Täglich zwei Sätze oder das Minuten-Tagebuch

Beim Plaudern mit Freunden werde ich oft an Erlebnisse erinnert, die ich schon vergessen geglaubt hatte. Es ist doch so: Man vergisst so vieles in seinem Leben. Dazu zählen schöne Momente, Erfahrungen, Gefühle etc. Aber genau das alles ist es, was das Leben auch ausmacht.

Abhilfe gegen das Vergessen kann ein Tagebuch schaffen. Mit so einem Tagebuch können Sie beispielsweise im Alter auf eine wertvolle Lebens-Chronik zurückgreifen.

pxb-tagebuch

Das Minuten-Tagebuch: Ein Satz am Morgen, ein Satz am Abend …

Ihnen fehlt die Zeit? Zwei Sätze reichen!

Sie hätten Lust, ein Tagebuch zu führen, Ihnen fehlt aber die Muße und Zeit dazu? Dann probieren Sie es mit einem sogenannten Minuten-Tagebuch. Der Name deshalb, weil diese Form des Tagebuchschreibens in der Regel nicht viel mehr als eine Minute täglich beansprucht. Und diese Zeitspanne kann sich wohl jeder von uns auch in einem hektischen Tagesverlauf freischaufeln.

Zur Durchführung:

Schreiben Sie jeweils am Morgen einen einzigen Satz in ein dafür vorgesehenes Notizbuch. Das können Sie z. B. kurz nach dem Aufwachen, beim Frühstück, auf dem Weg in die Arbeit – wo auch immer – machen. Sie können so ein Minuten-Tagebuch natürlich auch digital z. B. in einem passwortgeschützten Word- oder anderen Textdokument führen.

Schreiben Sie in einem Satz, beispielsweise

  • über Ihren derzeitigen inneren Zustand,
  • von einem Traum in der vergangenen Nacht,
  • eine Vorausschau auf den kommenden Tag,
  • über ein besonderes Ereignis, …

Und am Abend schreiben Sie erneut einen einzigen Satz: Fassen Sie darin den Tag zusammen. Kommentieren Sie das am Morgen Geschriebene oder werfen Sie einen Blick auf den nächsten Tag.

Auf diese Weise haben Sie mit einem Minimum an Aufwand eine aussagekräftige Chronik. Versuchen Sie es einfach mal eine Woche lang. Sie werden staunen, wie Sie dadurch einen aufschlussreichen Rückblick nur auf diese eine Woche erhalten.

Zum Weiterlesen: 


Kommentare

  • Lieber Herr Heidenberger,

    das ist ja eine tolle Idee! Danke.

    Liebe Grüße,
    Katrin

    Katrin Linzbach antworten
  • Marion

    Hallo Herr Heidenberger,

    ich versuche seit längerem konsequent Tagebuch zu führen, und hoffe, dass es nun endlich klappt dank Ihrer Tipps :-) Oft macht man es sich ja zu kompliziert und zeitaufwändig ;-)

    Was mir noch unklar ist:

    Sollen die Themen wie “Ausdruck meines inneren Zustands”, “Rückblick auf einen Traum in der vergangenen Nacht”, “Vorschau auf den Tag” etc. dann alle in einem Satz stehen? Ist es ratsam, immer nur einen Aspekt zu wählen?

    Vielleicht haben Sie ja auch einmal ein Beispiel, wie so ein Minuten Tagebuch dann geschrieben aussieht …

    Herzlichen Dank!

    Marion

    Marion antworten
    • Hallo Marion,

      zu Ihren Fragen:

      Nein, die Themen brauchen Sie nicht alle in einem Satz unterbringen und Sie können durchaus auch mehrere Aspekte wählen. Lassen Sie sich nicht (durch irgendwelche Vorgaben) einschränken. Einfach drauflosschreiben, so wie es Ihnen in den Sinn kommt. :-)

      Die zwei Sätze sind nur ein Vorschlag für jene Personen, die sich nicht so leicht aufraffen können oder die Zeit haben, regelmäßig und/oder mehr zu schreiben, aber trotzdem ein Tagebuch führen wollen.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Judith

    Mir gefallen Ihre Tagebuchvorschläge sehr. Ich selbst schreibe Gedichte ab, die mir gut gefallen, Liedtexte, eigene Gedanken, Ideen, klebe Fotos ein oder hübsche Bilder aus Zeitschriften, Zeichnungen und vieles mehr.

    All das tut einfach nur gut, befreit und entspannt. Mittlerweile habe ich schon ein paar Bücher voll und blättere immer wieder gerne in meinen ganz persönlichen “Geschichtensammlungen”.

    1000 und mehr gute Wünsche sendet Judith

    Judith antworten

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