Zielplanung: Wie wär’s mit einem Zielbuch?

Im Folgenden stelle ich Ihnen einen bewährten Unterstützer bei der Zielplanung vor: das Zielbuch. Es ist ein praktisches „Werkzeug“ für die Zielplanung und insbesondere für all jene geeignet, welche die handschriftliche Planung vorziehen.

Ich selbst bevorzuge zwar in der Regel elektronische Werkzeuge, aber beim Planen, bei der Ausarbeitung von Konzepten und für Notizen verwende ich stets Papier und Stift.

Zielbuch

Warum schriftlich?

Nun, der Schreibprozess bewirkt bei mir eine intensivere Auseinandersetzung und fördert damit auch das Erreichen der gesetzten Ziele.

Auch fördert das Schreiben die Kreativität, das Unterbewusstsein wird stärker eingebunden, die Gedanken werden strukturiert und geordnet, dem Vergessen wird entgegengewirkt und das schrittweise Vorgehen wird einfacher.

Zudem habe ich durch die schriftlichen Aufzeichnungen eine wertvolle Dokumentation, anhand derer der Weg zum Ziel gut nachvollziehbar wird. Der Rückblick wird erleichtert und dadurch kann ich oft wertvolle, lehrreiche Rückschlüsse ziehen.

Wenn auch Sie Ihre Zielplanung mit einem Zielbuch versuchen wollen, dann habe ich folgend einige Tipps parat:

Welches Notizbuch ist dafür geeignet?

So ein Begleiter kann ein simples Notizbuch sein. Dieses wird in verschiedene Bereiche bzw. Register unterteilt. Die Anzahl und die Nutzung dieser Bereiche sind individuell.

Hier ist auch etwas Experimentieren gefragt, da sich die optimale Struktur in der Regel erst nach Nutzung über einen längeren Zeitraum herauskristallisiert.

Zum Notizbuch selbst: Legen Sie bei der Auswahl großen Wert auf ein Buch, das Sie anspricht, das Sie jederzeit gerne in die Hand nehmen.

Fachgeschäfte bieten ein reichhaltiges Sortiment an Notizbüchern. Lassen Sie sich bei der Auswahl Zeit, stöbern Sie. Ob es nun ein besonders edles ist, eines mit einem eleganten Lederumschlag oder mit einem ansprechenden bemusterten Umschlag, wie auch immer – Hauptsache, es gefällt Ihnen!

Auf eines sollten Sie allerdings achten:

Entscheiden Sie sich für ein stabiles, fest gebundenes Notizbuch (z. B. eine Kladde). Dadurch besteht nicht die Gefahr, dass es sich in seine Einzelblätter zerlegt. Es sollte mindestens 100 Seiten haben – am besten im DIN-A4- oder DIN-A5-Format. Ein kleineres Format ist nicht empfehlenswert, da damit die Übersichtlichkeit erheblich eingeschränkt wird.

Auch gibt es Notizbücher mit einem Verschluss (z. B. Zahlenschloss). Damit kann verhindert werden, dass andere Personen einen Blick auf die persönlichen Aufzeichnungen werfen.

Bringen Sie Struktur in Ihr Zielbuch

Nehmen wir an, Sie haben sich nun für ein ansprechendes Arbeitsbuch und einen angenehmen Stift entschieden. Nun geht es darum, Ihr Zielbuch in verschiedene Bereiche zu unterteilen, die Ihren Bedürfnissen und Anforderungen entsprechen.

Erst diese Bereiche bringen Struktur ins Spiel. Um das Arbeitsbuch zu untergliedern, bieten sich im Fachhandel erhältliche Registerklebeetiketten an. Diese Etiketten ragen dann seitlich raus. Die herausragenden Teile können beliebig beschriftet werden und kennzeichnen damit die verschiedenen Bereiche. Sie können auch auf Etiketten unterschiedlicher Farbe zurückgreifen.

Die so durchgeführte Gliederung gewährleistet eine praktische Orientierungshilfe und einen schnellen Zugriff auf das gewünschte Register.

In welche Teilbereiche Sie Ihr Zielbuch gliedern, bleibt Ihnen überlassen. Folgend einige Vorschläge:

  1. Mein Erfolgsbarometer
  2. Meine Ziele
  3. Fortschrittskontrolle
  4. Baustellen und Hindernisse
  5. Reflexion
  6. Ideen
  7. Inspirationen
  8. Gedanken und Gefühle
  9. Tägliche Ereignisse und Fortschritte

Nun etwas detaillierter zu den genannten Bereichen:

1. Mein Erfolgsbarometer

Die erreichten Erfolge – in Hinblick auf die Ziele – zu dokumentieren, kann äußerst motivierend sein.

Ideal eignet sich hierfür eine Art „Timeline“. Auf dieser werden die einzelnen Erfolge chronologisch aufgetragen. So lässt sich mit einem Blick wunderbar die eigene Entwicklung nachvollziehen.

Platzieren Sie die Timeline am besten ganz am Anfang Ihres Arbeitsbuches – in diesem Fall haben Sie Ihr persönliches Erfolgsbarometer immer vor Augen, wenn Sie Ihr Buch aufschlagen. Und das motiviert!

2. Meine Ziele

In diesem Bereich formulieren Sie Ihre Ziele. Hier werden nicht nur die Ziele formuliert, sondern auch die einzelnen erforderlichen Maßnahmen, um diese zu erreichen.

So haben Sie Ihre Ziele immer übersichtlich im Blick, was wiederum die Fortschrittskontrolle wesentlich erleichtert.

Für den Extra-Motivationskick können Sie zudem Belohnungen auflisten, die Sie sich gönnen, wenn Sie ein Ziel erreicht haben.

3. Fortschrittskontrolle

Unerlässlich für das Erreichen der gesteckten Ziele ist eine regelmäßige Fortschrittskontrolle.

Wenn man mit dem Auto zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Ziel erreichen will, entscheidet  man sich zuerst für die Strecke (Maßnahmen). Dann ist es laufend notwendig, zu kontrollieren, ob man sich auf dem richtigen Weg befindet. So ist es auch mit den eigenen Zielen.

Nur durch die regelmäßige Fortschrittskontrolle kann man bei eventuellen Abweichungen rechtzeitig entgegensteuern, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Dazu möchte ich Ihnen auch gleich eine Methode der Fortschrittskontrolle für diesen Bereich des Zielbuches vorstellen, die sich besonders dann eignet, wenn man das Gefühl hat, an einen Punkt angelangt zu sein, an dem es nicht mehr weitergeht:

  • Zeichnen Sie eine gerade Linie. Diese stellt den Weg in Richtung Ziel dar. 100% bedeutet: Ziel erreicht. Markieren Sie nun auf der Linie den Status quo, also wo Sie sich in etwa aktuell befinden. Es geht nur um die visuelle Darstellung.
      
  • Schreiben Sie nun auf, wie eine Situation aussehen müsste, bei der Sie Ihrem Ziel ein klein wenig näher wären und somit auch auf der Skala näher bei 100.
  • Notieren Sie nun die nächsten Schritte, die Sie dieser Situationen näherbringen.
  • Übertragen Sie diese erforderlichen Schritte bzw. Maßnahmen in den Bereich „Meine Ziele“.

4. Baustellen und Hindernisse

Nicht immer kann alles glattlaufen: Baustellen und Hindernisse gibt es bei nahezu jedem Ziel.

Schreiben Sie auch über diese Schwierigkeiten, setzen Sie sich damit auseinander. Sie schaffen sich hiermit einen Erfahrungsschatz, der Ihnen helfen kann, beim nächsten Mal ein Problem anders anzugehen und damit effizienter zu lösen.

Zudem identifizieren Sie im Detail, woran Sie noch arbeiten müssen, um Ihre Ziele zu erreichen.

5. Reflexion

Hier haben Sie die Gelegenheit, Antworten auf Reflexionsfragen zu finden und zu notieren, die Ihnen in den Sinn kommen. Damit setzen Sie sich intensiver mit der aktuellen Situation und mit eventuellen Schwierigkeiten auseinander.

6. Ideen

Auch für Kreatives sollte Platz vorgesehen werden. In diesem Bereich können Sie schnell eigene Ideen notieren, die Ihnen beim Nachdenken über Ihre Ziele durch den Kopf gehen.

Lassen Sie Ihren Ideen freien Lauf. Auf Ordnung kommt es hier nicht an. Skizzen, Notizen etc. – alles sollte hier Platz finden. Lassen Sie keine Denkmauern zu.

7. Inspiration

Viele Äußerungen anderer Personen, Artikel, Interviews, Seminare und Bücher können inspirieren, wenn es um die eigenen Ziele geht. Dieser Bereich ist solchen Inspirationsfundgruben gewidmet.

Notieren Sie sich zum Beispiel, welche Gedanken Sie interessant fanden, Zitate, welche Methoden im Bereich der Zielplanung Sie ausprobieren oder noch besser kennenlernen möchten, um besser an Ihren Zielen arbeiten zu können. Kleben Sie inspirierende Artikel, Zeitungsausschnitte, Bilder hinein – gestalten Sie eine Art Album.

Der Bereich Inspiration kann dabei die Bereiche „Ideen“ und „Reflexion“ füttern.

8. Gedanken und Gefühle

Gefühle zulassen ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern mitunter auch sehr hilfreich, um Sachverhalte aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Einen solchen Bereich können Sie nutzen, um sich mit Ihren Gefühlen und Gedanken auf dem Weg in Richtung Ziel auseinanderzusetzen.

9. Tagebuch

Das Zielbuch muss nicht zwingend nur eine strukturierte Variante des Notizbuchs sein. Es kann durchaus auch mit einem Kalenderteil kombiniert werden. So ein Kalenderteil ist im Fachhandel erhältlich und kann direkt im Notizbuch eingelegt werden.

Darin kann dann eine Art Tagebuch geführt werden und im Notizteil lassen sich die vorher genannten Bereiche unterbringen.

Tagebuchnotizen können dazu dienen, das eigene Verhalten im Nachhinein zu analysieren und sich besser kennenzulernen.

All diese aufgelisteten Bereiche sind natürlich nur Vorschläge. Wie Sie Ihr Zielbuch unterteilen, bleibt ganz Ihnen überlassen und richtet sich nach Ihren Präferenzen und Anforderungen.

Führen Sie ein Zielplanungs-Ritual ein

Wichtig ist, dass Sie Ihr Zielbuch regelmäßig nutzen und die Arbeit an Ihren Zielen fest in Ihr alltägliches Leben integrieren. Das kann beispielsweise mit einem täglichen Ritual gelingen:

Wenn Sie am Abend im Bett liegen, dann das Buch zur Hand nehmen, den Tag Revue passieren lassen, Eindrücke, Erfolge, Ideen, Vorhaben notieren. Ein besonderer Vorteil dieses Abendrituals besteht darin, dass dadurch während des Schlafens das Unterbewusstsein stärker aktiviert wird und es häufig Lösungen und neue Ideen liefert.

Versuchen Sie feste Zeiten im Alltag zu finden, die Sie Ihrem Zielbuch widmen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, darin zu blättern und zu schreiben.

Die Pflege des Zielbuches

Ein Arbeitsbuch kann nur dann seinen Sinn erfüllen, wenn es gepflegt wird. Unwichtig gewordene Notizen können abgehakt oder durchgestrichen werden. Auch sollten möglichst alle Notizen, die sich mit Ihren Zielen auseinandersetzen, in das Arbeitsbuch eingetragen werden.

Notizen, die aus bestimmten Gründen anders angefertigt wurden, sollten dort hinein übertragen werden. Durch diese Bemühung findet man auch zu späteren Zeitpunkten alles Wichtige gebündelt an einem Ort.

Denken Sie aber auch daran, dass das Arbeiten mit dem Zielbuch immer Spaß machen sollte. Setzen Sie sich also nicht unter Druck, wenn Sie einmal keine neuen Notizen anfertigen können oder keine Muße zum Schreiben haben.

Anregend kann es in diesem Fall sein, im Arbeitsbuch zu stöbern und so auf neue Ideen zu kommen.

Fazit

Die schriftliche und kreative Auseinandersetzung mit Ideen, Schwierigkeiten, Gefühlen und Gedanken kann helfen, neue Wege und Lösungen zu finden.

Dies gilt auch für den Bereich der Zielplanung. Wer Struktur in seine Notizen und schriftlichen Denkanstöße bringt, kann diese neuen Wege gezielter gehen und sich sicher sein, wertvolle Anregungen nicht aus den Augen zu verlieren.

Das Zielbuch ist hierbei ein sehr individuelles und variables Instrument. Es auszuprobieren und in den Alltag zu integrieren kostet nicht viel mehr als ein wenig Zeit und Engagement.

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

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