Der Spickzettel für gelungenen Smalltalk oder 10 Smalltalk-Tipps
Burkhard Heidenberger schrieb am 18.11.2008 zum Thema „Trickkiste & Sonstiges“.
Der Wert von Smalltalk – von der „kleinen Unterhaltung“- wird gerne unterschätzt. Gelingt der Einstieg durch einen sympathischen Smalltalk, ist das die beste Voraussetzung für den weiteren Verlauf eines Gesprächs. Es ist ja einleuchtend, dass Smalltalk als Einstieg besser geeignet ist als betretenes Schweigen.
Der chaotische Projektleiter
Ich habe mal mit einem recht chaotischen Projektleiter zusammengearbeitet. Er war mit seiner Arbeit meist hinten nach. In den Besprechungen mit den Auftraggebern war natürlich entsprechende Kritik zu erwarten. Als ich damals mit diesem Projektleiter zu den Besprechungen kam, war ich schon auf ein Donnerwetter gefasst.
Aber er hat es immer ausgezeichnet verstanden, die drohenden „dunklen Wolken“ durch gezielten Smalltalk zu vertreiben. Es gab natürlich Kritik, weil die Vorgaben nicht rechtzeitig geliefert wurden. Aber diese Kritik fiel meist unerwartet milde aus. Und diese „Smalltalk-Stärke“ hat mich am Projektleiter fasziniert. Damals wurde mir das erste Mal richtig bewusst, wie wichtig und förderlich es sein kann, wenn man die „kleine Unterhaltung" beherrscht.
Natürlich ist Smalltalk nicht ausschlaggebend für die Karriere, kann aber auf alle Fälle ein Türöffner sein. Ein Smalltalk-Meister knüpft in der Regel schneller Kontakte und schon allein damit ebnen sich viele Wege. Und das im beruflichen als auch im privaten Bereich.
Selbstbewusstsein hilft weiter
Die Fähigkeit, mit anderen (unbekannten) Menschen in ein ungezwungenes Gespräch zu kommen, geht häufig parallel mit dem Selbstbewusstsein einher. Je selbstbewusster eine Person ist, desto leichter wird ihr auch ein Smalltalk fallen.
So wie man Selbstbewusstsein und damit Selbstsicherheit lernen kann, lässt sich auch das "Smalltalken" lernen. Hier meine Smalltalk-Tipps:
Abhängig davon, ob Sie die Person bereits kennen und wo Sie sich befinden (Veranstaltung, Freizeit, Meeting etc.), ergeben sich verschiedene Anknüpfungspunkte für einen Smalltalk.
10 Smalltalk-Tipps
Wagen Sie den Anfang
„Peinliches“ Schweigen entsteht manchmal dadurch, weil niemand den Gesprächsbeginn wagt. Anfangs braucht es vielleicht ein bisschen Überwindung, aber mit jeder Überwindung wird man sicherer. Und mit mehr Sicherheit braucht es nur noch etwas Übung.
Lächeln als Eisbrecher
Beginnen Sie jedes Gespräch mit einem Lächeln. Ein Lächeln ist ein Eisbrecher und wirkt sympathisch. Nichts ist besser geeignet als Gesprächseinstieg als ein Lächeln. Denn wie heißt es so schön: Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln.
Keine Angst vor Belanglosem und Offensichtlichem
Manche haben Angst, über etwas Offensichtliches zu sprechen. Aber genau Belangloses und Offensichtliches ist besonders gut als Gesprächsbeginn geeignet, z.B. „Herrliches Wetter, das wir jetzt schon ein paar Tage haben.“
Smalltalk-Themen
„Smalltalken“ lässt sich am besten
- über die Situation, in der sich beide Gesprächspartner befinden,
- über den Ort,
- über die andere Person (Interesse zeigen, Fragen stellen)
- über sich selbst („ich betreibe auch regelmäßig Sport…“)
Zeigen Sie Interesse
Zeigen Sie Interesse an dem, was Ihnen der Gesprächspartner erzählt. Und Interesse lässt sich am besten vermitteln, indem man Fragen stellt und aufmerksam zuhört.
Offene Frage
Stellen Sie offene Frage, also eine Fragen, auf die man nicht nur mit Ja oder Nein antworten kann. Offene Fragen halten ein Gespräch am Laufen.
Gemeinsamkeiten finden
Suchen Sie im Gespräch nach Gemeinsamkeiten. Haben Sie solche gefunden, haben Sie schon gewonnen. Gemeinsamkeiten wie gleiche Interessen sind ideal als Gesprächsthema.
Ehrlichkeit und Authentizität
Ist ein Gesprächspartner nicht ehrlich und wirkt „gekünstelt“, merkt das der andere üblicherweise ziemlich schnell. Damit kann man seine Glaubwürdigkeit schnell verspielen.
Üben und nochmals üben
Damit Sie zu einem/r Smalltalkmeister/in werden, braucht es Übung. Nutzen Sie dafür jede Gelegenheit. Gelegenheiten gibt es viele: Sei es im Geschäft beim Einkaufen, in einem Cafe, wenn Sie etwas bestellen, in einer Warteschlange etc. Man muss diese Gelegenheiten nur suchen und dann beim Schopf packen.
Diese Themen meiden
Themen, die nicht zum Smalltalk geeignet sind, vor allem dann, wenn Sie Ihr Gegenüber (noch) nicht kennen:
- Religion
- Politik
- finanzielle Situation
- persönliche Probleme
- Tratsch über nicht anwesende Personen
- Gerüchte
Der Smalltalk-Spickzettel
Wenn Sie sich nun Smalltalk „lernen“ wollen, machen Sie sich doch einen Spickzettel und schreiben Sie folgende Punkte darauf:
- Ich überlege mir einen Gesprächseinstieg.
- Ich beginne mit einem Lächeln.
- Ich stelle offene Fragen.
- Ich zeige Interesse (fragen und aktiv zuhören).
- Ich suche Gemeinsamkeiten.
- Ich bin ehrlich und authentisch.
- Ich nutze jede Gelegenheit zum Üben.
Wenn Sie das nächste Mal eine „kleine Unterhaltung“ suchen, nehmen Sie kurz Ihren Spickzettel aus der Tasche und werfen Sie einen Blick darauf. Nach dem Gespräch können Sie nochmals kontrollieren, ob Sie alle Punkte berücksichtigt haben.
Haben Sie noch weitere Tipps für den Smalltalk-Spickzettel?
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