5 Tipps für den Umgang mit einem Choleriker

Cholerischen Menschen genügt oft ein nichtiger Grund, um aus der Haut zu fahren. Wutausbrüche und Beleidigungen stehen dabei häufig auf der Tagesordnung. Solche Wutausbrüche stellen für Menschen im Umfeld des Cholerikers eine große Belastung dar.

Als Beispiel sei hier ein cholerischer Vorgesetzter genannt. Betritt dieser Vorgesetzte den Raum, so zieht es manchem Mitarbeiter den Magen zusammen. Spannung liegt in der Luft.

Aber auch in der Partnerschaft sind Choleriker alles andere als harmoniefördernd und nicht selten der Grund für eine Trennung. Denn Choleriker – und das können natürlich sowohl Männer als auch Frauen sein – neigen dazu, den Partner runterzumachen. Dieses unangebrachte Verhalten kann mehrere Gründe haben, die ich hier beschrieben habe:

» Warum Choleriker andere runtermachen
und schlechtmachen – 10 Gründe

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Eine Beziehung mit einem Choleriker kann eine große Belastung sein.

Aber wie umgehen mit einem Choleriker?

Dazu fünf Tipps:

1. Ausweichen

Falls möglich, sollte man den Umgang mit solchen Menschen meiden. Das ist häufig nur durch einen Arbeitsplatzwechsel oder die Trennung vom Partner möglich. Auch wenn das alles andere als einfach ist und für viele die letzte Option – aber es geht um das eigene Wohlbefinden und das sollte man nicht außer Acht lassen.

2. Gelassen bleiben

Das schreibt sich zwar leicht – ich weiß. Aber wenn man bei einer Auseinandersetzung mit einem Choleriker selbst laut wird, kann die Konfrontation eskalieren. Wenn man hingegen abwartet, möglichst ruhig und gelassen bleibt, ist das Gewitter schnell vorbei.

Denn ein Choleriker ist in der Regel innerhalb weniger Sekunden auf 100, aber genauso schnell wieder auf 0.

Auch Rechtfertigungen gilt es zu vermeiden. Für den Choleriker sind Rechtfertigungen in der Regel ein Schuldeingeständnis.

3. Bemerkungen bzw. Antworten mit Bedacht wählen

Möglichst keine sarkastischen oder provozierenden Bemerkungen, auch wenn sie gelassen kommuniziert werden. Solche Bemerkungen schüren die Weißglut des Cholerikers.

4. Perspektive ändern

Machen Sie sich bewusst, dass Ihr cholerisches Gegenüber eigentlich eine „arme“ Person ist, die sich nicht anders zu behaupten bzw. zu helfen weiß.

Mit dieser Sicht der Dinge befreien Sie sich aus der Opferhaltung.

5. Nicht verharmlosen

„Das ist ja alles halb so schlimm!“ oder „Da gibt es keinen Grund, sich aufzuregen!“ Solche Aussagen mit der Absicht, den Choleriker zu besänftigen, bewirken eher das Gegenteil. Denn für ihn ist sein Wutausbruch vollkommen berechtigt.

Fazit

Der Umgang mit Cholerikern ist immer schwierig und für jede Beziehung, ob geschäftlicher oder privater Natur, eine Belastung. Cholerikern selbst ist oft gar nicht bewusst, was sie mit ihrer Verhaltensweise alles „zerstören“. Sie sind sich häufig selbst hinderlich.

Hat man eine cholerische Person in seinem Umfeld und ist dieser nicht bereit, an seiner Verhaltensweise zu „arbeiten“, sollte man zum eigenen Wohlbefinden den Kontakt so weit wie möglich vermeiden.


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Kommentare

  • Ich liebe meinen Choleriker! Es ist jeden Tag eine neue Herausforderung und ich selbst habe es in der Hand, ihn mit meinem Verhalten zu steuern. Ich habe viel über das Gewicht von einfachen Worten und Gesten gelernt, kann ihn ganz wie es mir gefällt zum sanften Tiger oder zum brüllenden Löwen erwecken. Das ist ein Spiel, was wir jeden Tag mit 0:0 von neuem beginnen. ;o))

    Sandra Schrader antworten
    • Ursel

      Liebe Sandra,

      schön, dass Sie es mit “Ihrem” Choleriker so spielerisch aufnehmen können! Der, mit dem ich es zu tun habe, spielt nicht und lässt auch nicht mit sich spielen! Scheinbar kann man die Art der “Cholerie” in Kategorien einteilen. Wie schlimme Krankheiten!

      Hoffentlich steigert sich bei Ihnen die Kategorie nicht – nicht, dass auch Spiel mit einem Mal Ernst wird! Das wünsche ich Ihnen sehr. Das Leben, das ich leben muss, ist auf keinen Fall ein Spiel und war es von Anfang an nicht, es lässt sich auch nicht spielerisch bewältigen oder sehen, so gerne man das auch möchte.

      Die Angst, die man täglich empfindet und bewältigen muss ………. ist kein Spiel!

      Alles Liebe wünscht Ihnen Ursel

      Ursel antworten
      • Ursula Beyeler

        Liebe Ursel,

        Ihre Worte haben mir gut getan. Viel zu lange habe ich mir einreden lassen, dass man es selber in der Hand hat, wie mit einem umgegangen wird. Ihre ehrlichen Worte beweisen mir einmal mehr, dass dem eben nicht so ist. Vom Spiel mit derlei Leuten rate ich ebenfalls dringend ab.

        Ich halte mich an die Maxime, die Mitmenschen mit Respekt zu behandeln und gehe denen nach Möglichkeit aus dem Weg, die dies selber nicht tun (können).

        Alles Liebe
        Ursula

        Ursula Beyeler antworten
    • sunflowerjanosch

      Wie kann man das Leben mit einem Choleriker als Spiel betrachten?

      Für mich und meine Kinder ist es die Hölle … inzwischen fast jeden Tag ein Ausbruch. Verletzend, niederschmetternd, kraftraubend, Selbstwertgefühl auf Null gefahren.

      Der größte Fehler meines Lebens, diesen Menschen zu heiraten.

      sunflowerjanosch antworten
      • Vinet

        Hallo, haben Sie nun Ihren Mann verlassen?

        Liebe Grüße

        Vinet antworten
      • pinklady

        Das glaub ich Dir!!!! Mir gehts genauso und mittlerweile kann ich ihn nicht mehr ertragen!!!

        pinklady antworten
    • moneypenny

      Mit einem Choleriker spielt man nicht. Das kann sehr schief gehen. Die meisten schreien nicht nur, sondern schlagen auch in ihrer Wut.

      Was Sie tun – ihn gezielt zu provozieren -, ist sehr bedenklich und lässt mich an Ihrer Person zweifeln. Sie machen dem Choleriker mit Ihrem Verhalten klar, dass sein Verhalten “nicht so schlimm” also “in Ordnung” ist. Das ist es nicht. Das ist kein Spiel.

      Und sollten Sie sich jemals von dem Mann trennen, haben Sie ein Monster geschaffen für alle anderen, die mit ihm zu tun haben müssen.

      PS: Ihr “Spiel” haben Sie bereits verloren, bevor Sie damit begonnen haben. Sie wissen es nur noch nicht. Achten Sie auf Ihre Gesundheit und Ihre Sicherheit. Liebe bedeutet nicht, jeden Tag einen Machtkampf zu führen.

      Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und viele harmonische Tage für Sie.

      moneypenny antworten
    • Stern kleine Rose

      Hallo Sandra,

      du wirst, auch wenn du es glaubst, nie einen anderen Menschen auf Dauer manipulieren können. Ich selbst lebe seit fast 12 Jahren mit einem Choleriker zusammen und habe ihn etwas “gezähmt”, aber nur, weil ich eine starke Persönlichkeit habe.

      Seine Ausbrüche kommen unerwartet. Mit mit der Zeit kann alles ein Grund zum Ausrasten sein. Bei mir ist es z. B., dass ich nach 10 Jahren wieder zum Arbeiten begonnen habe. Ein tolles Gefühl, Menschen um sich zu haben, die einen schätzen.

      Nur jetzt hat mein Partner den Eindruck, ich werde negativ beeinflusst, weil ich mehr Selbstbewusstsein habe. Also ein Grund, obwohl wir uns einig waren, dass ich arbeiten gehe. Und so könnte ich 1.000 andere Gründe nennen. Dinge, die am Anfang harmlos und lustig erschienen, sind auf einmal ein Problem.

      Mein Choleriker ist noch nicht so extrem. Es ist zwischen seinen Ausrastern ganz in Ordnung. Er schmeißt auch nichts rum (jetzt nicht mehr, aber war am Anfang unserer Beziehung ganz schlimm), und handgreiflich ist er noch nie geworden, weil er weiß, dass ich mir das nicht gefallen lasse.

      Also an alle Leidensgenossen, wenn ihr das Gefühl habt, es geht nicht mehr, zeigt eurem Choleriker ganz deutlich, dass er Grenzen überschreitet. Egal ob Chef, Partner oder Elternteil.

      Ihr seid geistig stärker und braucht euch nicht klein zu reden. Aber versucht ihn nicht zu “kontrollieren ” oder zu “manipulieren”.

      Sandra, ich hab nur noch eine Frage: Kannst du Feuer bändigen? Denk mal darüber nach. Bevor du weiter der Meinung bist, alles im Griff zu haben. Dein Spiel ist gefährlich.

      Stern kleine Rose antworten
    • Viktoria

      Liebe Sandra Schrader,

      sagen Sie mir bitte, wie Sie das machen! Ich liebe auch meinen Choleriker. Aber anstatt es zu ignorieren, versuche ich ihm immer wieder verständlich zu machen, wie ich mich fühle. Aber es ist so, als ignoriert er es oder er versteht es immer falsch und ist im Nu noch geladener. Ich kann nicht mehr.

      Anfangs dachte ich wirklich, ich würde immer alles falsch machen. Ich habe mich in den letzten fünf Jahren immer so bemüht, egal in welcher Hinsicht … Und er ist so einsichtslos.

      Es wäre so lieb von Ihnen, wenn Sie ein paar Tipps geben könnten, wie sie Ihren Tiger zähmen. ;)

      Meiner ist auch noch Löwe als Sternzeichen :D

      Viktoria antworten
    • Ari-Jane

      Hallo Sandra,

      wie genau hast du das geschafft? Ein paar Tipps wären super.

      Ari-Jane antworten
  • Jana

    hallo. ich bin neu hier. meine familie und ich haben auch einen choleriker in unserer nähe.
    ich denke mir immer, dieser mensch muss phsychisch krank sein. zu viel adrenalinausstoß.

    er ist vorstand von einem tennisclub und ist total unbeliebt. viele spieler hassen ihn. als lehrer kommt er nicht voran, weil sein cholerisches temperament ihm im wege steht.
    bei meinem mann und mir traut er sich nicht. jedoch mein sohn hat regelrecht auseinandersetzungen mit ihm.

    Jana antworten
    • moneypenny

      Wechseln Sie doch einfach den Tennisclub! Lieber 15 Minuten länger zu einem anderen Club fahren als sich anschreien zu lassen. LG, Moneypenny

      moneypenny antworten
  • Elisabeth

    Es ist soweit, mein Entschluss steht fest. Ich werde kündigen, weil mein Chef ein irrer Choleriker ist …

    Heute bin ich mal wieder mit Tränen in den Augen vom Büro nach Hause gefahren, obwohl ich eine starke, innerlich gefestigte, erwachsene Frau bin.

    Seine cholerischen Anfälle lebt mein Chef auf meine Kosten aus. Ich komme mir vor wie ein Blitzableiter.

    Dabei fallen Sprüche wie “das will ich bis morgen 10 Uhr auf dem Tisch haben, sonst können Sie Ihre Sachen packen” / “sind Sie nicht in der Lage, etwas ordentlich abzuheften?” usw. Und dies betrifft meist Vorgänge, die ich nicht einmal bearbeitet habe.

    Überstunden werden nicht ausgeglichen, und es fehlt jegliches Gefühl dafür, wie lange bestimmte Arbeitsabläufe dauern. Bei Telefonaten mit Kunden quatscht er permanent rein, sodass ich praktisch mit jedem Ohr woanders hinhören muss.

    Ich antworte meist kurz und ruhig, indem ich sage “ich kümmere mich drum” oder “mach ich” oder “ich schau mal nach“, und drehe mich dann um. Aber der nächste laute cholerische Anfall wird kommen, wie ein plötzlicher Regenschauer.

    Schade für ihn, denn ich mache meinen Job nämlich echt gut und zuverlässig.

    Elisabeth antworten
    • Liebe Elisabeth!

      Aufgeben tut man einen Brief mit der Post … Sag ihm klar ruhig und bestimmt, dass es so nicht weitergeht, dass du jedoch deinen Job gut machst und sollte er losbrüllen, sag ihm, du willst nicht, dass er so mit dir redet, drehe ihm den Rücken und arbeite ruhig weiter … wenn das auch nichts bringt … lass es sein und kündige.

      Barbara antworten
  • Martina

    Auch ich habe einen Choleriker als Chef.

    Habe vor zwei Jahren in seinem Unternehmen angefangen. Er hat mich selber geholt. Obwohl ich davon schon vorher gehört hatte, fing ich bei ihm an. Am Anfang riss er sich zusammen und ich versuchte ein gutes kollegiales Verhältnis aufzubauen. Bin von Natur aus eher lustig.

    Es schien zu fruchten, zumindest glaubte ich das bis gestern. Da bekam er grundlos einen schlimmen Anfall. Ich wusste gar nicht, wie ich dazu kam, konnte damit nicht umgehen und ärgerte mich furchtbar. Da ich eine erwachsene gestandene Frau bin, habe ich auf Tränen verzichtet. Das ist er mir nicht wert.

    Dank Ihres Artikels bzw. Ihrer Tipps werde ich mich wohl darauf einstellen müssen. Eigentlich sind solche Menschen zu bedauern. Habe auch keine Lust, mir deshalb mein Leben versauen zu lassen. Im Notfall kündige ich.

    Martina antworten
  • Josy

    Also den Kommentar von Sandra kann ich nicht verstehen!?

    Ich hatte einen Vater als Choleriker. Dann kann man nicht ausweichen oder kündigen. Wenn man so jemanden in der Familie hat, dann weiß man, wie man sich zu verhalten hat.

    Wie oben geschrieben wurde, muss man Satz für Satz überlegen, bevor man ihn sagt, und oft lieber schweigen. Als Pubertierende war das für mich eine echte Herausforderung. Denn rebellierte ich, hatte ich entweder einen Knall oder einen auf 120 gesteigerten, wütenden Vater, der nur darauf wartete, dass noch etwas kommt, um einen Wutausbruch zu haben. Diskussionen konnte man mit ihm keine führen.

    Meine Mutter war so sanftmütig. Sie steckte alles ein. Sie war viel zu lieb, um sich zu wehren. Oftmals war auch sie diejenige, die meinen Vater wieder besänftigen konnte. Doch leider erkrankte sie viel zu früh an Alzheimer und so hatten wir niemanden mehr, der es schaffte, meinen Vater zu besänftigen.

    Ich war damals gezwungen, in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, ansonsten wäre ich untergegangen. Als ich dann älter wurde, fing ich mich an zu wehren und so kam es, dass ich eines Tages meinem Vater eine zurückknallte. Seitdem hat er mich niemals mehr geschlagen. Allerdings musste ich als erwachsene Frau erst lernen, mit Konflikten anders umzugehen, als ich es von meinem Vater mit seinen Aggressionen und Wutausbrüchen gewohnt war. Ich kann Euch sagen, dass das nicht so einfach ist. Zu schnell heißt es heute, man hätte eine schlechte soziale Kompetenz.

    Heute habe ich mit professioneller Hilfe meine soziale Kompetenz im Griff und habe Krankenpflegerin gelernt. Meine Eltern sind gestorben und meinem Vater habe ich sein schlechtes Verhalten verziehen, da er an Kinderlähmung litt und ständig einen zu geringeren Selbstwert hatte. Er konnte nichts dafür, außer den Alkoholeinfluss zu dämmen.

    Josy antworten
    • Martin

      Danke für diese Worte, mir ging es ähnlich und spüre es noch heute.

      Martin antworten
    • Marc

      Hallo Josy,

      mir geht es genauso! Mein Vater ist Choleriker und nun ist meine Mutter, die viel mit ihm durchmachen musste, früh an Alzheimer erkrankt. Er macht viel für sie, aber mit seinen “Aktionen” macht er auch wiederum viel kaputt.

      Schon seit ich denken kann, wurde ich für harmlose Situationen teils sehr hart angegangen und bin daher auch ein sehr vorsichtiger Mensch, denn ich habe heute noch das Gefühl, dass ich für kleine Fehler bestraft werden “müsste”. Das erschwert mir zum Teil den Umgang mit Vorgesetzten, da ich mich dann schlechter mache als ich eigentlich bin oder mich gar nicht traue, irgendwas anzusprechen.

      Seit ein paar Wochen werde ich auch gedrängt auszuziehen, obwohl es mir finanziell momentan nicht gut geht, aber das ist ihm egal.

      Marc antworten
    • Claudia

      Hallo Josy,

      ich erkenne mich in Ihrer Geschichte wieder. Auch ich habe einen cholerischen Vater, der mich (und die Familie) tyrannisiert. Er ist inzwischen 82 und an Starrsinn nicht zu überbieten.

      Der Kontakt mit ihm tut einfach nur weh. Ich fühle mich erniedrigt, beleidigt und manipuliert. Er vergiftet und lähmt mich. Ein friedliches Auskommen ist zeitweise möglich, wenn ich zurückstecke und ruhig bleibe. Dennoch verletzt mich sein Verhalten so sehr, dass ich mich nur noch vor seinen Attacken schützen kann, indem ich fern bleibe.

      Nun kämpfe ich gegen mein schlechtes Gewissen, eine schlechte Tochter zu sein, die sich um ihren alten Vater nicht kümmert. Denn so stellt es sich nach außen dar.

      Ich bin seit Jahren in psychotherapeutischer Behandlung, um mit meinen alten Verhaltensmustern aufzuräumen. Ich komme nur minimal vorwärts. Zu groß sind die Verletzungen durch die destruktiven und respektlosen Verhaltensweisen meines Vaters, die seit frühester Kindheit auf mich einwirken und mich geformt haben. Wie um Himmels Willen soll ich es nicht persönlich nehmen, wenn jemand sein gesamtes Gift auf mich versprüht?

      Immer wieder habe ich zugelassen, dass ich mich in meiner Enttäuschung und Wut auf seine Ebene begebe und ich mich damit emotional total verzettelt habe. Aber das war nicht ich! Ich bin eher die Mitfühlende, die Ausgleichende und doch hat er mich mit seinen verbalen Übergriffen ausrasten lassen. Später habe ich mich dafür selbst verachtet, wie ich mich so überfahren lassen konnte. Ein Teufelskreis.

      Ich weiß nur, dass ich ihn nicht ändern kann, dass ich ihn niemals überzeugen werde. Noch immer hoffe ich, dass ich in seinen Augen mal etwas leiste, was Anerkennung und Lob verdient. Nur ich kann meine Verhaltensweise ändern. Das ist unfassbar schwer. Durchatmen. Verstand einschalten. Emotionen ausschalten. Dinge von der Seite betrachten. Nicht mehr blind und wütend zurückschlagen. Nicht mehr nur reagieren. Das Spielchen nicht mehr mitspielen.

      Liebe Grüße, Claudia

      Claudia antworten
  • Barbara

    Ich hatte ebenfalls vor vielen Jahren einen Choleriker als Vorgesetzten.

    Ich war nach einigen Monaten glücklich, als ich mit einer Kollegin den Arbeitsplatz tauschen konnte. Somit war ich wieder an meinem Wunscharbeitsplatz. Glücklicherweise wollten wir damals beide tauschen und allen Beteiligten war geholfen.

    Ich bin aber auch dankbar für diese Erfahrungen. Hierdurch habe ich gutes Führungsverhalten zu schätzen gelernt. Insgesamt ist mir bewusst geworden, dass mir ein fairer Umgang bei Führungskräften besonders wichtig ist.

    Barbara antworten
  • Skarlet

    Meine Mutter wie mein Opa waren Choleriker, z.B. bin ich wegen einem Glas umgefallener Milch stundenlang angeschrien worden.

    Einmal im Urlaub hatten wir eine Ferienwohnung gemietet. Ich war damals 9 Jahre alt, wollte eigentlich meiner Mutter eine Freude machen und habe nach dem Essen abgespült. Leider ist mir ein dummes Missgeschick passiert: Aus Versehen habe ich einen Topf, in dem noch Nudeln drin waren, die meine Mutter für den nächsten Tag aufheben wollte, ins Spülwasser gezogen. Sie ist darauf hin vollkommen ausgerastet, hat mich 1 Stunde lang angeschrien, wie doof und dämlich ich doch sei und ein paar Ohrfeigen gab es auch noch. Selbst am nächsten Tag, als sie was Neues kochen musste, hat sie nochmal einen Wutanfall bekommen.

    Das ist über 20 Jahre her und ich weiß es noch als ob es gestern geschehen sei. Ich hab mir damals vor Angst fast in die Hosen gemacht. Und das ist nur eine von vielen solcher Aktionen. Ich könnte ein Buch darüber schreiben. Vielleich sollte ich das machen und es ihrem Priester schicken, zu dem sie jeden Tag in die Kirche rennt.

    Hätte ich Kinder, ich glaube nicht, dass ich sie lange bei ihr lassen wollte, wenn ich nicht dabei wäre, von wegen 2 Wochen Ferien bei Oma, sowas käme nie in die Tüte.

    Ich wohne heute auch auf der anderen Seite vom großen, tiefen Teich und war schon einige Jahre nicht mehr zu Hause und ein nächster Besuch steht auch noch in den Sternen. Ich gebe keine $ 2000 Reisekosten aus, um mich noch anschreien zu lassen, wenn ich es wage, anderer Meinung zu sein. Mir reicht noch der letzte Besuch. Das Geld für die Reise hätte ich besser für was anderes ausgegeben.

    Wer mit Cholerikern wirklich klarkommt, ist zu bewundern. Ich setze alles daran, um solche Kreaturen aus meinem Leben rauszuhalten.

    Skarlet antworten
  • Bibi

    Hallo!

    Ich habe alle Kommentare gelesen und bin ehrlich gesagt etwas erleichtert, dass es viele Menschen gibt, die mit so etwas zutun haben.

    Mein Mann ist (so glaube ich) auch ein Choleriker, und ich bin so langsam am Ende meiner Kräfte … Ständig hat er seine Attacken und dann stellt er auch noch alles so dar, als sei alles in Ordnung …

    Nach seinem Wutausbruch streiten wir uns fürchterlich und dann soll ich alles wieder vergessen. Wenn ich das nicht tue und ihn missachte, dann bin ich seiner Meinung nach völlig zu unrecht nachtragend und er stellt sich in die Opferrolle.

    Er kann in keinster Weise mit Stress umgehen und hat uns schon so manchen schönen Tag versaut.

    Es wäre für mich auch alles halb so wild, wenn er dazu stehen würde, dass er ein Problem hat und zumindest versucht, an sich zu arbeiten. Aber für ihn ist alles in Ordnung und wenn es soweit kommt, dass er wütend wird, dann sind die anderen ja selber schuld.

    Man kann sich jetzt natürlich die Frage stellen, warum ich mich nicht trenne?!?!?

    Zwischen diesen Wutausbrüchen ist er ein toller Mann, guter Vater, sehr fleißig. Wir haben drei Kinder. Zwei davon hat er mit in die Beziehung gebracht, und er tut alles dafür, dass es mir und den Kindern gut geht. Das alles macht es mir nicht leicht.

    Ich habe das Gefühl, dass ihm total die Kontrolle über sich selbst entgleitet. Ich bin im Moment ratlos und werde versuchen, mit ihm einen Psychologen aufzusuchen.

    Bibi antworten
    • Grace

      Du sprichst mir gerade so aus der Seele!!

      Es passt eins zu eins zu meinem Ex-Freund. Wir haben uns erst letzte Woche getrennt, der Auslöser war eher harmlos. Wir hatten verschiedene Ansichten und als ich ihm versucht habe zu erklären, wie ich es sehe und dass mich die Art wie er redet, verletzt, antwortete er mir: “… dann nimm dir das Leben oder suche dir einen Psychologen!”

      Da hab ich den Entschluss gezogen, mich zu trennen und mit meiner Tochter erstmal zu meinen Eltern zu ziehen, bis ich eine Wohnung hab.

      Wenn wir uns nicht streiten, ist er der absolute Traummann und so liebevoll. Aber mit ihm zu leben, ist wie mit einer tickenden Zeitbombe zu leben. Man weiß nie, was er als nächstes hat oder sagt.

      Trotz allem hab ich das Gefühl, dass eine Tonne auf meiner Brust liegt. Ich vermisse ihn und wünschte, die Zeit zurückzudrehen.

      Ich weiß nicht, ob er sich jemals ändern wird, denn er sieht es selber nicht ein und Freunde oder Familie trauen sich auch nicht, ihm die Meinung zu sagen, da er sonst als Freund ein toller Mensch ist, nur in der Beziehung wird er mal zum Tyrann.

      Es ist zum Verzweifeln und ich wünschte, ich könnte die nächsten Monate durchgehend schlafen, um diesen Schmerz nicht zu empfinden …

      Grace antworten
      • madeleine

        Liebe Grace,

        wie schon die anderen auch sagten, sprichst auch du mir aus der Seele. 1 zu 1 passt alles, was du geschrieben hast.

        Ich bin (auch wie einige andere) mit einem Choleriker verheiratet. Nach einer kurzen Trennung Mitte diesen Jahres hatte ich jemand anderes, was ich auch jedem empfehle, der von einem Choleriker wegkommen will. Mir ging es super gut, ich habe mich befreit gefühlt, ich war glücklich und meine Kinder waren es auch. Bis der Tag kam, an dem wir uns wieder näher kamen und ich zurück ging.

        Anfangs war nichts wie zuvor. Ich dachte, wow die Trennung hat echt was gebracht. Er meinte auch, er hatte viel Zeit zum Nachdenken. Nichts war wie zuvor. Alles super. Aber mittlerweile, seit etwa einem Monat, geht das schon los, fängt alles wieder von vorne an. Fast täglich Wutausbrüche, wenn man nicht seiner Meinung ist oder ihm Kleinigkeiten gegen den Strich gehen.

        Ich bin schon wieder nervlich fertig und ziehe eine erneute endgültige Trennung in Erwägung.

        Allen hier weiterhin ganz viel Kraft!!!!

        madeleine antworten
        • Tina

          Hallo Madeleine,

          ich kenne jedes Deiner Worte sehr genau. Eine bestimmte Zeit auf Abstand zu gehen hat keinen Sinn. Auch ich habe es mehrere Male versucht. Alles ohne Erfolg. Die ersten 2 Wochen nach der Trennung ging es gut, aber dann war es genau so wie vorher.

          Ja, man braucht viel Kraft mit einem Choleriker verheiratet zu sein. Ich rate jedem, sich von einem Choleriker zu trennen. Diese Menschen können sich nicht ändern.

          Mein Mann war mehrere Male in einer ärztlichen Behandlung, aber nichts hat geholfen. Jetzt ist er ein alter kranker Mann, aber immer noch sehr cholerisch. Nun warte ich nur noch, dass Gott uns trennt. Schlimm, wenn man so denken muss.

          Er hat alle guten Gefühle, die ich je für ihn hatte, ausgelöscht. Lass Du es nicht soweit kommen und mache eine Schlussstrich. Du wirst sehen, das Leben wird lebenswerter.

          Ich hoffe für Dich, dass Du es besser machen kannst als ich und wünsche Dir ganz viel Kraft dazu!

          Tina antworten
          • Viktoria

            Bis etwa vor einem halben Jahr wusste ich gar nicht, dass mein Freund Choleriker ist. Ich dachte einfach, er hätte Wahnsinnsansprüche und schon seit fünf Jahren versuche ich mich zu verbessern und hinterfrage ständig, was an mir falsch ist. Erst vor Kurzem habe ich eingesehen, dass ich einfach so ein Typ Mensch bin und von solchen gibt es noch viele andere. Aber ich hatte immer und auch jetzt noch das Gefühl, ich muss an mir arbeiten.

            Und es ist einfach so traurig, weil mein Freund ein so guter Mensch ist, der für seine Familie und Freunde und auch für mich versucht, es immer recht zu machen. Er bemüht sich und ihm sind Dinge auch nicht egal. Aber dann gerät er plötzlich wegen Nichtigkeiten so in Rage. Und ich kann einfach nichts dagegen tun. Mir war es eben nicht bewusst, dass Choleriker, egal was man sagt, nicht zu besänftigen sind.

            Ich habe mich immer bemüht, ihm verschiedene Sichtweisen zu bieten, in der Hoffnung, dass er mich wenigstens ein bisschen versteht. Einfach nur versteht, wie ich mich fühle. Weil ich bin eine Person, die sich nach Harmonie sehnt und Auseinandersetzungen lieber aus dem Weg geht. Aber es macht mich fertig, dass es mit ihm die meiste Zeit nur Auseinandersetzungen gibt. Hinzu kommt, dass er einen Reizdarm hat. Es geht ihm oft nicht gut und das zieht mich zusätzlich runter.

            Gibt es denn dafür gar keine Lösung? Wieso sind Choleriker nur so?

            Manchmal wenn ich an eine Trennung denke, dann habe ich davor schon Angst. Er wird den Grund nicht verstehen und nur denken, ich verachte ihn, ich schätze nicht, was er für mich in den letzten Jahren getan hat und vieles mehr, dabei ist es gar nicht so. Das macht mich so traurig.

            Ich wünsche allen, dass wenigstens eure Choleriker ein bisschen Einsicht gewinnen.

    • Biggi

      Hallo liebe Bibi,

      da ich das selbe Problem wie du habe, wollte ich mal wissen, wie es dir ergangen ist. Hast du einen Psychologen aufgesucht? Hat es was gebracht?

      Da ich auch mit meiner Kraft und meinen Rat am Ende bin, würde ich mich freuen von dir zu hören.

      LG Biggi

      Biggi antworten
  • Carigiet

    Hallo zusammen, ich bin ebenfalls mit einem Choleriker zusammen und empfinde diese Beziehung als äußerst belastend, da wir einen kleinen Sohn haben, der sich dieses Verhalten beim Vater abschaut und auch schon mal mit einem Wutausbruch reagieren kann. Ich halte das kaum noch aus, da ich sehr harmonisch veranlagt bin.

    Carigiet antworten
    • Emma

      Liebe Carigiert,

      ich habe alle Kommentare hier gelesen, jedoch bei deinem fühlte ich mich ertappt. Auch ich wohne mit einem Choleriker zusammen und habe mit ihm einen kleinen Sohn.

      Ich habe die letzte Jahre viel versucht, um entspannter auf die Ausbrüche zu reagieren: Yoga, Achtsamkeitsübungen etc., Psychologen besucht und einen Kurs für gewaltfreie Kommunikation besucht (zum Umgang mit allen Mitmenschen sehr empfehlenswert). Ja, ich habe zugegebenermaßen dadurch versucht, Situationen lenken zu können.

      Leider bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich es zwar schaffe, mich immer häufiger aus den Streitgesprächen rauszuhalten, jedoch die Person ändert sich nicht!

      Und, das ist der entscheidende Punkt für mich, der für die Trennung spricht, dass unser Sohn anfängt ab & zu seinem Vater nachzuahmen. Und das will ich vermeiden.

      Es ist keine leichte Entscheidung, jedoch sehe ich keinen anderen Ausweg.

      Ich wünsche dir & allen anderen betroffenen Lesern Mut & Entschlossenheit im Umgang mit solchen Menschen!

      Emma antworten
      • Grace

        Sieht er es denn wenigsten ein, ein Choleriker zu sein?

        Und wäre er bereit, eine Therapie zu machen?

        Grace antworten
        • Doris

          Hallo,

          nein, würde es niemals. Habs ihm aber auch so direkt nicht gesagt. Angst? Hab ihn letztens darauf hingewiesen, dass ich es nicht so gut finde, wenn er immer so aggressiv ist und austickt und dass es schlecht ist, wenn er, in meinen Augen, so viel Bier trinkt. Seine Antwort: Auch du hast Fehler und dass es mich nix anginge, ob und wie viel Bier er trinke. Und außerdem sei es sonst nicht auszuhalten mit einem Tyrannischen wie mir.

          Das hat mich dann echt getroffen. Ich bin kein Tyrann. Dieses Wort hat mich echt verletzt. Ich schau immer, dass alles passt. Gehe vormittags arbeiten, bringe vorher unsere Kinder in die Schule. Mittag kochen, dann kommen die Kids, essen, Hausaufgaben machen, lernen, Haushalt, unseren Sohn zum Fußball bringen, unsere Tochter ins Ballett, Abendessen richten, dann evtl. noch jeden Vokabeln ausfragen, Kinder zu Bett bringen und dann ist endlich mal Sofa für mich angesagt.

          Und wo hilft mir mein Mann dabei? Nirgends! Und wenn ich dann was sage, ob er vielleicht mal zum Fußball fahren könnte, hat er schon ein Bier getrunken und fährt nicht mehr. Müsse ich halt mittags schon ankündigen. Äh? Na ja. Mein Mann arbeitet Schicht, und ist deshalb viel zu Hause, tagsüber eben auch. Er ist so eigentlich ein fleißiger Mann, geht regelmäßig in seine Arbeit, hilft Freunden, wenn sie ihn brauchen, erledigt zu Hause die handwerklichen Sachen, aber eben nur das, was ihn was angeht.

          Mir hilft bzw. half er nie, weder bei der Kindererziehung noch im Haushalt. Aber wenn da eben etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt, tickt er aus. Schmeckt das Essen nicht so wie gewohnt, fliegt schon mal der Teller oder ist im Kühlschrank nicht das, was er gerade möchte, schreit er rum, wie hätten nix Anständiges zu fressen …

          Ich weiß nicht, es kommen bzw. kamen so viele Sachen zusammen, dass man gar nicht alle erzählen kann. Sogar meine Freundin sagt schon, dass er mich nur noch rumkommandiert. Und es wird immer schlimmer. Er war früher nicht so, und wir sind jetzt knapp 14 Jahre verheiratet.

          Na, jetzt hab ich aber wieder viel geschrieben und mir ist ein bisschen leichter.

          Danke fürs Zuhören bzw. Lesen

          Lg Doris

          Doris antworten
          • Christof

            H I L F E ! ! ! ! ! !

            Hallo Doris,

            ich erkenne mich in deinem Kommentar zu 90 % wieder … Der Unterschied ist, dass wir noch keine Kinder haben, dies aber zurzeit angehen und ich 27 Jahre jung bin …

            Ich bin hier heute gestrandet, da durch “Nichtigkeiten” und in meinen Augen provozierende Antworten und nach 10-maligem “lass es doch bitte!” ich förmlich explodiert bin … Meine Frau sagt mir auch immer, ich sei zu “launisch” und es ist sehr belastend für sie …

            Ich habe nach dem kurzen, aber sehr impulsiven Streit nach ihr getreten (barfuß in Badeschlappen), doch erst nachher an meinem eigenen Fuß und ihren Tränen gemerkt, wie kräftig ich zugetreten hatte … Ihr Bein schwoll sofort an und ich glaube, ich habe ihr Knie getroffen. Sie kühlt es und ich bin unendlich traurig und enttäuscht über meine Reaktion …

            Wir sind seit 7 Jahren ein Paar und über ein Jahr verheiratet. Ich habe mich oft erwischt, dass ich mich aus “wütend machenden Situationen” entferne, da ich weiß und dann immer merke, dass ich kurz vor der Explosion stehe …

            Der körperliche Übergriff hat mir aber heute gezeigt, dass ich mich nicht unter Kontrolle habe und diese liebe und fürsorgliche Frau nicht immer richtig und fair behandle … Sie hätte es aber verdient und das weiß ich … aber wieso?!

            Was kann ich machen? Ich habe so viele tolle Eigenschaften und mit dieser EINEN mache ich das alles nichtig. :(

            Ich WILL SIE NIE MEHR so anfallen! Ich weiß, dass ich immer versuche, ihr die Schuld an der Eskalation zu geben … aber das kann ja nicht sein … ICH hab das Problem!

            WAS SOLL ICH NUN WIE ANGEHEN!?!?!?! BITTE urteilt nicht vorschnell über mich … aber über einen Austausch wäre ich sehr froh …

            Ich möchte (erst seit eben und nachdem ich hier gelesen habe) so keine Kinder … Ich habe dann Angst so wie du, dass ich auch hier Fehler mache… Ich mach zig Fehler, da ich hier gerade auch wieder 7 Bier weg habe … Ich hab so noch einige Dinge, die mich mental belasten und hier sicher mit reinspielen … Ich möchte es doch nur allen recht machen! Vor allem MEINER FRAU! Es tut mir so leid! :(

  • Claudia

    Hallo,

    mein Freund ist auch so ein Kandidat wie oben beschrieben.

    Irgendwie sind diese Menschen doch unglaubwürdig, oder? Bei den Anfällen kommt alles zum Tragen, was man bislang falsch gemacht hat.

    Es macht mich dann traurig, weil doch viele Dinge bereits verziehen oder auch ausdiskutiert sind. Einerseits stellen sie sich in den Vordergrund und sind stets 200%ig und andererseits haben sie Minderwertigkeitskomplexe??? Passt irgendwie nicht zusammen. Mein Freund ist Widder als Sternzeichen, er redet sich so in Rage … furchtbar.

    Ich bin sehr harmoniebedürftig und kenne sowas überhaupt nicht.

    Claudia antworten
    • Ramona

      Hallo liebe Claudia,

      ich kann mich hier mit …. Dein Kommentar erinnert mich sehr an meinen Partner.

      Mein Exmann war Widder u. ein verhältnismäßig leichter Choleriker, was ich damals nicht so wusste. Für mich war es stets schlimm.

      Ich bin seit 9 Jahren geschieden. Lebe seit knapp 4 Jahren mit einem neuen Partner zusammen, auch Widder, u. ein Choleriker der “Extraklasse”. Hätte nicht gedacht, dass es noch eine Steigerung gibt.

      Mein Selbstwertgefühl ist im Keller, bin manchmal wie ferngesteuert u. ertappe mich dabei, dass ich Angst vor ihm habe. Ich bin schon lange am Überlegen, ihn zu verlassen, ist aber auch leider aus wirtschaftlicher Sicht nicht einfach. Ich fühl mich ihm total ausgeliefert.

      Wie ist es jetzt bei Dir? Wäre schön, wenn Du mir antworten würdest.

      Liebe Grüße

      Ramona

      Ramona antworten
    • Jessi

      Hallo Caudia,

      oh ja, ich kann dich gut verstehen.

      Mein Freund ist einfach nur schrecklich. Es ist traurig, dass ich das schreiben muss. Dass man von seinem Freund, den man liebt, sagen muss, er ist schrecklich (wenn es das überhaupt trifft).

      Wegen Kleinigkeiten so auszurasten und zu schreien und das nicht nur zu Hause, sondern auch in der Öffentlichkeit. Das ist mir oft peinlich und die Leute schauen immer blöd.

      Ich bin eine Person, die sich lange etwas gefallen lässt, aber wenn es mir zu blöd wird, dann schrei ich zurück, was natürlich dann seine Wut nicht grade besänftigt.

      Ich wurde oft rausgeworfen … ich soll mich verpissen …. gut, das hab ich dann gemacht, aber 10 Minuten später kommt dann sowas wie “du musst das nicht immer ernst nehmen, wenn ich sage, du sollst gehen.” Mein Gedanke: Ist das dein ernst??? Was soll man auf so eine Aussage antworten?

      Das Neueste: Ich habe ein Instagram-Profil gemacht und habe meinem Freund nichts gesagt. Auf jeden Fall hat er das Profil entdeckt und mich natürlich fertig gemacht. Ich habe geweint, und er hat mich ignoriert und mich ins andere Zimmer geschickt. Dieses Gefühl war der Horror und ich hab mich noch nie so alleine gefühlt wie in dieser Nacht, wo ich alleine auf der Couch verbracht habe.

      Es ist nur ein Profil, was nichts zu bedeuten hat … naja, momentan ist er wie ein Eiszapfen und ich war natürlich so blöd und habe das Profil gelöscht. Wie ich jetzt wieder an ihn rankomme oder was ich genau machen soll – keine Ahnung, ich bin ratlos.

      Jessi antworten
      • Viktoria

        Hallo Jessi,

        ich finde gerade so gut wie zu jedem Kommentar etwas zu sagen. Weil ich einfach nicht wusste, dass es so vielen genau so geht wie mir.

        Als mein Freund und ich vor Jahren das erste Mal nach Paris gefahren sind, hatte er mich in der Schlange vom Ticketautomaten fertig gemacht. Alle haben geschaut. Er war laut, wütend, beleidigend. Und zwar so, dass ich schon an meiner Existenz gezweifelt habe.

        Damals hatte ich von dem Begriff Choleriker vielleicht mal was gehört, konnte mir aber nichts darunter vorstellen. Das war wirklich schrecklich. In einer fremden Stadt, dann so fertig gemacht zu werden und gedroht, dass er mich hier alleine lässt usw. hat er auch.

        Ich habe mich schon sehr oft alleine gefühlt. Es ist wirklich schrecklich, sich hier so auszulassen, weil mein Freund auch so liebenswürdig sein kann und auch ein guter Mensch ist. Er kann ja wohl auch nichts dafür.

        Viktoria antworten
  • Sabia

    Ich hatte auch lange einen Choleriker als Partner. Die Beziehung war für mich zum Schluss nur noch der Horror und doch brachte ich irgendwie nicht die Kraft auf, mich von ihm zu trennen.

    Es kam schließlich doch zur Trennung, aber nur deshalb, weil er die Beziehung nicht mehr wollte. Erst nach einiger Zeit danach wurde mir bewusst, wie viel Energie mich diese Beziehung gekostet hat, wie meine Lebensqualität und auch die unserer zwei Kinder darunter gelitten hatte.

    Heute bin ich froh, dass es so zu Ende gegangen ist. Und mir und den Kindern geht es gut, obwohl sie trotz seiner cholerischen Anfälle einen guten Draht zu ihm hatten und immer noch haben.

    PS: Herr Heidenberger, ich bin schon lange eine “stille Mitleserin” Ihrer Beiträge und habe darin schon sehr viele wertvolle Inspirationen und Hilfen für mich gefunden. Sie schreiben sehr “menschlich” im positiven Sinn. Deshalb mal ein Lob an dieser Stelle und bitte machen Sie weiter so!

    Sabia antworten
  • TutnichtszurSache

    Mein Vater ist auch Choleriker und auch ein Rechthaber. Gibt man ihm nicht Recht, auch wenn er sicher nicht Recht hat, bekommt er einen Anfall.

    Die gesamte Kindheit habe ich mich vor seinen cholerischen Anfällen gefürchtet. Zu Hause herrschte dadurch immer irgendwie dicke Luft. Jeder hat immer darauf geschaut, ja nichts Falsches zu sagen oder zu tun. Wir standen immer unter Spannung. Eine richtig unbeschwerte Kindheit habe ich dadurch eigentlich nie erlebt.

    Jetzt lebe ich nicht mehr zu Hause und irgendwie hat mich mein Vater mit seiner Art auch negativ geprägt. Ich kann mich schwer durchsetzen und bin relativ ängstlich im Umgang mit Menschen und introvertiert. Ich habe mir geschworen, wenn ich einmal selbst Kinder habe, werde ich ihnen sicher ein anderer Vater sein.

    TutnichtszurSache antworten
  • Thomas

    Ich finde, dieser Ratgeber hier bringt das Problem des Cholerikers in seinem Umfeld kurz, prägnant und kompetent rüber. Ich kann die Ratschläge von Herrn Heidenberger sehr gut nachvollziehen und sie können beim Umgang mit solchen Menschen hilfreich sein.

    Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Aussage “Easy to learn, difficult to master” hier besonders zutrifft. Ich kann deshalb nur bestätigen, dass Ratschlag Nr. 1 “ausweichen” in der Praxis tatsächlich der beste ist.

    In meinem Fall ist der Vermieter ein Choleriker, der mit mir hier im Haus wohnt. Wenn ich das Haus verlasse oder wieder zurückkehre, kann ich nur an seiner Wohnung vorbeigehen. Der Vermieter wollte mehr oder weniger mündlich die Miete erhöhen und verlangt eine Nachzahlung von Nebenkosten, ohne dazu eine Abrechnung vorzulegen. Nun versuchen sie mal einem Choleriker, der wutentbrand sein Geld einfordert, zu erklären, dass er eine Abrechnung vorlegen muss.

    Nun habe ich nach einigen verbalen Auseinandersetzungen, in denen ich stets ruhig geblieben bin, endlich mit seinen fotokopierten Unterlagen selbst eine Abrechnung erstellen können und musste feststellen, dass er bereits mehr Geld erhalten hat, als Nebenkosten angefallen sind. Der Vermieter fordert weiterhin eine Nachzahlung ein und jedes Mal, wenn ich an seiner Tür vorbei muss, bin ich froh, wenn diese geschlossen bleibt.

    Mittlerweile suche ich nach einer anderen Wohnung, die nicht so einfach zu finden ist. Die kopierten Belege habe ich zusammen mit meiner Abrechnung einem Rechtsanwalt übergeben …

    Thomas antworten
  • Anders

    Hallo zusammen,

    meine Frau sagt, ich bin ein Choleriker und ich habe nun schon einige Beiträge gelesen und da ist mir der Beitrag von Sandra besonders aufgefallen, dass sie mit ihrem Choleriker spielt, denn ich frage mich oft, warum ich bei einer Meinungsverschiedenheit laut werde.

    Ich habe immer erstmal versucht, Dinge, die mich stören, aufzuzeigen, nur oberflächlich, doch es wird nichts geändert.

    Nach mehrmaligem Ansprechen regel ich die Sache dann so, wie ich es sehe und dann gibt es oft Streit. Früher blieb meine Frau ruhig dabei, heute geht es richtig zur Sache und dann verschwindet sie manchmal eine Woche.

    Dazu einige Informationen als Hintergrund: Sie muss nicht und geht auch nicht arbeiten, wenn sie nicht will, das ist für mich ok. Doch sie schafft es nicht einmal, sich vernünftig um ihre Kinder zu kümmern oder den Haushalt ordentlich zu halten. Sie macht lieber Dinge, die ihr Spaß machen und das mit totaler Leidenschaft.

    Aber alles andere ist nur eine Notwendigkeit und wird erst erledigt, wenn es nicht mehr anders geht und dann nur oberflächlich. Finanziell sichere ich uns ab, aber meine Unzufriedenheit kommt von fehlender Zuneigung und vom Gefühl, dass überwiegend ich dazu beitragen soll, dass es harmonisch bleibt. Dann fahre ich schon mal aus der Haut.

    Die Kinder sind nur von ihr, der Sohn ist ein Engel, die Tochter ist 15 und schlampig. Wenn ich mich darüber ärgere, leider auch mal lauter, bin ich cholerisch.

    IST das so? Wir sind 49-44-15-13. Ich hoffe auf eine Antwort, denn ich bin bereit, mich weiter zu ändern, wenn sie auch etwas dazu beiträgt, wie es in einer Partnerschaft üblich sein sollte.

    Auf der Arbeit führe ich 30 Leute als Meister, die mit mir kein Problem haben, und wir sind gemeinsam ein klasse Team. Ich habe vor sechs Jahren mal an einem Lehrgang für Selbstfindung und Sozialkompetenz teilgenommen und habe sehr viel aufgenommen und das positive Feedback erhalte ich von anderen zurück. Ich möchte nur nicht ausgenutzt werden.

    Vielen Dank für ihre Zeit!

    Anders antworten
  • Sophie

    Hallo Anders,

    aus den vorhergehenden Kommentaren lässt sich erkennen, dass es bei Cholerikern mit der Selbstwahrnehmung oft anders ist als mit der Fremdwahrnehmung. Deshalb kann und will ich nicht beurteilen, ob du viel zu schnell zornig wirst oder nicht.

    Ich finde allerdings das, was du empfindest und oben beschrieben hast, solltest du vielleicht mal deiner Partnerin erzählen und zwar genauso, wie du es hier offenbart hast. Wichtig ist, dass du es in Ruhe ansprichst, genügend Zeit für ein Gespräch lässt und zu einem Zeitpunkt, in dem ihr gerade nicht streitet oder “dicke Luft” ist.

    Zuletzt vielleicht noch ein Rat: freue dich an der Liebe deiner Frau! Die evangelische Kirche hat dieses Jahr zur Fastenzeit das Thema: 7 Wochen ohne runtermachen! Ob man nun gläubig ist oder nicht … ich finde die Idee gut, einfach mal bis Ostern den anderen so stehen zu lassen und umzudenken. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass Menschen sich bemerkenswert verändern können, wenn man sich selbst korrigiert.

    Herzliche Grüße
    Sophie

    Sophie antworten
  • Choleriker

    Ich bin selbst Choleriker.

    Doch was heißt das eigentlich?

    Aus der sogenannten “Traditionellen Chinesischen Medizin” und auch dem indischen “Ayurveda” kennen wir die “Typenbestimmung” in der Diagnostik dieser historischen, naturmedizinischen Ansätze.

    Auch im europäischen Mittelalter waren Typenbestimmungen der Patienten bekannt: Sanguiniker, Phlegmatiker, Choleriker und Melancholiker. Bei einem Menschen, dem man einen dieser Typen zuschrieb, überwog die, dem Typ zugeschriebene Eigenschaft, in “krankhaftem” Übermaß, sodass sie sein Wesen beherrschte und ihn unfähig machte, auf Zwischenmenschlichkeit oder die Umwelt sinnvoll einzugehen. Konflikte mit anderen, technische Probleme und Krankheiten bei ihm selbst, sind das Resultat, so die alte Temperamentenlehre.

    Über mich:

    Ich muss selbst sagen, dass Wutausbrüche immer noch in regelmäßigen Abständen bei mir vorkommen und sich aus Angstzuständen entwickelt haben. Kindliche Angstzustände aufgrund der Existenzängste, die meine Eltern mit Drohungen, Prügel, Strafe hervorriefen, habe ich als Kind überwinden müssen.

    Niedergedrücktsein kann drei Folgen haben:

    1. Zum einen erkennt man es und befreit sich aus dieser Lage durch Veränderung der Umstände und der Machtverhältnisse – ich nenne es den revolutionären Weg. Er ist der beste Weg, aber auch der schwierigste, weil man, erst durch Erkenntnis erhellt, über den Dingen stehen muss, von denen man selbst betroffen ist. Einem Kind bleibt dieser Weg aufgrund des Mangels an Lebenserfahrung verschlossen.
    2. Den zweiten Weg nenne ich den Weg des Sklaven, der sich erniedrigt, um in Ruhe gelassen zu werden. Die entsprechenden Persönlichkeitsstörungen haben andere Kommentatoren bereits beschrieben.
    3. Den dritten Weg nenne ich den Weg des Tyrannen und das ist der Weg des Cholerikers. Diese dritte Methode beruht darauf, in einem Feuer übersteigerter Autorität und Wut, alle Widerstände mit Gewalt zu brechen. Gewalt auch im verbalen Sinn. Die diktatorische Variante macht aus den unterdrückten Kindern von einst, die Diktatoren von morgen.

    Ich bin jemand, der diesen diktatorischen Zug in sich wahrnimmt und es ist ganz klar eine Krankheit, die durch Autorität hervorgerufen wurde, eine solche Autorität, die mich dazu gebracht hat, meine durch sie hervorgerufenen Ängste damit zu bekämpfen, selbst zum Tyrannen zu werden.

    Die meisten Sanktionen erhielt ich bei Nichtgelingen schulischer Aufgaben. Wenn ich mir heute eine Aufgabe selbst stelle, sie kann noch so nichtig sein, dann schießt meine Aggressionsbereitschaft proportional mit meinem Stressempfinden nach oben – weil ich so konditioniert wurde.

    Ich bin ein Pawlowscher Choleriker, anstatt, wie das Versuchstier zu sabbern, raste ich aus. Meine Kindheit lang wurde mir das antrainiert: Zu Hause vor der Schule gab es Sanktionen durch meine Eltern, in der Schule wurde der Druck erhöht und wieder zu Hause angekommen, gab es dann meistens die Rechnung für nichterbrachte Leistungen, usw.

    Das alles schaffte einen Druck, der mich zum Platzen brachte und sich in Angstschüben, Bettnässen, Autoaggressivität bis kindlichen Suizidplänen entlud.

    Diese erste Phase des tyrannischen Charakters war geprägt von Unterwürfigkeit, Tränen und Einsamkeit.

    In der zweiten Phase kam ein Rebellentum hinzu, welches aber nicht die Ursache bekämpfte, sondern nur selbst danach trachtete, die Gefahr dadurch auszuschalten, noch brutaler als die Gefahr zu werden.

    Nachdem ich mich in der unterwürfigen Phase meiner kindlichen Entwicklung noch mit den Dingen abgegeben habe, die mir angeraten und befohlen wurden, beschäftigte ich mich in der werdenden tyrannischen Phase mit Waffen, Horrorfilmen, sammelte Devotionalien aus dem Dritten Reich und hörte entsprechende Musik, die sich in ihrer menschenverachtenden Haltung gegenseitig zu überbieten suchte.

    Als dann die körperlichen Kräfte diese Selbstüberhöhung auch anderen gegenüber zuließen, bzw. meine Rechte mit zunehmendem Alter mehr wurden, lebte ich diese Haltung aus – sie löste auch ein, was ich mir davon unbewusst versprach: Nun hatten die anderen Angst und ich war derjenige, der sich entspannt zurücklehnen konnte und endlich hörten Bettnässerei, Angst und Einsamkeit auf.

    Immer, wenn man etwas nicht bewusst tut, schleichen sich ungevorhergesehene Tücken ein, die einem früher oder später das Rückgrat brechen: Meine Charakterfassade, die ich aufgebaut hatte, bröckelte mit meinen ersten Versuchen von zwischenmenschlichen Beziehungen zum anderen Geschlecht. Hier war ich natürlich unfähig und kam wieder bei all den Verboten, Geboten, Gesetzen heraus, die man mir als Kind aus ererbter Unfähigkeit, aufgezwungen hatte.

    Ich hatte großes Glück, dass ich wenige Zeit darauf völlig mit meinem bisherigen Leben brechen und neu beginnen konnte:

    Ich lernte einiges über die europäische Geschichte, wie sich autoritäre Gedanken in der Vergangenheit immer wieder ausgewirkt haben und erkannte, wie wichtig es ist, auch über uns Einzelne hinaus, diese Krankheit zu bekämpfen.

    Knapp dargestellt ist die europäische Geschichte seit der Großen Französischen Revolution eine Geschichte, in der die Diktatur die Pläne einer befreiten Menschheit zunichte gemacht hat: Die französische Revolution wurde zu einer blutigen Diktatur unter den Jakobinern. Das Erbe dieser Diktatur trat Napoleon an. Außerhalb Frankreichs erledigte die “Heilige Allianz” die Geschäfte des tyrannischen Adels und letztendlich war es der preußische Militärstaat, der Europa zum Wettrüsten bewegte. Schließlich, nach dem Ersten Weltkrieg, eine Folge der Herrschaft von Cholerikern (Können andere überhaupt herrschen WOLLEN?), war es Lenin, der mit seinen “professionellen Revolutionären” an den “revolutionären Generalstab” der Franzosen anschloss und schließlich den totalen Staat aus der Taufe hob, den Trotzky verfeinerte und Stalin fertig stellte, damit Hitler und Mussolini ihn nachahmen konnten. Den Höhepunkt cholerischer Herrschaft hat alle Welt in Hitler gesehen.

    Ich weiß heute um das gesellschaftliche Gift, welches ein Choleriker produzieren kann. Cholerische, tyrannische Führungskräfte sind ein Problem, welches zur Bedrohung der ganzen Menschenheit werden kann und bereits wurde.

    Dabei ist das Problem zweiseitig: zum Einen die Person, die diese tiefen inneren Widersprüche mit sich herumschleppt und sie auf anderen ablädt und zum anderen die organisatorische Struktur, die diesen Personen die Macht gibt.

    Wenn wir uns fragen, warum ein Choleriker so eine Wirkung entfaltet, dann müssen wir zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass oftmals staatliche oder betriebliche Befugnisse ihm diese Macht in die Hände spielen. Und der Gehorsam der anderen.

    Kinder sind wirtschaftlich von ihren Eltern abhängig (und natürlich noch in vielen anderen Dingen). Die Gesellschaft ist dem Staat ausgeliefert – hat dieser ein cholerisches Oberhaupt wird die ganze Nation zu einer Kinderstube, wie sie hier viele erlebt haben, usw.

    Es ist also für mich als Opfer und Täter in Einem, (Liegt das nicht immer nah beieinander?) eine Lebensaufgabe, meine eigenen tyrannischen Gelüste zu gesunden und gegen die Monopole in der Gesellschaft anzukämpfen, weil ich weiß, dass sie früher oder später eskalieren müssen, wenn sie von einem Choleriker o. ä. verwaltet werden.

    Wenn ich einen Anfall habe, kehre ich von der Realität ab:

    Ich höre auf, mich wie ein Mensch zu benehmen – ich handle gegen jede, unserer Art aufs Innerste eigene Kooperation mit meinem Gegenüber, und mache ihn in blindem Hass nieder. Das gilt auch für Gegenstände, die meine Wut auf sich ziehen: Passt ein Arbeitsschritt nicht, müssen die davor auch dran glauben, ich zerschlage dann oft das Werkzeug gleich mit.

    Was wäre, hätte ich die Kontrolle über eine gehorsame Armee, die mich auch noch aus Gründen der Staatsräson glorifiziert? Napoleon, Trotzky, Stalin, Hitler, Mao – die Liste lässt sich bis heute fortsetzen, Kriegstreiber gibt es ja genug, waren meines Erachtens alle tyrannische Choleriker. Das schließt sich nicht mit Intellekt aus – im Gegenteil. Auf die Spitze getriebene Intelligenz auf spezialisiertem Gebiet mit engem Horizont, geht oft einher mit auf die Spitze getriebener Unausgewogenheit in anderen Dingen. Das sind alles Disharmonien, die einander berühren und zu Katastrophen führen müssen.

    Ich beende meine Darstellung hier. Ich möchte aber dem geneigten Leser noch einen Tipp zum Weiterlesen geben:

    Untrennbar mit dem Problem des cholerischen Charakters verbunden, ist der Einfluss von Gehorsam und Autorität. Dazu referierte der Psychologe Arno Gruen im Klett Cotta Verlag unter dem Titel “Wider den Gehorsam”.

    Choleriker antworten
  • Ursel

    Tja: Mein Mann ist Choleriker, mein Chef ist Choleriker und nun auch meine Tochter: und ich ………, ich bin kaputt!!!

    Es ist schrecklich, nach einer Weile ist man dermaßen zermürbt, man hat kein Selbstbewusstsein mehr, man traut sich nichts mehr zu. Ständig hat man Angst, Entscheidungen zu treffen, es ist ja alles falsch, man ist dumm und sieht zudem noch so hässlich aus, dass man sich mit mir nicht sehen lassen kann.

    Ursel antworten
    • Liebe Ursel,

      Choleriker im engsten Familienkreis bzw. in der Beziehung stellen immer eine große Belastung dar, auch weil es nicht so einfach ist, sich von diesen Personen zu distanzieren oder zu trennen. Aber letztlich ist eine Trennung oft der einzige Weg, um wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen, sollte sich das Verhalten des Cholerikers der Person gegenüber nicht ändern.

      Suchen und pflegen Sie auch den Kontakt zu Menschen, die Sie aufbauen und unterstützen, die Ihnen einfach guttun.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Ursel

    Vielen Dank, allein Ihre tröstenden Worte, ein wenig Mitgefühl, dass mich überhaupt irgendjemand wahrnimmt, tut mir schon gut!!! DANKE!!!

    Ursel antworten
  • Ursel

    Ich habe eine Frage: Mir fällt seit Jahren auf, dass es mit der “Toberei und Schreierei, dem Ausrasten” viel viel schlimmer ist, wenn es warm bzw. richtig heiß ist.

    Der Sommer kommt mir vor wie die “Idealzeit” für diese Choleriker. Kann das möglich sein?

    Liebe Grüße an alle Betroffenen und danke, dass man hier die Möglichkeit bekommt, seine Erfahrungen mitteilen zu dürfen.

    Liebe Grüße und “Kopf hoch an alle”!!!

    Ursel

    Ursel antworten
  • Heureka

    Hallo!

    Ich selbst bin ebenfalls Cholerikerin und stehe ständig vor einem Berg von Problemen, die ich mir irgendwie selbst zuzuschreiben habe …

    Das aktuellste und mich in allen Maßen verletzende Problem ist, dass mein Freund mich aufgrund meiner cholerischen Art verlassen und die Beziehung auf freundschaftlicher Basis fortführen will.

    Nun habe ich oben gelesen, dass es das Beste ist, sich von einem Choleriker(in) zu trennen, vor allem, wenn dieser nicht bereit ist, sich für den Partner zu ändern. Doch ich möchte mich wirklich ernsthaft für ihn ändern. Das habe ich ihm zwar schon einmal versprochen, aber dies Mal weiß ich, was auf dem Spiel steht.

    Wie aber kann ich mich für ihn ändern? Und wie kann ich ihm zeigen, dass ich diese (vermutlich) letzte Chance auf jeden Fall nutzen möchte und werde?

    Vielen Dank schon mal im Voraus für Ratschläge!

    Heureka antworten
    • Ursel

      Liebe Betroffene,

      ich bin kein “Experte”, aber seit fast 25 Jahren mit einem Choleriker verheiratet, der gleichzeitig auch noch mein Chef ist. N I C H T DU !!! Er muss sich ändern !!

      Aus meiner Erfahrung heraus geschieht das nie!!! Nicht DU bist das Problem oder hast das Problem – außer ihm hat keiner eines – er ist der Betroffene, der über sein Verhalten nachdenken sollte, was aber nicht der Fall ist oder sein wird. Für ihn sind immer die anderen das Problem, die Dummen, die ihn, den Allwissenden nicht verstehen.

      Ich wäre längst von diesem “Lebenszerstörer” getrennt, wenn mein Kind nicht schwerstbehindert wäre und auf seiner Seite (durch psych. Beeinflussung seinserseits, und was noch schlimm auf mich wirkt: mein Kind – inzwischen erwachsen – diese cholerischen Gene scheinbar geerbt hat) – mich aber für den täglichen Lebensablauf braucht. Ich kann es nicht im Stich lassen und muss so mein eigenes Leben “vergessen” – bitte, bitte, vergiss D I C H nicht!!! BITTE!!! Denk an Dich und verlasse diesen Kerl, ehe Du kaputtgehst – wie ich!!!

      Liebe Grüße Deine Ursel

      Ursel antworten
      • Heureka

        Liebe Ursel,

        ich glaube, du hast meinen Kommentar etwas missverstanden :)

        Aber ich stimme als Frau jedem deiner Worte zu!

        Liebe Grüße

        Heureka antworten
        • Doreen

          Liebe Heureka,

          ich finde es bemerkenswert positiv, dass du als quasi “Täterin” dich hier “outest”.

          Du fragst, wie du deinem Liebsten beweisen kannst, dass du bereit bist, dich mit der Choleriker-Thematik auseinanderzusetzen und dich zu ändern. Da ich selbst mit einem Choleriker zusammen bin, kann ich dir sagen, was mir dass Gefühl gibt, er ändert sich:

          1. Wenn dein Verhalten entgleist, entschuldige dich.
          2. Benenne deine Fehler und gib sie zu. Übernimm also Verantwortung für dein Verhalten. Das heißt, NICHT ER ist schuld an deinem Brüllen oder wie auch immer sich das bei dir äußert, weil es irgendeinen Auslöser gab, mit dem er vielleicht zu tun hatte,  sondern der Anfall kam, weil DU nicht geschafft hast, deine Aggressionen in zivilisierte Bahnen zu lenken.
          3. Lerne “Explosionsvermeidungstrategien”. Mein Mann geht an guten Tagen raus, bevor er explodiert, macht einen kleinen Spaziergang oder so was. Ich hoffe, dass er es eines Tages lernt, seine Aggressionen zum Ausdruck zu bringen ohne jemanden dabei zu verletzen. Bisher gibt es bei ihm im “akuten” Zustand nur die Option Unterdrückung bei gleichzeitigem innerlichen Druckanstieg oder Explosion. Aber ein sinnvoller und umweltfreundlicher Umgang mit Aggression, die ja sowieso zum Leben gehört, ist in meinen Augen das Ideal, das man vielleicht trotz Veranlagung, Erziehung o.ä. doch in einem Leben erreichen kann?!

          Er hat also noch eine Menge zu lernen und ich entsprechend noch eine Menge auszuhalten, aber wenn er mir sagt, es tut ihm leid, er konnte es nicht anders und ich sehe seine Bemühungen um Verbesserung stetig, dann kann ich ihm verzeihen, schließlich habe ich auch Fehler ;/ ;)

          Trotz allem bleibt es aber schwierig mit ihm und ich denke, wenn wir nicht gemeinsam Kinder hätten, wäre die Beziehung sicher schon beendet. So aber setze ich jetzt auf sein Lernvermögen.

          Und ich habe festgestellt, er explodiert seltener, wenn er innerlich und im Alltag ausbalanciert ist und Zeit zur Erholung findet. Dann kann er sogar nachsichtig sein. Und er hat ja auch sonst einige gute Seiten.

          Ich hoffe, mein Kommentar kann dir die Situaion deines Partners ein klein wenig erhellen.

          Nochmals danke für deinen Beitrag. Bisher haben sich hier hauptsächlich “Opfer” zu Wort gemeldet. Ich denke, eine Cholerikerin, die ernsthaft an sich arbeiten will, verdient großes Lob!!

          Alles Gute auf deinen Weg!

          Doreen antworten
      • Doreen

        Liebe Ursel,

        es ist gut, dass du deine Erfahrungen und deine Gefühle dabei mit anderen Betroffenen teilst! Trotzdem macht es mich sehr traurig, dich so hoffnungslos zu sehen.

        Sicher gibt es doch eine Möglichkeit, dich um dein Kind zu kümmern ohne gleichzeitig dein Leben privat und(!) beruflich mit dem cholerischen Kindsvater zu teilen?

        Irgendwo gibt es einen Weg, wenn du dich wirklich davon befreien willst!

        Ich habe selbst auch einige Erfahrungen mit Cholerikern gemacht; mein Vater ist einer, zog aber glücklicherweise aus als ich 16 war. Mit einiger Distanz ist er nach nunmehr 16 Jahren etwas gezähmter. Ich denke, ihm ist ein bisschen davon klar geworden, was er im Leben seiner Familie angerichtet hat.

        Mein Verlobter hat auch cholerische Züge, allerdings fast nur, wenn er wenig Schlaf oder Essen hatte oder sehr unter Druck steht. Das Gute an ihm ist aber, dass er wirklich an sich arbeitet. Er weiß, kein Mensch hat das Recht einen anderen in Grund und Boden zu schreien oder Schlimmeres.

        Während eines Anfalls vergisst er das natürlich, aber ich habe den Eindruck, Anzahl und Intensität haben sich in den vergangenen 2 Jahren spürbar verringert.
        Und ich habe auch gelernt, mich besser innerlich abzugrenzen, mich nicht betroffen zu fühlen.

        Bitte Ursel, gönn du auch dir Freude im Leben, NIMM ABSTAND, wenn dein Mann tatsächlich keine Fehler in seinem Verhalten einsehen kann. Vielleicht kannst du zunächst innerlich Abstand nehmen und dir überlegen, wie du dein Leben mit Kind aber ohne diesen Mann gestalten kannst. Vielleicht kannst du damit beginnen, dich nach anderen Arbeitsplätzen umzusehen? Vielleicht kannst du für eine Weile mit deinem Kind zu Freunden oder Verwandten gehen, eine Kur machen … einfach mal für eine Weile weg, damit ihr beide spürt, wie es ohne einander ist?

        Ich wünsche dir ganz viel Zuversicht, Mut und eine intakte Schutzhülle!!!

        Doreen, die sich NIE WIEDER von einem Choleriker das Leben schwer machen lassen wird

        Doreen antworten
        • Ursel

          Liebe Doreen,

          vielen Dank, es tut gut, wenn man ein wenig Verständnis spürt (jetzt muss ich gerade weinen) – DANKE – mein “Kind” ist bereits erwachsen, braucht mich durch seine Behinderung Tag für Tag und ist zu meinem Unglück auch Choleriker.

          Es ist schrecklich, wenn beide sich gegen mich verbünden, aber ich schaffe es nicht, “alles stehen und liegen zu lassen”. So gerne ich auch wollte, es tut mir zu leid.

          Ganz liebe Grüße
          Ursel

          Ursel antworten
  • Ursel

    Lieber Herr Heidenberger,

    vielen lieben Dank, Ihre Seite macht ein wenig Mut in verzweifelten Zeiten. Man ist halt nicht der einzige Mensch auf der Welt mit diesen Problemen, obwohl man in den schlimmen Momenten der einsamste Mensch auf der Welt ist.

    Vielen Dank – Ursel

    Ursel antworten
  • Barbara

    Hallo!

    Vorab möchte ich sagen, dass alle Menschen, die mit einem Choleriker zu tun haben, sich keineswegs der Situation anpassen müssen. Wenn die persönlichen Ressourcen es zulassen, kann mann versuchen, die Tipps im Berufsleben umzusetzen.

    Im Privatleben ist das über die Dauer schier unmöglich. Ich bin seit 11 Jahren mit einem Choleriker zusammen. Diese Zeit hat mich erheblich viel Energie gekostet.
    Heute habe ich Depressionen und besuche bereits eine Therapeutin.

    Wenn ich ihn darauf anspreche, warum er so ein Mensch ist und ob er mal etwas an sich arbeiten könne, dann heißt es, so hast du mich kennengelernt und so bin ich nun mal und wenn es dir nicht gefällt, musst du deine Konsequenzen daraus ziehen.

    Ich könnte jetzt viel erzählen, aber das wurde bereits in den vorangegangenen Beiträgen erzählt.

    Mein Leben ist alles andere als schön und glücklich, sein kann ich auch nicht mehr. Ich habe immer geglaubt, das wird eines Tages schon, aber ich bin immer mehr der Meinung, dass ich mir etwas vormachen.

    Jede neu getankte Kraft wird von meinem cholerischen Ehemann verzehrt. Ich kann nicht mehr. Die Trennung steht vor der Tür.

    Barbara antworten
    • Ursel

      Liebe Barbara,

      ich kann komplett zustimmen, jedem Wort, das Du geschrieben hast: besonders dem Vergleich mit dem “Kraft aussaugen”!!! Jeder Tag ist eine neue Qual.

      Viel Glück
      Ursel

      Ursel antworten
  • Frank

    Hallo,

    ich hatte vor ca. 3 Wochen eine Auseinandersetzung mit meinem Sohn (19). Es ging dabei um das Thema Arbeitssicherheit. Ich bin Hobbybierbrauer und mein Sohn half mir beim Bier abfüllen in Flaschen.

    Beim Reinigen der Flaschen ging eine Flasche zu Bruch, ist auch gar kein Problem. Das Problem war nun, dass mein Sohn, trotz mehrmaliger Aufforderungen (schon früher) keine Sicherheitsschuhe bzw. festes Schuhwerk bei der Arbeit anzog. Es kam wie es kommen musste und er stieg mit seinen Stoffschuhen in die Glasscherben hinein.

    Daraufhin habe ich mich dermaßen aufgeregt und ihn zurechtgewiesen. Nachdem meine erste Wut verraucht war, versorgte ich ihn erst einmal medizinisch. Die Verletzung hielt sich in Grenzen, aber für diesen Tag war er nicht mehr zu gebrauchen und so musste ich alles alleine fertig machen, was nicht so einfach war.

    Nachher kamen mir immer mehr Zweifel, ob ich richtig reagiert habe und es tat mir sogar leid, dass ich meinen Sohn so angegangen bin. Ich muss dazu sagen, dass dies mir eigentlich nicht so oft passiert, dass ich so die Fassung verliere.

    Bin ich denn jetzt auch ein Choleriker oder war das ganz normaler Ärger und Frust?

    Frank antworten
    • Doreen

      Hallo Frank,

      natürlich war ich nicht dabei, habe nicht gesehen, wie sehr du deinen Sohn “angegangen” hast. Grundsätzlich aber denke ich, nicht jede Wut macht gleich einen Choleriker aus dir …

      Vielleicht fragst du mal deinen Sohn selbst in einer ruhigen Minute, wie er dich erlebt?

      Alles Gute, Doreen

      Doreen antworten
  • pough

    Die Tipps sind ja alle schön und gut. Aber was ist, wenn der Choleriker die Schwester ist? Die eine kleine Tochter hat und die immer anschreit … Das Kind tut mir so leid und wenn ich hier lese, wie sehr manche Leute unter einer cholerischen Mutter leiden bzw. gelitten haben (Skarlett), dann tut es mir noch mehr leid und im Herzen weh.

    Was soll ich machen?

    Ich hatte den Kontakt zu meiner Schwester auf das Geringste minimiert … wir hatten ziemliche Auseinandersetzungen … bzw. sagen wir heftigste Streitereien mit anschließendem monatelangen Kontaktabbruch …

    Wegen meiner Eltern habe ich aber versucht, eine gewisse Harmonie (wenn wir dann an Geburtstagen z. B. alle zusammen waren) aufrechtzuerhalten, weil meine Mutter unter dem Konflikt gelitten hat. Das wollte ich nicht.

    Also habe ich den “persönlichen” Kontakt quasi eingestellt. Und war sonst freundlich zu ihr … wenn sie frech/beleidigen/laut wurde, habe ich genau das gemacht, was da steht. Bin ruhig geblieben, habe sie ignoriert. Bin aus dem Zimmer gegangen. Und habe mir gedacht “was bist du für ein armer unreflektierter Mensch, der neidisch und missgünstig ist und andere kleinmachen muss; damit sie sich besser fühlt und besser da steht. Ich habe sie belächelt. … und mich auch nicht mehr gerechtfertigt … also quasi alle Regeln befolgt, die da oben stehen ….

    Aber nun ist alles anders …

    Jetzt habe ich eine kleine Nichte, dich ich über alles liebe und die auch sehr an mir hängt … einmal in der Woche hole ich sie auch vom Kindergarten ab. Und einmal im Monat schläft sie bei mir … darauf freut sie sich immer sehr. :-)

    Da ein fünfjähriges Kind schlecht alleine mit dem Bus nach Hause fahren kann ;-) wird sie natürlich von ihrer Mutter abgeholt … wo ich meine Schwester und ihre Art ertragen muss … und auch so kommt es natürlich immer zu Familientreffen, wo ich mitkriege, wie sie das Kind plötzlich anschreit … fünf Sekunden später ist dann alles wieder gut …

    Es ist sehr schwierig, was soll ich tun? Was kann ich machen? Reden ist nicht möglich mit dieser Frau? Dann schreit sie mich an. Am Ende verbietet sie mir noch den Umgang mit meiner Nichte. Davor habe ich große Angst. Sie sitzt da leider am längeren Hebel.

    Mir tut einfach das Kind so leid … die dann, wenn sie angeschrien wurde, sich oft weinend auf meinen Schoß rettet … dann kommen Kommentare wie “ich wollte ja nie ein Kind. Ja geh nur zu deiner Tante; die ist eh die bessere Mutter.”

    Einmal als die Kleine noch sehr klein war, hat sie gesagt “ich schmeiße sie aus dem Fenster”. Ich weiß, dass sie das nicht ernst meint. Sie liebt ihr Kind über alles und würde ihr niemals ein Haar krümmen, bei der knallt dann einfach eine Sicherung oben im Kopf durch … unglaublich … und fünf Sekunden später sagt sie “komm zu Mama auf’n Schoß, ich hab dich so lieb”. Psychoooooooooo ist das!

    Aber sowas geht einfach nicht …

    Ich weiß nur, dass das nicht gut für die Psyche meiner Nichte ist … und das ich unter der Frau und ihren Attacken gelitten habe … und möchte meine Nichte davor schützen. Aber wie?????

    Am liebsten würde ich ihr sagen, sie soll mal eine Psychotherapie machen. Und ihre cholerischen Anfälle in den Griff kriegen. Und aufhören, das Kind anzuschreien.

    Aber dann knallt die Alte durch und ich bekomme die volle Ladung ab. Die Frau ist so unreflektiert … Der darf man nix sagen …

    Mein Opa war auch so. Herzensgut und plötzlich schrie er rum. Keiner in der Familie hat sich getraut, dem zu widersprechen. Und wisst ihr, wen das am meisten gewurmt hat? Genau! Meiner lieben Schwester … surprise ;-) :-) Heute weiß ich, warum!

    Einmal hat mein Mann gesagt, als sie wieder das Kind anschrie und dieses bitterlich weinte, “jetzt ist aber gut”. Darauf hat sie geantwortet: “Das ist mein Kind und ich rede mit meinem Kind wie ich es will”. Was soll man darauf sagen? Ohne dass es eskaliert!

    Ich wäre dankbar für jeden Tipp. Vielleicht muss ich es einfach ertragen und darauf hoffen, dass meine Nichte eine gute Art findet damit umzugehen, ohne selber am Ende eine solche gestörte Person zu werden.

    Ich habe auch schon überlegt, meiner Nichte zu sagen, sie darf sagen “Bitte schrei mich nicht an”, wenn sie angeschrien wird. Egal von wem. Auch wenn die Mama sie anschreit. Aber ich glaube, dafür ist sie zu klein.

    Außerdem weiß ich ja nicht, was dann passiert. Vielleicht tickt meine Schwester auf so einen Kommentar von der Kleinen noch mehr aus. Und das will ich der Kleinen nicht antun. Die ist ja dann ganz allein mit ihr.

    Habe auch schon überlegt, meiner Schwester anonym das Buch “gewaltfreie Kommunikation” zuzuschicken. ;-) :-)

    Ihr merkt, ich bin hilflos und dankbar über Hilfe!

    Liebe Grüße
    Pough

    pough antworten
    • Frank

      Hallo Pough,

      also ich würde sagen, dass dies mit cholerischem Verhalten nicht mehr viel zu tun hat. Das ist eine massive psychische Störung. Ich würde an deiner Stelle das Jugendamt einschalten, denn das, was deine Schwester da macht, ist blanker Psychoterror. Irgendwann bleibt das Kind auf der Strecke und hat dann mit denselben Symptomen zu kämpfen.

      LG Frank.

      Frank antworten
    • Noch eine Barbara

      Mein Rat:

      Druck ihr die ganzen Kommentare hier zu diesem Thema aus (inkl. Deinem) und schick ihr das Ganze ohne weiteren Kommentar.

      Mögliche Konsequenzen:

      1. Sie liest es erst gar nicht, dann hast Du nichts zu befürchten, weil sie dann ja auch Deinen Kommentar nicht kennt.

      2. Sie liest es und konfrontiert Dich damit in aufgebrachter Weise. Sicher nicht schön für Dich, aber Du kannst Dich zumindest darauf vorbereiten und stolz auf Dich sein, weil Dir die Sorge um Deine Nichte wichtiger war als die Angst vor Deiner Schwester.

      3. Nun aber zum wünschenswerten Ergebnis: Deine Schwester erfasst aus den vorangegangenen Kommentaren die wirklich verzweifelten und schmerzlichen Erfahrungen von Angehörigen und Kindern, erkennt sich ein Stück weit wieder und kann erst mal in Ruhe darüber nachdenken, ob sie nicht doch an sich arbeiten sollte und dann entscheiden, ob sie mit Dir darüber reden will oder die Sache lieber mit sich bzw. einem Therapeuten ausmacht. Zumindest weiß sie dann, wie sehr Dir das Wohl ihres Kindes wirklich am Herzen liegt und wie Du unter der Situation leidest und wenn sie kein Unmensch ist, wird sie einen Weg zur Verbesserung der Lage finden.

      Kurz zu mir:

      Ich (aufgewachsen bei einem cholerischen Großvater und damit bestens mit der permanenten Angst und Unsicherheit als Opfer vertraut) hatte das Pech, noch zweimal auf Choleriker zu treffen. Mit ca. 20 Jahren geriet ich bei einem Zeitarbeitsjob als Chefsekretärin an einen Chef, der auch dachte, dass er jedermann und besonders mich als die Aushilfe anschreien kann. Nach einigen Tagen habe ich mich getraut und kurz zurückgeschrien, damit er eine Pause macht und diese dann genutzt, um ihm ruhig, aber bestimmt mitzuteilen, dass ich mich von niemandem so behandeln lasse und wenn er damit nicht aufhört, er sich eine neue Aushilfe suchen kann.

      Resümee: Er hat sich vielmals entschuldigt, mich nie wieder angeschrien und mir dann noch den Job als feste Stelle angeboten (habe dankend abgelehnt).

      Mein Eindruck damals: Für selbstherrliche Choleriker sind erst mal alle Menschen weniger wert und erst durch mein Zurückschreien und meine selbstbewusste Haltung hat er mich dann als gleichwertig angesehen (was ich natürlich nicht sein wollte, aber zumindest hatte ich für die restliche Arbeitszeit mit ihm meine Ruhe).

      Ein anderes Mal hatte ich einen Job an einer Reklamations-Hotline und wurde auch von einem Kunden angeschrien und beleidigt. Man lernt bei solchen Jobs, dass man den aufgebrachten Kunden erst mal austoben lässt und dann Hilfe zur Lösung des Problems anbietet. Nur dieser Typ wollte gar nicht mehr aufhören zu schreien, also habe ich nach einigen Minuten laut “Stop” gerufen und ihm dann ruhig mitgeteilt, dass ich ihm gerne helfen werde, wenn er bereit ist, in einem normalen Ton mit mir zu reden. Und dann habe ich aufgelegt, ohne ihn nochmal zu Wort kommen zu lassen.

      Kurz darauf rief er wieder an, hat sich vielmals entschuldigt und gefragt, ob er denn wirklich so schlimm gewesen sei. Als ich ihm das bestätigte, war er sehr erstaunt und betroffen, weil es ihm gar nicht so dramatisch vorkam. Daraufhin haben wir sein Problem mit unserem Produkt erörtert und abschließend hat er sich vielmals bedankt, dass ich ihn auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht habe und ihm dann trotzdem noch bei seiner Reklamation geholfen habe.

      Manchmal lohnt es sich also doch, sich zu wehren, und wenn’s nur fürs eigene Ego gut ist.

      Noch eine Barbara antworten
    • Doreen

      Hallo Pough,

      schön, dass du am Leben deiner Nichte großen Anteil nimmst. Damit schenkst du ihr auf jeden Fall ein alternatives Rollenbild, an dem sie sich orientieren kann. Das ist sicher viel wert.

      Unten habe ich den Vorschlag gelesen, die Schwester beim Jugendamt zu melden. Das ist sicher mit dem Argument seelische Grausamkeit möglich, könnte aber zur Folge haben, dass dadurch der Kontakt zur Nichte nicht mehr möglich ist. Du könntest zunächst auch mit dem Kinderschutz sprechen, die sind in jedem Ort eigentlich gut telefonisch erreichbar. Vielleicht haben die eine Idee.

      Ich habe meiner 4-jährigen Tochter – die allerdings selbst gern schreit ;) – einige Verhaltensregeln beigebracht, zu denen auch gehört, dass wir freundlich und respektvoll miteinander umgehen. Wenn ein Erwachsener diese Regeln nicht beachtet, meldet sie sich ziemlich selbstbewusst zu Wort.

      Vielleicht braucht deine Nichte dieses Selbstbewusstheit zu wissen, was die Mama macht, ist nicht richtig, auch wenn sie es immer wieder tut, es ist nicht richtig.

      Vielleicht kannst du im nächsten vorsichtigen Gespräch mit deiner Schwester mehr den Fokus auf die Nichte legen, damit sie sich nicht gleich wieder angegriffen fühlt. Also etwa nicht sagen, es ist nicht gut, wenn DU die Kleine anschreist, sondern – es ist nicht gut für die Kleine, wenn sie angeschrien wird, wenn sie so große Angst hat etc. und ihr vielleicht erklären, welches Folgen es für das Kind haben kann …

      Du sagst, sie liebt ihr Kind, dann wird sie doch nicht wollen, dass ihr Kind den Rest des Lebens Narben im Herzen trägt.

      Ich wünsche dir viel Fingerspitzengefühl,

      Doreen

      Doreen antworten
    • Josephine

      Liebe Pough,

      ich finde es gut, dass du dich für deine Nichte so engagierst. Und ich glaube auch, dass es tatsächlich das Beste ist, was du tun kannst. Verbringe Zeit mit ihr, zeig ihr deine Liebe und biete ihr eine kleine Oase des Friedens. Das kann ihr für ihre psychische Entwicklung schon sehr viel bringen.

      Und auch wenn du in ihrer Anwesenheit zu deiner Schwester sagst: “Es ist falsch, dein Kind so anzuschreien”, hilft das deiner Nichte. Sie erkennt dadurch, dass nicht sie selbst das Problem ist, dass sie selbst eigentlich nichts falsch macht. Das kann sie dabei unterstützen, ein gesundes Selbstbild zu erhalten. Und es zeigt ihr auch, dass sie nicht allein ist und dass sie in ihrer Not wahrgenommen wird.

      Ich denke, es ist wichtig sich klarzumachen, dass der Wutausbruch eines Cholerikers vor allem mit ihm selbst zu tun hat und weniger mit der Person, die den Wutanfall abkriegt. Das hilft vielleicht dabei, das Geschrei einfach wie ein Gewitter über sich ergehen zu lassen (wenn man dem nicht aus dem Weg gehen kann), ohne selbst Schaden davon zu nehmen. Das geht aber natürlich nur, wenn man erwachsen ist und ein gefestigtes Selbstwertgefühl hat.

      Vielleicht kannst du in dir selbst die Kraft finden, diese Stürme und Gewitter auszuhalten um deiner Nichte beizustehen.

      Ich wünsche dir und deiner Nichte alles Gute und viel Kraft und Nerven!

      Josephine antworten
  • Ursel

    Wisst ihr, was ganz schlimm ist? Wenn ein Choleriker das “Vorbild” für den nächsten in der Familie ist – das “Opfer” ist praktisch Freiwild und wird im täglichen Umgang so behandelt. :-(

    Ursel antworten
  • pough

    Ja, ich weiß. Wahrscheinlich hast du recht.

    Aber das will ich nicht bzw. das kann ich einfach nicht bringen. Sie und meine Eltern würden nie wieder mit mir reden. Und meine Nichte würde ich wahrscheinlich niiiiie mehr wiedersehen.

    Und was denkst du, wird das Jugendamt machen? Nicht viel … glaub mir. Da gibt es viel krassere Familien und es wird nicht gehandelt.

    Ich denke, da passiert nicht viel. Nicht bei so “belanglosen” Vorfälle … und dann habe ich leider gar keinen Einfluss mehr … Das wäre ja noch schlimmer als jetzt.

    Aber Danke für deinen Tipp.

    LG pough

    pough antworten
    • Uli

      Liebe Pough,

      was Deine Schwester macht, geht über das normale Fehlverhalten (was allen Eltern mal passiert, weil wir alle nur Menschen sind) bei der Kindererziehung hinaus.

      Es wird “emotionale Misshandlung” genannt und mittlerweile ist in Fachkreisen bekannt, dass es genauso schwerwiegende Störungen zur Folge haben kann wie körperliche Misshandlung!

      Es ist dringend notwendig, dass Deiner Schwester klar wird, dass sie dabei ist, ihr Kind zu misshandeln und sich professionelle Hilfe holt!
      Sollte sie das nicht tun, kannst auch Du von außen her Hilfe holen, indem Du so etwas bei für Eurer Region zuständigen Beratungsstellen abklärst.

      Zum Jugendamt würde ich auch nicht gehen, aber zusammen mit Deiner Schwester zu einer Erziehungsberatung. Denn gleichzeitig könnte es sein, dass Deine Schwester zusätzlich zu ihrer emotionalen instabilen Veranlagung sehr überfordert ist, das wäre ein weiterer Grund, warum sie dringend Hilfe braucht!

      Und im ersten Schritt mit Deiner Schwester die Infos und Page von emotions anonymous durchgehen. Diese Gruppe arbeitet nicht nach dem Schuldprinzip, sondern nach dem Prinzip der Annahme und dass jeder sich selbst heilen und helfen kann: (gibt es auch in CH und A)

      http://www.ea-selbsthilfe.net/meetings/

      Bitte warte nicht ab, sondern lass Dich beraten! Mittlerweile gibt es ein ganzes Netz von Therapiegruppen, die versuchen, den Opfern dieser Misshandlung mit den Spätfolgen zu helfen … da sollte Deine Nichte später nicht dazu gehören.

      Jetzt kannst Du noch den richtigen Impuls zum Verändern der Situation geben!

      Herzliche Grüße,

      Uli

      Uli antworten
      • pough

        Hallo Uli und hallo an alle, die mir geantwortet haben.

        Echt toll!

        Uli, ich denke du hast recht, meine Schwester ist total überfordert. Ich denke, der beste Weg ist grade sie zu entlasten, auch wenn ich ihr nicht wirklich helfen will, weiß ich, dass ich damit meiner Nichte helfe.

        So wie Josephin geschrieben hat. Jede Zeit, die meine Nichte mit mir in Frieden verbringt, ist gut.

        Zudem hatte ich ein Gespräch mit meinem Vater. Vor dem hat meine Schwester Respekt. Er hat auch was gesagt und ich habe das Gefühl, es wird besser. Ich hoffe es einfach.

        Danke für eure tolle Unterstützung hier.

        Liebe grüße
        Pough

        pough antworten
  • pough

    Ja Ursel.
    Tolles Vorbild.
    Solche Menschen sollten lieber keine Kinder kriegen!
    Lg

    pough antworten
    • Ursel

      Ja, das macht mich unwahrscheinlich traurig – das eigene Kind!!!

      Es zerreißt mich innerlich, aber ich kann nichts tun, alles Reden hilft nicht mehr, dann heißt es, ich wäre sowieso zu dumm um irgendetwas richtig zu machen oder mich verständlich auszudrücken. Aber oh wehe die beiden Choleriker bekommen sich in die Wolle: Dann bin ich als Mutter natürlich diejenige, die an allem schuld ist und die falsche Erziehung angewandt hat, ich bin die, die dann mal wieder fertig gemacht wird :-(.

      Danke, dass ich mich hier austauschen kann – vielen Dank dafür.

      GlG an alle

      Ursel

      Ursel antworten
  • Ruth

    Hallo!

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich meine, mein Vorgesetzter ist ein Choleriker.

    Es sind aber nicht Wutausbrüche, sondern eher Empörung, aber wirklich über jede Kleinigkeit. Er ist grundsätzlich ein sehr emotionaler Mensch, egal worum es geht. Da er aber an die Macht der positiven Einstellung fest glaubt, versucht er immer und alle positiv einzustellen. Auch wenn es in manchen Situationen sich fast grotesk anfühlt.

    Es ist der Übermaß an Emotionen, das Manches einfach erdrückt. Deswegen kenne ich das Gefühl, wenn sich der Magen zusammenzieht, wenn der Chef nur den Raum betritt. Die Luft elektrisiert sich in Sekunden, er muss gar nicht sprechen.

    Auch seine Sprunghaftigkeit ist äußerst belastend. Er kann ein wichtiges Gespräch einfach so aus heiterem Himmel anfangen und dann, gerade mal in dem Moment, wo man sich einigermaßen auf das Gespräch eingestellt hat, nahtlos in ein absolut fremdes Thema wechseln. Dabei werden die Akzente völlig falsch gesetzt: Kleinigkeiten und Äußerlichkeiten werden zur Chefsache gemacht und wirklich wichtige Sachen einfach vergessen oder verschoben. Und immer diese überschwenglichen Emotionsausbrüche …

    Vielleicht bin ich nur überempfindlich, aber meiner Meinung nach funktioniert jedes Unternehmen nach bestimmten Regeln. Ich bin sehr flexibel und eigentlich auch positiv veranlagt, aber ich brauche in meinem Berufsleben ein System. Manchmal bin ich einfach nur fix und fertig …

    Danke für’s Zuhören ;)

    Grüße

    Ruth antworten
    • Ruth

      Hallo Ruth,

      wir scheinen nicht nur den Namen zu teilen…

      Leider ziehe ich Choleriker irgendwie magisch an. Oma und Mutter waren/sind cholerisch, Vater ist Borderliner. Eigentlich sollte ich mit “solchen” Menschen umgehen können, da ich von klein an eine Überlebensstrategie brauchte.

      Zu meinem Vater habe ich seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr, nachdem er mich körperlich attackiert hatte und ich mich wehrte. Meine Oma ist dement und lebt in einer geschlossenen Einrichtung. Bleibt noch meine Mutter und mein Chef. Meine Mutter sehe ich nur noch selten, meinen Chef leider täglich. Ich würde gerne meine Stelle wechseln, aber leider kann ich nicht aufs Geld verzichten und eine neue Stelle finde ich aufgrund eines körperlichen Handicaps nur schwer.

      Jeder der denkt, er kann mit einem Choleriker “spielen” oder ihn gar gezielt steuern, der liegt falsch! Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass sich die Anfälle immer weiter steigern können und es dann nicht nur bei Wutausbrüchen bleibt.

      Am schlimmsten betroffen sind die Kinder, denn entweder leben sie in ständiger Angst oder sie werden selbst cholerisch, so wie eine meiner Schwestern…

      Ruth antworten
      • Ruth

        Guten Tag!

        Das ist wohl wahr, einen Choleriker zu steuern ist tatsächlich nicht möglich. Ich bin von Natur aus ein sehr ausgeglichener Mensch, der wirklich mit jedem Menschen auskommen kann. Aber selbst ich komme manchmal an meine Grenzen. Dabei kann ich nicht sagen, dass mein Chef schlecht oder boshaft ist. Eigentlich kann er auch ein angenehmer Mensch sein, ist auch beruflich sehr erfahren. Ich arbeite auch gern im Unternehmen, wir haben ein sehr starkes Team. Aber es gibt Momente, da will ich einfach nur aufstehen und gehen. Da bin ich mit dem Tag fertig.

        Am Anfang habe ich versucht, mich bei solchen Vorfällen zu rechtfertigen. Ich habe aber recht schnell gelernt – es bringt nichts. Dabei ging es auch nicht immer um meine Leistung, sondern – ich war einfach im Raum präsent, also kriegte ich alles ab.

        Irgendwann versuchte ich, einfach nicht zu reagieren. Ich schwieg mich aus, am besten mit einem netten Lächeln und verständnisvollem Kopfnicken, und wartete ab, bis das Ganze vorbei war. Ein paar mal war es auch so, dass ich den Raum einfach verlassen habe, da die Situation unerträglich für mich geworden ist.

        Irgendwie habe ich das Gefühl, man kommt in diesem Moment auch mit logischer Argumentation nicht voran. Dein Gegenüber macht buchstäblich dicht. Das funktioniert. Mein Chef beruhigt sich recht schnell. Es gibt nur ein Problem: Es belastet MICH emotional sehr. Das muss ich dann irgendwie “abarbeiten” und das schaffe ich manchmal nicht, sodass diese emotionale Last noch tagelang sitzen bleibt.

        Na ja, … Wie es auch immer ist. Ich werde wohl lernen, damit umzugehen.

        Schöne Grüße und einen ruhigen Tag noch!

        Ruth antworten
  • Alice

    Ein interessantes Buch zu diesem Thema ist auch “Jähzorn” von Theodor Itten aus dem Fachbereich Psyochtherapie/-analyse.

    Es handelt sich dabei nicht so sehr um einen Ratgeber für den Umgang mit Cholerikern als um eine erhellende Lektüre darüber, wie jähzornige Wutausbrüche entstehen, welches psychische Leiden sich dahinter verbirgt, und damit hilft es vielleicht Menschen, die mit Cholerikern im Alltag in Berührung kommen, sich besser vor deren Angriffen distanzieren und sich besser davor schützen zu können.

    Reflexionsfähigen Cholerikern hingegen könnte es aber auch helfen, sich selbst besser zu verstehen und ihnen bei der Veränderung der eigenen Verhaltensweisen als Unterstützung dienen. Wenn sich denn jemand auf diese nicht ganz einfach geschriebene, aber sehr spannende Lektüre einlassen will.

    Alice antworten
  • Myri

    Danke Euch allen für Eure Kommentare!

    Bei sehr vielen finde ich mich wieder, denn auch mein Vater war Choleriker. Wie viele von Euch schreiben: dem kann man nicht ausweichen und schon gar nicht den Kontakt abbrechen. Als Kind ist man dem hilflos ausgeliefert, und auch die Kinder in der Umgebung fürchteten ihn. Zwar schlug er die anderen Kinder nicht, aber sie wurden genauso beschimpft wie wir. Die traumatischen Erlebnisse mit meinem Vater haben mich mein Leben lang geprägt und belastet, und ich habe viel Leid erfahren, aber ich durfte sehr viel lernen dabei.

    Heute kann ich damit anders umgehen. Und mit dem Alter hat sich mein Vater auch etwas beruhigt. Aber das war ein langer und sehr schmerzlicher Weg.

    Die Wende brachte ein Vorfall vor ein paar Jahren, als ich wieder mal das Gespräch mit ihm suchte, um als erwachsene Menschen vernünftig zu reden. Doch nach einem zuerst recht vernünftigen Gesprächsverlauf gipfelte das Gespräch in der trotzigen Aussage meines Vaters “Ja, ich habe dich geschlagen – na und? Ich habs zugegeben, und jetzt reichts!” Und als ich antwortete, dass ich darunter gelitten hätte und mich das “na und?” sehr getroffen hätte, schloss er das Gespräch mit: “Du hast und hattest schon immer eine falsche Wahrnehmung.”

    Dann scheuchte er mich wie einen Hund aus der Wohnung und meinte, dass wohl ein Kontaktstopp das Beste wäre. Daraufhin folgte die schmerzlichste Zeit meines Lebens:

    Ich versuchte immer wieder den Kontakt aufzunehmen, versuchte zu erklären, dass eine Wahrnehmung nicht falsch sein könne, weil jeder seine persönliche Wahrnehmung habe – chancenlos! Das ging einige Monate so, bis ich ihm per Mail (anders erreichte ich ihn ja nicht) schrieb “Du hast recht.” Die folgenden Worte hat er wohl nicht mehr gelesen, denn er ging nie darauf ein. Aber auf die Aussage “Du hast recht” hat er reagiert. Und seither haben wir wieder Kontakt.

    Für ihn scheint die Welt in Ordnung – er ist glücklich. Aber mir tut es immer noch weh! Denn seither ist es eiskalt zwischen uns. Persönliche Gespräche vermeide ich, wir reden über Belangloses. Wenn es auch für mich nicht stimmt, es ist immer noch besser als gar keinen Kontakt oder ewig Streit zu haben, was ich mir nie verzeihen könnte. Denn er wird älter, und es gibt nichts Schlimmeres, als Streit mit in den Tod zu nehmen.

    Das Interessante dabei: Langsam beruhigt sich die Situation nicht nur äusserlich, sondern auch in meinem Inneren. Ich kann annehmen, dass mein Vater nicht anders kann und konnte, und meine Wut weicht nach und nach einem gewissen Verständnis, vielleicht sogar Mitleid.

    Wenn der Kontakt auch oberflächlich ist und unsere Umarmung zur Begrüssung und zum Abschied mich jedesmal schaudert (ich könnte genauso gut einen kalten Stein umarmen) – wir hatten noch nie ein so unbeschwertes Verhältnis. Und das ist gut so. Denn ich kann ihn nicht mehr ändern und die Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Aber ich kann das Jetzt so angenehm wie möglich gestalten, um selbst den inneren Frieden zu finden.

    Denn das ist der Weg: Und ich sehe, wie sich plötzlich auch in meinem Umfeld alles zum Positiven wendet. Das Loslassen meiner Schmerzen durch den Jähzorn meines Vaters hilft, auch alles andere loszulassen. Und plötzlich öffnen sich neue Türen und ich kann endlich vorwärts gehen.

    Ich hoffe, dass ich mit meinen Worten auch anderen Mut machen kann, loszulassen. Es ist mir schwer gefallen und ich habe lange Zeit gebraucht, aber es ist wirklich befreiend!

    Myri antworten
  • Sonja

    Aber wo fängt Choleriker an?

    Ist es schon cholerisch, wenn jemand aus einer Mücke einen Elefanten macht? Ist es cholerisch, wenn jemand wegen Nichts Streit anfängt oder übellaunig wird – nicht handgreiflich?

    Wie oft hat so ein Choleriker diese – ich nenn es mal – Anfälle? Täglich, wöchentlich, monatlich. Regelmäßig oder sporadisch?

    Ich muss gestehen, ich hatte nie direkt mit so jemandem zu tun (zum Glück) und bin jetzt in einer Beziehung mit einem, ich nenn es mal, Choleriker.

    Sonja antworten
  • Helmut

    Hallo,

    ich neige selbst zu cholerischen Anfällen.

    Cholerisch kommt aus dem Griechischen und bedeutet Leber: “Dir ist wohl eine Laus über die Leber gelaufen” sagen wir heute noch.

    Wann kommt es zu solchen Wutausbrüchen?

    Manchmal habe ich den Eindruck, mein erhöhter Blutdruck ist Schuld. Auch ein sehr hoher Stress-Pegel führt leicht zu solchen Ausbrüchen. Meine hohe Ungeduld fördert dieses Verhalten. Und ich sehe hinter einem kleinen Fehlverhalten eine grundsätzliche Haltung, die ich nicht akzeptieren will – zum Beispiel Gleichgültigkeit. Vielleicht ist das die tiefste Ursache!

    Was stoppt mich nicht?

    Schweigen – das interpretiere ich als Gleichgültigkeit und ich werde lauter, weil ich glaube, den anderen so eher zu erreichen.

    Was stoppt mich?

    Widerspruch: “Ich habe eine andere Meinung”, “ich bin überzeugt, dass meine Entscheidung richtig war”, etc. Da bin ich dann wieder auf der sachlichen Ebene.

    Ich teile Ihre Meinung bezüglich Ehe nicht, Herr Heidenberger. Ich bin überzeugt, dass es eine Ehe immer wert ist, erhalten zu bleiben – solange nicht ein Partner den anderen schlägt (tun übrigens mindestens so viele Frauen wie Männer!).

    Wir sind nun 37 Jahre verheiratet und haben 5 Kinder großgezogen. Und meine cholerischen Anfälle scheinen sie alle gut überstanden zu haben: Es vergeht kaum ein Tag, an dem mich die Kinder nicht anrufen und mir ihre Sorgen und Freuden mitteilen.

    Allerdings habe ich auch eine positive Eigenschaft – ich kann mich entschuldigen. Und das habe ich viele hundert Mal bei meinen Kindern und meiner Frau getan.

    Herzliche Grüße
    Helmut

    Helmut antworten
    • Danke für Ihren Kommentar, Helmut!

      > Ich teile Ihre Meinung bezüglich Ehe nicht, Herr Heidenberger. Ich bin überzeugt,
      > dass es eine Ehe immer wert ist, erhalten zu bleiben – solange nicht ein Partner
      > den anderen schlägt.

      Ich bezog mich weniger auf die Ehe, sondern generell auf Beziehungen. Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass man sich nicht vorschnell trennen soll, denn in einer Beziehung kann nicht immer alles eitel Wonne sein. Aber es gibt doch viel mehr Beweggründe für eine Trennung – also eine Trennung ist meiner Meinung nicht erst dann sinnvoll, wenn ein Partner den anderen schlägt.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Urschi

    Hallo!

    Also ich kann es gar nicht verstehen, wenn jemand sagt, dass er seinen Choleriker “mag”.

    Bei mir ist es so, dass er jedes Mal wirklich die Familie auseinandertreibt und auch handgreiflich wird. Außerdem ist er sehr schlau und fühlt sich sehr überlegen anderen gegenüber. Besonders entsetzt war ich auch, als er seine Schwester als “Spielobjekt” bezeichnet hat. Es reicht bei ihm nur ein Kommentar und er wird schon wütend.

    Es tut mir sehr leid, wenn ich mich hier in Rage geredet habe, aber ich musste mir einmal das alles von der Seele reden.

    Urschi antworten
    • Ursel

      Liebe Uschi,

      ich kann es auch nicht nach vollziehen, wie man einen Choleriker noch immer mögen oder sogar lieben kann, nach all den Jahren kann ich es nicht mehr, so leid es mir tut, dies sagen zu müssen.

      Meine Gefühle sind erstickt worden, in dunklen Wolken versunken, die ständig auf mich niederprasseln, bestehend aus Arroganz, Demütigung, angeblicher Überlegenheit und ständiger Besserwisserei. Man kann es auch zusammenfassen unter “Seelischer Sklaverei”.

      GlG und bleibt alle stark
      Ursel

      Ursel antworten
  • sophie

    Hallo,

    woran erkennt man eigentlich einen Choleriker? Ich bin mir nicht sicher, ob mein Mann Choleriker ist, aber finde seine Wut manchmal befremdlich.

    VG
    Sophie

    sophie antworten
    • Ursel

      Liebe Sophie,

      ich bin kein Experte, finde es aber schon schlimm, wenn man mit “Wut”, die einem befremdlich vorkommt, konfrontiert wird. :-(

      Wenn der Partner Wut so offensichtlich zeigt, dass man vielleicht sogar Angst vor dem nächsten Wutausbruch hat, daran denkt oder diesen sogar erwartet …

      Lg Ursel

      Ursel antworten
  • Ursel

    Gerade eben ist wieder ein typisches Beispiel vorgefallen:

    Ich habe nicht bemerkt, dass “er” beim Frisör war, habe gefragt: “Warst Du beim Frisör ?” – diese Schimpftirade, die ich über mich ergehen lassen musste, auf der Straße vor der Nachbarin, ich sei undankbar und würde mich über alles beschweren, in einer Lautstärke und an Wichtigkeit nicht zu übertreffen. Ich habe mich in Grund und Boden geschämt. Ich und undankbar?? Ich bekomme keinen Cent von diesem Menschen … oder werde irgendwann mal beschenkt oder gratuliert, z. B. zum Geburtstag.

    Traurige Grüße Ursel

    Ursel antworten
  • Regine

    Hallo,

    ich war 13 Jahre mit einem Choleriker verheiratet. Leider habe ich die Situation viel zu lange ertragen. Ich ärgere mich bis heute, dass ich nicht beim ersten Anfall das Weite gesucht habe. Damals war ich noch nicht verheiratet.

    Wir haben 2 Kinder bekommen, die er sich so gewünscht hatte. Es gab für ihn immer mehr Gründe auszurasten und immer waren die anderen Schuld. Als die Wut so heftig war, dass er handgreiflich wurde, habe ich ihn vor die Wahl gestellt: “Therapie oder ich gehe mit den Kindern”. Er wurde abermals wütend.

    Aus Angst konnte ich nicht mehr sprechen, ich habe es mit schreiben versucht. Am Ende musste ich heimlich mit den Kindern ins Frauenhaus fliehen. Es ist schon 23 Jahre her. Als ich hier die Kommentare gelesen habe, kamen mir die Tränen und die Gefühle von Ohnmacht und Erniedrigung von damals.

    MAN MUSS DAS NICHT MIT SICH MACHEN LASSEN; ES GIBT IMMER EINEN WEG DA RAUS.

    Ich bin wieder verheiratet und freue mich über ein Leben in Frieden. Meine Kinder sind erwachsen, haben beide sehr unter der Situation gelitten, natürlich haben sie auch ihren Vater geliebt. Mein Sohn neigt auch dazu, schnell aus der Haut zu fahren hat, aber er hat auch verstanden, dass man was dagegen tun kann (zum Beispiel Sport).

    Den Betroffenen kann ich nur sagen, dass es sich lohnt, mutig zu sein und den Teufelskreis zu durchbrechen. Kein Mensch hat das Recht, andere anzuschreien und zu demütigen. Ihr müsst eure Persönlichkeit schützen.

    Regine antworten
  • Kerstin

    Hallo, ich bin neu auf dieser Seite, da ich nicht mehr weiter wusste und auch ziemlich am Ende bin.

    Mir wurde gesagt, mein jetziger Partner ist doch Choleriker. Ich muss ehrlich sagen, dass ich gar nicht wusste, was das Wort bedeutet. Ich war nur ziemlich am Ende, weil ich von den ständigen Wutausbrüchen und Beschuldigungen, die vollkommen haltlos waren, so runtergemacht wurde, dass ich gar nicht mehr wusste, was richtig und falsch war.

    Hatte immer das Bauchgefühl, dass ich nicht daran schuld war, da die Anschuldigungen nicht korrekt waren. Muss dazu sagen, dass ich jahrelang mit einem gewalttätigen Alkoholiker zusammen war. Habe aber durch eine jahrelange Therapie in einer Selbsthilfegruppe gelernt, dass ICH ES NICHT BIN, SONDERN ER. Und das ist durch vieles Lesen jetzt genauso wieder so hoch gekommen.

    Eure Kommentare haben mir wieder etwas Kraft, Mut und Selbstvertrauen gegeben, dass er sich nicht ändern wird und dass ich über kurz oder lang daran zerbrechen werde. Und das will ich nicht noch einmal – meine Kinder wenden sich schon von mir ab. Das kann nicht das Leben sein.

    Es wird zu einer Trennung kommen, denn es geht immer weiter, auch wenn es sehr schwer ist. Bin froh, diese Seite gefunden zu haben.

    Am meisten habe ich das Problem damit, dass in solchen Ausraster-Situationen Worte fallen, die angeblich NIEMALS gesagt worden sind, und dann bin ich wieder die Dumme, die sich alles einredet.

    Ist das bei Euch auch so oder gibt es auch solche Situationen??

    Fange an zu zweifeln, weiß aber genau, was mir vorgeworfen wurde.

    Vielen Dank!

    Kerstin

    Kerstin antworten
    • Ursel

      Liebe Kerstin,

      auch ich kenne und ertrage seit Jahrzehnten solche Situationen, immer nur “ich” bin schuld, egal ob privat oder beruflich, n i e m a l s der Choleriker, er konstruiert sich seine eigenen Argumente gegen einen.

      Man hat keine Chance. Man wird hingestellt als derjenige, der zu dumm ist, diese Argumente zu verstehen oder man ist schlicht und einfach “verrückt”.

      Bitte, wenn Du die Möglichkeit zur Trennung hast, ergreife die Chance!!! Mir ist es nicht möglich, jeder Tag ist die Hölle, Freundschaften wurden im Laufe der Jahre erstickt, nur “seine” Familie zählt, meine ist schlicht und ergreifend “Dreck”, mit dem er nichts zu tun haben will.

      Bitte geh, wenn Du kannst – auch für Deine Kinder.

      lg Ursel

      Ursel antworten
  • Ursel

    Letzte Woche, Büro:

    Der Choleriker stellt fest, einen Fehler gemacht zu haben / Ergebnis: Er fängt unbändig an zu toben, beschimpft seine Sekretärin, sprich Ehefrau, aufs Übelste mit der schlimmsten Fäkalsprache, schiebt ihr die Schuld für den Fehler in die Schuhe, wirft Ordner in der Gegend herum und tritt den Arbeitsplatz seiner Sekretärin, sprich Ehefrau zusammen!!!

    Was soll ich noch sagen, ich kann nicht mehr, ich habe aufgegeben, ich bin nur noch erledigt, Tag für Tag diese Ausbrüche, wenn nicht von “ihm”, dann vom “Kind” oder ganz schlimm von beiden.

    Ich bin nur noch müde und kaputt, aber so richtig.

    Liebe Grüße an alle – Ursel

    Ursel antworten
    • Doreen

      Liebe Ursel,

      mir scheint, du hast dringenden Bedarf, dein Leben zu ändern – tu es, lass nicht länger zu, dass deine eigene Familie dir weh tut. Ändere etwas, oder willst du dich nicht besser fühlen?

      LG, Doreen

      Doreen antworten
      • Ursel

        Liebe Doreen,

        vielen Dank, das ist sehr lieb – aber es geht nicht, d.h. im Moment noch nicht, ich habe nur noch einen lebenden Verwandten aus meiner Familie – selbst alt und krank.

        Ich versuche mich aber innerlich zu distanzieren, das kostet sehr viel Kraft, aber ich versuche es Tag für Tag. Mein behindertes “Kind” braucht mich mind. noch solange, bis die Ausbildung beendet ist. Vielleicht bekomme ich dann endlich nach langen Jahren meine Chance – das ist mein Lichtblick.

        Es verschafft einem ein wenig Erleichterung, wenn man seinen Ballast auf dieser Seite “abladen” kann, dann ist es nicht mehr gerade so “erdrückend”.

        Ganz liebe Grüße und herzlichen Dank

        Ursel

        Ursel antworten
        • Doreen

          Liebe Ursel,

          ich freu mich, dass du Hoffnung hast. Viel Erfolg beim Üben der innerlichen Distanz und immer mehr Zeit für dich wünsche ich! Ganz viele Lichtblicke!!!

          Doreen

          Doreen antworten
  • Jeannette

    Hallo ihr Lieben!

    Ich habe da mal ein zwei Fragen und hoffe, ihr könnt sie mir beantworten:

    1. Passen ein Choleriker und eine Melancholikerin zusammen?

    2. Spielt ein Choleriker auch gerne Psychospielchen?

    Also ich meine, jemanden psychisch richtig fertig machen und mit Worten eindreschen, was einem wirklich verletzt?

    Mein Ex war Choleriker und hat das jedes Mal gemacht, sogar immer wieder Sachen um sich geschmissen und ist ziemlich stark ausgerastet, und das meistens auch ohne Grund oder aus kleinen Gründen. Ich habe versucht, so gut es ging, ruhig zu bleiben, was nicht immer geklappt hat.

    Zum Schluss hat er mit mir Schluss gemacht, weil ich einen Fehler begangen habe. Ich hatte einen Unfall und aufgrund seiner cholerischen Anfälle hatte ich Angst, es ihm zu sagen.

    Ich hoffe, ihr könnt mir da weiterhelfen.

    Vielen Dank im Voraus

    Jeannette antworten
  • Doris

    Hallo,

    habe mir viele Kommentare durchgelesen.

    Glaube, mein Mann ist auch ein Choleriker. Regt sich wegen jeder Kleinigkeit auf. Wir haben zwei Kinder, 10 und 13, und da fallen den Tag über viele Kleinigkeiten an. Mein Mann regt sich über Sachen auf, die ich eher harmlos finde. Hat jetzt nichts mit Pubertät und so zu tun, denn das war früher auch schon, nur nicht so oft.

    Seine Ausraster häufen sich, zudem kommt seit ein paar Wochen dazu, dass er, in meinen Augen, zu viel Alkohol trinkt, 5 bis 6 Bier täglich. Wenn er ausrastet, beschimpft er mich, oder die Kinder. Wobei er bei unseren Kids noch einigermaßen gnädig ist. Die sind dann nur dumm, zu blöd … Bei mir ist er schon nicht mehr so zimperlich. Ich bin dann gleich eine blöde Henne mit Spatzenhirn, weniger wert als der Dreck unterm Fingernagel …

    Er ist dann auch immer tagelang beleidigt, weil ich bzw. wir ihm nicht recht geben. Er rastet z. B. aus, weil unser Sohn beim Essen zu schnell isst und unsere Tochter zu langsam. Das ist Grund genug, auszuticken, rumzubrüllen, den Teller oder Besteck zu schmeißen und dann beleidigt ins Wohnzimmer zu stampfen und die Türen zuzuknallen.

    Warum ich das aushalte? Wegen der Kinder!

    Tat mal gut, ein bisschen Frust abzulassen. Und vor allem zu wissen, dass es vielen Frauen ähnlich geht. Lg an alle!

    Doris antworten
    • Doreen

      Als Kind eines Cholerikers und einer Frau, die “es ausgehalten” hat, sage ich dir:

      BITTE TU ES NICHT WEGEN DER KINDER!!!

      Bei meinen Eltern ging es auch mit Beginn der Pubertät so richtig los.

      Ich habe immer Schuldgefühle gehabt, weil sie sich quasi permanent stritten bzw. mein Vater schrie und meine Mutter “aushielt”. Es waren schreckliche Jahre bis mein Vater endlich endgültig das Zuhause verließ. Erst danach konnte ich mit ihm manchmal normal sprechen und erst danach war es bei uns Zuhause wieder entspannt, gemütlich, einfach ein Ort zum Wohlfühlen. Davor mit ihm war es schrecklich!

      Wenn du also deinen Kindern etwas Gutes tun willst, entferne sie und dich von den Anfällen so schnell wie möglich, wenn er nicht in der Lage ist, sich zu ändern.

      Wunsch der Tochter eines Cholerikers

      Doreen antworten
      • Diris

        Hallo Doreen,

        vielen Dank zu deinem Kommentar!

        Ich weiß ja selbst, dass es für die Kinder nicht gut ist, wenn ihr Vater so ausrastet. Andererseits denk ich mir wieder, dass eine Trennung der Eltern grad zu Beginn der Pubertät eben auch nicht das Wahre ist. Ich weiß nicht.

        Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Kids, wir können über alles reden. Haben auch darüber schon gesprochen, weil der Papa eben so ist. Ich unternehme viel mit den Kindern, aber eben meistens oder am liebsten wenn mein Mann nicht da ist. Und dann gefällt es auch den Kindern besser als wenn er dabei ist. Wir unternehmen schon auch etwas mit ihm, denn dann gibt es wieder Zeiten, da läuft alles gut.

        Solange kein Problem auftaucht, ist alles in Ordnung. Dann ist er auch ein lieber Mann und Vater. Es ist echt schwierig.

        Was ich auch noch niemandem erzählt habe, ist, … oh Mann, ich schäme mich … Er ist auch schon handgreiflich geworden, so drei, vier Mal. Und eben heuer, im Frühjahr sogar vor unseren Kids. Unser Sohn ist dann total ausgerastet, hat seinen Vater gehasst. Ich hab ihm dann wieder gut zugeredet, dass Papa das nicht so gemeint hat … die zwei haben sich dann wieder vertragen. Ich tat, als sei nix gewesen, aber …

        Seitdem läuft bei uns, meinem Man und mir, halt gar nichts mehr. Hab mich dann noch ein paar Mal überwunden, mit ihm trotzdem ins Bett zu gehen, aber irgendwie, glücklich … bin ich nicht mehr. Irgendwie?

        Hab bei meiner Schwiegermutter so Ähnliches angedeutet, dass wir halt viel streiten, er austickt und auch mal was rumschmeisst, oder mich beleidigt, aber die hat eben nur die Auffassung, er verdient das Geld, er schafft an. .. Wusste nicht, dass ich 1915 lebe und nicht 2015.

        Gefühlchaos pur. Manchmal bin ich frustriert, dann wütend und dann denk ich mir, ich jammere auf hohem Niveau. Es könnte schlimmer sein.

        Denn … theoretisch haben wir alles: ein Haus, zwei gesunde und vor allem gescheite Kinder (Gymi und Real), jeder seine Arbeit, genug Geld …

        Aber, Glück kann man nicht kaufen.

        Danke euch allen, fühlt euch gedrückt und geküsst

        Doris

        Diris antworten
  • Elly

    Hallo!

    Ich habe einiges hier gelesen und bin froh, auf so eine Seite gestoßen zu sein.

    Ich bin 22 und verlobt mit einem Choleriker 28. Ich bin am Ende mit meinen Nerven. Er regt sich über alles auf und schreit rum. Er ist gut gebaut und wenn er laut wird, bekomme ich richtige Angst.

    Ein Bsp.: Ich bin am Autofahren, er rastet aus, weil er nicht fahren darf. Der Grund dafür ist, dass er seinen Führerschein abgegeben hat, daraufhin steigt er aus und tritt gegen meine Autotür und schreit Beleidigungen rum.

    Ich halte meistens den Mund, weil ich gemerkt habe, dass es nichts nützt, mit ihm zu diskutieren. Doch die Situation belastet mich sehr, ich muss ständig weinen und bin psychisch am Ende.

    Einmal war ich zu Besuch bei ihm, habe lecker gekocht. Daraufhin hat er mich etwas gefragt und ich habe aus Müdigkeit gegrinst und gesagt: “Schatz, lass es so stehen, wir klären es nach dem Essen”. Er ist ausgerastet, ich habe so eine Angst bekommen, Beleidigungen …

    Dann war er wieder auf 0 und entschuldigte sich, sagt, dass er mich liebt und wirklich nicht so einer sein möchte. Ich habe die Ringe abgemacht und ihm gesagt, dass ich nicht mehr kann. Er hat mich zum ersten Mal geschlagen bis ich in Ohnmacht fiel, Mund und Nase, alles voller Blut …

    Es fällt mir schwer, mit diesen jungen Jahren sowas hier zu schreiben, aber niemand versteht mich. Daraufhin hat er geweint und selbst realisiert, was er getan hat. Er hat sich an diesem Tag vor die Autobahn geschmissen und ist noch gut weggekommen, hab ihn da weggezogen …

    Ich liebe ihn und er mich, das wissen wir beide. Vor meinen Eltern hat er geweint und gesagt, dass ich keine Schuld habe bei all dem, dass er der Schuldige ist. Er sieht es ein, er möchte nicht der Hulk sein, der in ihm ist …

    Ich habe ihm verziehen und er bekommt eine Behandlung beim Therapeuten, er bekommt Unterstützung, doch manchmal halte ich es nicht aus und frage mich, wieso nur?

    Ich gehe nicht mehr weg mit meinen Mädels, ich bin nur mit ihm oder arbeiten. Ich versuche, ihm zu helfen und ich weiß, es ist kein leichter Weg, ihm nochmal die Chance zu geben, da er jetzt professionelle Hilfe annimmt und alles zugibt.

    Er weint vor mir, sagt, er will nicht so ein Mann sein, fleht mich an, dass ich ihm helfe. Er weiß, dass ich keine leichte Zeit hatte und er der Schuldige ist. Er sagt sogar, dass wir auf Distanz gehen sollen und er es durchzieht mit der Therapie, aber ich soll ihn nicht verlassen …

    Ich kann ihn auch verstehen, in ihm steckt etwas, was er nicht kontrollieren kann. Das ist nicht er, sondern eine andere Seele …

    Ja, das ist meine Geschichte und mal sehen, was draus wird …

    Er ist der tollste Mann, so lieb, macht alles für mich, fragt, ob ich Geld brauche und ist so fürsorglich. Aber dann diese andere Seite, wenn er sich aufregt über gewisse Dinge.

    Wie muss ich mich verhalten, während er die Therapie durchführt??

    Vielen Dank, dass ihr mir zugehört habt. Ich weiß jetzt, dass ich nicht die einzige bin.

    Alles Gute euch allen!

    Liebe Grüße

    Elly

    Elly antworten
    • Betroffene

      Liebe Elly,

      lass dir einen Rat geben von einer Betroffenen, die auch sehr lange darunter gelitten hat, in der Meinung, mit einer Therapie wird sich alles zum Guten ändern.

      Du bist noch jung, noch nicht verheiratet. Auch wenn es dir schwer fallen wird, aber trenne dich bitte von ihm. Ich hab meinem damaligen Mann auch immer wieder eine Chance gegeben in der Hoffnung, mit der Therapie ändert sich etwas. Dem war leider nicht so.

      Es ist bei dir jetzt schon so schlimm. Wenn du nicht die Trennung wagst, ihn womöglich noch heiratest, wirst du diese ungeheure Belastung noch sehr lange mitmachen müssen. Und sollten dann auch noch Kinder dazukommen, ist das gleich noch eine Dimension größer, auch für dich! Und die Kinder können niemals völlig unbeschwert sein, weil sie sich immer vor den nächsten Ausrastern fürchten müssen. Das hat auch Einfluss auf ihre Persönlichkeitsentwicklung!

      Auch wenn er sich wieder vor ein Auto stürzen will, ist das eine Form von Erpressung. Halte nicht aus guter Hoffnung, aus Angst, aus Mitleid … an dieser Beziehung fest! Über kurz oder lang wirst du daran zerbrechen.

      Ganz liebe Grüße von einer Leidgeprüften, die einmal in der ziemlich gleichen Situation wie du warst und leider viel zu lange geglaubt hat, es wird besser!

      Betroffene antworten
      • Ursel

        Liebe Betroffene, liebe Elly,

        ich kann in allem, was Betroffene bezüglich Elly schreibt und ihrer Situation zu 100 % zustimmen, dem gibt es nichts hinzuzufügen. Nimm die “Beine in die Hand” und nichts wie weg!!!

        Du kommst darüber hinweg, Du bist so jung, nutze Deine Chance, im Leben glücklich zu werden. Setze Dich nicht weiter diesen Tiraden, der Herabsetzung Deiner Würde und der emotionalen Erpressung aus.

        LG an alle

        Ursel

        Ursel antworten
  • Elly

    Liebe Ursel und liebe Unbekannte, danke für die Ratschläge, es beruhigt mich ein wenig, dass ich nicht die einzige bin, die sowas durchmacht.

    Ich bin am Überlegen, ob ich mich trennen soll. Ich habe es ihm mitgeteilt und ihm ein Jahr gegeben, um sich mir und meiner Familie zu beweisen. Wenn er es schafft, sich zu bessern, werden wir heiraten. Doch wenn er es nicht schafft, dann ohne mich …

    Ich hab mit meinen jungen Jahren sehr viel erlebt und merke, wie ich psychisch kaputt gehe. Ich habe Angst, einfach nur mich mit ihm zu zoffen. Ich habe öfters nichts gesagt, damit er ruhiger wird, aber er meinte daraufhin, dass es ihn mehr aufregt, wenn ich nichts sage, aber auch wenn ich was sage.

    Ich bin eine Türkin und meine Eltern haben es nicht eingesehen, dass ich mich trennen wollte. Bei uns ist halt alles noch altmodisch und die Leute lästern drumrum.

    Aber jetzt hat es meine Familie eingesehen, stehen hinter mir, wir erleben schwere Zeiten und ich liebe diesen Mann. Aber seine andere Seite hasse ich, beachte ich nicht, aber es bricht mir das Herz, wenn ich ihn so weinend hilflos sehe.

    Die Zeit wird alles zeigen. Hoffentlich wird alles gut.

    Danke für diese Seite, dass ich mich hier mit ein paar Betroffenen unterhalten konnte. Wenigstens ein paar Menschen, die mich verstehen.

    Alles Gute euch allen

    Elly antworten
    • Gea

      Dann muss er also nur noch ein Jahr seine Ausraster – zumindest vor dir und deiner Familie – unterdrücken und nach der Hochzeit kann er endlich wieder seiner “anderen Seite” freien Lauf lassen. Aber dann ist es für dich zu spät.

      Nimm dir die Ratschläge zu Herzen, die dir hier gegeben wurden, lies auch nochmals alle Kommentare der anderen Betroffenen durch. Die meisten von ihnen hatten nicht die Möglichkeit wie du, sich noch rechtzeitig (bevor Kinder da waren, …) einfach von ihrem Choleriker zu trennen.

      Und wenn du es nicht tust und ihn tatsächlich heiraten solltest, weil er seine Ausraster dieses Jahr halbwegs “verbergen” kann, dann bist du – so hart es klingen mag – halt selber schuld, wenn du dich danach in der Hölle (Ehe mit einem Choleriker) wiederfindest.

      Du bist jetzt schon durch ihn ein psychisches Wrack. Was glaubst du, wie es sein wird, wenn ihr dann durchaus zusammenlebt, wenn du ständig unter seiner Kontrolle bist?

      Und dann wirst du noch oft an diese Ratschläge, die dir hier gegeben wurden, zurückdenken. ABER DANN IST ES ZU SPÄT!

      Gea antworten
  • Ursel

    Liebe Elly,

    höre bitte auf die guten Ratschläge, auch auf das, was zuletzt Gea Dir geraten hat.

    Bitte, heirate nicht, sonst wirst Du – wie oben beschrieben – auf immer zurücksehen und an Deine verpasste Chance denken, dann kommst Du in eine Situation, in der viele von uns sind und nicht herauskönnen – obwohl wir wollen, aber es geht einfach nicht.

    Stell Dir vor, Du bist 20 Jahre lang diesem Druck und Terror ausgesetzt, Du weinst 20 Jahre lang, j e d e n Tag und Deine Kinder nehmen die Charakterzüge Deines Mannes an und behandeln Dich genauso, wie er Dich behandelt, respektlos, würdelos und ohne jegliches Mitgefühl …

    willst und kannst Du das ertragen? Stell’ Dir vor, Du kannst nicht mehr arbeiten gehen, durch die Geburt der Kinder und Du wirst von diesem Menschen auch noch finanziell abhängig – und dann?? Er hat Dich auf die Dauer der Jahre von Deinen Freunden und Deiner Familie isoliert, aber in der Öffentlichkeit gibt er den liebenden Ehemann?? Ich könnte endlos weitermachen.

    Bitte meine Liebe, distanzier’ Dich von ihm, es ist nicht Dein Versagen, wenn Du diesen Mann nicht heiratest, schäm’ Dich nicht vor Deiner Familie dafür. Wenn sie nicht damit umgehen können, dann ist das ihr Problem, aber Hauptsache, Du bekommst ein “eigenes”, selbstbestimmtes Leben.

    LG an alle
    Kopf hoch – ich denke an Euch
    Ursel

    Ursel antworten
  • Iris

    Hallo miteinander,

    ich habe alle Kommentare von euch gelesen und habe dadurch wieder Mut bekommen, durchzuhalten. Nur bin ich mir nicht ganz sicher, ob mein Freund auch ein Choleriker ist bzw. ob ich ihn dazu gemacht habe …

    Ich bin von Natur aus wahnsinnig eifersüchtig und mäkle auch gern an ihm rum. Temperament besitze ich ebenfalls – das äußert sich bei mir, indem ich fluche oder genervt schnaufe, wenn etwas nicht so funktioniert wie ich es gerne hätte. Nur ist meine Wut auch so schnell wieder weg wie sie kam.

    Mein Freund ist dann aber sofort genervt, wenn ich mal mit meinen Sachen schimpfe (PC spinnt, Spülomat zu voll und will nicht zu gehen o. Ä.) und er kriegt sich dann kaum unter Kontrolle, sodass er sich selbst so in Rage redet und es in einen Streit eskaliert – ich lass mir ja auch nicht die Butter vom Brot nehmen und verteidige mich dementsprechend und versuche ihm zu verklickern, dass das doch nur Kleinigkeiten sind und er sich nicht so aufregen soll …

    Nur scheinbar gieße ich damit nur Öl ins Feuer. Wenn ich ihm aus dem Weg gehen will, rennt er mir hinterher und betitelt mich mit derben Dingen oder sagt “ich bin noch nicht fertig mit dir” und meckert weiter wie ein Weltmeister bis er das Gespräch für beendet erklärt hat. Danach gibt es keine Chance mehr, dass ich noch was sagen kann zu dem Thema.

    Er agiert im Streitfall nur nach dem Motto “Du bist an allem Schuld und ich nicht”. Manchmal sagt er im Streit, dass ich doch nicht an allem schuld bin und meckert trotzdem auf mir rum. Ich glaube, er weiß selbst nicht so recht was er will und warum er überhaupt blubbert.

    Im Nicht-Streitfall ist er der liebste Mann auf Erden, aber ich muss mittlerweile bei allem aufpassen, was ich mache/sage und wie. Ich muss selbst auf meine Mimik achten – ich könnte ja unbewusst genervt gucken oder so.

    Mittlerweile pendeln wir tageweise zwischen “Ich zieh aus!” und “Ich liebe dich doch so und will dich nicht verlieren” … Ich weiß echt nicht mehr, was ich noch glauben soll …

    Sollte ich dann lieber erstmal auf Abstand gehen und den schmollen lassen oder soll ich versuchen auf ihn einzureden, dass er sich wieder einkriegt??

    Ich danke erstmal fürs Lesen und freue mich auf eure Antworten!

    LG Iris

    Iris antworten
  • Viola

    Guten Tag,

    ich habe nun viel gelesen, wie man mit einem Choleriker in der nächsten Familie verhalten soll. Leider habe ich nichts darüber gelesen, wie man das therapieren kann. Wäre froh um Tipps. Besten Dank!

    Viola antworten
  • Andy

    Hallo Ihr Lieben,

    ich freue mich, diese Seite gefunden zu haben. Gerade habe ich alle Kommentare gelesen und beschlossen, selbst kurz zu schreiben! Danke an alle die so offen geschrieben haben, es hat mir geholfen, meine Situation besser zu verstehen! Die Tipps von Herrn Heidenberger finde ich zutreffend. Den Kommentar von „Choleriker“, finde ich für mich hilfreich und stimme dem zu!

    Grundsätzlich denke ich, dass Täter und Opfer auf eine Art „zusammenfinden“. Damit will ich nicht sagen, dass die Opfer selbst Schuld sind, oder überhaupt Schuld sind! Es ist mehr eine Art Anziehung, die passiert. Vielleicht kann man sagen: auf einen Choleriker zu treffen, ist – sofern man darunter leidet – eine Chance sich selbst zu finden und selbstbewusster zu werden! Ich denke, dass ein Choleriker bei einem selbstbewussten Menschen so gut wie keine Chance hätte – diese Verbindung würde nicht lange bestehen! Was meint ihr?

    Kurz zu mir: Ich (35) habe mein Leben geliebt. Ich hatte einen tollen Job und war nebenbei – aus Spaß an der Tätigkeit – selbstständig. Ich war – selbstgewählt – nie verheiratet und habe auch keine Kinder. Ich war glücklich, bis ich „Ihn“ getroffen habe. Wir haben uns sofort extrem ineinander verliebt, es war für beide die erste große Liebe. Es war sozusagen die Krönung für mein tolles Leben!

    Nach einer kurzen (wunderschönen) Zeit habe ich gemerkt, dass er eifersüchtig war, wegen Kleinigkeiten. Er hat angefangen mir Stress zu machen und das auf eine extreme Art. Ehe ich mich versehen konnte, sind daraus große Krisen entstanden! Er war eindeutig Choleriker! Ich hatte bis dahin nie im privaten Umfeld mit solchen Menschen zu tun. Es war für mich eine neue Erfahrung.

    Das ist, denke ich, auch mit ein Grund, warum ich die erste Zeit einfach nur fassungslos war! Er hat mich beschuldigt und sich ständig aus dem Nichts aufgeregt, von 0 auf 100 und ich bin voll drauf eingegangen, habe versucht ihn zu beruhigen, um ihm Sicherheit zu geben! Das Ganze war für mich so traumatisch, dass ich teilweise Erinnerungslücken habe!!

    Handgreiflich ist er nie geworden. Er hat immer damit gedroht mich zu verlassen, was für mich das Schlimmste war. Bei einem der heftigsten Streits wollte er Schluss machen und ich habe ihn weinend angefleht, er soll mich bitte schlagen! Das wäre mir lieber gewesen als wenn er mich verlassen hätte. Das war mit einer der tiefsten Punkte, den ich damals erreicht habe. Nach einem halben Jahr Terror von seiner Seite aus, kam für mich die Erkenntnis, was ich gerade dabei bin zu verlieren – mein Leben (welches mir in dieser Zeit ziemlich egal geworden war). Daraufhin habe ich mich getrennt.

    Das Interessante an der Sache kommt aber noch – und der Grund warum ich denke, dass Täter und Opfer „zusammengehören“.

    Mein Selbstbewusstsein war so am Boden, dass ich nach der Trennung fast alles um mich herum gegen mich aufgefasst habe. Hinzu kamen Angstzuständen, bis zu Panikattacken: Platzangst, ich konnte nicht mehr Straßenbahn oder Zug fahren, Angst vor großen Plätzen und Menschen. Es ist immer schlimmer geworden. Ich habe alles als Belastung erlebt. Es ist so schlimm geworden, dass ich meine Selbstständigkeit und meinen Job nicht mehr ausüben konnte. Ich habe dann eine längere Zeit für mich allein gelebt und viel über alles nachgedacht, viel nachgelesen und nachgeforscht, mich auch viel unterhalten mit anderen (in dem möglichen Rahmen) und neue Wege gefunden für mich.

    Fazit: die Minderwertigkeitsgefühle aus der Beziehung haben sich nach der Trennung weitergezogen durch mein Leben!

    Das alles ist jetzt einige Zeit her und mir geht es wieder gut. Es war für mich eine sehr heftige Erfahrung und ich bin teilweise noch immer daran, sie zu verarbeiten. Mir ist es wichtig zu erwähnen, dass mit ein Grund für dieses Geschehen, Minderwertigkeitsgefühle des Opfers zu sein scheinen! Ein Teil von mir – ich denke ein sehr tiefer – hat ihm Recht gegeben, war mit der Meinung, dass ich Schuld war – was natürlich nicht stimmt! Aber dieser Teil und Verlustangst haben dazu geführt, dass ich mir das so lange (oder überhaupt) gefallen hab lassen und mitgemacht habe! Das hat ihn bestätigt in seinem Denken, ich wäre schuld!

    Ähnliche Minderwertigkeitsgefühle hatte ich als Kind, jedoch war ich der Meinung, alles verarbeitet zu haben, was scheinbar nicht der Fall war. Ich hatte das Glück, dass ich vor der Beziehung ziemlich glücklich und zufrieden war und deswegen auch recht schnell erkannt habe, dass mir mein Leben wichtiger ist als die Beziehung. Denn „ertragen“ tut man das ja um „die Beziehung“ zu erhalten, dabei verliert man aber sich und sein Leben!

    Ich freue mich auf weitere Kommentare und Meinungen von Euch!

    Grüße
    Andy

    Andy antworten
    • Ella

      Meiner Meinung tragen vor allem Choleriker selbst wesentlich dazu bei, dass Personen in deren direkten Umfeld (z. B. Familie, Partner) Minderwertigkeitsgefühle haben.

      Etwa das Kind eines Cholerikers, das in ständiger Angst vor dem nächsten cholerischen Anfall des Vaters oder der Mutter lebt und dadurch auch kein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln kann.

      Auch Partner, die durchaus selbstsicher waren, bevor sie mit einem Choleriker zusammenkamen, können durch das Zusammenleben mit einem Choleriker „gebrochen“ werden. Traurig, aber wahr!

      Ella antworten
      • Andy

        Hallo Ella!

        Bei Kindern stimme ich Dir voll zu! Diese befinden sich noch im Wachstum und haben schon allein aufgrund der Gehirnentwicklung noch nicht die Möglichkeit, auf dieser Ebene zu reflektieren. Die Folgen sind dementsprechend dramatisch!

        Ich sehe es genauso, dass als Folge einer Beziehung mit einem Choleriker, in der man den ständigen Angriffen ausgesetzt ist, einem kaum Luft und Raum bleibt, über sich und die Situation nachzudenken, das eigene Selbstwertgefühl massiv leidet!

        Die Frage, die sich mir stellt, ist: Was ist das Motiv eines Erwachsenen in dieser destruktiven Beziehung zu bleiben? (Und mit Eigenverantwortung – ohne Schuld – betrachtet, setzt man sich diesen Angriffen jeden Tag aufs Neue selbst aus. Es besteht objektiv betrachtet keine lebensnotwendige Abhängigkeit, wie z.B. von Luft!)

        Jede Beziehung fängt meistens respektvoll an, sonst würde sie vermutlich nicht beginnen! Aber wenn die Ausraster mal deutlich sichtbar und regelmäßig sind, warum tut man sich so etwas an? Und warum passiert es manchen Menschen, dass sie sich von so einer Person abhängig fühlen und manche kommen gar nicht erst in diese Situation?

        Ich glaube, der Grund dafür liegt in der eigenen Persönlichkeit. Je wertvoller man sich selbst ist, desto weniger lässt man solchen Umgang mit sich zu (und leider auch umgekehrt!)!

        Andy antworten
  • Elle

    Hallo!

    Ich habe einige Kommentare durchgelesen und kann mich mit manchen identifizieren.

    Einem Choleriker in der Familie ist schlecht auszuweichen, bis man auszieht.

    Leider bezeichne ich meine Schwester als Cholerikerin, schon als Kind war sie schnell handgreiflich, aber so sind Kinder nun mal, sagte jedenfalls meine Mutter. Heute ist sie 20, ich 21, ich wohne nicht mehr zu Hause, gehe aber regelmäßig heim, da mein Pferd dort steht.

    Schon bei kleinster Meinungsverschiedenheit rastet sie manchmal aus. Ich versuche es möglichst unbeachtet zu lassen, was sie aber meistens noch mehr aufregt. Auch friedfertige Gesten helfen oft nicht, oder gut überlegte Bemerkungen.

    Will man gehen oder ihr den Rücken kehren, wird sie oft handgreiflich (Schubsen, an den Schultern packen und schütteln). Einmal rastete sie so sehr aus, dass sie mein Pferd aus dem Stall auf die Straße rausjagte. Das war sehr gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer und auch für das Pferd. Pferde sind Fluchttiere und wenn man sie jagt fliehen sie blind. Meine Schwester kennt sich auch mit Pferden aus, sie wusste das und trotzdem war sie blind dafür …

    Für ihre Ausbrüche entschuldigt sie sich nie und auch unsere Eltern meinen immer, man soll sie eben einfach nicht provozieren.

    Sowohl meine Eltern als auch meine Schwester habe ich schon darauf angesprochen, was meistens im Streit endet. Meine Schwester scheint es immer als Kritik aufzufassen und meine Eltern sagen, ich soll sie nicht immer schlecht machen. Ich hab schon überlegt, den Artikel auszudrucken und ihnen vorzulegen, vielleicht öffnet das ihnen die Augen.

    Nun ja, ich geh dem halt trotzdem soweit es geht aus dem Weg, ansonsten Ruhe bewahren, hilft zumindest ein wenig..

    Elle antworten
  • Nickeneck

    Ich habe meinen Mann nach 23 Jahren Ehe verlassen, das heißt, wir leben in getrennten Wohnungen.

    Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen. Mein Selbstwertgefühl war im Laufe dieser vielen Jahre drastisch gesunken. Ich war ständig auf Abwehr und Verteidigung eingestellt. Das hat viel Kraft gekostet und mich runtergezogen.

    Trotzdem er so cholerisch ist, hat er immer für die Familie gesorgt, ist fleißig und ist pflichtbewusst. Dies war für mich ein starker Konflikt, welcher mir die Entscheidung, zu gehen, schwer gemacht hatte.

    Zuvor gab ich ihm unzählige Chancen, die er nicht genutzt hatte (Gespräche, Paartherapie etc.). Heute frage ich mich, warum ich nicht eher gegangen bin.

    Als ich jung war, konnte ich es wahrscheinlich besser verkraften. Wie sich das entwickeln würde, ahnte ich nicht. Nun ist meine Jugend vergangen. Im Nachhinein erkenne ich, wie sehr meine persönliche Entwicklung, freie Entfaltung durch ihn gehemmt wurden …

    Wir sind heute gute Freunde. Sind doch aus unserer Ehe wenigstens zwei wundervolle Kinder hervorgegangen. Familienfeiern machen wir immer noch zusammen … Jeder tut, was ihm gefällt u. wird nicht eingeengt … Inzwischen lebe ich ganz gut damit.

    Was mir fehlt, ist Nähe, Herzenswärme … Das vermisse ich. Ansonsten kann es so bleiben wie es ist.

    Nickeneck antworten
  • Ich

    Ich muss leider sagen, dass mir das nicht weiterhilft. Ich habe es mit einem Choleriker zutun, der unberechenbar ist. Es reicht das kleinste Wort oder ein kleiner Fehler und er explodiert wie eine Bombe.

    Er ist leider mein Chef und es geht halt wirklich so weit, dass er mich richtig beleidigt, anfasst, fertigmacht und er hat es auch schon oftmals geschafft, mich so runterzumachen, dass ich erstmal eine halbe Stunde weinen gegangen bin. Meine Mitarbeiter haben auch schon gesagt, er soll jetzt aufhören, aber er macht es nicht, er nimmt den kleinsten Grund, um mich wieder fertigzumachen oder rastet halt gleich komplett aus. Und dann sollte man auch nichts sagen, was ihm widerspricht, dann hat man verloren …

    Und da ich leider noch Azubi bin, weiß ich leider nicht wirklich, was ich machen soll, ohne dass ich meine Ausbildung los bin.

    Ich antworten
    • Andy

      Hi!

      Oh, das klingt wirklich nicht so toll!! Meiner Meinung nach MUSS das Runtermachen ein Ende haben und zwar komplett! Und da ich nicht denke, dass Dein Chef einfach so damit aufhört, wäre vielleicht eine Überlegung, die Ausbildungsstelle zu wechseln? Schon mal darüber nachgedacht?

      Aus dem Bekanntenkreis weiß ich, dass das (sogar mehrere Male während einer Ausbildung) möglich ist! Eventuell könnten Dir Lehrer dabei helfen/zur Seite stehen?

      Lg
      Andy

      Andy antworten
  • I. Baumgart-Fütterer

    Stress adieu!

    Seine bewölkte Stirn
    kündigt einen
    Gefühlssturm an.

    Vorsorglich gehe ich
    mental in Deckung,
    bete in Gedanken
    meine Schutzmantras
    rauf und runter
    und katapultiere mich
    kraft meiner Fantasie
    an einen Traumstrand
    mit kristallklarem Meer.

    Es geht mir ausnehmend gut,
    obwohl mein Gegenüber
    tobt wie ein Gewittertornado.

    Mich berührt das nicht,
    drohendes Ungemach
    kann mir nichts anhaben,
    uns trennen Welten,
    doch davon ahnt er nichts.

    I. Baumgart-Fütterer antworten
  • lorenz

    Hallo,

    ich bin Choleriker und nachdem was ich hier lese, fühl ich mich in einer Hinsicht eher als eine andere Rasse, angegriffen und ausgegrenzt. Es scheint, als hätte keiner etwas Empathie für so eine Eigenschaft und ich find es genauso schade, darauf reduziert zu werden.

    Ich weiß, dass ich daran arbeiten muss und das hab ich auch in relativem Umfang erfolgreich abgeschlossen, jedoch hab ich in letzter Zeit ein paar Schübe, die es mir selbst genauso schwer machen wie anderen. Deswegen ist das Beste, was ich grad brauchen kann, jemanden, der versucht darüber hinwegzusehen und sich darauf zu fixieren, dass die kritische Situation meist nur momentan ist. Es geht meistens nie direkt gegen jemanden.

    Ich hoffe, ich kann das Bild gegenüber dieser – wie die meisten hier sagen – “Art” in den Augen von manchen ändern.

    Mit freundlichen Grüßen

    Lorenz (18)

    lorenz antworten
  • Andy

    Hi Lorenz,

    zuerst möchte ich sagen, dass ich mich freue, dass sich hier auch Choleriker zu Wort melden, also jetzt Du! ;)

    Du sagst, Du findest es schade, dass keiner Empathie für diese Eigenschaft hat. Was ist die Voraussetzung für Empathie? Aus meiner Sicht: Angstfreiheit und die Freiheit von dem Gefühl, sich persönlich angegriffen zu fühlen! Und nach meinen Erfahrungen bis jetzt, gehört sehr viel Reife dazu, sich von einem Choleriker nicht persönlich angegriffen zu fühlen (bei Kindern ist es anders)!

    Ich finde Deine Äußerung “kritische Situation” sehr passend! Ich denke, es ist für ein “Cholerikeropfer” genauso schwer zu lernen, sich nicht persönlich angegriffen zu fühlen, wie für den Choleriker zu lernen, die Verantwortung für seine Gefühle zu übernehmen und sie nicht im Außen zu suchen!

    Meiner Meinung nach ist jeder Erwachsene für seine Gefühle selbst verantwortlich (auch und besonders für die Angegriffenseinsempfindungen!). Leider macht man viel zu oft andere für seine Gefühle der Wut, der Angst, der Minderwertigkeit (!) verantwortlich! So entstehen Vorwürfe, Schuldzuweisungen und ein nie endenwollender Kreis der Aggression! Und damit zerstören wir das Wichtigste – unsere Beziehungen und Freundschaften.

    Ich wünsche Dir weiterhin gutes Gelingen bei der Lösung deiner “kritischen Situationen” wie auch den Menschen um Dich herum!

    Liebe Grüße

    Andy

    Andy antworten
  • Angsthase

    Ich bin 20 Jahre mit einem Choleriker und Alkoholiker zusammen, nicht verheiratet, keine Kinder (Gott sei Dank!), denn es wird mit dem Alter immer ärger.

    Es sind vielleicht 2 Tage in der Woche, an denen er nichts trinkt. Wenn er länger nichts trinkt, wird er verbal aggressiv – Entzugserscheinungen werden das sein.

    Ich bin 40, er ist 50 und am Wochenende waren wir auf Kurzurlaub. Ich hab musste fahren, weil er noch Restalkohol vom Vortag hatte. Er weiß, dass ich nicht gern Autobahn fahre und hat mich beim Fahren dauernd kritisiert – 3 Stunden. Er meinte, er bräuchte eine Kiste Bier, um meine Fahrweise auszuhalten, weil ich auf der Autobahn nur 100 fahre. Ich hasse es, auf der Autobahn zu fahren und Spur zu wechseln; ich fahre deshalb sehr selten.

    Im Urlaub ist er ausgerastet, hat mit mir geschrien und schließlich gemeint, es ist besser, wenn wir uns trennen, weil wir zu verschieden sind ich bin eher introvertiert und gern allein, er geht gern ins Wirtshaus, sich besaufen. Ich trinke und rauche nicht, also eine Spaßbremse.

    In mir ist durch sein Ausrasten und die Alkoholexzesse schon so viel kaputt. Ich könnte endlos schreiben.

    Ich werde ihn nicht halten, wenn er gehen will. Wir waren schon mal getrennt. Ich bin wieder zurückgegangen – leider. Damals wegen des schlechten Gewissens, was aus ihm wird. Wir haben beide gute Jobs, alles könnte perfekt sein. über meine Familie schimpft er und kritisiert sie, seine Familie ist super – so ist seine Einstellung.

    Danke vorerst, hat gutgetan, das mal loszuwerden!

    LG

    Angsthase antworten
  • VeLa

    Hallo zusammen,

    mein Mann ist auch ein Choleriker. Jedes Mal, wenn ein Wutausbruch passiert, schreit er und schleudert Dinge durch die Gegend, wirft oder beschädigt auch Gegenstände, die ihm sonst wichtig sind. Oft neigt er auch dazu, sich selbst und sein Leben zunichte zu machen (ich kann nicht mehr, ich will mich umbringen, hoffentlich ist das ganze bald zu Ende – wären nur die wenigen Beispiele seiner Aussagen in diesem Moment).

    Egal, was ich sage oder tue, oder eben unterlasse, alles ist falsch. Wenn der Ausbruch abgeflacht ist, ist er wieder ganz normal, als wäre nichts passiert. Was das für mich für eine Belastung ist, kapiert er entweder nicht oder es fällt ihm viel zu schwer darüber zu reden bzw. sich zu entschuldigen, das tut er nämlich nie …

    Mich belastet das Ganze sehr, und ich weiß nicht, ob man was tun kann. Eins weiß ich, einer Behandlung beim Psychologen o.ä. wird er nicht einwilligen. Außerdem quält mich die Frage, ob so was auch erblich ist? Wäre es für unser Baby, wenn wir eins haben, gefährlich?

    Vielen Dank für Euer Feedback!

    VG

    VeLa antworten
  • Franziska

    Ich habe selbst das Problem, dass ich unverhofft Wutausbrüche bekomme, die mir später leid tun, weil ich da so richtig die Sau rauslasse (brülle wie vom Wahnsinn eingeholt). Das finde ich hinterher selbst schrecklich.

    Die Auslöser sind oft Angst gepaart mit Ungerechtigkeitsempfinden bei etwas, das ich gar nicht ausstehen kann. Oder wenn andere Menschen etwas tun, was anderen Angst macht oder stört (also schon größere Sachen). Oder wenn ich aus dem Halbschlaf wach werde und etwas – wie oben beschrieben – bemerke, raste ich auch aus.

    Ich suche nach Lösungen, wie ich das in den Griff bekommen kann. Ich kenne jedoch keine Lösung. Ich muss dazu sagen, dass ich mir sehr sehr vieles zu Herzen nehme und viel wahrnehme, wo andere sozusagen noch schlafen … Evtl. habe ich mehr zu verarbeiten als andere und schaffe es innerlich nicht oder so …

    Und das mit dem Wetter stimmt: wenn es draußen kalt ist, fühle ich eher Ruhe …

    Franziska antworten
  • Mia

    Hallo,

    vielen Dank für eure Beiträge und natürlich den tollen Artikel.

    Ich lebe ebenfalls mit meinen 2 Kleinkindern und ihrem Papa zusammen. Wir genießen das Leben, unser Familienglück und unsere beruflichen Karrieren sehr. Alles könnte so wundervoll sein. Aber mein Mann ist Choleriker.

    Nennt man das einfach Schicksal? Ich habe für meine Fehler in jungen Jahren gebüßt. Ich bin sehr harmoniebedürftigt und eine aufrichtige erwachsene Frau und Mutter. Ich bin sozial und hilfsbereit, aufmerksam und empathisch.

    Warum muss ich mit einem Mann leben, der diese Eigenschaften nicht erkennt oder wertschätzt? Und sogar überflüssig findet. Dafür auf Schwächen rumhackt oder aufzeigt, die gar nicht vorhanden sind?

    Unsere Kinder sind großartig. Ich sollte sie davor schützen, vor dem Papa. Er wird vor ihnen nicht halt machen.

    Ich bin bereit. Wie gehe ich vor? Das Haus ist mir egal. Ich will meine 2 Kinder nicht trennen. Auch würde ich gerne in ein anderes Bundesland ziehen. Wie stehen meine Chancen?

    Ich bin sehr selbstbewusst, zielstrebig und intelligent, bis er in meiner Nähe ist und wieder “anfängt” … Es könnte alles so schön sein.

    Mia antworten
  • Doris

    Wenn ich hier lese, wie viele “Irre” es gibt, denn etwas anderes ist ein Choleriker nicht für mich!! Angst habe ich!! Vor den Anfällen, den Beschimpfungen, Beleidigungen … den Angriffen. Angst dass er mich zusammenschlägt …

    Ich bin schon 3x für einige Tage verschwunden, die Polizei geholt … Angst davor, mir eine Wohnung zu suchen … was passiert dann …

    Und überall ist er ein lustiger, hilfsbereiter Mensch … Nur ich kenne seine so furchtbare Seite.

    Doris antworten
  • Marie

    Hallo,

    ich bin 14 Jahre alt und mein Vater ist auch ein Choleriker. Er rastet ständig aus und regt sich über jede Kleinigkeit auf. Man weiß nie genau, wann er seinen Tobsuchtsanfall bekommt. Er schreit dann immer rum und ich trau mich nicht, mich zu wehren, denn wenn ich mich wehre, werde ich als “frech”, “vorlaut” und “ungezogen” beschimpft. Das mag hier nicht so schlimm klingen, aber auch wenn er so aggressiv ist, ist er ein Vorbild für mich und ich will, dass er stolz auf mich ist.

    Handgreiflich ist er nur (!) einmal geworden, bei meiner Mutter. Dennoch hab ich Angst vor ihm. Schlechte Noten sag ich ihm erst gar nicht, weil er sonnst wieder ausrastet.

    Ich habe noch zwei kleine Schwestern (12 und 9). Sie tun mir am meisten leid. Die mittlere bekommt immer den meisten Ärger und Wut von uns Kinder ab. Nur weil sie ihre Meinung sagt. Ich habe aber das Gefühl, dass sie auch cholerische Züge annimmt. Sie wird auch schnell aggressiv und fängt an, andere zu beleidigen.

    Meinen Freundinnen erzähle ich davon nichts, weil ich nicht möchte, dass sie schlecht von ihm und meiner Familie denken. Ist das blöd? Obwohl er so cholerisch ist, möchte ich nicht, dass andere schlecht von ihm denken!?

    Meine Mutter tut mir aber am meisten leid. Sie wird von ihm ständig beschimpft und beleidigt. Mein Vater fängt immer an, ihre Familie zu beleidigen und sie selbst wird ebenfalls als “fett”, “dumm”, “faul” und “nutzlos” bezeichnet.

    Doch am allermeisten hab ich Angst, dass ich genauso werde wie mein Vater und dann meine Kinder genauso anschreie, wie er jetzt. Aber er ist mein Vater und ich will irgendwie nicht, dass er nicht mehr da ist. Denn ich liebe meinen Vater, denn wenn er mal nicht seine Anfälle hat, ist er ein netter und freundlicher Mensch.

    Aber ich schaffe das alles nicht mehr. Es zerfrisst mich innerlich und ich merke selber, wie ich immer zurückgezogener und trauriger werde. Ich lache nur noch sehr selten, was auch anderen auffällt. Ich habe schon über eine Therapie nachgedacht, aber die müsste auch jemand bezahlen, was mein Vater wäre, und den Mut und die Kraft ihn danach zu fragen, hab ich nicht.

    Das tat jetzt gut, alles mal loszuwerden!! Könnt ihr mir bitte helfen? Habt ihr Tipps für mich, wie ich mit meiner Situation besser klarkommen kann?

    Traurige Grüße
    Marie

    Marie antworten
    • Andy

      Hallo Marie,

      also ich finde es super, dass Du Dich mit 14 Jahren schon so öffnen und so über Dich und Deine Gefühle berichten kannst! Da gehört schon Mut dazu! Und ich will Dir auch sagen, dass ich sicher bin, dass Du Lösungen finden kannst! Erste Schritte dahin machst Du ja bereits!

      Eine Therapie kostet Dich und Deine Familie im Normalfall nichts, da das die Krankenkasse bezahlt. Ich würde eine tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie empfehlen und KEINE Verhaltenstherapie, weil die Verhaltenstherapie AUS MEINER SICHT nur oberflächlich versucht, das Verhalten zu verändern, was zu noch mehr Schmerz und Leid führen kann! Für Jugendliche bis 18 Jahren gibt es speziell ausgebildete Therapeuten für Kinder und Jugendliche!

      Allerdings gibt es auch viele Therapeuten, die nach meinem Empfinden nicht gut sind! Bei manchen muss man sogar aufpassen, dass das Problem nicht sogar noch schlimmer wird! Ich würde sagen, vertraue auf Dein Gefühl – wenn Du Dich bei dem Therapeuten oder der Therapeutin wohl fühlst (das ist das Wichtigste), dann passt er oder sie auch zu Dir!

      …ach ja und die ersten 5 Sitzungen der Psychotherapie sind zum Kennenlernen da. Da kannst Du dann schauen, ob der Therapeut zu Dir passt!

      Und Du musst ja Deinen Eltern nicht sagen, dass der Grund für die Therapie das Verhalten Deines Vaters ist, sondern kannst als Grund ausschließlich Deine Gefühle nennen z.B. Trauer, oder Ängste usw. Ich weiß nicht, ob Dein Vater das sonst akzeptieren könnte, (vermutlich nicht).

      Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute und viel Kraft, um Lösungen für Dich zu finden!

      Viele liebe Grüße
      Andy

      Andy antworten
    • Doreen

      Liebe Marie,

      auch ich finde es sehr mutig von dir, über deine Gefühle zu sprechen und dich auf den Weg aus deinem Dilemma zu machen, Hut ab!

      Es gibt ein Kinder- und Jugendtelefon 116111, das kostenlos täglich von 14-20 Uhr (außer sonntags) erreichbar ist. Dort kann man dir Ansprechpartner an deinem Wohnort nennen und dir dabei helfen, eine gute Strategie zu finden. Kostenlos ist es auf jeden Fall und die Therapie wird, wie schon von Andy geschrieben, auch von der Kasse übernommen.

      Dieser Weg kann dir auf jeden Fall helfen, besser zu verstehen, was da abläuft und dich besser zu schützen. Und ganz vielleicht merken deine Eltern ja auch, dass es da etwa gibt, was nicht gut läuft und woran sie arbeiten sollten.

      Viel Glück auf deinem Weg!!

      Ich bin selbst mit einem cholerischen Vater aufgewachsen – die Narben trägt meine Familie noch heute. Und ich habe mir zu allem Überfluss später einen Partner gesucht, der auch cholerische Tendenzen hat. Dieser hat sich jetzt aber immerhin schon mal dazu bereit erklärt, eine Therapie zu machen.

      Pass gut auf dich auf!

      Doreen

      Doreen antworten
  • stadie

    Bei mir ist mein Leiter ein Choleriker. Er schreit wie bei der Bundeswehr und versucht mich zu erniedrigen und unterdrücken.

    Ich schütze mich, indem ich ihn ignoriere und der Betriebsrat gibt mir die Schuld, dass er Choleriker ist und schlechte Laune hat, weil er angeblich nicht weiß, wie er mit mir umgehen soll. Ich lasse mich nicht anschreien und mache meine Arbeit. Die Schäffe, die bei mir sind, sagen Amen zu allem. Wie finden sie das?

    stadie antworten
  • Bettina

    Hallo Zusammen,

    mein Mann hatte auch immer wieder anstrengende, cholerische Phasen. Nach meinem Geschmack ohne einen wirklichen Grund!

    Anfangs hatte ich versucht, mit ihm zu diskutieren. Erfolglos! Dann habe ich meine Sichtweise geändert! Es ist SEIN Problem und es ist SEINE Laune … nicht MEINE!

    Von da an bin ich wie folgt verfahren:

    Seine Laune kam hoch und ich habe dann zu ihm ruhig und lächelnd gesagt: “Deine Laune darfst Du gerne alleine für Dich genießen und ausleben. Gute Nacht!”

    Ich habe dann einfach den Raum verlassen und habe noch ein Buch im Bett gelesen oder ich habe irgendetwas anderes in einem anderen Raum gemacht. Seitdem ich ihm keine “Bühne” mehr biete, hat es aufgehört. :-)

    Es funktioniert!

    Ich bin total erleichtert. :-)

    Probiert es einfach mal aus. Im Prinzip ist es wie mit kleinen Kindern, die sich dauernd wiederholen. Wenn man dazu nichts sagt, dann hören die auf. Klappt auch bei Erwachsenen. :-)

    Liebe Grüße

    Bettina

    Bettina antworten
  • Hallo Bettina und hallo zusammen,

    ich bin inzwischen geschieden, bzw. die Scheidung läuft noch. Mein Mann hat sich wie ein Musterbeispiel für einen Choleriker verhalten.

    Alle Methoden und Strategien eingesetzt, weil ich immer gehofft habe, dass er merkt, dass ich ihn liebe und nichts Böses will. Im Gegenteil, es wurde immer schlimmer.

    Was Bettina macht, habe ich auch gemacht. Klar hat es “geholfen”. Aber will ich wirklich jeden Tag, jede Stunde auf der Hut sein, um dann entsprechend zu reagieren?

    Ich habe gemerkt, dass meine Lebensfreude und Kraft langsam aber sicher immer weniger wurden. Ich habe für mich gewählt und mich befreit. Ja, so fühlt sich das an.

    Es war hart, weil er hat natürlich nicht gewollt, dass wir uns trennen und ist, als ihm bewusst wurde, dass es mir Ernst damit ist, auch handgreiflich geworden. Außerdem hat er auch gesagt, er sei in unsere Ehe nicht glücklich. Aus meiner Sicht hauptsächlich deswegen, weil seine Wutausbrüche mein Verhalten nicht geändert hat.

    Auch sollte ich nicht arbeiten gehen, mich höchstens eine Stunde mit meiner Freundin treffen. Neben allen Kleinigkeiten, manchmal nur im falschen Moment gelacht oder so. Und doch, ich weiß, dass er sich “nur” im Wege steht und er im Kern ein liebenswerter Mensch ist. Ich war seine dritte Frau. Es ist so traurig zu sehen, was mit so einem Mensch passiert.

    Nun bin ich wieder allein und ich kann meine Musik hören, singen, tanzen und Freude haben. Ohne schlechtes Gewissen nach der Arbeit nach Hause kommen, usw. Also, ich bin froh, den Mut gehabt zu haben, mich zu trennen.

    Ganz viele liebe Grüße an allen,
    Anita

    Anita antworten
  • Danke für die Hinweise. Ich denke gerade das “Nicht verharmlosen” ist sehr wichtig.

    Ein Choleriker ist ja oft im Innern ein kleiner Angsthase, der laut brüllt, weil er Schiss hat.

    Das Bild sollte man sehen, aber nicht aussprechen!

    Der erste Punkt “Ausweichen” … ich bin unsicher ob das wirklich gut ist. Ich denke man sollte an seinen Zielen dran bleiben und morgen oder übermorgen die Sache noch mal ansprechen.

    Thomas Güttler antworten

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