Den inneren Schweinehund überlisten

Das ist schon ein Kreuz mit dem inneren Schweinehund. „Das hat noch Zeit, das kannst du auch ein anderes Mal machen!“ Das oder Ähnliches flüstert er uns zu, wenn es darum geht, (unangenehme) Dinge zu erledigen. Und je mehr wir danach trachten, die Aufgabe doch anzugehen, desto lauter wird seine Stimme. Bis er uns schließlich so nervt, dass wir die Aufgabe wieder aufschieben.

Und wie können wir nun gegen unseren Schweinehund vorgehen?

Wir müssen ihn überzeugen, dass das Erledigen dieser Aufgabe nur Vorteile für uns bringt.

Ein Beispiel:

Der Keller müsste schon seit langer Zeit mal entrümpelt und aufgeräumt werden. Aber der kleine vorlaute Schweinehund hatte immer was dagegen.

Aber als ich kürzlich in den vielen Kartons und Kisten nach alten Aufzeichnungen gesucht habe, wollte ich die Argumente meines Schweinehundes nicht mehr akzeptieren. Ich hatte genug Gegenargumente, die dafür sprachen, endlich mit dem Reinemachen im Keller zu beginnen, was ich schließlich auch tat.

Haben Sie auch eine Aufgabe, die Sie schon länger vor sich herschieben – oder vielleicht sogar mehrere?

In meinen Zeitmanagement-Kursen bitte ich die Teilnehmer, sich das Ganze bildlich vorzustellen:

Man geht einen schmalen Gang entlang. Wenn man ein Aufgaben-Päckchen vor sich herschiebt, kann das Weiterkommen schon etwas mühsam sein – abhängig davon, wie schwer das Aufgaben-Päckchen ist. Dem Päckchen ausweichen ist im schmalen Gang nicht möglich. Wenn nun im Paket täglich neue Aufgaben dazukommen, fällt das Schieben und damit das Weiterkommen immer schwerer.

Gut, was tun?

Ich habe drei Strategien, mit denen ich meinen inneren Schweinehund bisher meistens überlisten konnte:

  1. Die Vorteileliste
    Ich stelle mir alle positiven Aspekte vor – also alle Vorteile, welche aus der Erledigung der Aufgabe resultieren.
    Am eingangs erwähnten Beispiel wäre das der aufgeräumte Keller, aus dem ich alle unnützen Dinge entsorgt habe. Die Kartons und Kisten sind ordentlich geschlichtet und beschriftet. Alles was ich brauche, finde ich in kürzester Zeit. Ich habe viel Platz gewonnen.
    Die Visualisierung gibt mir Rückendeckung, wenn sich der Schweinehund meldet. Sie können diese Vorteileliste natürlich auch schriftlich machen. Das gibt noch mehr Kraft.
  2. Sich den Zeitaufwand bewusst machen
    Ich habe mir eine Liste mit allen Aufgaben, die ich vor mir herschiebe, gemacht. Hinter jeder Aufgabe habe ich dann den Zeitaufwand für die Erledigung der Aufgabe notiert. Das war des Öfteren ein Aha-Erlebnis. Oft sind das nicht mehr als fünf Minuten – z. B. für ein unangenehmes Telefonat. Nur durch dieses Bewusstmachen des Zeitaufwandes wird der innere Schweinehund meist kleinlaut.
  3. Den Frosch gleich am Morgen essen
    Unangenehme Aufgaben bezeichne ich auch als Froschaufgaben – z. B. das bereits erwähnte unangenehme Telefonat. Solche Froschaufgaben packe ich – wenn möglich – gleich am Morgen an. Da habe ich am meisten Energie, Elan und Konzentration.

Wie schaffen Sie es, Ihren inneren Schweinehund zu überzeugen?

Zum Weiterlesen:

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