Wirkungsvolle Entspannungsübungen, die Kindern guttun & Spaß machen

Regelmäßig durchgeführte Entspannungsübungen lassen Kinder nicht nur ruhiger, sondern auch konzentrierter werden.

Entsprechende Übungen sollten effektiv und einfach in der Durchführung sein. Wenn sie dem Kind auch noch Spaß machen, umso besser.

Und genau solche Übungen erfahren Sie mit der folgenden Zusammenstellung.

Regelmäßige Entspannung tut Ihrem Kind gut

Zur Übungsauswahl:

Bei Ihrer Übungsauswahl sollte die ein oder andere Entspannungsübung dabei sein,

  1. die Ihr Kind auch in wenigen Minuten jederzeit zwischendurch selbst durchführen kann,
  2. eine weitere, wenn es mehr Zeit hat und sich hierzu ungestört an einen ruhigen Platz zurückziehen kann.

6 bewährte Entspannungsübungen für Kinder

1. Bäumchen, rüttle und schüttle dich

  1. Das Kind soll sich gerade hinstellen.
  2. Dann beginnen, ganz locker auf der Stelle zu hüpfen.
  3. Beim Hüpfen soll es gleichzeitig die Körperpartien durchschütteln: Schultern, Arme, Hände – wie der Haselbaum beim Aschenputtel. Das Ganze etwa eine Minute lang.
  4. Dann soll Ihr Kind ganz langsam den Kopf kreisen, von links nach rechts. Wieder ca. eine Minute lang.
  5. Nun eine weitere Minute hüpfen und schütteln.
  6. Darauf noch eine Minute den Kopf in die andere Richtung kreisen.
  7. Und nun folgt die Abschlussminute. Eine Minute wieder hüpfen, rütteln und schütteln.

Das sind in etwa fünf Minuten, in denen die Verspannungen aus dem Körper geschüttelt werden. Für Kindergartenkinder und Kleinkinder werden die Intervalle entsprechend verkürzt.

Aber auch wenn sich Ihr Kind nur eine Minute lang sanft schüttelt und rüttelt, ist das eine Wohltat für den verspannten Körper.

Info zur Übung: 

Bei Belastungen und Unruhe verspannt der Körper. Mit dieser Übung werden (auch innere) Anspannungen gelöst.

Sie kommt insbesondere bei Kindern in Schulen und im Kindergarten zwischendurch als Auflockerung besonders gut an.

Wahrscheinlich kennen Sie (bzw. die Kindergartenkinder/Schulkinder) das grimmsche Märchen „Aschenputtel“. In diesem Märchen rief Aschenputtel unter dem Haselbaum: „Bäumchen, rüttle dich und schüttle dich, wirf Gold und Silber über mich.“ Die Kinder machen es also dem Bäumchen nach.

Schütteln wie der Haselbaum beim Aschenputtel


2. Der Blick-Punkt

  1. Befestigen Sie einen runden Aufkleber (z. B. mit einem Smiley-Motiv) an der Decke im Zimmer Ihres Kindes.
  2. Das Kind soll diesen Punkt einige Minuten vor dem Einschlafen fixieren – und nur diesen Punkt.

Das entspannt. Mit jedem Tag gelingt die Entspannung schneller. Sollte das Kind dabei einschlafen, ist das kein Problem. Im Gegenteil.

Nach einiger Zeit schafft es das Kind, sich unabhängig vom Ort auf irgendeinen Punkt im Raum oder in der Ferne zu konzentrieren und sich dadurch schnell zu entspannen.


3. Atementspannung

  1. Ihr Kind soll etwa 5 Sekunden lang (Erwachsene 15 Sekunden) langsam einatmen.
  2. Dann 5 Sekunden die Luft anhalten.
  3. Schließlich etwa 5 Sekunden lang ausatmen.

Das Ganze zwei bis drei Mal wiederholen. Die Atmung wird ruhiger, was zu einem entspannenden Effekt führt.

Beim Einatmen soll sich Ihr Kind vorstellen, dass es seinen Lieblingsduft (etwas, das Ihr Kind sehr gerne riecht) aufsaugt, der seinen ganzen Körper durchströmt.

Und beim Ausatmen stellt es sich vor, wie es in eine Pusteblume pustet oder die Kerzen auf der Geburtstagstorte ausbläst.

Ausatmen: Wie die Kerzen auf der Geburtstagstorte ausblasen


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4. Traumreise

  1. Ihr Kind soll sich hinlegen und die Augen schließen. Sie nehmen daneben Platz.
  2. Es soll sich in Gedanken langsam an einen Traumort begeben.
  3. Fragen Sie nun das Kind, was es alles sieht, wie es dort riecht, was es spürt, …
  4. Es soll alle Eindrücke und alle positiven Gefühle in sich aufnehmen und so lange dort verweilen, wie es möchte.
  5. Dann „holen“ Sie es langsam wieder zurück.

Nun ist Ihr Kind mit guten Gedanken und Gefühlen gestärkt.

Info zur Übung: 

Diese Entspannungsübung eignet sich zum Krafttanken für den neuen Tag oder als entspannendes Abendritual vor dem Zubettgehen.

Mit Sicherheit gibt es einen Ort, wo sich Ihr Kind besonders wohlfühlt(e). Das kann ein Urlaubsort, ein „Traumland“ oder ein „Wunschland“ sein. In dieser Traumreise „beamen“ Sie das Kind an diesen Ort.


5. Die Goldmarie

  1. Führen Sie diese Übung Ihrem Kind zuerst vor. Dann wird sie gemeinsam durchgeführt.
  2. Stehen Sie barfuß und aufrecht. Ihr gesamter Körper bildet eine gerade Linie.
  3. Breiten Sie Ihre Arme aus und halten Sie sie mit den Handflächen nach oben ausgestreckt neben Ihren Körper.
  4. Legen Sie Ihren Kopf in den Nacken, schließen Sie die Augen und lösen Sie sich von allen störenden Gedanken.
  5. Nun stellen Sie sich vor, wie eine strahlend weiße Wolke über Ihnen schwebt und feinen, goldenen Regen auf Sie herabregnen lässt. Sobald dieser Glitterregen Ihren Körper berührt, wird er zu purer und reiner Energie, die Sie mit Ihrem Körper komplett aufnehmen.
  6. Spüren Sie, wie die frische Energie Ihren Körper durchfließt und sich in den Adern ausbreitet.

Info zur Übung: 

Sobald die Füße beginnen, sanft zu kribbeln, schütteln Sie Ihre Beine nacheinander aus. Stellen Sie sich dabei vor, wie alles Negative entschwindet. Jeder Körperteil, der kribbelt, wird ausgeschüttelt, bis er nur noch positive Energie enthält.

Diese Entspannungsübung ist ebenfalls von einem grimmschen Märchen abgeleitet. Nicht nur Kinder schätzen diese Entspannungsübung. Die richtige Körperhaltung in Kombination mit „schönen“ Gedanken führt zu einem wohligen Zustand.


6. Das gekünstelte Lächeln

  1. Ihr Kind soll lachen oder lächeln.
  2. Dieses Grinsen mindestens eine Minute lang halten.
  3. Dann soll es die Gesichtsmuskeln wieder lockern.

Info zur Übung: 

In belastenden Situationen ist einem nicht zum Lächeln oder gar zum Lachen zumute. Das gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Ihr Kind soll es trotzdem versuchen. Animieren Sie es dazu. Auch wenn es nur ein schiefes oder gekünsteltes Lächeln wird.

Denn beim Lächeln kommt es zu einem biologischen Effekt. Dabei drückt der Gesichtsmuskel zwischen Wange und Auge genau auf den Nerv, der unserem Gehirn eine fröhliche Stimmung signalisiert.

Je mehr Ihr Kind sich um ein Lächeln bemüht, also je mehr es die Mundwinkel hochzieht, desto intensiver ist der Druck auf den Nerv und somit die positive Wirkung.

Lassen Sie Ihr Kind regelmäßig die Grinsekatze machen. :-)

Grinsen entspannt


Die obigen Übungen sind ein kurzer Auszug aus dem ZEITBLÜTEN-Downloadpaket. 


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Wie Sie Ihr Kind beim Entspannen unterstützen und seine Konzentrationsfähigkeit merklich steigern:


Entspannte Kinder …
eingesandte Leser-Zeitblüten

Passend zum Thema zwei von Leserinnen eingesandte ZEITBLÜTEN.  

Zeitblüten sind Momente und Erlebnisse, die sich vom Alltag abheben, unser Leben wunderbar bereichern und uns einfach guttun – persönliche Momente der Entspannung, des Wohlfühlens, des Krafttankens und des „Abschalten-Könnens“.


Zeitblüte 1

Unser Abendritual

Fast täglich mache ich abends meinem Sohn (12 Jahre) und mir einen „Schlummertrunk“. Dieser ist ein beruhigender Tee mit etwas Honig. Den trinken wir gemeinsam und reden dabei.

Nachdem es untertags wenig Gelegenheiten zu einem ungestörten Austausch gibt, genieße ich das sehr. Manchmal lese ich ihm auch etwas vor oder wir machen gemeinsam eine Entspannungsübung. 

Nach dem gemeinsamen Zähneputzen massiere ich ihm noch den Nacken, bis bei ihm eine angenehme, entspannte Schläfrigkeit eintritt.

Das ist unser Abendritual. Ich genieße es sehr und finde, dass es unsere Beziehung zueinander verbessert. Guter Nebeneffekt: Wir schlafen beide besser.

Livia


Zeitblüte 2

So fühlen sich
kleine Wunder an

Ich arbeite in einer Leipziger Integrativ-Kindertagesstätte. Verhaltensauffälligkeiten von einigen Kindern sind an der Tagesordnung.

Meine Kollegin und ich machen jetzt schon eine Weile mit den Kindern regelmäßig Entspannungsübungen und Entspannungsspiele. 

Vergangene Woche hatten wir zudem Entspannungsmusik abgespielt, als sich die Kinder gerade in der Aufwachphase nach dem Mittagsschlaf befanden. Mit Mimik und Körpersprache unterstützten wir die entstehende Atmosphäre.

Ein Junge, der oft durch lautes, auch aggressives Verhalten auf sich aufmerksam macht, flüsterte plötzlich zu unserem Erstaunen. Das waren wir von ihm nicht gewohnt.

Er fragte mich leise, ob er seinen Freund nun wecken solle. Die Angewohnheit des Jungen war sonst, die anderen Kinder sofort unsanft zu wecken.

Die schon über einen längeren Zeitraum anhaltenden Bemühungen meiner Kollegin und mir zeigten ersten Erfolg. Ein schönes Gefühl. So fühlen sich kleine Wunder an.

Stefanie


Die obigen Übungen sind ein Auszug aus dem E-Book „Entspannungsübungen für Kinder“ (s. u. Downloadpaket).

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Haben Sie noch Fragen?

Haben Sie noch Fragen zum Downloadpaekt, dann schreiben Sie mir einfach!

 

Burkhard Heidenberger


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