschieben.

Das kann eine Konfrontation oder eine unangenehme Besprechung sein, die wir fürchten und der wir uns deshalb nicht stellen, oder etwas anderes, das wir – aus welchen Gründen auch immer – auf die lange Bank schieben. Und solange dies nicht angegangen wird oder geklärt ist, wird auch das Gedankenkarussell nicht zum Stillstand kommen.

Umsetzungs-Tipp:

Fragen Sie sich ganz bewusst, welchen ersten kleinen Schritt Sie machen können, der aller Voraussicht nach zu einer Besserung führen wird. Schreiben Sie diesen am besten gleich nieder. Setzen Sie diesen so schnell wie möglich um. Ist der erste kleine Schritt geschafft, fällt das Dranbleiben leichter. Denn von alleine hat sich noch selten etwas zum Besseren gewendet. Werden Sie aktiv!

2. Wenn nicht anders möglich, akzeptieren Sie es!

Wie bereits erwähnt, kann eine Änderung des persönlichen Zugangs bzw. der Einstellung eine Entlastung bewirken.

Es gibt einfach Situationen, die wir nicht ändern oder beeinflussen können. Hingegen können wir unsere Einstellung ihnen gegenüber ändern. Auch wenn das einfacher geschrieben als getan ist.

Umsetzungs-Tipp:

Wenn Sie wieder mal in der Grübelschleife stecken, versuchen Sie bewusst, die Situation zu akzeptieren, sie anzunehmen. Hinterfragen Sie hierzu die aktuelle, belastende Situation:

„Wird mich das Thema voraussichtlich auch noch in einem Monat, in einem Jahr, in zwei oder drei Jahren beschäftigen?“

Allein die Antwort darauf kann vor Augen führen, dass es sich um eine temporäre Belastung handelt. Dadurch gelingt eher das Loslassen und Akzeptieren:

„Gut, soll so sein! Ich kann (derzeit) nichts dagegen tun, deshalb akzeptiere ich es, wie es ist!“

Sagen Sie sich das immer wieder. Dieses bewusste Annehmen reduziert den inneren Widerstand, was wiederum den Gedankenfluss beruhigen wird.

3. Bringen Sie die Gedanken zu Papier

Mit zu den effektivsten Mitteln, um das Grübeln zu stoppen, zählt das Niederschreiben der Gedanken. Sie bringen quasi die Gedanken aus Ihrem Kopf auf Papier. Dieser Schreibprozess wirkt reinigend und fördert eine klarere Sichtweise, was zu einer wohltuenden Entlastung beitragen kann.

Umsetzungs-Tipp:

Halten Sie im Schlafzimmer in Zugriffsnähe einen Stift und einen Schreibblock bereit. Wenn Sie die Grübelei nicht schlafen lässt, nehmen Sie die Schreibutensilien zur Hand und schreiben einfach drauflos.

Alles, was Ihnen in Bezug auf das belastende Thema durch den Kopf geht, bringen Sie zu Papier, ohne Berücksichtigung einer bestimmten Form, Struktur oder Reihenfolge. Das können auch nur Stichwörter sein. Einfach so, wie es Ihnen in den Sinn kommt. Auch das Tagebuchschreiben eignet sich hervorragend, um Tageserlebnisse zu verarbeiten und damit der Gedankenspirale vorzubeugen.

Alternativ können Sie auch die Sprachaufnahmefunktion Ihres Smartphones nutzen – z. B. für unterwegs –, um die kreisenden Gedanken abzugeben.

4. Entspannen, meditieren und fokussieren Sie

Während es beim Entspannen darum geht, einen Entspannungszustand zu erreichen, also Geist und Körper zu beruhigen, dient die Meditation zur Steigerung der Konzentration, der Aufmerksamkeit und der Achtsamkeit. Sowohl das Entspannen als auch das Fokussieren tragen dazu bei, den Kopf (vorübergehend) freizubekommen.

Umsetzungs-Tipp:

Hier finden Sie eine Zusammenstellung einfacher und effektiver Übungen:

Picken Sie sich jeweils eine Übung heraus, die Sie anspricht und mit der Sie eine schnelle Wirkung erzielen. Wenn Sie das nächste Mal in den Sog eines Gedankenstrudels geraten, führen Sie diese Übungen durch.

5. Raus unter freien Himmel

Beginnt das Gedankenkarussell wieder zu kreisen, gehen Sie raus ins Freie, wenn Sie die Möglichkeit haben. In einem engen Raum wirken die negativen Gedanken nur noch bedrohlicher. Unter freiem Himmel hingegen werden auch die Gedanken freier.

Umsetzungs-Tipp:

Setzen Sie sich in Bewegung, raus aus dem Raum, raus aus dem Haus an die frische Luft. Ob das ein Spaziergang ist, ein Lauf in der freien Natur – allein durch das In-Bewegung-Setzen wird der belastende Gedankenstrom unterbrochen.

6. Auspowern hilft!

Suchen Sie eine Möglichkeit, sich richtig „auszupowern“. Das geht am besten mit Bewegung. Und wenn Sie nur ein paar Liegestütze, Kniebeugen oder Sprünge aus dem Stand heraus machen, bis Sie nicht mehr können – das Auspowern unterstützt das Abschalten.

Umsetzungs-Tipp:

Wählen Sie eine Übung, die Ihnen Spaß macht und mit der Sie sich innerhalb kurzer Zeit richtig auspowern können. Legen Sie sich nach dieser Anstrengung hin, schließen Sie die Augen und spüren Sie die Muskeln, die sich lockern, und die anschließende Ruhe, die Ihren Körper durchströmt. Mit der Entspannung des Körpers entspannen auch die Gedanken.

7. Räumen Sie auf

Ein etwas unkonventioneller Tipp: aufräumen. Ob das ein Zimmer, die Garage oder der Schreibtisch ist, spielt dabei keine große Rolle. Aufräumen im Außen fördert die Ordnung im Innen, denn mit dem physischen Aufräumprozess geht oft auch ein psychischer einher: Die Gedanken im Kopf werden „aufgeräumt“, das Gedankenkarussell kommt zur Ruhe.

Umsetzungs-Tipp:

Wählen Sie für das Aufräumen einen Chaos-Herd, wo mit wenigen Maßnahmen schnelle Erfolge sichtbar sind. Sie können auch mit einer kleinen Einheit beginnen: Das kann eine Schreibtischlade sein, ein Schrank oder Ähnliches. Aufräumtipps finden Sie hier.

8. Nutzen Sie Gedankenschubladen

Da wir schon beim Aufräumen sind – auch die Gedankenschubladen bieten eine Möglichkeit, im Kopf Ordnung zu schaffen. Hierbei handelt es sich um eine Visualisierungsmethode, mit der Sie das belastende Gedankenknäuel entwirren, um wieder klarer zu sehen.

Umsetzungs-Tipp:

Gehen Sie am besten so vor:

  • Schließen Sie die Augen und atmen Sie tief durch. Auch Atemübungenund Entspannungsübungen bringen Ruhe.
  • Wenn Sie nun entspannt und mit geschlossenen Augen liegen, stellen Sie sich einen Schrank mit zahlreichen Schubladen vor. Für jede dieser Schubladen gibt es einen Schlüssel am Schlüsselbund, den Sie in der Hand halten.
  • Nun konzentrieren Sie sich auf die Gedanken, die Ihnen durch den Kopf schwirren. Fangen Sie einen belastenden Gedanken und weisen Sie ihm eine Kategorie zu – z. B. Ärger.
  • Legen Sie nun in Ihrer Vorstellung diese Ärger verursachende(n) Situation(en) in eine Schublade mit der Bezeichnung Ärger. Dann ist der nächste Gedanke dran.

Gehen Sie stets gleich vor:

  • Gedanken freien Lauf lassen
  • dann einen Gedanken festhalten
  • Kategorie zuweisen
  • in entsprechend beschriftete Schublade legen
  • Lade absperren

9. Lernen Sie etwas Neues, wagen Sie etwas Ungewohntes

Auch abhängig von der Ursache des Kopfzerbrechens – etwas Neues, in welcher Form auch immer, kann wesentlich dazu beitragen, die gewohnten (Gedanken-)Bahnen zu verlassen und den Alltagstrott zu durchbrechen. Es sollte auf alle Fälle etwas sein, das Sie bisher noch nie oder selten gemacht haben und eine neue Erfahrung und damit neue Gedanken, Perspektiven nach sich zieht.

Umsetzungstipp:

Es muss nicht unbedingt etwas besonders Außergewöhnliches sein: einen neuen Arbeitsweg nehmen anstatt den gewohnten, einen Kurs an der Volkshochschule besuchen, besonders frühzeitig aufstehen und einen Morgenspaziergang machen, ein Instrument lernen … – es eignet sich alles, womit Sie den Alltagstrott durchbrechen.

10. Testen Sie die Countdown-Methode

Auch eine Möglichkeit, um den Grübelprozess zu bremsen: Lassen Sie ihn ganz bewusst für einen definierten Zeitraum zu. Also erst gar nicht versuchen, ihn zu unterbinden.

Umsetzungs-Tipp:

Stellen Sie einen Wecker oder die Timerfunktion Ihres Smartphones auf genau 5 Minuten. Dann beschäftigen Sie sich in Gedanken ganz bewusst mit dem Ereignis bzw. Thema, das in Ihrem Kopf kreist, das Sie nicht zur Ruhe kommen lässt. Nach Ablauf der Zeit stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Habe ich nun neue Erkenntnisse gewonnen? (Wenn ja, welche?)
  • Ist mir etwas klarer geworden? (Was genau?)
  • Geht es mir jetzt besser?

Auch wenn Sie alle Fragen mit Nein beantworten – macht nichts! Dieses bewusst zeitbegrenzte, intensive Grübeln und das nachfolgende Reflektieren führt oft zu einem neuen Zugang oder einer Distanzierung, was die Unterbrechung des Gedankenkreislaufs erleichtert.

11. Suchen Sie das Gespräch

Es heißt nicht umsonst: geteiltes Leid ist halbes Leid! Das Gedankenkarussell ist immer die Folge von etwas, das einen beschäftigt und/oder belastet. Wenn wir nicht die Möglichkeit haben, das zu verarbeiten, dann wird es uns immer weiter beschäftigen.

Wenn wir uns hingegen mit anderen darüber austauschen, uns mit Menschen treffen, die einem zuhören, trösten, aufbauen, dann gelingt das gedankliche Verarbeiten weitaus besser.

Umsetzungs-Tipp:

Suchen Sie das Gespräch. Wenden Sie sich hierzu an eine Vertrauensperson, der Sie Ihre Gedanken und Gefühle anvertrauen können, die Ihnen zuhört.

Eine Person, die einen distanzierteren Blick auf die Situation hat, erkennt häufig auch Lösungswege, auf die Sie vielleicht niemals kommen würden.

12. Legen Sie ein Grübel-Notfallset bereit

Üblicherweise fängt das zwanghafte Grübeln an, wenn wir nicht mit etwas beschäftigt sind, beispielsweise am Abend im Bett. Dann lässt uns die Gedankenschleife nicht einschlafen.

Umsetzungs-Tipp:

Um für eine Grübelattacke gewappnet zu sein, halten Sie in Bettnähe ein „Notfallset“ bereit. Dafür eignen sich ein gutes Buch, ein Rätselheft, Schreibutensilien (wie in Tipp 3 beschrieben), …

Wenn dann wieder das Grübeln anfängt, greifen Sie z. B. zum Buch und lesen Sie so lange, bis Sie kaum noch die Augen offenhalten können und das Einschlafen leichtfällt. Am nächsten Tag schaut die Welt meist schon wieder besser aus.

Professionelle Hilfe

Der Auslöser für permanente Grübelei kann auch ein traumatisches Erlebnis sein. Das kann schließlich dazu führen, dass Betroffene dadurch immer weiter „hinuntergezogen“ werden und ihr Alltag durch diese negativen Emotionen und Gedanken stark beeinträchtigt wird, was sogar zu Depressionen führen kann. Spätestens dann sollte auf alle Fälle therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Finden Sie Ihren persönlichen Gedankenkreislauf-Unterbrecher

Nun haben Sie 12 Möglichkeiten kennengelernt, um der Grübelschleife zu entkommen. Hier nochmals kompakt aufgelistet:

Gedankenkarussell_negative-Gedanken_stoppen

Sie können diese Liste ausdrucken und in Zugriffsnähe platzieren. Setzt sich das nächste Mal das Gedankenkarussell in Bewegung, nehmen Sie die Liste zur Hand und testen Sie die vorgestellten Möglichkeiten. Dann finden Sie sicher Ihren persönlichen Gedankenkreislauf-Unterbrecher, der für Sie funktioniert und auf den Sie zukünftig zurückgreifen können.

Zu guter Letzt: Ein Gedicht und eine Zeitblüte

Abschließend ein von der Zeitblüten-Leserin Ingrid Baumgart-Fütterer eingesandtes Gedicht passend zum Thema:

Gedankenkarussell

Drehen sich im Kreise deine Gedanken
wirst du verzweifelt hin – und herschwanken
als würdest du in dir den Halt verlieren,
was dir auf die Nerven geht und an die Nieren.

Der Sog deiner Gedanken hält dich gefangen,
du kannst zu keiner Entscheidung gelangen
bist ausgeliefert deiner Unschlüssigkeit,
die nur verschlimmert bestehendes Leid.

Lass die Gedanken nichts als Gedanken sein,
stell dir ihretwegen nicht wieder ein Bein
handle stattdessen mit Verstand und Gefühl,
dann sortierst du eher dein inneres Gewühl.

Ingrid Baumgart-Fütterer

Zur Wiederholung: Die Grübelei lässt sich auch stoppen, indem wir den persönlichen Zugang bzw. die Einstellung zu einer Situation ändern. Das zeigt auch diese von der Leserin Erna eingesandte Zeitblüte:

„Überlassen macht gelassen.“

Diese Worte las ich vor vielen Jahren im Zusammenhang mit einer Lebensgeschichte. Es ging um eine Witwe mit vielen Kindern, die Familie war sehr arm und völlig unversorgt (18. Jahrhundert).

Trotzdem soll diese Mutter stets guten Mutes gewesen sein. Wenn sie gefragt wurde, woher sie diese Zuversicht nehme, war ihre Antwort eben: „Überlassen macht gelassen.“

Mich hat diese Aussage ungemein beeindruckt und darum ist diese Haltung auch meine geworden und ich kann nur bestätigen: Überlassen macht wirklich gelassen. Ruhe und innerer Friede sind das Resultat und sehr oft wenden sich auch Umstände auf schier wunderbare Weise.

Erna 

pxb_gruebelei-stoppen


Ergänzung:

Weil von einer Leserin (Johanna) unten in den Kommentaren empfohlen – hier eine Anleitung zu „The Work“, die ich auf YouTube gefunden habe. „The Work“ ist eine von Byron Katie (US-amerik. Lehrerin und Bestsellerautorin) entwickelte Methode, die u. a. den Umgang mit Situationen, die sich nicht ändern lassen, erleichtern soll:



Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • Susanne Englisch

    Häufig schleicht sich in die Betrachtung eines konkreten Problems auch eine Spur Hysterie ein.

    Darum frage ich mich, wann immer ich mich über etwas sorge, was die schlechtestwahrscheinliche Folge daraus wäre und ob ich sie letztlich hinnehmen könnte.

    Beispielsweise steht ein Beurteilungsgespräch auf der Arbeit an und ich mache mich deswegen verrückt – die schlechtestmögliche Folge (wenn ich mir natürlich meines Arbeitsplatzes prinzipiell sicher bin) wäre eine schlechte Beurteilung. Wenn das auch nicht angenehm wäre, könnte ich damit eigentlich so gut leben, dass ich mich im jetzigen Augenblick nicht dafür verrückt machen muss.

    Susanne Englisch antworten
  • Die 12 Tipps sind wirklich sehr gut. Am meisten hilft mir das Gespräch mit guten Freunden und das Konfrontieren (Tipp 1) und danach mir Entspannung gönnen :)

    Carolin antworten
  • Hans-Ruedi

    Es gibt immer mal Situationen bzw. Belastungen in der Arbeitswelt, die in der Nacht ein kurzzeitiges Gedankenkarussell auslösen.

    Wenn ich dann nicht einschlafen kann, baue ich in meinem Kopf mein Traumhaus. Ich suche zuerst den besten Bauplatz natürlich mit Aussicht, plane die Grundmauern usw. Jedes einzelne Detail versuche ich zu planen. So kann ich mein Gedankenkarussell stoppen. In der nächsten schlaflosen Nacht baue ich einfach weiter. Ein Architekt sollte lieber etwas anderes bauen z.B. ein Flugzeug oder eine Yacht.

    Freundliche Grüsse

    Hans-Ruedi

    Hans-Ruedi antworten
  • Johanna

    Lieber Herr Heidenberger,

    erst Mal Danke. Ich habe Ihnen schon vor einiger Zeit geschrieben, als meine Schulter “eingefroren” war. Als sie anfing aufzutauen, ging Gott sei Dank auch der Schmerz. Sie wird auch immer beweglicher.

    Es gibt noch eine interessante Möglichkeit, mit nervenden Gedanken umzugehen. Nach Byron Katies „The Work“ bringt man sie zu Papier und stellt erst mal die Frage, ob der Gedanke wahr ist, ob er der Realität entspricht. Wenn man ohne den Gedanken wäre, ob es einen stressfreien Grund gibt, den Gedanken zu behalten. Dann kann man den Gedanken in Variationen umdrehen. Man lernt dabei sich selber besser kennen. Im Internet gibt es Videos und Anleitungen zu dieser Methode.

    Ich möchte mich auch noch mal für Ihre wunderbaren Entspannungsübungen bedanken, die für mich recht hilfreich sind.

    Herzliche Grüße

    Johanna aus Ingolstadt

    Johanna antworten
  • Christian

    Besonders Punkt 11 gefällt – ein Gespräch suchen.

    Und ja es stimmt! Denn über das zu reden, was einen scheinbar belastet, hilft, diese belastende Energie allmählich abzulegen.

    Vielleicht geht es anderen so wie auch mir. Manchmal findet man keinen zum Reden bzw. will schlichtweg nicht mit anderen reden. Es gibt nunmal Themen, die macht man lieber mit sich selbst aus. Ich habe es in einem solchen Fall stets als sehr wohltuend empfunden, mit mir selbst darüber zu reden. Sprich Selbstgespräch. Nicht in Gedanken mit sich selbst zu reden, denn das hilft nicht wirklich… Sondern vielmehr laut mit sich selbst zu reden. Das ist wie beim laut Vorlesen eines Textes. Man entdeckt einfach mehr Fehler. ;)

    Ob nun allein Zuhause oder auf einem Spaziergang durch Wald und Wiese tut ein Selbstgespräch besonders gut. Es mag auch daran liegen, dass obgleich man mit sich selbst redet, man sich selbst reden hört und anders darauf eingeht. Außerdem spielt man Richter und Anwalt zur selben Zeit.

    Christian antworten
    • Laute Selbstgespräche – ein wertvoller Tipp, danke Christian. Und das anschauliche Beispiel mit Richter und Anwalt gefällt mir. :-)

      Burkhard Heidenberger antworten
    • Christian Hinze

      Das freut mich sehr, Burkhard. ;)

      Im idealen Fall gelangt man zu einem milden Urteil…

      Ich weiß nicht, wie es anderen ergehen mag, doch es ist durchaus in Ordnung ab und zu streng zu sich zu sein, solange man daraus lernt und konstruktiv damit umgeht. Sprich: Man verbessert sein Tun und seine Einstellung. Wenn man jedoch nur streng ist, dann bringt das nichts ein.

      Christian Hinze antworten
    • Susanne Englisch

      Ich stelle mir bei meinen Selbstgesprächen auch manchmal vor, dass ich es dieser oder jener Person erzähle (auf deren Ansichten ich Wert lege).

      Daran, wie ich dadurch meine Aussagen färbe und feile, erfahre ich wieder etwas über meine wahre Einstellung dazu, oder aber ich kann mir vorstellen, was die Person vielleicht für hilfreiche Kommentare für mich hätte, weil ich mich ein wenig in ihren Blickwinkel versetze, indem ich es ihr virtuell erzähle.

      Susanne Englisch antworten
      • Christian Hinze

        Hallo Susanne,

        das geht mir manchmal auch so, wie dir! Im Laufe des Gespräches nimmt man die Haltung anderer ein und evtl. gelingt es einem sogar, den Blickwinkel des jeweils anderen einzunehmen und zu verstehen. Was man vor dem Gespräch mit sich selbst noch nicht konnte.

        Alles Liebe
        Christian Hinze

        Christian Hinze antworten
  • Hi,

    ein wunderbarer Artikel. Ich praktiziere schon seit 20 Jahren Meditation und weiß aus Erfahrung, dass das Gedankenabstellen nicht einfach ist. Ich konnte in deinem Artikel wertvolle Inputs und Anregungen finden. Danke dafür.

    Liebe Grüße,
    Christian

    Christian Gremsl antworten
  • Elvis

    Vielen Dank für den Artikel und die guten Ansätze, mir gefällt vor allem Tipp 2 und 5. Ich habe jetzt in der Vergangenheit festgestellt, dass mir aufräumen auch sehr beim Stressabbau weiterhilft. Kann ich nur jedem empfehlen es mal auszuprobieren. Ordnung im Zimmer macht auch gleichzeitig Ordnung im Kopf.

    Elvis antworten
  • Britta Hart

    Vielen Dank für die vielen Tipps, sehr hilfreich.

    Ich mache es ähnlich wie Hans-Ruedi, wenn ich nicht einschlafen kann, weil mir zu viel durch den Kopf geht: Ich stelle mir kein Traumhaus vor, sondern ich denke mir eine Geschichte aus.

    Manchmal habe ich das Problem mehrere Nächte hintereinander, dann führe ich die Geschiche fort oder erzähle sie mir sogar manchmal innerlich noch einmal – aus der Sicht einer anderen Figur. Dann kommt immer noch einmal viel Neues heraus.

    Auf diese Weise werde ich von den trüben Gedanken abgelenkt und schlafe dann auch häufig schnell ein. Am nächsten Morgen sieht die belastende Geschichte häufig schon wieder ganz anders aus und es fällt mir eine Lösung ein.

    Britta Hart antworten
  • Nicole

    Hallo!

    Ich habe die 12 Tipps gerade zum ersten Mal gelesen, weil ich seit Wochen total im Gedanken-Karussell gefangen bin und da nicht mehr rauskomme.

    Danke für die vielen hilfreichen Tipps. Zettel und Stift liegen schon am Bett. Und mit einem Freund reden ist immer eine gute Sache. Akzeptieren so wie die Situation ist, kann ich nicht.
    Ich werde die Schubladen-Methode testen und das Entspannen.

    Sollte es helfen, danke ich jetzt schon mal recht herzlich

    Nicole antworten

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