Leichter gesagt, als getan: Verzichten Sie!

Den meisten von uns geht es gut. Der Wohlstand in unserer Gesellschaft hat sich im Vergleich zu anderen Ländern auf ein relativ hohes Niveau eingependelt.

Natürlich trachtet der Mensch immer nach mehr, insbesondere was das Materielle betrifft. Dazu trägt in unserer Konsumgesellschaft auch die Werbung bei, die uns tagtäglich – bewusst oder unbewusst – berieselt.

Etwa auf Süßigkeiten über einen bestimmten Zeitraum verzichten …

Verzichten – wozu das?

Hin und wieder kann es gut sein, diesem Konsumwunsch entgegenzuwirken. Wie? Durch bewusstes Verzichten!

In mehreren Religionen gibt es das Fasten – auch eine Art Verzicht. Aber ich möchte hier den religiösen Aspekt außer Acht lassen. Es geht mehr um das Brechen von (Konsum-)Gewohnheiten über einen bestimmten Zeitraum.

Der freiwillige Verzicht kann so einiges mit sich bringen:

Alles Gründe, die für ein (temporäres) Verzichten sprechen. Man muss nicht gleich zu einem Asket mutieren.

Im Alltag bieten sich in der Regel ausreichend Möglichkeiten an, um Verzicht zu üben. Also sich bewusst für eine bestimmte Zeit entscheiden OHNE

  • fernsehen oder
  • rauchen
  • shoppen
  • Computer
  • Internet
  • Alkohol
  • Süßigkeiten
  • ungesundes Essen etc.

Natürlich sollte es etwas sein, aus denen keine negativen Konsequenzen für Sie und für Ihr Umfeld resultieren.

5 Fragen für ein bewusstes Verzichten

Wenn Sie jetzt auch mal bewusstes Verzichten für eine Weile üben wollen, dann nehmen Sie am besten gleich einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand und beantworten Sie folgende Fragen:

1. Worauf will ich für eine Weile verzichten?

Dabei sollte es durchaus etwas sein, das auch wirklich eine Herausforderung darstellt und damit eine Prüfung Ihrer Willenskraft.

2. Wie lange will ich darauf verzichten?

Legen Sie einen Zeitraum fest. Je größer die Herausforderung, umso schwerer wird Ihnen das Durchhalten fallen. Definieren Sie genau, wann die Verzichts-Phase beginnen und wann sie enden soll.

Je länger es Ihnen gelingt, desto größer das persönliche Erfolgserlebnis.

3. Welche Belohnung(en) gönne ich mir?

Wenn Ihnen das Verzichten für den gewählten Zeitraum gelingt, haben Sie allen Grund, stolz auf sich zu sein! Dem können Sie mit einer Belohnung Rechnung tragen.

Belohnungen machen das Erfolgserlebnis schmackhafter und motivieren zum Durchhalten.

Mit der Belohnung sollten Sie sich etwas Gutes gönnen. Wenn man beispielsweise einen Monat erfolgreich auf das Rauchen verzichtet hat und sich dann gleich eine Packung genehmigt, ist das nicht wirklich eine Belohnung, die gut tut.

4. Welche Etappenziele will ich mir setzen?

Etappenziele erleichtern das Durchhalten. Eine geschaffte Etappe motiviert zum Weitermachen. Ohne definierte Zwischenziele ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns weitaus höher.

5. Womit werde ich die „Lücken“ füllen?

Mit dem Verzicht entstehen häufig Lücken bzw. neue Freiräume, die es zu füllen gilt. Als Beispiel sei hier der Verzicht auf das tägliche Fernsehen genannt. Und wenn das jeden Tag in die Stunden geht, kommt schon einiges an „neu gewonnener“ Zeit zusammen.Deshalb sollten Sie dies auch in Ihren Vorüberlegungen miteinbeziehen.

Diese neu gewonnenen Freiräume bieten sich idealerweise an, um neue, „bessere“ Gewohnheiten zu etablieren. Also aus dem „ohne“ wird ein „mehr“, z. B. mehr Lesen, mehr Sport, mehr Bewegung an der frischen Luft, mehr Unternehmungen mit dem Partner bzw. der Partnerin, mehr Gespräche mit den Kindern etc.

Extra-Tipp

Der Verzicht gelingt am besten, indem der Aufwand erhöht wird oder die bequemen Umstände geändert werden, um auf etwas Gewohntes zuzugreifen.

Am Beispiel des Fernsehens:

Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, Ihren Fernseher so zu programmieren, dass er z. B. erst ab einer definierten Zeit eingeschaltet werden kann, oder eine Zeitschaltuhr entsprechend zu verwenden … Oder vielleicht können Sie den Fernseher zumindest für einen bestimmten Zeitraum irgendwo verstauen oder in einem anderen Raum platzieren, wo das Fernsehen nicht so bequem ist.

Es sollte also etwas sein, das Ihnen das gewohnte Fernsehen erschwert oder zumindest das bequeme Fernsehen einschränkt. Dadurch fällt es Ihnen leichter, diesem täglichen Impuls zu widerstehen.

Wie wäre es mit einem „Verzicht-Tagebuch“?

Das Niederschreiben der beim Verzichten gewonnenen Erfahrungen und Eindrücke kann eine Bereicherung darstellen, weil der schriftliche Prozess eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Erlebten erlaubt. Hier bietet sich das Führen eines Tagebuches an. Darin müssen keine umfangreichen Berichte hineinkommen. Täglich zwei, drei Sätze genügen vollkommen.

Und vielleicht stellt sich sogar Ihr gewählter Verzicht mit der Zeit nicht mehr als solcher heraus, sondern als reine Gewohnheit. Bestens!


Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • J. N.

    Ich habe den Artikel übers Verzichten hier gelesen und direkt am nächsten Tag auf Zucker verzichtet. Die schwierigsten Zeitpunkte waren der Cafe-Aufenthalt mit Familie und die Abendstunden bis zum Schlafengehen. Aber ich habe es geschafft!! :-)

    J. N. antworten

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