Zitate und Weisheitsgeschichten (nicht nur) für Manager

Ob Unternehmer, Führungskraft, Manager – um in diesen Positionen erfolgreich zu sein, ist Führungskompetenz gefragt.

Natürlich spielen zahlreiche weitere Faktoren für den Unternehmenserfolg eine Rolle. Allerdings kann bei fehlender Führungskompetenz trotz günstiger Umstände (Marktsituation, qualifizierte Belegschaft etc.) das Unternehmensschiff ins Wanken und sogar zum Sinken gebracht werden.

Welche Anforderungen werden an Managern gestellt?

Man kann es auf das Wesentliche herunterbrechen – ich formuliere es mal etwas salopp:

Manager müssen dafür sorgen, dass die Zahlen stimmen.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie die Ressourcen im Unternehmen (Personal, Kapital, Betriebsmittel) entsprechend sinnvoll einsetzen – eben managen. Und hierzu sind sowohl fachliche Kompetenzen als auch Soft Skills erforderlich.

Erfolgreiche Manager sind u. a. zielfokussiert, entscheidungs- und handlungsfreudig, kommunikativ, durchsetzungsstark und können Menschen motivieren.

In diesem Zusammenhang habe ich im Folgenden kurze Weisheitsgeschichten, Metaphern und Zitate gesammelt, die (nicht nur) Managern, Führungskräften und Unternehmern als Inspiration dienen und vielleicht den einen oder anderen Impuls geben können.

1. Kein Erfolg ohne Zielfokussierung!

Das gilt insbesondere im Unternehmensbereich – eine Herausforderung für die Management-Ebene!

Nur wer die (Unternehmens-)Ziele nicht aus den Augen verliert, hat die Chance, sie zu erreichen und bei Erfordernis rechtzeitig entgegenzusteuern, sollte vom Weg abgekommen werden.

Zitate

Wenn ein Seemann nicht weiß, welches Ufer er ansteuern muss, dann ist kein Wind der richtige.
Lucius Annaeus Seneca, 4 v. Chr. – 65 n. Chr., röm. Philosoph

Die Qualität unserer Ziele bestimmt die Qualität unserer Zukunft.
Unbekannt

Ein Ziel, das man nicht sieht, kann man auch nicht treffen.
Unbekannt

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Zum Thema Zielerreichung die folgende passende Kurzgeschichte:

Kurzgeschichte: Durch den Schnee zum Schultor

Über Nacht hatte es stark geschneit und die ganze Landschaft lag unter einer dicken Schneepracht. Julian und Bernhard wetteten miteinander, wer zuerst in möglichst gerader Linie über die große verschneite Wiese das Schultor erreichen würde.

„Das ist ja einfach!“, sagte Bernhard und stapfte drauflos. Er schaute immer auf den Boden und konzentrierte sich auf seine Schritte.

Als er schließlich den halben Weg geschafft hatte, blickte er zurück und konnte es nicht glauben: Seine Spur lief in einer großen Zickzacklinie durch den Schnee. Dann richtete er seinen Blick wieder nach vorne und merkte er, dass er die Richtung stark ändern muss, um das Schultor noch zu erreichen. Dann hörte er Julian laut lachen.

„Mach es doch besser, wenn du kannst!“, rief er ihm zu. Julian machte sich auf den Weg.

Im Gegensatz zu Bernhard hatte er seinen Blick stets auf das Schultor gerichtet. So stieg er durch den Schnee, bis er das Ziel erreicht hatte. Seine Spur über die große Wiese zum Schultor verlief schnurgerade.

Verfasser unbekannt

2. Kommunikationskompetenz ist gefragt!

Um andere (Mitarbeiter, Geschäfts-, Verhandlungspartner) zu überzeugen und für eine Sache zu gewinnen, ist Kommunikationsfähigkeit und rhetorisches Geschick gefragt.

Meetings und Verhandlungen gehören zum Management-Alltag. Es gilt, unterschiedliche Persönlichkeiten und Charaktere zu überzeugen, am gleichen Strang zu ziehen.

Zitate

Gedacht heißt nicht immer gesagt – gesagt heißt nicht immer richtig gehört – gehört heißt nicht immer richtig verstanden – verstanden heißt nicht immer einverstanden – einverstanden heißt nicht immer angewendet – angewendet heißt noch lange nicht beibehalten.
Konrad Lorenz, 1903-1989, österr. Verhaltensforscher

Beim Reden ist nicht die Zahl, sondern die Nützlichkeit der Worte wichtig.
Tscheng I., 1033-1107, chin. Philosoph

Wer klug ist, wird im Gespräch weniger an das denken, worüber er spricht, als an den, mit dem er spricht. Sobald er dies tut, ist er sicher, nichts zu sagen, das er nachher bereut.
Arthur Schopenhauer, 1788-1860, dt. Philosoph

Wer so spricht, dass er verstanden wird, spricht gut.
Molière, 1622-73, eigtl. Jean-Baptiste Poquelin, frz. Dramatiker und Schauspieler

Effektiv zu kommunizieren heißt auch, die richtigen Fragen zu stellen. Das bringt folgende Kurzgeschichte auf den Punkt:

Kurzgeschichte: Die Todesliste des Bären

Große Aufregung im Wald! Es geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste.

Alle fragen sich, wer denn nun da drauf steht. Als erster nimmt der Hirsch allen Mut zusammen und geht zum Bären und fragt ihn: „Entschuldige Bär, eine Frage: Steh ich auch auf deiner Liste?” „Ja”, sagt der Bär, „du stehst auch auf meiner Liste.”
Voller Angst dreht sich der Hirsch um und läuft weg. Und tatsächlich, nach zwei Tagen wird der Hirsch tot aufgefunden.

Die Angst bei den Waldbewohnern steigt immer mehr und die Gerüchteküche auf die Frage, wer denn nun auf der Liste steht, brodelt.

Das Wildschwein ist das nächste Tier, dem der Geduldsfaden reißt und darauf den Bären aufsucht, um ihn zu fragen, ob es auch auf der Liste stehen würde. „Ja, auch du stehst auf meiner Liste”, antwortet der Bär. Verschreckt verabschiedet sich das Wildschwein vom Bären. Auch das Wildschwein fand man nach zwei Tagen tot auf.

Nun bricht Panik bei den Waldbewohnern aus. Nur der Hase traut sich noch zum Bären. „Hey Bär, steh ich auch auf deiner Liste?” „Ja, auch du stehst auf meiner Liste!”

„Kannst du mich da streichen?”

„Ja klar, kein Problem!”

Autor unbekannt

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3. Entscheidungen müssen her!

Erfolgreiche Unternehmen haben offensichtlich Vieles richtig gemacht. Und Erfolg basiert auch auf der Summe der richtigen Entscheidungen.

Manager müssen (häufig weitreichende) Entscheidungen treffen. Sie tragen Verantwortung, sind also zuständig für die Antworten, sie liefern Antworten.

Zitate

Wer das Ziel kennt, kann entscheiden.
Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher.
Wer sicher ist, kann überlegen.
Wer überlegt, kann verbessern.
Konfuzius, 551 – 479 v. Chr., chin. Philosoph

In allen menschlichen Dingen zeigt sich bei genauer Prüfung, dass man nie einen Übelstand beseitigen kann, ohne dass ein anderer daraus entsteht.
Wir müssen daher bei all unseren Entschlüssen erwägen, wo das kleinere Übel liegt, und den danach gefassten Entschluss für den besten halten, weil alles auf der Welt seine Schattenseiten hat.
Niccolò Machiavelli, 1469 – 1527, ital. Politiker und Philosoph

Wer seiner Führungsrolle gerecht werden will, muss genug Vernunft besitzen, um die Aufgaben den richtigen Leuten zu übertragen, und genügend Selbstdisziplin, um ihnen nicht ins Handwerk zu pfuschen.
Theodore Roosevelt, 1858 – 1919, US-amerikanischer Politiker

Das Geschäftsleben verlangt Entscheidungen: häufig, schnell und nicht selten ohne genaue Vorstellung davon, ob sie nun richtig oder falsch sind.
Richard Koch, 1895 – 1972, dt. Schriftsteller und Publizist

Eine Entscheidung ist die Festlegung auf eine Handlung, deren potenzieller Nutzen ihren potenziellen Schaden in einem größeren Maß übertrifft als die der alternativ zur Verfügung stehenden Handlungsweisen.
George Lennox Sharman Shackle, 1903 – 1992, Ökonom

4. Mitarbeiter motivieren

Mitarbeitermotivation ist eine Kunst, die zahlreiche Führungskräfte vor eine große Herausforderung stellt. Je motivierter die Mitarbeiter, desto leistungsfähiger und leistungsbereiter sind sie.

Zitate

Die ganze Kunst der so schwierigen Menschenführung besteht darin, seine Untergebenen so zu behandeln, wie man selbst von seinem Vorgesetzten behandelt werden möchte.
Richard Nixon, 1913 – 1994, US-amerikanischer Politiker

Wenn du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen,
Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben
und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht
nach dem weiten, endlosen Meer!
Antoine de Saint-Exupéry, 1900 – 1944, frz. Schriftsteller

Ein Manager steigt um so schneller auf, je stärker er seine Mitarbeiter fördert.
Robert Green Ingersoll, 1833 – 1899, US-amerikanischer Redner

Kurzgeschichte: Die Motivation der Steineklopfer

Es war einmal ein Mann, dem die unterschiedlichen menschlichen Motivationen faszinierten. In diesem Zusammenhang befragte er viele Menschen.

Eines Tages spazierte er an einem Steinbruch vorbei, wo viele Arbeiter mit Steineklopfen beschäftigt waren. Da fasste er drei Arbeiter ins Auge, die mit unterschiedlichem Eifer bei der Arbeit waren.

„Eine gute Gelegenheit, um diese Arbeiter nach ihrer Motivation zu befragen“, schoss es ihm durch den Kopf.

So ging er zu jenem Arbeiter, der immer wieder Pausen einlegte. Ein paar Klopfer auf den Stein und schon machte er Pause und blickte mürrisch durch die Gegend. Bei der nächsten Pause packte der Mann die Gelegenheit beim Schopf:

„Entschuldigen Sie, eine Frage. Wie sieht es mit Ihrer Motivation für diese Arbeit aus?“

„Motivation? So eine dumme Frage! Es gibt keine schlimmere Arbeit als dieses Steineklopfen. Aber weil es hier kaum Arbeit gibt, habe ich diesen Job angenommen. Ich mache sicher nicht mehr als notwendig. Hauptsache eine Arbeit, man kann es sich halt nicht immer aussuchen. Also von Motivation kann keine Rede sein!“

„Naja, aber auf eine freundliche Frage hätte ich mir auch eine freundliche Antwort erwartet“, so der Mann.

„Wie soll man bei so einer Arbeit freundlich sein. Die nimmt mir die ganze Lebensfreude und dann kommen Sie mit solch einer dummen Frage. Motivation – dass ich nicht lache!“

Der Mann ging eilig weiter zum nächsten Arbeiter. Dieser machte einen fleißigen Eindruck. Nun wollte es der Mann genauer wissen:

„Ihnen scheint das Steineklopfen Spaß zu machen, oder?“

„Ja, heute schon! Ein herrlicher Tag. Ich bin verliebt, herrliches Wetter heute, mein Chef hat mich morgens gelobt, und das Steinmaterial hier in diesem Bereich des Steinbruchs lässt sich gut bearbeiten. Und so geht mir die Arbeit leicht von der Hand und macht sogar Spaß!“

„Kann ich daraus auch schließen, dass Ihre Motivation nicht immer so hoch ist wie heute?“

Der Arbeiter: „Natürlich nicht! Das hängt von den Umständen ab. Nicht immer ist der Chef so gut aufgelegt. Und Steineklopfen bei Regen und kaltem Wetter macht alles andere als Spaß. Bei hartem Steinmaterial brauche ich häufig doppelt so lange. Was glauben Sie, wie es da mit meiner Motivation ausschaut?“

„Verstehe ich das richtig, dass Ihre Motivation vor allem von den Umständen und vom Umfeld abhängt?“

„Ja, genau“, antwortete der Steineklopfer und machte sich an den nächsten Stein.

Der Mann ging zum nächsten Arbeiter, der voller Eifer auf einen Granitbrocken hämmerte. Er sah ihm eine Weile beim Steineklopfen zu und war fasziniert, wie der Arbeiter ohne Unterbrechung auf den harten Stein klopfte. Ihn schien die schwere Arbeit richtig Spaß zu machen. Erst als der Mann den Arbeiter auf die Schulter klopfte, bemerkte ihn dieser.

„Macht Ihnen der harte Stein nicht zu schaffen?“, wollte der Mann wissen.

„Nein, überhaupt kein Problem. Mir macht es sogar richtig Spaß, den Stein zu bearbeiten!“

„Und wenn das Wetter mal nicht so schön ist wie heute, wenn es kalt und regnerisch ist, und wenn der Chef schlechte Laune hat, dann ist Ihre Motivation sicher nicht so groß, stimmt’s?“

„Die miese Laune von meinem Chef prallt an mir ab, und am Wetter kann ich auch nicht drehen. Was sollten diese Umstände an meiner Motivation ändern?“, antwortete der Arbeiter und bearbeitete schon wieder einen Stein.

„Aber ist das Steineklopfen nicht hart und eintönig?“

„Was heißt hier Steineklopfen? Sehen Sie nicht, was ich aus diesen Steinen mache? Ich arbeite am Gewölbe des Wiener Stephansdomes! Gibt es eine schöneres und ehrenvolleres Ziel als ein solches großartiges Gebäudes aufzubauen?“

Nach Roberto Assagioli, 1888 – 1974, ital. Arzt


Buch-Tipp – Weisheiten, Erzählungen und Zitate, die zu Herzen gehen:


5. Handeln, nicht labern!

Reden ist gut! Aber allein mit reden ist es nicht getan – handeln ist gefragt.

Zitate

Der eine wartet, bis die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.
Dante Alighieri, 1265 – 1321, ital. Dichter und Philosoph

Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
Johann Wolfgang von Goethe, 1749 – 1832, dt. Dichter

Die Tat unterscheidet das Ziel vom Wunsch.
Sprichwort

Kurzgeschichte: Die neue Stelle am Königshof

Es war einmal ein König, der einen wichtigen Posten auf seinem Hof zu vergeben hatte. Er ließ die besten Männer seines Landes zu sich kommen und stellte ihnen eine Aufgabe. Dazu führte er sie zu einem Tor auf seiner Burg, an dem ein riesiges, kompliziertes Schloss angebracht war.

Keiner von den Männern hatte jemals ein solches Schloss gesehen. Der König sprach zu den Auserwählten:

„Seht her, das ist das größte und komplizierteste Schloss in meinem Königreich. Wer er schafft, das Tor zu öffnen, wird den Posten bekommen!“

Einige Männer gaben bereits beim Anblick des Schlosses auf. So gerne sie auch den Posten gehabt hätten, so sicher waren sie, dass es sich nicht öffnen lässt.

Die anderen sahen sich das Schloss genau an, beratschlagten, diskutierten und kamen zu keiner Lösung.

Darauf trat einer von den Männern hervor, ging zum Schloss, zog, rüttelte daran und versuchte es zu bewegen. Dann zog er kräftig am Tor und siehe da – das Tor öffnete sich. Denn es war gar nicht mit dem Schloss verschlossen, sondern nur angelehnt.

„Du sollst den Posten erhalten“, sprach der König. „Analysieren und diskutieren ist schön und gut, aber man muss auch handeln.“

Autor unbekannt

6. Ballast loswerden und nicht stehen bleiben!

Zitate

Stillstand ist Rückschritt.
Rudolf von Bennigsen-Foerder, 1926-89, dt. Topmanager

Ein Problem zu lösen heißt, sich vom Problem zu lösen.
Johann Wolfgang von Goethe, 1749 – 1832, dt. Dichter

Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!
Sprichwort der Dakota-Indianer

Auch im Unternehmen ist es hin und wieder erforderlich, sich von etwas zu trennen, um dadurch neue Kraft und Ressourcen zu gewinnen. Das können etwa Produkte sein, deren Rentabilität nicht (mehr) gegeben ist und die damit das Unternehmen belasten. Dann kann es sinnvoll sein, sie anderen zu überlassen. Auch hierzu eine Metapher:

Kurzgeschichte: Den Fisch fallen lassen

Die Möwe Erna hatte sich einen Fisch aus dem Meer geholt und erhob sich damit in die Lüfte. Die anderen Möwen erblickten den Leckerbissen und verfolgten Erna.

Sie wollten ihr den Fisch abjagen und griffen die Möwe an. Immer wieder hackten sie mit ihren spitzen Schnäbeln auf Erna ein, bis sie den Fisch losließ.

Die Verfolger stürzten sich auf den herabfallenden Fisch und kämpften erbittert um die Beute. Erna stieg immer höher und ließ sich vom Wind tragen. Sie genoss die plötzliche Ruhe und den Frieden.

Autor unbekannt

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