Genesungswünsche: Vorlagen, Beispiele, Genesungssprüche, Zitate & Tipps

Ob Kollege, Mitarbeiter, Chef, Freundin oder eine andere Person im Bekanntenkreis, die gesundheitlich angeschlagen ist – jeder freut sich über aufrichtige Genesungswünsche.

Denn Besserungswünsche können Trost spenden, Hoffnung schenken, Mut machen, aufmuntern, Anteilnahme vermitteln und Wertschätzung zeigen.

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(Bild: Fotolia©mkabeck)

Genesungswünsche – auf die richtigen Worte kommt es an!

Nun ist es allerdings alles andere als einfach, die richtigen Worte zu finden. Denn unpassende Formulierungen können den Empfänger irritieren, im schlimmsten Fall noch weiter „runterziehen“ in der für ihn ohnehin schon unangenehmen Situation.

Natürlich kommt es bei der Formulierung auch darauf an, woran die betroffene Person leidet: Ist es „nur“ eine Grippe oder eine schwerwiegende, vielleicht sogar schwer heilbare Krankheit wie Krebs oder eine schwere Verletzung durch einen Unfall?

Je größer der Leidensdruck und die Beeinträchtigung der betroffenen Person, desto heikler die Herausforderung, die richtigen Worte zu finden!

So können humorvolle Genesungswünsche von dem Empfänger mit einer schweren Krankheit – der sich in einer belastenden Ausnahmesituation befindet – missinterpretiert werden, auch als sarkastisch, beleidigend oder als unsensibel aufgefasst werden. Das ist dann alles andere als aufbauend und trostspendend!

Das zeigt, dass Genesungswünsche unterschiedlich ausfallen sollen und müssen!

Eine schöne Art, Genesungswünsche zu übermitteln

Welche Übermittlungsform (Genesungskarte, Brief, Telefonat, …) für Ihren Besserungswunsch angemessen ist, hängt auch von dem Ausmaß der gesundheitlichen Beeinträchtigung und Ihrem Verhältnis (Freundschaft, Geschäftsbeziehung, …) zum Empfänger ab.

Eine schöne Art, Genesungswünsche zu übermitteln, stellt eine Genesungskarte versehen mit einigen persönlichen, einfühlsamen Zeilen dar. Haben Sie darauf die richtigen Worte gefunden, wird der Empfänger Ihre Karte mit Sicherheit mehrmals in die Hand nehmen und sich daran erfreuen.

Aber bitte keine Genesungskarte nur mit einer „draufgeklatschten“ Unterschrift – dann besser gar keine Wünsche zur Genesung!

Eine weitere sehr persönliche Form von Besserungswünschen, insbesondere dann, wenn Sie zu der Person ein sehr inniges Verhältnis haben: der Genesungsbrief.


Geschenk-Tipp – der erkrankten Person eine kleine Freude schenken:


Formulierungsbausteine für Ihre Genesungswünsche

Sollte es Ihnen schwerfallen, die richtigen, einfühlsamen Worte für Ihr Genesungsschreiben zu finden, habe ich im Folgenden einige Formulierungen, die Sie dem Anlass entsprechend einbauen können:

Wir sind in Gedanken bei Dir.

Ich bin für Dich da.

Lass mich bitte wissen, wie ich Dich unterstützen/Dir helfen kann.

Wir wünschen Dir viel Kraft!

Nutze die Zeit auch zu Deiner Erholung.

Kurieren Sie sich erst einmal richtig aus.

Ich wünsche Dir gute Besserung!

Wir hoffen, Sie bald wieder in unserer Mitte zu begrüßen!

Diese Genesungswünsche sollen Sie/Dich auch daran erinnern, wie sehr wir Sie/Dich wertschätzen!

Wir wünschen Dir, dass Du schon bald wieder Deiner Leidenschaft … nachgehen kannst!

Wir schicken Dir die allerbesten Genesungswünsche und freuen uns auf …!

Ich stehe Dir jederzeit …

Du kannst mich jederzeit …

… hat mich traurig gemacht.

… hat mich zutiefst erschüttert.

… von Herzen eine baldige Genesung/gute Besserung.

… nimm Dir die Zeit/die Ruhe, die Du brauchst.

Ich habe es von … erfahren.

Mit großer Betroffenheit/großem Bedauern …

Es ist mir ein großes Bedürfnis, Ihnen/Dir …

Mit einem großen Schreck habe ich vernommen, dass …

Mögen diese Genesungswünsche Ihnen/Dir Kraft schenken, um möglichst schnell gesund zu werden und mit uns …

Texte für ein Genesungsschreiben

Mustertext (geschäftlich) für Genesungswünsche an einen Mitarbeiter

Dem Genesungsschreiben kann auch ein kleines Geschenk (z. B. Buch) beigelegt werden.

Lieber Julian,

mit großem Bedauern haben wir von Ihrem Unfall erfahren.

Die gesamte Belegschaft und ich wünschen Ihnen von ganzem Herzen eine gute Besserung! Mögen Ihnen unsere Genesungswünsche Kraft für Ihren Heilungsprozess schenken.

Ich hoffe, Ihnen mit dem Buch eine kleine Freude zu bereiten.

Werden Sie gesund und nehmen Sie sich die Ruhe und Zeit, die Sie dafür benötigen.

[Unterschrift Chef]

[Unterschrift Kollegen]

Beispiel für Genesungswunsch an den Arbeitgeber (Chefin)

Nach einer gut verlaufenen Operation:

Liebe Frau Heidenberger,

wie wir erfahren haben, ist die OP gut verlaufen und Sie sind bereits auf dem Weg der Besserung.

Darüber sind wir sehr erleichtert und froh!

Wir wünschen Ihnen eine baldige Besserung und freuen uns sehr, wenn wir Sie wieder in unserer Mitte haben!

Herzliche Genesungswünsche

[Unterschrift aller Mitarbeiter]

Beispiel für ein Schreiben bei schwerer Krankheit (Krebs)

Liebe Julia,

mit großem Schrecken habe ich heute von Deiner Krebserkrankung erfahren.

Dein Mann hat mir mitgeteilt, dass Du im Spital derzeit telefonisch nicht erreichbar bist, deshalb melde ich mich auf diesem Wege.

Mir fällt es schwer, Worte zu finden, aber ich möchte, dass Du weißt, dass ich immer für Dich da bin! Melde Dich bitte jederzeit, wenn Du kannst und Dir danach ist.

Nächsten Montag komme ich von der Geschäftsreise zurück und werde dich umgehend besuchen.

Ich bin in Gedanken bei Dir!

Deine

Emma

Geschenk-Tipp – wenn schwierige Zeiten einem einiges abverlangen:


Genesungssprüche („Gute Besserung“-Sprüche)

Wenn Sie Ihre Besserungswünsche schriftlich übermitteln – beispielsweise mit einer Grußkarte –, können Sie diese auch mit einem Genesungsspruch oder einem Zitat ergänzen. Dazu folgende Vorschläge:

Witzige Genesungssprüche (z. B. bei leichter Erkrankung)

(Aber Achtung: nur dann, wenn angebracht/passend!)

  1. Dass Du hier fehlst, habe ich spätestens dann bemerkt, als ich während der Arbeitszeit eine Stunde mit den Büropflanzen gequatscht habe.
  2. Und nun ist es ein Beinbruch – dass Du immer wieder Wege findest, Dich vor der Arbeit zu drücken!
  3. Wir und die Arbeit, die in der Zwischenzeit liegenbleibt, wünschen Dir von Herzen eine rasche Gesundung!
  4. Bitte werde schnell wieder gesund, denn ich habe nicht herausgefunden, wie man die Kaffeemaschine bedient!

Genesungssprüche – wertschätzende Worte

  1. Diese Genesungswünsche sollen Dich daran erinnern, wie sehr wir uns darauf freuen, Dich bald wieder gesund in unserer Mitte zu haben!
  2. Diese von Herzen kommenden Genesungswünsche sollen Dir helfen, möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen. Wir freuen uns auf Dich!
  3. Kraft und Geduld, das wünsche ich Dir auf dem Weg Deiner Gesundung! Fühl Dich umarmt!
  4. Dass jeder mal krank wird, ist mir bewusst. Aber wenn es Dir nicht gut geht, das mag ich nicht. Drum werde schnell wieder gesund! Gute Besserung!

Mutmachende Zitate für Ihren Genesungswunsch

Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftstellerin, 1830 – 1916

Es ist unglaublich, wie viel Kraft die Seele dem Körper zu verleihen mag.
Wilhelm von Humboldt, dt. Gelehrter und Staatsmann, 1767 – 1835

Gewiss ist es fast noch wichtiger, wie der Mensch das Schicksal nimmt, als wie es ist.
Wilhelm von Humboldt, dt. Gelehrter und Staatsmann, 1767 – 1835

Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren.
Friedrich von Schiller, dt. Dichter, 1759 – 1805

Wir hoffen immer, und in allen Dingen ist besser hoffen als verzweifeln.
Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, 1749 – 1832

Denke nicht darüber nach, warum du krank geworden bist, sondern darüber, wie Du wieder gesund werden kannst.
Dr. Ebo Rau, dt. Mediziner, *1945

Geschenk-Tipp – heitert Menschen auf, denen es gerade nicht so gut geht:


Tipps für angemessene Genesungswünsche

Wenn Sie die folgenden Tipps berücksichtigen, werden Ihnen einfühlsame Besserungswünsche gelingen.

1. Versetzen Sie sich in den Empfänger

Den wichtigsten Tipp zuerst: Versetzen Sie sich beim Formulieren Ihrer Genesungswünsche in die Lage des Empfängers, dann fällt es in der Regel leichter, passende Worte zu finden.

2. Keine Floskeln

Vermeiden Sie Floskeln, Standardformulierungen und gekünstelte Worte. Je persönlicher Ihre Genesungswünsche, umso aufrichtiger und wertschätzender werden sie ankommen.

3. Nichts verharmlosen

„Das wird schon wieder, lass den Kopf nicht hängen“ oder „So schlimm ist es gar nicht“ – Worte, die beim Empfänger despektierlich wirken können. Die leidende Person fühlt sich damit vielleicht sogar missverstanden. Ganz „schlimme“ Formulierungen: „Ich kann verstehen, wie du dich fühlst!“ oder „Das Leben geht weiter“.

4. Keinen Druck ausüben

„Sie müssen schnell gesund werden, denn hier im Büro geht ohne Sie alles drunter und drüber!“ Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie diesen Satz auf der Besserungskarte Ihres Chefs lesen? Eben! Also achten Sie darauf, dass Sie den Empfänger durch unbedachte Formulierungen in seiner misslichen Lage nicht noch mehr unter Druck setzen.

5. Damit es nicht peinlich wird: Erkundigen Sie sich!

Bevor Sie Ihre Genesungswünsche formulieren, sollten Sie sich unbedingt über den aktuellen Gesundheitszustand der betroffenen Person informieren (bei den Angehörigen oder Freunden). Denn hat sich etwa der Gesundheitszustand erheblich verschlechtert und Sie schreiben „Schön, dass es Dir schon viel besser geht …“, zeugt das nicht wirklich von Interesse Ihrerseits.

6. Der richtige Zeitpunkt für die Übermittlung

Im Zusammenhang mit der Übermittlung von Genesungswünschen gilt nicht das Geschwindigkeitscredo „so schnell wie möglich“ – insbesondere dann nicht, wenn die Person ernsthaft erkrankt ist. Denn dann benötigt sie voraussichtlich selbst etwas Zeit, um sich mit der Situation oder Diagnose auseinanderzusetzen.

Aber zu lange sollten Sie auch nicht mit Ihren Genesungswünschen warten, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass Sie bisher Wichtigeres zu tun hatten oder sich nun endlich aufraffen konnten.

7. Bevor Sie Ihre Genesungswünsche abschicken …

… werfen Sie noch mindestens einen kritischen Blick darauf. Haben Sie Ihre Worte mit Bedacht gewählt? Gibt es Formulierungen, welche die betroffene Person,

  • missverstehen könnte,
  • zusätzlich belasten oder sogar unter Druck setzen könnte (z. B. wenn Sie einen Bezug zu der Arbeit herstellen, welche die Person nach der Gesundung erwartet)?

Fazit

Positive Emotionen begünstigen den Heilungsprozess und aufrichtige Genesungswünsche bereiten wohl jeder gesundheitlich beeinträchtigten Person eine Freude – dessen sollten Sie sich bewusst sein, wenn Sie befürchten, nicht die richtigen Worte zu finden, und deshalb lieber keine Genesungswünsche übermitteln. Mit den obigen Formulierungsbeispielen, Genesungssprüchen und Mustertexten wird es Ihnen gelingen!

Evtl. als Beigabe zum Genesungsbrief:


Zum Weiterlesen: 

Kommentare

  • Birgit Primig

    Vor vier Jahren bin ich mit einer Brustkrebsdiagnose konfrontiert worden und musste mich auf unbestimmte Zeit vom Arbeitsleben verabschieden – als Selbstständige nicht einfach. Ich bin völlig offen damit umgegangen.

    Was dann allerdings an Seltsamkeiten auf mich eingetrudelt ist, war schlimm. Am allerschlimmsten sind die fertig gekauften Genesungs-Postkarten. Ätzend. “Wir wünschen Dir viel Kraft” – jo eh. Mit der Zeit hätte ich allen an die Gurgel springen können, die mir “gute Erholung”, womöglich “Nutze die Zeit …” gewünscht haben, noch schlimmer: “Schone Dich”. Will ich nicht. Ich will leben.

    Als “gut” oder “positiv” habe ich nur jene “Genesungswünsche” empfunden, die “echt” waren und “echtes Interesse” gezeigt haben, die mir gleichzeitig Selbstwirksamkeit zugetraut haben, von der Frage “Wie geht’s Dir wirklich?” über “Wie gehst Du damit um?” bis hin zu den völlig Ratlosen: “Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll oder was ich Dir jetzt wünschen soll.” Besonders nett: “Du weißt sicher selbst am besten, was Du brauchst. Ich wünsche Dir, dass Du das alles auch bekommst. Auch von mir – wenn Du mich darum fragst.”

    PS: Mir geht’s längst wieder hervorragend, zumal ich nicht alles gemacht habe, was die Medizin und ihre Vertreter von mir wollten.

    Birgit Primig antworten
  • Gunner

    Hilfreicher Artikel und wie immer präzise auf den Punkt gebracht!

    Gunner antworten
  • Beverly Blankenfeld

    Hallo Herr Heidenberger,

    ich möchte Ihnen gern ein Feedback zu Ihrem Artikel geben:

    Ich finde es toll, dass Sie bei dem Thema Krebs geschrieben haben, dass man schreiben könnte „ich komme dich besuchen“.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Menschen völlig ratlos sind, wenn sie erfahren, dass ein Angehöriger/Freund/Bekannter Krebs hat. Sie sind verunsichert und gelähmt, werden sie doch dabei zeitgleich mit ihrer eigenen Endlichkeit konfrontiert.

    Denn die meisten denken bei Krebs an Tod und nicht an die Möglichkeit, genesen zu können. Vor dem geistigen Auge taucht das verinnerlichte Sinnbild eines Krebskranken auf: fahle Haut, abgemagert, lebensunlustig.

    Ich bin selbst an Krebs erkrankt und die allermeisten Briefe endeten mit „Wenn du etwas brauchst, sag Bescheid und melde dich.“ Das ist sehr lieb gemeint, aber ich konnte das meistens gar nicht!

    Ich habe mich am meisten über die Personen gefreut, die vor der Tür standen oder meinen Mann anriefen, ob ich mich über einen Überraschungsbesuch freue. Ich hatte keine Energie, mich zu melden! Dazu war ich nicht in der Lage. Ich hatte immer so im Hinterkopf, dass mir ja alle Hilfe anbieten – und ich kann sie nicht einfordern. Das ging irgendwie nicht.

    Und Ihr Satz in Ihrem Textvorschlag mag für Sie ein Satz sein, für mich ist er entscheidend! Danke dafür, das ist wirklich toll! Es trägt dazu bei, dass dieser Krankheit auch ein wenig das Tabu genommen wird.

    Besucht die Kranken und wartet nicht, dass sie sich melden. Sie können es meist nicht. Aus welchem Grund auch immer.

    Danke.

    Beverly Blankenfeld antworten
    • Vielen Dank für Ihr Feedback!

      Ihren Appell möchte ich an dieser Stelle nochmals hervorheben:

      Besucht die Kranken und wartet nicht, dass sie sich melden. Sie können es meist nicht. Aus welchem Grund auch immer.

      Burkhard Heidenberger antworten
    • Liza Splett

      Hallo Frau Blankenfeld,

      so einfach scheint das leider auch nicht zu sein.

      Als meine beste Freundin an Krebs erkrankte (und dann auch ganz schnell daran verstarb), wollte sie keinen von uns zu sich lassen. “Um uns nicht zu belasten”. Gott sei Dank hat ihr Mann sich über diesen Wunsch hinweggesetzt und ich konnte ihr noch einmal sagen, wie lieb ich sie habe und ihr einfach die Hand halten.

      Eine andere Freundin, die den Lungenkrebs überlebt hat, bat mich (damals) nicht zu kommen, weil sie zu schwach war. Wir vereinbarten, dass sie mich anrufen solle, sobald sie sich stärker fühlte – was sie dann auch tat.

      Offensichtlich reagiert jeder anders in einer kritischen Lage.

      Liza Splett

      Liza Splett antworten

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