Konflikte rauben Ihre Energie!

Konflikte belasten und sind Energieräuber. Je intensiver die Auseinandersetzung und je länger deren Dauer, desto stärker auch die Beeinträchtigung unserer Lebensqualität.

Vielen Menschen fällt es schwer, nicht nachtragend zu sein und „vergessen“ zu können – ich nehme mich da gar nicht aus.

Häufig ist falscher Stolz die größte Bremse auf dem Weg zur Konfliktlösung und damit auch zu mehr Entspannung im Alltag.

Auch wenn beide Streitparteien an einer Versöhnung interessiert sind, will niemand den ersten Schritt machen. So wird eine für beide belastende Auseinandersetzung oft sogar über Jahre weiter ausgetragen.

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Konflikte belasten immer …

Machen Sie den ersten Schritt!

Gehen Sie auf die andere Person zu. Vielleicht genügt schon das Eingestehen eines Fehlers oder eine Entschuldigung (s. Entschuldigungsschreiben). Leider wird diese häufig als Zeichen von Schwäche empfunden. Aber sich zu entschuldigen, zeugt von charakterlicher Größe und Stärke.

Natürlich kommt es auch auf den Grund für den Konflikt an. Wird dieser als schwerwiegend empfunden, fällt der „erste Schritt“ umso schwerer.

  • Welcher Konflikt belastet Sie derzeit?
  • Gibt es aus Ihrer Sicht eine Möglichkeit, diesen Konflikt beizulegen?
  • Wenn ja, welcher wäre der erste (kleine) Schritt, den Sie innerhalb der nächsten 48 Stunden machen könnten?
  • Machen Sie den ersten Schritt!

Hat Streiten auch etwas Positives? Was gilt es zu beachten?

Die Tageszeitung Freie Presse (Printausgabe) hat mich zum Thema Konfliktmanagement/Streitkultur befragt:

Glauben Sie, dass das Streiten auch etwas Positives ist?

Es kommt immer darauf an. Ein Streit kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Positiv kann ein Streit dann sein, wenn er konstruktiv ausgetragen wird und letztlich bereinigend wirkt.

Das heißt, beide (Streit-)Parteien sind darauf bedacht, eine Lösung für das Problem zu finden bzw. den Streit beizulegen, aufeinander zuzugehen.

Das ist natürlich nicht immer ganz einfach. Auch deshalb, weil bei einem Streit immer Emotionen mitspielen.

Und je größer die Emotionen, desto schwieriger ist eine „kontrollierte Steuerung“ des Streits, also ein konstruktiver Streit.

Negativ ist ein Streit insbesondere dann, wenn er für eine Seite oder sogar beide Seiten verletzend wird und damit eine eventuell vorhandene Vertrauensbasis längerfristig oder sogar für immer zerstört wird. Ein chinesisches Sprichwort bringt es auf den Punkt:

Es ist schwer, in einem Jahr einen Freund zu gewinnen. Es ist leicht, ihn in einer Stunde zu verlieren.

Worauf sollte man bei einem Streit achten?

Generell sollte man versuchen, möglichst sachlich zu bleiben, keine pauschalen Vorwürfe vorzubringen, sein Gegenüber möglichst nicht als Person beleidigen und verbal angreifen/verletzen sowie darauf achten, dass die andere Seite „das Gesicht nicht verliert“.

Das ist natürlich alles leichter gesagt als getan. Denn werden diese Punkte nur von einer Konfliktpartei nicht berücksichtigt, fällt es der Gegenseite auch schwer, den Streit auf sachlicher Ebene weiterzuführen.

Wenn beide Streitpartner keinen Schlichtungsweg finden, sollte eine neutrale Person hinzugezogen werden, welche die Rolle des Mediators übernimmt. Eine objektive Perspektive kann für beide Seiten eine wertvolle Hilfe darstellen.

Haben Sie Tipps im Umgang mit Streitigkeiten?

Zwei Tipps:

  1. Das Streitgespräch sollte möglichst mit etwas Positivem begonnen werden. Damit kann das Streitgespräch am ehesten schon von vornherein gezielt auf die sachliche Ebene gebracht werden. Beispielsweise den Streit mit einem Lob beginnen und erst dann mitteilen, was z. B. stört: „Ich schätze an dir, dass du …, aber … mich ärgert derzeit, dass es …!“
  2. Direkte Beschuldigungen vermeiden, also Sätze, die mit Du bzw. Sie (abhängig vom Verhältnis) beginnen. Solche Anklage-Sätze treiben die andere Person in die Ecke, aus der sie sich mit aller „verbalen Kraft“ rauszubugsieren versucht. Und damit ist schon eine große Portion Emotion mehr im Spiel, die ein konstruktives Streitgespräch umso schwieriger gestaltet und eine Streitbeilegung in weite Ferne rückt.

Wie kann man Streitigkeiten im beruflichen Umfeld umgehen?

Es geht nicht so sehr darum, einen Streit zu umgehen. Denn das führt in der Regel zu schwelenden, nicht offen ausgetragenen Konflikten. Diese führen vielfach auch zu Intrigen, Gruppenbildung, Mobbing etc., was sich schließlich auf das gesamte Betriebsklima auswirken kann.

Im beruflichen Umfeld ist in diesem Zusammenhang auch die Führungskraft gefordert. Zum einen muss sie kommunizieren, dass bei eventuellen Konflikten in der Belegschaft sich die Konfliktparteien jederzeit an sie wenden können und sollen. Zum anderen sollte eine Führungskraft darauf achten, ob es im Team Konflikte gibt, auch wenn sie nicht offensichtlich sind bzw. offen ausgetragen werden, und dann auf eine Lösung hinwirken.

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