6 Tipps für das Gespräch zur Konfliktlösung

Wo Menschen zusammen leben und arbeiten, gibt es immer wieder Konflikte. Das liegt nun mal in der Natur der Sache. Wir sind Individuen, unterschiedliche Persönlichkeiten.

Jeder hat seine Einstellungen, seine Werte, seine Vorstellungen von dem, was richtig und falsch ist, von dem was sich gehört oder eben nicht.

Und wenn unterschiedliche Ansichten aufeinanderprallen, kann es eben zu Konflikten kommen. Solche Konflikte sind in der Regel für beide Parteien belastend. Deshalb sollte immer nach einer Konfliktlösung gesucht werden.

Der beste Weg für eine Konfliktlösung ist immer noch das Gespräch.

Dazu müssen aber beide Parteien bereit sein und guten Willen zeigen. Nur dann sind die Erfolgsaussichten zur Konfliktbereinigung gegeben.

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Sich die Hand reichen, zeugt von Konfliktlösungsbereitschaft

Das sollten wir beim Konfliktgespräch beachten

Nehmen wir an, Sie und ich liegen im Clinch und wir möchten die Sache aus der Welt schaffen. Wir sind also beide zu einem Gespräch bereit – die beste Basis. Dann kann an einer Konfliktlösung gearbeitet werden. Dabei sollte Folgendes beachtet werden.

  1. Beide Parteien müssen an einer Konfliktlösung interessiert sein

    Und genau das ist häufig ein Hauptgrund, warum es zu keiner Einigung kommt. Wenn ich zwar mit Ihnen über unser Problem spreche – vielleicht, um vor anderen nicht als „sturer Bock“ zu gelten –, aber von vornherein nicht an einer Lösung interessiert bin, bringt das gar nichts.

  2. Jeder bringt seinen Standpunkt dar

    Das ist wichtig. Sie dürfen bzw. sollen Ihren Standpunkt erörtern, ohne dass ich Sie (ständig) unterbreche. Das gleiche Recht steht auch mir zu. Schon allein das Ausredenlassen verringert die Distanz zueinander.

  3. Gemeinsamkeiten ausloten

    Haben wir unsere Standpunkte auf den Tisch gebracht, gilt es, daraus Gemeinsamkeiten herauszufischen – und wenn es nur der kleinste gemeinsame Nenner ist.

  4. Fair bleiben

    Wenn einer von uns mit wilden Schimpftiraden oder sogar mit Angriffen unter der Gürtellinie loslegt, dann kann man das Gespräch gleich beenden. Für uns beide sollte der Grundsatz gelten: niveauvoll und fair streiten, ohne dass Sie oder ich das Gesicht verlieren.

  5. Kompromisse eingehen

    Es gibt keine Konfliktlösung ohne Kompromisse. Das muss Ihnen und mir bewusst sein.

  6. Jeder unterbreitet Lösungsvorschläge

    Wir suchen also gemeinsam nach Lösungsvorschlägen und vereinbaren auch gleich den nächsten Schritt für die Konfliktlösung.

Oft ist es hilfreich, wenn eine dritte unparteiische Person am Gespräch teilnimmt und diese dafür sorgt, dass die aufgelisteten Tipps berücksichtigt werden.

Viel Erfolg bei der Konfliktlösung!

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Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • Lukas Marx

    Guten Tag!

    Ich habe noch einen wichtigen Punkt der Konfliktlösung: die Selbsteinschätzung.

    Es macht Sinn, das eigene Verhalten vor einem Streit zu reflektieren und aufzuschreiben. Dazu kommt die Frage nach den Ursachen des eigenen Verhaltens, zum einen in Bezug auf die Interaktion mit dem Konfliktpartner, andererseits auch in Relation mit der eigenen Vergangenheit, dem eigenen Ich und den eigenen Gefühlen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Lukas Marx

    Lukas Marx antworten
  • Frank Meier

    Hallo Herr Heidenberger,

    grundsätzlich danke ich für Ihre interessante und facettenreiche Seite, die viele Aspekte behandelt und abdeckt.

    Bezogen auf die Konfliktlösung, dem Thema dieses Beitrages, handelt es sich um “noch einen” Beitrag zu dem, was ich als “Schönwetterkonflikte” zu bezeichnen pflege. Dabei begegnen sich die Parteien im Sinne Ihres obigen 1. Punktes auf Augenhöhe. Man möchte die Einigung, man ist an einem Kompromiss interessiert und man wünscht, dass es “harmonisch” im Sinne von “konfliktfrei” weitergeht.

    Doch verläuft das Leben nicht im Sinne von “Kuschel-Pädagogik”, sondern wird mit unverhältnismäßig harten Bandagen ausgefochten. Es zählt nicht, ob jemand ein Hufeisen im Boxhandschuh hat und damit den Gegner niederstreckt. Sondern es zählt, wer das Hufeisen im Boxhandschuh am besten tarnen kann, sodass jeder andere das Ergebnis eines Schlages der Kraft des Schlagenden zuordnet und ihm dementsprechenden Respekt zollt.

    Nun mögen einige Leser vielleicht von solch deutlichen Worten wenig erbaut sein. Aber das ist eine Realität, wie sie an den Verhandlungstischen (jeder Konflikt ist eine Art Verhandlungstisch) gelebt wird.

    Wenn also, wie auf dieser Seite, über “Konfliktlösung” geschrieben wird, kann nicht nur über die Verhandlung auf Augenhöhe gesprochen werden, sondern auch über “Konflikte ungleicher Partner”.

    Das beinhaltet (für alle kompromissbereiten Verhandler) auch die Option, wie man erkennen kann, dass der andere sich in der Rolle des Verlierers sieht, obwohl ich ihn dort nicht haben möchte, weil ich vielleicht der Überzeugung bin, einen selbstbewussten und stabilen Partner zu benötigen und Maßnahmen, ihn zu stärken, ohne ihn gleich übermächtig werden zu lassen.

    Die letzten Punkte laufen bei mir unter der “Hohen Schule des Konfliktmanagements”.

    Beispielweise habe ich in Österreich immer wieder erlebt, dass meine Art, die Dinge anzusprechen und auf den Tisch zu bringen, meine Gesprächspartner nicht selten “an die Wand spielt”. Nicht selten wird dabei nicht verstanden, dass es mir nicht um die Person, sondern die Sache geht. Schließlich werde ich zumeist eingeschaltet, um Dinge umzusetzen oder Probleme herauszufinden, Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Frank Meier

    Frank Meier antworten
    • Vielen Dank, Herr Meier!

      Sie haben recht, natürlich gibt es genügend Konflikte, bei denen die oben genannten Tipps zu keiner Lösung führen werden – eben weil keine der Konfliktparteien an einer Lösung interessiert oder zumindest zu einem Kompromiss bereit ist.

      Deshalb habe ich auch gleich zu Beginn geschrieben:

      “Dazu müssen aber beide Parteien bereit sein und guten Willen zeigen. Nur dann sind die Erfolgsaussichten zur Konfliktbereinigung gegeben.”

      Wenn diese Bereitschaft nicht bei mind. einer Partei gegeben ist, wird es auch nie zu einer Lösung kommen. Das zeigt allein der Blick in die Tagespresse, Meldungen über Konfliktherde gibt es zur Genüge.

      Die Folgen, wenn diese Bereitschaft nicht gegeben ist:

      • Entweder verliert dann einfach der “Schwächere” bzw. gibt notgedrungen nach,
      • oder es wird beispielsweise durch äußere Rahmenbedingungen und/oder Umstände bzw. Druck seitens einer dritten (mehr oder weniger) unabhängigen Partei eine Verhinderung der Eskalation erreicht.

      Aber der Konflikt ist deshalb noch lange nicht gelöst und wird “weiterschwelen”.

      Burkhard Heidenberger antworten

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