Welcher Stresstyp sind Sie?

Stress gilt mittlerweile als „Volkskrankheit“. Der Termin- und Leistungsdruck in der Berufswelt ist so groß wie nie zuvor. Stress ist ungesund, insbesondere wenn dieser über einen längeren Zeitraum anhält. Dennoch werden Personen, die beruflich ständig im Stress sind, als „wichtig“ angesehen.

Das Stressempfinden ist individuell und jeder geht mit Stress anders um. Was die eine Person als Stresssituation wahrnimmt, gehört für die andere zum Arbeitsalltag und wird von dieser gar nicht als stressig empfunden.

Abhängig davon, wie Menschen auf Stress reagieren, lassen sich diese in Stresstypen unterteilen.

Die folgenden Typen beruhen auf Umfragen unter den Teilnehmern meiner Zeitmanagement-Seminare. Natürlich lassen sich Menschen nicht immer klar in solche Typen kategorisieren. Allerdings kann erfahrungsgemäß in vielen Fällen eine entsprechende Zuordnung zutreffen.

Annahme einer Stresssituation

Nehmen wir an, Ihr Unternehmen erhält einen Großauftrag. Der Fertigstellungstermin wurde vom Auftraggeber äußerst knapp angesetzt. Dennoch lässt sich mit den vorhandenen Ressourcen dieser Auftrag abwickeln, was alle Mitarbeiter vor eine große Herausforderung stellt und zu einer Stresssituation führt.

Genau jetzt werden sich die unterschiedlichen Stresstypen herauskristallisieren. Und das sind fünf mögliche Stresstypen:

1. Der Kämpfer

Zu diesem Stresstyp zählen vor allem ehrgeizige Personen. Kämpfer

  • sind Karrieremenschen,
  • setzen sich selbst unter Druck,
  • suchen regelrecht Stresssituationen,
  • stehen ständig unter Strom,
  • sind Perfektionisten,
  • wollen sich selbst und ihren Vorgesetzten etwas beweisen,
  • sind stets darauf bedacht, keine Schwächen zu zeigen,
  • können nicht von der Arbeit abschalten,
  • sind von sich und ihren Leistungen überzeugt,
  • können „laut werden“, wenn es in der Arbeit Ärger gibt.

2. Der Souveräne

Solche Stresstypen sind für jedes Unternehmen ein Gewinn. Souveräne Stresstypen

  • bleiben auch in belastenden Situationen ruhig,
  • verlieren nicht den Blick auf die Prioritäten,
  • können klar und strukturiert denken,
  • behalten stets den Überblick,
  • suchen bewusst den Ausgleich zur Arbeit.

3. Der Ängstliche

Der ängstliche Stresstyp

  • hat meist wenig Selbstbewusstsein,
  • versucht, neuen Situationen auszuweichen, hat Angst davor,
  • braucht in Stresssituationen jemanden, der sagt, was zu tun ist,
  • kann von der Arbeit schwer abschalten,
  • belastende Gedanken schwirren ständig durch seinen Kopf,
  • denkt kompliziert,
  • kann nicht gut selbstständig arbeiten,
  • verzettelt sich leicht,
  • kann den Umfang und den Aufwand einer Arbeit schwer abschätzen,
  • meidet Verantwortung.

4. Der Flüchtling

Dieser Stresstyp unterscheidet sich nur unwesentlich vom Ängstlichen. Der Ängstliche lässt belastende Stresssituationen „über sich ergehen“, der Flüchtling weicht diesen Situationen möglichst aus, flüchtet vor ihnen. Er

  • schiebt alles auf die lange Bank und hofft, dass es sich „von alleine erledigt“,
  • zieht sich häufig zurück, z. B. sucht er in Stresssituationen ständig die Toilette auf,
  • weist viele Krankheitstage auf.

5. Der Gleichgültige

Der „gleichgültige“ Stresstyp lässt sich nicht so leicht belasten. Er macht das, was er schafft, das andere soll warten. Abschalten ist für ihn in der Regel kein Problem. Er lässt sich auch nicht so einfach Arbeit aufhalsen.

Sicherlich gibt es auch noch zahlreiche andere individuelle Reaktionen auf Stress sowie Personen, die keinem oder sogar mehreren der genannten Typen zugeordnet werden können – abhängig von der jeweiligen Stresssituation.

Zum Weiterlesen: 

Kommentare

  • Luca

    Ich habe auch viel Stress und würde mich zwar als “der Ängstliche” einstufen. Jedoch nur weil ich nicht gerne eine große Verantwortung haben will, ich bin sonst eigentlich ein sehr “chilliger” Mensch. In meiner Schulzeit hatte ich nur Stress, wenn es plötzlich um Noten ging. ;)

    Luca antworten

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