Loslassen – so gelingt es Ihnen!

Vorweg gleich ein Zitat, welches das Loslassen treffend auf den Punkt bringt:

Loslassen ist die persönliche Befreiung, die auf die Einsicht folgt, dass ein Festhalten nur Energie kostet und wehtut.
Larry James

Vielen Menschen fällt das Loslassen schwer. Sie hängen an etwas, das ihnen wichtig scheint, aber (schon lange) nicht mehr für ihr Leben relevant ist. Oder sie können eine Situation nicht akzeptieren, die sich nicht mehr ändern oder rückgängig machen lässt.

Die Gründe für das Nicht-Loslassen sind vielfältig und häufig auch nachvollziehbar. Um nur einige zu nennen:

Vielleicht ist ein Familienmitglied oder ein Freund verstorben, über dessen Tod man nicht hinwegkommt, eine Trennung vom Partner, oder man hat sich etwas vorgenommen, das man aus bestimmten Gründen nicht mehr schafft, man wird von Schuldgefühlen geplagt oder hadert mit seinem Schicksal, weil man eine private oder berufliche Chance nicht wahrgenommen hat …

Die Probleme sind aber nicht ausschließlich in der Vergangenheit zu suchen. Auch in der Gegenwart gibt es oft Situationen, in denen eine Veränderung gut täte, das Vorhaben aber scheitert, weil man einfach nicht dazu in der Lage ist, einen Schlussstrich zu ziehen.

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Loslassen und sich endlich (be)frei(t) fühlen …

Warum fällt das Loslassen so schwer?

Das Loslassen gleicht einem inneren Abschied. Die Endgültigkeit des Loslassens ist es, die vielen Menschen Angst macht. Denn man weiß nicht, was danach kommt.

Man fürchtet den Verlust, die innere Leere. Man glaubt, etwas zu verlieren, das man unbedingt benötigt, auch wenn dem nicht so ist. In manchen Fällen ist noch kein „Ersatz“ in Sicht.

Manche Menschen lassen auch aus Bequemlichkeit nicht los, da sie sich vor den Mühen scheuen, die die Veränderung mit sich bringt.

Die Folgen des Nicht-Loslassens

Wenn Sie mit einer Situation nicht abschließen können, dann schadet das letztendlich Ihrer eigenen seelischen und körperlichen Gesundheit. Sie beschäftigen sich zu stark mit einem Thema, Sie investieren darin in der Regel langfristig Gefühle und (belastende) Gedanken, die Ihr Vorwärtskommen bremsen.

Die negativen Folgen des Nicht-Loslassens können sich in Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsdefiziten, Depressionen, Panikattacken, innerer Anspannung und psychosomatischen Beschwerden manifestieren und schließlich sogar in eine Abhängigkeit, eine Sucht führen.

Gründe genug, die für ein rechtzeitiges Loslassen sprechen. Aber leichter gesagt, als getan! Denn das ist ja nicht nur eine Entscheidung und damit hat es sich.

Nein, das Loslassen ist ein Prozess und der geschieht nicht von heute auf morgen.


Buch-Tipp – wenn das Loslassen nicht gelingen will:


So kann das Loslassen gelingen!

Wenn auch Sie Schwierigkeiten mit dem Loslassen haben und diese Schwierigkeiten überwinden möchten, können Sie folgendermaßen vorgehen:

1. Situation bewusst machen

Im ersten Schritt geht es darum, sich der aus dem Nicht-Loslassen resultierenden Belastung mit all ihren negativen Konsequenzen bewusst zu werden. Das gelingt am besten schriftlich.

Ziehen Sie sich an einen ruhigen Platz zurück. Notieren Sie in einem Notizblock zuerst die belastenden Situationen, die aus dem Nichtloslassen resultieren. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf.

2. Dann kommen die Ängste dran

Auf einem neuen Blatt analysieren Sie Ihre Ängste und denken darüber nach, wovor und weshalb Sie sich in diesem Zusammenhang fürchten. Fürchten Sie sich vor einer bestimmten Konsequenz? In vielen Fällen stellt sich heraus, dass die Angst völlig unbegründet ist.

3. Die positive Veränderung

Nun führen Sie sich vor Augen, welche positiven Auswirkungen das Loslassen haben könnte, auf Ihr Wohlbefinden, auf Ihr Weiterkommen oder allgemein auf Ihr Leben. Auch wenn es manchen vielleicht schwer fällt, sich diese Perspektive zu erlauben, ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Stellen Sie die positiven Folgen des Loslassens den negativen Folgen des Nicht-Loslassens gegenüber.

Allein dieses schriftliche Bewusstmachen, dieses Niederschreiben kann eine reinigende Wirkung haben und damit den ersten so wichtigen Impuls für das Loslassen geben.

 


Sie wünschen eine Änderung in Ihrem Leben,
wissen aber nicht genau, in welche Richtung es gehen soll?

Dann hilft Ihnen dieses ZEITBLÜTEN-E-Book weiter:


4. Akzeptieren

Nach dem Bewusstmachen folgt die Akzeptanz der Situation und damit kommt auch die Bereitschaft zum Loslassen.

Versuchen Sie zu akzeptieren, dass nicht immer alles nach Plan läuft und arrangieren Sie sich mit der Tatsache, dass es auf der Welt nicht immer fair zugeht. Akzeptieren Sie, auch in Zukunft nicht immer alles korrekt zu machen und dass auch die anderen Menschen ihre Fehler haben und nicht immer das tun, was man sich von ihnen wünscht.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie durch das Loslassen die betreffende Situation nicht gutheißen und dass das Loslassen nicht mit einer Kapitulation gleichzusetzen ist.

Sagen Sie sich immer wieder, dass Sie bereit zum Loslassen sind. Unterdrücken Sie Gedanken, die Ihnen etwas anderes suggerieren.

5. Hilfe in Anspruch nehmen

Trotz Bereitschaft und Willen kann sich das Loslassen als besonders schwierig erweisen. In solchen Fällen sollten Sie unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen.

Schließen Sie sich beispielsweise einer Selbsthilfegruppe an oder suchen Sie den Kontakt zu Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie Sie. Lassen Sie sich ermuntern und besorgen Sie sich einschlägige Fachliteratur.

Meiden Sie hingegen den demotivierenden Kontakt zu Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, aber nicht loslassen können.

Scheuen Sie sich auch nicht davor, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, falls Sie merken, dass Sie es nicht schaffen.

Werden Sie aktiv! Hadern Sie nicht mit der Vergangenheit. Ziehen Sie einen Schlussstrich und leben Sie für die Zukunft!

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Vier Loslassen-Zeitblüten

Zeitblüten sind Momente und Erlebnisse, die sich vom Alltag abheben, unser Leben bereichern und uns einfach guttun – persönliche Momente der Entspannung, des Wohlfühlens, des Krafttankens und des „Abschalten-Könnens“.

Abschließend vier von Lesern eingesendete ZEITBLÜTEN passend zum Thema Loslassen: 

Zeitblüte 1

Ich übergebe meine
Steine dem Fluss

Wenn mich Herausforderungen des Lebens belasten, suche ich meinen Lieblingsplatz an einem Fluss auf. Ich sammle dann Steine mit unterschiedlichen Größen als Symbol für die Dinge, die mich beschäftigen und die ich gerne lösen möchte.

In die jeweiligen Steine packe ich gedanklich dann all das rein, was mich belastet und ich nicht mehr in der Art in meinem Leben haben möchte. Danach bedanke ich mich für die Aufgabe und übergebe sie dem Fluss zur Auflösung bzw. Transformation.

Manchmal sind es kleine, manchmal größere Steine, mal nur ein Stein und ein anderes Mal sind es mehrere Steine. Auf jeden Fall ist dieses Ritual sehr erleichternd und hilft mir beim Loslassen.

Isabella

Zeitblüte 2

Der Weg durch den Park

Meine Zeitblüte liegt schon viele Jahre zurück und trotzdem ist sie immer noch wirkungsvoll.

Nachdem ich unter mein altes Leben einen Schlussstrich gezogen hatte, um ein neues zu beginnen, bin ich nach einem Wohnungswechsel jeden Morgen zu Fuß zur Arbeit gegangen.

Auf dem Weg dorthin musste ich durch einen Park mit einem Teich, wo sich Enten, Wasserhühner und andere Wassertiere tummelten. Ich habe es jeden Morgen genossen, durch die Natur zu gehen und gelegentlich die Enten zu füttern.

Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich befreit von den unschönen Erlebnissen der Vergangenheit und ich fand meine innere Ruhe wieder. Mit jedem Tag fiel ein weiterer Stein von meiner Seele, bis keiner mehr da war.

Gerne denke ich auch heute noch an diese Zeit zurück.

Anita

Zeitblüte 3

Loslassen? Ein Traum
gab mir die richtige Antwort

Ich hatte in einer Lebenssituation eine wichtige Frage für mich zu klären: bleiben oder gehen? Ein Traum gab mir die Antwort.

In diesem Traum war ich eine Wälin, die die Weite des Meeres genoss. Eigentlich wollte ich ein wenig ausruhen. Doch plötzlich wurde es kalt. Ich versuchte, mit den Augen die Ursache dieser Kälte zu erfassen. Es gelang mir zuerst nicht.

Dann bemerkte ich einen anderen Wal, der oberhalb von mir schwamm, und noch einen an meiner Seite. Sie strahlten eine Kälte aus, die mir unangenehm war. Ich wollte mich wohlfühlen.

Wie komme ich nun aus dieser kalten, unangenehmen Situation heraus?

Ich tauchte nach unten ab, unbemerkt, und schwamm weit hinaus, um dann wiederaufzutauchen und Luft zu holen.

Gabriele

Zeitblüte 4

In Gelassenheit steckt
das Wort „lassen“

Wenn der Stress zu groß wird, ziehe ich mich zurück, suche einen schönen, stillen Ort in der Natur und lasse los … nichts muss sein, nichts ist wirklich schlimm.

Ich lebe, ich spüre, ich bin. Alles andere ist nachrangig. Ich bin nichts und doch bin ich (für mich) der wichtigste Mensch. Mich selbst immer wieder auf die wichtigen Fragen im Leben besinnen, das hilft.

In Gelassenheit steckt das Wort „lassen“ – loslassen … Wenn ich losgelassen habe, kann ich wieder neu zugreifen, mir neue Ziele stecken, vielleicht sogar die alten, nur mit neuer Kraft.

Clemens


Zum Weiterlesen:



Kommentare

  • Michael Lüdeke

    Danke für’s Mutmachen zum Loslassen!

    Ich denke, einer der wichtigsten Gründe für das Loslassen von belastenden Dingen ist wirklich das Wachstum, das danach entstehen kann und zweifelsohne auch entstehen wird. Dinge/Menschen zu verlieren birgt ja stets neue Möglichkeiten, die vorher selten oder gar keinen Platz hatten.

    Trotzdem wird es ein Akt sein, etwas loszulassen, an das man sich schon so sehr gewöhnt hatte. Aber ein meiner Meinung nach sehr lohnenswerter!

    Michael Lüdeke antworten
    •  

      … einer der wichtigsten Gründe für das Loslassen von belastenden Dingen ist wirklich das Wachstum, das danach entstehen kann und zweifelsohne auch entstehen wird.

      Das sehe ich auch so! Vielen Dank Herr Lüdeke!

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Burgfräulein

    Lo-la-li = Los-lassen-lieben

    Wenn mir ungute Situationen oder Menschen schaden, muss ich mich entscheiden, um meiner selbst willen loszulassen, mich vom Unguten zu trennen.

    Es entsteht dadurch oft ein Gefühl der Leere, der Ohnmacht, wodurch viele geneigt sind, dieses Loch sofort wieder mit irgendetwas zu füllen, weil sie diese Leere nicht ertragen können oder wollen.

    Das Aushalten dieser Leere ist das, was Angst macht, doch wenn man diese Phase überwunden hat, ist man gestärkt und die Verlustängste weichen aus unserem Leben.

    Burgfräulein antworten
    • Tammeliese

      Liebes Burgfräulein, dein Kommentar hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht.

      Ich bin grade in einer sehr schwierigen Situation, die sich über die Jahre immer weiter zugespitzt hat. Ich weiß genau, dass das Loslassen für mich der einzige Ausweg ist … und genau diese Leere, von der du sprichst, ist für mich kaum auszuhalten. Ich zermartere mir das Hirn, wie ich gegen diese Leere angehen kann, mit was ich sie füllen kann.

      Du hast mir einen neuen Denkanstoß gegeben. Nämlich dass die Lösung einfach darin besteht, die Leere auszuhalten … wenn ich es schaffe, vor dieser Leere die Panik zu verlieren und sie einfach zu ertragen, ohne stopfen zu wollen, dann lasse ich wohl im selben Moment los.

      Tammeliese antworten
  • Micha

    Hilfe in Anspruch nehmen, ist wirklich wichtig! Ich habe es damals einfach nicht getan.

    Wahrscheinlich wäre ich bei dem Loslassen-Prozess schon viel weiter gewesen, wenn ich Hilfe angenommen hätte. Ich habe mich abgeschottet und immer eine Hypnose-CD gehört. Was für eine, ist egal. Irgendeine speziell zum Loslassen aus dem Internet.

    Aber der Punkt ist, dass ich für mich alleine erst einmal gelernt habe, was das heißt, loszulassen. Es hat super geklappt, dennoch würde ich immer raten, Hilfe von anderen in Anspruch zu nehmen!

    Micha antworten
  • Maria

    Was geschieht, wenn man mit einem Mann zusammen ist, den man eigentlich gar nicht will, aber immer wieder zurückkehrt, ohne Grund. Ich kann nicht loslassen, ich fühle mich leer, wenn ich ihn sehe, ich fühle mich allein, immer war ich allein, warum fühle ich mich allein mit ihm und ohne ihn?

    Maria antworten
    • Letitia

      Maria, es gibt immer einen Grund! Vielleicht ist dir der Grund nur nicht bewusst. Wie Herr Heidenberger im Artikel geschrieben hat, nimm unbedingt therapeutische Hilfe in Anspruch, da du offensichtlich sehr leidest. Diese Hilfe wird dir mit Sicherheit sehr gut tun. Denn alleine wirst du von diesem Mann sicher nicht loskommen.

      Letitia antworten
  • Elias

    Hallo Burkhard,

    du hast in diesem Artikel schon erkannt, dass das Loslassen in manchen Fällen auch mit Therapie zu tun hat. Ich bin auf dieses Thema genauer eingegangen und möchte hier eine Brücke dafür schaffen. Denn das Frieden schließen mit der Vergangenheit ist ein wichtiger Aspekt, wenn wir etwas loslassen wollen: http://www.lebeblog.de/loslassen-lernen/

    Alles Liebe
    Elias

    Elias antworten
  • Brigitte

    Hallo Elias und auch Burkhard usw.

    ich habe zwei Jahre Therapie hinter mir und bin auf einem guten Weg.

    Weit weggezogen von meiner Vergangenheit und doch ziehe ich sie hinter mir her wie einen Faden von einer Spinne. Er reißt nicht, ab so gerne ich es auch hätte.

    Danke, du hast einen ganz wichtigen Punkt gesetzt, erst wenn man mit der Vergangenheit Frieden schließen kann, sie akzeptiert, wird der Punkt erreicht sein, dass man loslassen kann. Vielleicht auch irgendwann sogar vergeben kann. Das fühle ich im Moment so.

    Wachstum beginnt schon in der Phase des Loslassen-Lernens. Wachstum, um sich auf neue und schöne Dinge zu konzentrieren, sich einzulassen und zu lernen, das Leben neu zu leben.

    Ich habe mir einen irischen Spruch zunutze gemacht:

    “Mögest du so leben, dass du das Leben (jetzt) zu nutzen verstehst.”

    Denn ich möchte leben im Hier und Jetzt!

    Liebe Grüße – auch an alle, die noch mit sich kämpfen – so wie ich auch

    Brigitte

    Brigitte antworten
  • Dagmar Collinet

    Guten Tag zusammen,

    weniger wollte ich über den Artikel – den ich schlichtweg für äußerst durchdacht und damit für gelungen halte – sprechen, als eher darüber, dass das Loslassen-Wollen von ganz tief unten kommt.

    Ich muss wirklich bereit sein wollen, von allem, was mich schon ein Leben lang blockiert und bremst, mich zu lösen und es muss von mir kommen. Nichts hilft uns Menschen mehr als uns Fragen zu stellen, woran liegt es, dass ich diesen Schritt nicht wage, oder woher kommt meine Angst, auch hilfreich – zumindest war dies bei mir so:

    Habe ich mich von meiner Mutter/meinem Vater bewusst gelöst und kann beiden souverän und friedvoll gegenüberstehen? Welche Bedürfnisse habe ich und erkenne ich sie und nehme sie ernst, welche Bedürfnisse hat mein Gegenüber und wie gehe ich oder er damit um?

    Erst wenn ich mir ernsthaft diese Frage stelle, komme ich weiter.

    Mit meinen Worten wollte ich all jene anregen oder auch zum Nachdenken bringen, denen das Loslassen mögliche Ängste bereitet.

    Mit lieben Grüßen
    Dagmar

    Dagmar Collinet antworten
  • Katta

    Danke für die Tipps.

    Es ist wirklich wichtig, sich zuallererst klar zu machen, was genau eigentlich losgelassen werden soll und welche Vorteile das hat. Etwas schriftlich festzuhalten, kann genauso befreiend sein wie therapeutische Gespräche. Die Mühe lohnt sich. Ein sehr hilfreicher Artikel.

    Katta antworten
  • Trika

    Mein (so wie er sich immer nennt) bester Freund hat mich in der Situation, wo ich am meisten einen Freund an meiner Seite mir gewünscht hätte, bis unter die Gürtellinie zusammengefaltet.

    Er war beleidigend und weit weg von meiner Realität. Ich weiß nicht, wann er mich das letzte Mal gefragt hatte, wie es mir geht. Ich weiß, dass er mir nicht mehr das geben kann, was unsere 15-jährige Freundschaft ausgemacht hat. Ich habe mich mit vielen arrangiert, aber nun hat er mich so tief verletzt und scheint noch nicht mal eine Spur zu erahnen, wie sehr (und ich habe es ihn in ganz einfachen Worten gesagt) er mich verletzt hat.

    Ja, ich will nicht loslassen, aber ich weiß, es wäre besser für mich.

    Trika antworten
  • Blauäugig

    Eventuell bin ich hier ganz falsch … aber ich starte den Versuch, meine Geschichte zu erzählen:

    Ich bin bereits im Rentenalter und verliebt wie ein Mädchen. Vor genau 3 Jahren lernte ich über das Internet einen Herrn kennen. Wir schrieben uns und es war Übereinstimmung vom 1.Buchstaben an.

    … ich bin verwitwet und wollte auf diesem Weg eine Partnerschaft liebevoll – zärtlich – ehrlich …

    Wir vereinbarten ein Treffen. Unsre Wohnorte liegen 350 km entfernt. … wir standen uns gegenüber und es hat BUMM gemacht … mein Gefühl betrog mich nicht … es war beidseitig.

    Er sagte im Laufe des sehr intensiven Gesprächs, dass er gebunden ist und das auch so bleiben müsste …

    Vor dieser Zeit wäre es für mich NIEMALS!!! infrage gekommen, mich auf eine Affäre einzulassen!!!! … hier habe ich mir eingeredet, dass es ja Tausend Möglichkeiten gibt, warum eine Partnerschaft bei ihm nicht funktioniert.

    … er war zu allem Übel für mich auch gesellschaftlich sehr hoch angebunden, was ich allerdings erst später durch googeln erfahren habe …

    Wir haben uns anfänglich täglich Emails geschrieben und er hat angerufen … wir haben uns ca. 1x im Monat getroffen … meistens bei mir.

    Wir haben unglaublich intensive und emotionale Stunden verbracht … aber eben auch nur Stunden … und ich habe trotzdem gelitten wie ein Tier … zum einen war das eine unmögliche und nie gewollte Situation für mich, und mein schlechtes Gewissen bringt mich fast um den Verstand …

    Soooo oft wollte ich diese unwürdige Situation beenden … es gelingt mir nicht!!!
    ….wenn er sich meldet bin ich wie Wachs…man nennt es wohl Abhängigkeit…..SOS…

    Blauäugig antworten
    • Monika

      Liebe Blauäugig,

      ich habe Deine Geschichte gelesen und spontan möchte ich Dir sagen: geniesse doch jede Stunde dieser wundervollen Beziehung, wann hat man denn schon das Glück, solche Momente zu erleben.

      Vielleicht kommt der Moment, wo die gesellschaftlichen Zwänge nicht mehr da sind und alles ändert sich. Die Beziehung Deines Traummannes wäre auch nicht besser, wenn es Dich nicht gäbe. Aber Deine Lebensakkus wären nicht so voll…. Und Dein Gewissen: Du nimmst der anderen Frau ja nichts weg….

      Es ist nur eine infragezustellende Norm, die uns manchmal am wahrhaftigen Leben hindert.

      Wenn Du meine Email-Adresse siehst, können wir gerne auch privat kommunizieren.

      Herzlich M

      Monika antworten
  • Lisa

    Hallo ihr Lieben,

    durch Zufall bin ich auf diese Seite gestoßen, was mir schon einige Denkanstöße verschafft hat. Doch trotzdem fällt es mir so schwer, eine gute Entscheidung zu treffen.

    Zu meiner Geschichte:

    Ich bin seit 11 Jahren in einer Beziehung (noch dazu meine erste), wir mussten viel gemeinsam durchstehen, da wir beide verstoßene Kinder sind, seit zwei Jahren melden sich unsere Familien wieder und vor allem meine sieht unsere Beziehung als falsch an und dass er nicht gut für mich ist. Sie sagen, ich lebe nicht mein Leben, sondern das seine. Doch ich sehe es als unser Leben und ja, ich bin nicht da wo ich sein wollte, trauere sehr meinem Verlust eines Kindes nach und vielem mehr. Doch ich sag mir immer ‘kommt Zeit kommt Rat’.

    Doch seit dem Verlust des Kindes (wo wir uns nicht gegenseitig helfen konnten, sondern jeder für sich) kam die Frage mit kämpfen wir umsonst!?

    10 Jahre sind vergangen, in denen wir uns immer wieder beweisen mussten, und mittlerweile bin ich es leid und will einfach nur weit weg, was auch nicht die Lösung sein kann.

    Ich will das Ganze nicht aufgeben, sondern einfach glücklich werden und nicht jeden Tag neue Steine in den Weg bekommen.

    Wenn wir für uns sein können, sind wir glücklich, aber drüber hinaus ist es anstrengend.

    Vielleicht versteht mich ja hier jemand.

    Liebe Grüße

    Lisa antworten
  • Ante

    Hallo in die Runde,

    ich hab die Erfahrung gemacht, dass es sehr hilft, sich auszusprechen. :-) Dass man sich einmal öffnet, ich glaube, das bekomme ich schon ganz gut hin, manchen fällt das ja auch eher schwer.

    Und online ist ja auch nochmal besonders. Was mir so schwerfällt, ist das Loslassen. Und ich fürchte echt, es hat nicht einmal etwas mit demjenigen Menschen zu tun, von dem ich mich trennen muss, sondern mit der riesengroßen Angst vor Veränderung, die irgendwie ganz tief in einem sitzt.

    Wenn man diese Angst herausoperieren könnte, würde ich es womöglich riskieren. Da es ein Ding der Unmöglichkeit ist, muss ich auf eine günstige Gelegenheit warten, weil ich ein abhängiger Mensch bin mit gewissen Schwächen. Natürlich nicht nur die. Ich hab wirklich eine richtig schlimme Angst und mein Körper demonstriert, dass er nicht mehr wirklich Lust drauf hat.

    Vielleicht weiß da jemand was? Vielleicht gibt es ja doch die eine Wunderpille?

    Beste Grüße
    Ante

    Ante antworten
  • Anna-Lena Hees

    Hallo, ich bin gerade selbst über diesen Artikel gestolpert.

    Mein Problem ist, dass ich (klingt komisch, ich weiß!) innerlich immer noch sehr an meiner ehemaligen Deutschlehrerin festhalte, weil ich sie sehr gern hatte und sie mich unterstützt hat, wo sie nur konnte.

    Merkwürdigerweise war sie immer wie eine große Schwester für mich, obwohl ich eigentlich zu gut wusste, dass das nicht sein darf. Aber ich habe mich seit meiner Kindheit immer an irgendeinen Menschen geklammert, weil ich so das Gefühl hatte, nicht alleine zu sein.

    Leider habe ich genau diese Menschen stark eingeengt, so auch meine Lehrerin. Vor zwei Jahren habe ich Abitur gemacht, und sie hat wegen dieses Engegefühls einen klaren Cut gesetzt, kurz gesagt, will sie wohl so gar nichts mehr von mir wissen.

    Zunächst hatte ich das Gefühl losgelassen zu haben, habe den Cut akzeptiert, und es ging mir erst gut. Nun bin ich aber wieder in so einer Phase, in der ich pausenlos an sie denke und fast jede Nacht von ihr träume.

    Ich merke, wie sehr ich an ihr festhalte, und dadurch nicht bereit bin, irgendwas ohne sie zu machen, obwohl mir ja nichts anderes übrig bleibt und ich ja schon alles ohne sie mache, mir aber innerlich vorstelle, dass sie dabei wäre.

    Ich stelle mir immer wieder vor, wie wir miteinander reden und lachen, weil ich das Gefühl habe, es würde mir gut tun.

    Ich habe diesen Cut mal akzeptiert, aber bin gerade an einem Punkt, an dem ich es nicht mehr kann und mit allen Mitteln versuche, ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Allerdings kann es so auch nicht weitergehen, denn sie blockt mich ja immer weiter ab.

    Ich weiß, dass ich es schaffen muss, loszulassen, und immer wenn ich mir einrede, ich bin bereit, steigt in mir Unbehagen auf, das mich ausbremst.

    Ich wünsche mir so sehr noch ein Gespräch mit ihr, weil sie viele Aktionen von mir und meine Suche nach Nähe fehlinterpretiert hat, nur weiß sie es nicht und verfolgt ihre eigenen Ansichten.

    Trotzdem muss ich es schaffen, loszulassen, damit ich guten Mutes mein letztes Jahr des Germanistik-Studiums antreten kann. Diesbezüglich werde ich die oben genannten Tipps einmal ausprobieren. Mal schauen, ob es klappt.

    Anna-Lena Hees antworten
  • Antje Willi

    Ich würde sagen, wenn mans aus der Schule rausgeschafft hat, dann ist es eine aufregende Zeit.

    Antje Willi antworten
  • Gaby

    Trennung nach 16 Jahren. Es gibt eine “Neue”, doch unsere (alte) Bindung ist weiterhin groß. Es besteht eine Freundschaft, doch die Treffen machen mich traurig. Wie kann ich loslassen ohne die Freundschaft zu verlieren? Die Trennung ist nun 7 Monate her.

    Gaby antworten
  • Antje

    Es stimmt! Sobald wir es geschafft haben, uns selbst zu überwinden und mit den üblichen, gewohnten, alten (Verhaltens-)Mustern brechen, kann uns das wundersame, heilvolle, neue Begegnungen bescheren.

    Antje antworten

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