16 Konzentrationsübungen

Konzentration ist eine Voraussetzung für effektives Arbeiten. Sich auf etwas konzentrieren, den Fokus auf eine bestimmte „Sache“ oder Tätigkeit auszurichten – das fällt vielen schwer.

Manche Menschen haben von Natur aus eine starke Konzentrationsfähigkeit, andere wiederum sind damit nicht gesegnet. Aber wie die meisten Fähigkeiten lässt sich auch die Konzentration durch regelmäßige gezielte Konzentrationsübungen steigern.

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Auch eine Situation, in der Konzentration gefragt ist … (Bild: Fotolia©mbolina)

Im Folgenden 16 bewährte Konzentrationsübungen:

1. Buchstaben zählen

Wenn Sie eine Zeitung lesen, nehmen Sie sich einen Artikel vor. Zählen Sie in diesem Artikel beispielsweise alle “i“. Am Anfang können Sie einen Stift zuhilfe nehmen, mit etwas Übung muss es dann ohne gehen.

Steigerung: Zählen Sie gleichzeitig zwei, drei, … verschiedene Buchstaben.

2. Ohren spitzen

Stellen Sie Ihr Radio oder Ihren Fernseher für genau 10 Minuten sehr leise. Versuchen Sie trotzdem, alles zu verstehen, was gesprochen wird.

Steigern Sie sich dann auf 15, 20, … Minuten. Sie können gleichzeitig Ihr Kurzzeitgedächtnis trainieren, indem Sie das Gesprochene im Kopf wiederholen.

3. Schritte zählen

Klingt zwar einfach, ist es aber nicht: Zählen Sie beim Gehen Ihre Schritte. Wenn Sie sich verzählen, beginnen Sie mit dem Zählen von vorne. Das können Sie beispielsweise auch beim Joggen machen. Damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie trainieren Ihren Körper und Ihre Konzentrationsfähigkeit.

Steigerungsmöglichkeit: Zählen Sie jeden zweiten, jeden dritten, … Schritt. Oder: Zählen Sie die Schritte, während Sie sich beim Gehen mit jemandem unterhalten.

4. Wörter hören und zählen

Wenn Sie sich eine Sendung im Radio oder im Fernsehen anhören, zählen Sie bestimmte Wörter, z. B. alle „und“.

Eine Steigerung dieser Konzentrationsübung besteht darin, dass Sie mehr als ein Wort herausfischen, beispielsweise alle „und“ und „mit“.

5. Sekunden zählen

So leicht sich diese Übung auch anhören mag, sie erfordert doch einiges an Konzentration:

Stellen Sie eine Uhr mit einem Sekundenzeiger vor sich hin. Beginnen Sie rückwärts von 100 in Zweiersprüngen zu zählen, und zwar in Intervallen von zwei Sekunden. Also 100, 98, 96 usw. Schaffen Sie es in den Zwei-Sekunden-Intervallen bis 0, ohne sich zu verzählen?

6. Spiegelverkehrt schreiben

Das erfordert wirklich Konzentration. Beginnen Sie einfach mit Ihrem Namen und erweitern Sie diese Übung mit langen Texten.

7. Blitzkreuzworträtsel

Lösen Sie gerne Kreuzworträtsel? Dann ist diese Konzentrationsübung vielleicht etwas für Sie. Nehmen Sie ein Kreuzworträtsel zur Hand und eine Stoppuhr. Eine Uhr mit Sekundenanzeiger tut es natürlich auch. Nun versuchen Sie in genau fünf Minuten möglichst viel vom Rätsel zu lösen. Durch diesen kleinen Wettkampf mit sich selbst ist eine erhöhte Konzentration erforderlich.

8. Sätze ergänzen

Und nun eine Konzentrationsübung, die auch Kindern Spaß macht. Für diese Übung sind zwei Personen nötig.

Erinnern Sie sich noch an die legendäre Quizshow „Dalli Dalli“? Bei einem Quiz ging es darum, einen angefangenen Satz mit einem Wort zu ergänzen. Also beispielsweise kann sich das so abspielen:

  • Person 1: „Heute …“
  • Person 2: „Heute haben …“
  • Person 1: „Heute haben er …“
  • Person 2: „Heute haben er und …“

Witzig, welche Geschichten bei dieser Konzentrationsübung gesponnen werden. Diese Übung steigert nicht nur die Konzentration, sondern fördert auch das kreative Denken.

9. Fremdsprache üben

Wenn Sie gerade dabei sind, eine Fremdsprache zu lernen, bietet sich folgende Konzentrationsübung an:

Zählen Sie in der Fremdsprache von 100 rückwärts bis 0. Steigern können Sie sich dadurch, indem Sie in Zweiersprüngen (100, 98, 96 etc.), Dreiersprüngen usw. zählen.

Machen Sie diese Konzentrationsübung auch auf Zeit. Stoppen Sie, wie lange Sie brauchen, bis Sie bei 0 sind. Beim nächsten Mal versuchen Sie diese Zeit zu toppen.

10. Beschreiben, was man tut

Beschreiben Sie in Gedanken das, was Sie tun – als würde jemand neben Ihnen stehen, dem Sie jeden einzelnen Ihrer Handgriffe erklären müssen.

Das klingt jetzt vielleicht leichter als es ist. Zum einen müssen Sie sich dabei auf die Tätigkeit selbst konzentrieren, zum anderen erfordert die „Beschreibung“ Ihrer Tätigkeit auch einiges an Konzentration.

Am besten eignet sich diese Konzentrationsübung für Routine-Tätigkeiten.

11. Hören Sie alles?

Setzen Sie sich irgendwo hin – an einem Ort, wo es nicht vollkommen still ist. Das kann zu Hause sein, im Einkaufshaus, im Park oder wo auch immer. Schließen Sie dann die Augen.

Nun spitzen Sie Ihre Ohren und zählen die verschiedenen Geräusche, die Sie wahrnehmen. Und das erfordert erhebliche Konzentration. Ihr Hörsinn muss von einem Geräusch zum anderen springen. Zählen Sie und benennen Sie die Geräusche,  z. B.:

  1. Menschenstimmen
  2. ein Auto startet
  3. eine Kehrmaschine

Eine weitere Herausforderung bei dieser Konzentrationsübung liegt im Identifizieren der Geräusche – und das ist wirklich nicht immer einfach.

Wenn wir etwas sehen, lässt sich das Geräusch relativ leicht zuordnen. Wenn wir hingegen die Augen schließen, wird uns bewusst, dass unser Hör- und Sehsinn ein gut eingespieltes Team sind.

12. Gespräche lauschen

Eine weitere Konzentrationsübung besteht darin, Gespräche zu belauschen. Damit ist nicht gemeint, dass Sie sich ein Abhörgerät zulegen sollen, um den Nachbar auszuhorchen. Nein, vielmehr geht es darum, dass Sie an Orten, wo sich mehrere Menschen miteinander unterhalten, einzelne Gespräche herausfiltern.

Beispielsweise in der U-Bahn oder im Bus. Dort gibt es in der Regel mehrere Menschen, die sich unterhalten. Schließen Sie also die Augen und versuchen Sie einzelne Gespräche mitzuhören. Das ist gar nicht so einfach, insbesondere wenn sich mehrere Menschen unterhalten. Auf ein Gespräch konzentrieren, dann mit der Konzentration zum nächsten wechseln.

13. Zeichnen

Für diese Übung benötigen Sie nichts weiter als einen Stift und ein Blatt Papier. Machen Sie es sich dann gemütlich. Diese Konzentrationsübung können Sie ohne Weiteres liegend im Bett durchführen.

Nun schauen Sie sich im Raum um und wählen einen Gegenstand. Betrachten Sie diesen Gegenstand genau eine Minute lang. Schauen Sie sich ihn genau an, jedes Detail.

Nach einer Minute schließen Sie kurz die Augen, dann wieder öffnen und schließlich beginnen Sie den Gegenstand auf Papier zu bringen. Zeichnen Sie ihn so detailliert wie möglich.

Wenn Sie diese Konzentrationsübung über einen längeren Zeitraum machen, werden Sie deutlich merken, wie Ihre Aufmerksamkeitsspanne zunimmt.

Übrigens: Diese Übung macht auch Kindern Spaß.

14. Sekundenzeiger folgen

Setzen Sie sich an einen Tisch. Nehmen Sie eine Uhr mit einem Sekundenzeiger – am besten einen Wecker – zur Hand und stellen Sie ihn vor sich hin.

Nun entspannen Sie sich. Atmen Sie ein paar Mal mit geschlossenen Augen tief durch. Öffnen Sie dann Ihre Augen und richten Sie Ihren Blick auf den Sekundenzeiger. Konzentrieren Sie sich auf den Sekundenzeiger und folgen Sie seinen Bewegungen – volle zwei Minuten lang. Glauben Sie mir, zwei Minuten können lang sein.

Auch wenn Sie es anfangs nicht schaffen, sich die zwei Minuten auf die Bewegungen des Sekundenzeigers zu konzentrieren. Sie werden schnell merken, wie sich mit jeder Übung die Aufmerksamkeitsspanne erhöht.

Eine kleine Herausforderung: Treten Sie in einen Wettkampf mit sich selbst. Dokumentieren Sie Ihre Rekorde. Das macht Spaß und spornt an.

15. Nacherzählung

Diese Konzentrationsübung ist nicht nur eine ausgezeichnete Übung zur Steigerung der Aufmerksamkeit, sondern auch optimal dazu geeignet, das Kurzzeitgedächtnis zu trainieren.

Dazu brauchen Sie eine Stoppuhr. Als nächstes benötigen Sie noch ein Buch. Am besten eines, das Sie noch nicht gelesen haben.

Dann kann es losgehen. Stoppuhr auf zwei Minuten einstellen. Eine beliebige Seite im Buch aufschlagen und los. Lesen Sie genau zwei Minuten und das möglichst schnell.

Dann Augen schließen. Wiederholen Sie nun den gelesenen Text, möglichst wortgetreu. Erzählen Sie sich den Inhalt des Gelesenen also selbst. Das erfordert schon eine sehr hohe Konzentrationsfähigkeit und ein gutes (Kurzzeit-)Gedächtnis.

Auch bei dieser Konzentrationsübung können Sie wieder einen kleinen Wettkampf mit sich selbst starten: Steigern Sie die Anzahl der in den zwei Minuten gelesenen Seiten – im gleichen Buch. Natürlich sollten Sie auch möglichst viel wiedergeben können.

16. Eine Konzentrations- und Rhetorikübung

Abschließend eine Rhetorikübung, die auch eine sehr effektive Konzentrationsübung ist:

  • Beginnen Sie damit, dass Sie sich drei Themen überlegen, über die Sie einen Kurzvortrag halten. Diese drei Themen sollten ganz unterschiedlich sein, nur als Beispiel: ein Sportthema, ein Kurzvortrag über ein aktuelles (politisches) Ereignis aus den Nachrichten und ein Thema, das Sie begeistert.Wenn Sie nun sagen, Sport interessiert Sie nicht, dann ist dieses Thema genau das richtige. Über etwas eine Rede zu halten, das einen interessiert und begeistert, ist keine große Kunst.Die Herausforderung liegt bei Themen, mit denen man nicht viel anfangen kann. Deshalb sollten mindestens zwei der gewählten Vortragsthemen nichts mit Ihren Interessen zu tun haben.Sie können für Ihre Themenwahl beispielsweise die Tageszeitung an beliebiger Stelle aufschlagen und dort die erste Schlagzeile für Ihren Kurzvortrag wählen. Oder sich von einem Familienmitglied einen Vorschlag unterbreiten lassen.
  • Nehmen Sie nun einen Wecker zur Hand oder nutzen Sie die Timerfunktion am Handy und stellen Sie auf fünf Minuten. Noch besser, wenn Ihnen jemand die Zeit nimmt.
  • Dann geht es los. Referieren Sie genau fünf Minuten über das erste gewählte Thema. Idealerweise vor einer anderen Person oder mehreren. Fünf Minuten – nicht weniger und nicht mehr! Dann ist der nächste Kurzvortrag dran. Bis Sie alle drei durch haben.

Über ein Thema fünf Minuten lang zu referieren, für das man sich nicht interessiert, ist eine große Herausforderung. Da können sich fünf Minuten zu einer „gefühlten“ halben Stunde ausdehnen.


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