Meine 10 Tipps für mehr Stress – eine Anleitung

Stress ist eine unliebsame Erscheinung in unserer heutigen schnelllebigen Zeit. Dass sich Stress – insbesondere, wenn er über einen längeren Zeitraum anhält – negativ auf unsere physische und psychische Gesundheit und unsere Lebensqualität auswirkt, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein.

pxb_mehr-stress „Ich bin im STREEEESSSS!!!“

Wenn wir uns das Leben selbst schwer machen …

Nun ist es nicht gerade einfach, Stress außen vor zu lassen. Meist sind vor allem äußere Faktoren ausschlaggebend für die Stressbelastung.

Aber es gibt genug Möglichkeiten, dem Stress ausreichend Platz im Leben zu bieten, sich also das Leben selbst schwer zu machen. Wie das gelingen kann, möchte ich im Folgenden in einer kurzen – nicht ganz so ernstgemeinten – Anleitung erläutern.

1. Versuchen Sie, es möglichst allen recht zu machen

Das heißt, vermeiden Sie Nein-Sagen! Wenn jemand mit einer Aufgabe oder einem Wunsch zu Ihnen kommt, bloß nicht abweisen. Irgendwie lässt sich alles schaffen.

Und Sie können sich sicher sein, dass dann der Bittsteller in Zukunft häufiger auf Sie zukommt – ein schönes Gefühl, für andere wichtig zu sein!

2. Versuchen Sie, alles perfekt zu machen!

Denn erst dann sind Sie mit sich selbst im Reinen. Sie haben die Gewissheit, dass die Aufgabe bzw. Tätigkeit perfekt erledigt wurde.

Egal, ob für Außenstehende der Unterschied zwischen der perfekt oder gut erledigten Arbeit überhaupt ersichtlich ist.

3. Keine Aufgaben abgeben!

Warum auch Aufgaben abgeben? Damit verlieren Sie nur den Überblick über die Erledigung und mit Sicherheit bleibt dann einiges liegen. Deshalb am besten alles selbst erledigen.

Denn nur dann haben Sie die Gewissheit, dass die Aufgaben zu Ihrer Zufriedenheit getan werden.

4. Lassen Sie Ablenkungen zu!

Eine Zeitmanagement-Legende erzählt von der Ineffizienz durch Ablenkungen. Eine reine Legende! Denn nur dann, wenn Sie es verstehen, möglichst alles an sich heranzulassen, sich also nicht abschotten, haben Sie auch die Sicherheit, dass Ihnen nichts entgeht und Sie stets auf dem Laufenden sind.

Egal, woran Sie gerade arbeiten, gestatten Sie sich auch Ablenkungen, um den Kopf freizubekommen.

5. Pausen vermeiden!

Pausen sollen die Produktivität erhöhen. Das widerspricht jeder Logik und ist ein weiteres Zeitmanagement-Märchen.

Je weniger Pausen Sie sich gönnen, desto mehr Zeit steht Ihnen für die Aufgaben zur Verfügung. Logisch!

6. Möglichst viele Verpflichtungen annehmen!

Um auch Ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen, sollten Sie sich ein weiteres Aufgabenfeld suchen. Wie wär’s mit einer oder mehreren (ehrenamtlichen) Tätigkeiten?

Je mehr außerberufliche Verpflichtungen Sie wahrnehmen, desto mehr werden Sie von Ihrem Umfeld wahrgenommen und desto größer ist Ihr Ansehen.

7. Werden Sie Meister in Multitasking!

Denn Multitasking beherrscht nicht jeder. Versuchen Sie also, möglichst viele Aufgaben „gleichzeitig“ zu erledigen – das ist eine reine Übungssache. Auch wenn es Ihnen anfangs nicht besonders leichtfallen sollte, mit regelmäßiger Übung werden Sie zum Meister!

Je mehr Aufgaben Sie parallel erledigen können, desto mehr schaffen Sie in einer gegebenen Zeit!

Auch wieder logisch, oder?

8. Schieben Sie möglichst viel auf die lange Bank!

Das Aufschieben von (unangenehmen) Aufgaben sollten Sie sich unbedingt angewöhnen. Warum? Sie haben sicher auch schon die Erfahrung gemacht, dass aufgeschobene Aufgaben sich hin und wieder von selbst erledigen: ein unangenehmer Anruf, ein aufwendiger Bericht – aufgrund sich verändernder Umstände sind sie plötzlich nicht mehr erforderlich. Und was schließen wir daraus?

Je mehr Aufgaben Sie aufschieben, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere von anderen erledigt werden oder die Erledigung ohnehin nicht mehr erforderlich ist.

9. Notizen fördern ein schlechtes Gedächtnis!

Deshalb möglichst keine Notizen anlegen, Aufgaben und Termine auf keinen Fall schriftlich festhalten. Wozu haben wir einen Kopf und ein Gedächtnis, das trainiert werden will. Sie werden staunen, wie schnell sich Ihre Merkfähigkeit verbessert. Andere werden Sie um Ihr Gedächtnis beneiden.

10. Prioritäten bringen nicht wirklich was!

Prioritäten werden überbewertet! Allein die Vergabe von Prioritäten bedarf Zeit.

Am besten Aufgaben abarbeiten, so wie sie reinkommen, ohne allerdings den Tipp mit der langen Bank außer acht zu lassen.

Mit der Umsetzung dieser Tipps sollte es Ihnen gelingen, mehr Stress in Ihr Leben zu bringen und damit Ihren „Wichtigkeitsstatus“ zu steigern. Bei Gesprächen zu Ihrer Person wird dann häufig die Erkenntnis fallen: „Der/Die ist immer im Stress, er/sie scheint wirklich eine wichtige Person zu sein!“

Nun aber genug der Ironie!

Zum Weiterlesen:



Kommentare

  • Henrik Kliebhan

    … ja – und in der heutigen Zeit ganz wichtig:

    Schaffen Sie sich viele elektronische Helferlein an und vertrauen Sie darauf, dass sie durch deren extensive Nutzung viel mehr Zeit als zuvor haben werden.

    Dies schaffen Sie alleine durch die Möglichkeiten, sinnlose Arbeiten dank der modernen Technik nun massenhaft verwalten zu können.

    Grüße aus der wunderbaren IT-Welt

    Henrik Kliebhan antworten
  • Maria

    Trotz Ironie ein informativer Text. Danke dafür!

    Maria antworten
  • Anke Sigmund

    Ich habe die TIPPS für “MEHR STRESS” mit einem Schmunzeln gelesen & musste danach lachen!

    Es ist wundervoll ironisch geschrieben! :D Würden sich diese Tipps mehrere Menschen durchlesen & zu Herzen nehmen -> wäre dies schon ein sehr großer Fortschritt!

    Ich komme aus der Krankenpflege und dort wird das Wort *STRESS* sehr groß geschrieben!

    Man sollte diesen Artikel an jede Stationszimmertür hängen.

    Ein *fetter* Daumen nach oben! GUT GELUNGEN!

    Anke Sigmund antworten
  • Beate

    Hallo Herr Heidenberger,

    vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel.

    Voller Freude werde ich mich an diese Übungen heranwagen, damit ich endlich sagen kann “Mein Gott, war mein Tag heute wieder stressig!” Ich weiß es liegt ein schwerer Weg vor mir, mit vielen Rückschlägen. Aber ich werde nicht ruhen, bis ich endlichen diesen Satz laut vor meinen Kollegen aussprechen kann.

    Mit einem breiten Schmunzeln möchte ich allerdings noch die Bitte formulieren, einen Artikel zu verfassen, zu dem Thema “Wie schaffe ich meine regelmäßige Arbeitszeit auf 14 Stunden und zu mindesten auf einen Samstag auszudehnen!”

    Viele Grüße :-)

    Beate antworten
  • Alexandra Hahner

    Kleiner Tipp von mir:

    Registrieren Sie sich möglichst in vielen Social Networks wie Xing, LinkedIn, Facebook usw. und pflegen Sie die Kontakte und Ihr Profil ausgiebig und lesen Sie möglichst viele Neuigkeiten darin! :-)

    Alexandra Hahner antworten
  • SwissMum

    Hatte gerade meine 13-jährige Tochter bei mir im Büro zu Besuch, als ich Ihre 10 Tipps für mehr Stress öffnete …

    Wir sind sie zusammen durchgegangen und das Schmunzeln auf ihrem Gesicht war gross. Mit so etwas (und dann noch in ironischer Form) kann man ja nicht früh genug anfangen.

    Herzlichen Dank für den wertvollen Beitrag und das perfekte Timing!

    SwissMum antworten

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