Notizen mit der 3-Spalten-Technik

Im Folgenden stelle ich Ihnen eine Technik für Notizen vor, die ich selbst gerne nutze: die 3-Spalten-Technik. Ich verwende sie für Besprechungsnotizen, für die Protokollerstellung etc.

Notizen benötigen eine Struktur, um bei Bedarf die notierte Information möglichst schnell zu finden. Mit der 3-Spalten-Technik schaffen Sie übersichtliche und nachvollziehbare Aufzeichnungen.

3-Spalten-Technik

Für mehr Übersicht in den Notizen

Die 3-Spalten-Technik bringt Struktur in Ihre Notizen

Nehmen wir an, Sie besuchen ein Seminar. Wenn man für etwas bezahlt (Seminar), möchte man auch möglichst viel dafür bekommen bzw. mitnehmen. Wie viel Sie für Ihr Geld bekommen, hängt größtenteils von dem Seminaranbieter und dem Referenten ab.

Wie viel Sie von dem Seminar mitnehmen, hängt aber auch von Ihnen selbst ab.

Je mehr Notizen Sie sich machen, je konzentrierter und interessierter Sie sind, desto mehr wird sich in Ihrem Gedächtnis einnisten.

Wenn Sie in Ihrem Notizblock einfach drauflos kritzeln, trägt das nicht sonderlich zur Übersichtlichkeit bei. Versuchen Sie es mal mit der 3-Spalten-Technik. Unterteilen Sie hierfür das Notizblatt (evtl. im Querformat) in drei Spalten: eine breite mittlere Spalte und zwei schmale Randspalten.

Was kommt in welche Spalte?

Beginnen wir mit der linken Spalte:

1. Die linke Orientierungs-Spalte

Die linke Spalte ist im Grunde so etwas wie das Inhaltsverzeichnis, sie dient Ihnen zur Orientierung.

Hier werden z. B. die einzelnen Themen des Seminars notiert oder die Tagesordnungspunkte einer Besprechung.

Anhand dieser linken Spalte können Sie sich auch lange nach dem Seminar oder der Besprechung einen schnellen Überblick über den Inhalt/Ablauf verschaffen.

2. Die mittlere Inhalts-Spalte

In die mittlere Spalte kommen Notizen zum Inhalt selbst, also Aufzeichnungen darüber, was der Vortragende oder die Besprechungsteilnehmer von sich geben.

3. Die rechte Ego-Spalte

Ich bezeichne sie einfach als Ego-Spalte (lateinisch ego = ich). Diese rechte Spalte ist die für mich wichtigste.

Hierein kommen persönliche Anmerkungen zum Inhalt, meine Assoziationen, weitergesponnene Gedanken und Ideen. Der Inhalt der rechten Spalte macht die Notizen erst wertvoll.

Beispielsweise stellt der Referent eine Methode vor – nehmen wir an, die 3-Spalten-Technik – und Sie notieren sich dazu in der rechten Spalte „unbedingt im nächsten Meeting probieren, aber mit vier Spalten; auch Mitarbeitern vorstellen“.

Eine weitere Möglichkeit, um Notizen nachvollziehbar darzustellen:

Farben fördern die Übersicht

Unterschiedliche Farben tragen zur Übersichtlichkeit bei – aber nur drei, maximal vier Farben, denn ansonsten würde es wieder zu einer Verminderung der Übersichtlichkeit führen.

Anhand eines Beispiels aus meinem Arbeitsalltag stelle ich Ihnen vor, wie ich die unterschiedlichen Farben für Besprechungsnotizen nutze:

Farbliche Besprechungsnotizen – ein Praxis-Beispiel

In der Regel mache ich mir bereits vor einer Besprechung Notizen: Ich notiere mir vorab Fragen, die ich im Meeting klären möchte, oder andere Punkte und Erinnerungen.

  1. All diese Notizen VOR der Besprechung schreibe ich in roter Stiftfarbe.
  2. Entsprechend vorbereitet gehe ich zur Besprechung. Für die Aufzeichnungen WÄHREND der Besprechung verwende ich die blaue Farbe.
  3. Und ist eine NACHBEARBEITUNG meiner Aufzeichnungen erforderlich, verwende ich hierzu die schwarze Schriftfarbe.

notizen-besprechung

Hole ich nach einem längeren Zeitraum wieder meine Besprechungsnotizen hervor, sehe ich auf einen Blick:

Das in Rot Geschriebene waren meine Vorab-Notizen, die Aufzeichnungen in blauer Schriftfarbe habe ich während der Besprechung gemacht und die Nachbearbeitung stellen die Notizen in Schwarz dar.

Natürlich können Sie die Farben beliebig wählen.

Ich arbeite mit einem Mehrfarb-Kugelschreiber. So brauche ich nicht ständig verschiedenfarbige Stifte bei mir haben.


Produkt-Tipp – Mehrfarb-Kugelschreiber mit schwarzer, blauer, roter & grüner Mine: 


Fazit

Ob Notizen aufgeteilt in 3 Spalten oder in unterschiedlichen Farben – beide Möglichkeiten jeweils getrennt angewandt oder in Kombination können wesentlich zur Übersichtlichkeit beitragen.

Um das Ganze abschließend nochmals zusammenzufassen:

  1. linke Orientierungs-Spalte: Inhaltsverzeichnis, Tagesordnungspunkte, Überschriften etc.
  2. mittlere Inhalts-Spalte: Notizen zum Inhalt
  3. rechte Ego-Spalte: persönliche Anmerkungen, Ideen, weitergesponnene Gedanken, Beispiele aus Ihrer Praxis etc.

Für mich hat sich diese 3-Spalten-Technik – je nach Bedarf in Kombination mit unterschiedlichen Farben – schon mehrfach bewährt. Auch wenn ich nach langer Zeit einen Blick auf meine Notizen werfe, finde ich mich durch die Struktur der drei Spalten sofort zurecht.

Zum Weiterlesen:



Kommentare

  • Klara

    Für Seminare oder Vorträge verwende ich immer A4-Schulhefte.

    Notizen werden immer über eine Doppelseite eingetragen. Ich unterteile diese 4 Spalten:

    1. Spalte: Schlagworte zum Inhalt des Vortragenden (trage ich oft erst nach dem Vortrag ein),
    2. Spalte: Notizen/Mitschrift über den Inhalt,
    3. Spalte: meine eigenen Ideen zum Inhalt,
    4. Spalte: Literaturhinweise, Wörter/Themen, über die ich nachlesen will, Recherche zur Vertiefung, …

    Die 1. und 4. Spalte sind schmal, die 3. etwas breiter und die 2. sehr breit.

    Das Thema, der Name des Vortragenden, Ort und Datum werden als Überschrift eingetragen. Wenn ich vorher schon Infos zum Vortragenden gesammelt habe, lege ich sie bei oder ich füge sie nach dem Vortrag an.

    Die Schulhefte haben sich bewährt. Beschriebene Doppelblätter lassen sich einfach aus der Mitte lösen – hier ist die Nummerierung wichtig! – und am Ende des Seminars habe ich alle Notizen zusammen.

    Zuhause, wenn die Nachbearbeitung (3. und 4. Spalte) abgeschlossen ist, bekommen die Notizen noch ein Deckblatt mit dem Titel des Seminars, werden abgelegt und in mein persönliches Seminar-/Vortrags-Inhaltsverzeichnis eingetragen.

    Früher lochte ich die Hefte vor dem Seminar, damit ich sie in Ordner einordnen konnte. Heute habe ich ein System mit Hängeordnern und brauche die Lochung nicht mehr.

    Klara antworten
  • Angelika

    Den Artikel sowie den Kommentar von Klara finde ich sehr hilfreich. Danke für diese Tipps, die sich praktisch gut umsetzen lassen. Werde es gleich beim nächsten Meeting ausprobieren.

    Angelika antworten
  • Sarah

    Super, so einfach und so effektiv! Habe es heute gleich getestet. Toll!

    Sarah antworten
  • Nicole

    Was für eine grandiose Idee, mit drei (oder vier) Spalten zu arbeiten. So bleiben die Aufzeichnungen viel übersichtlicher. Danke für den tollen Tipp!

    Nicole antworten
  • Barbara

    Herzlichen Dank!

    Ich kämpfe immer damit, den Überblick nach Besprechungen zu behalten – meine ToDo’s ringel ich mit dem Kugelschreiber immer ein. Dafür habe ich einige Abkürzungen wie z. B. “chk” für Check/überprüfen, oder auch ein einfaches “c” oder “tel” für einen offenen Anruf.

    Die vorgestellte Dreispaltentechnik werde ich gerne bei der nächsten wichtigen Besprechung ausprobieren :)

    Barbara antworten
  • Roland

    Kommen die Notizen mittels der 3-Spalten-Technik auch ins Superbuch?

    Gruß

    Roland antworten
  • Joachim

    Eine tolle Idee und eine ebenso tolle Ergänzung :)

    Ich werde es bei der nächsten Besprechung ausprobieren und bin mir sicher, dass es mir sehr helfen wird mehr Informationen zu behalten und diese auch besser (vor-)strukturiert zu erfassen.

    Beste Grüße

    Joachim antworten
  • Nico

    Tolle Idee und Instrument!

    Und wo kauft man solche 3- oder 4-spaltige Notizblöcke resp. Notizbücher?

    Nico antworten
    • In Papierfachgeschäften (oder auch auf Amazon) gibt es Notizbücher und Blöcke mit 3 Spalten.

      Alternativ können Sie die Linien auf einem Blatt selbst ziehen und beispielsweise dieses Blatt mehrfach kopieren. Oder Sie ziehen überhaupt keine Linien und bringen am oberen Blattende entsprechende kleine Markierungen an.

      Ich ziehe mittlerweile keine Linien mehr, sondern platziere meine Notizen auf dem Blatt einfach entsprechend aufgeteilt.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Schmidt Helmut

    Vielen Dank für die 3-Spalten-Technik.

    Mein Sohn ist 17 Jahre geworden und wird bald sein Abitur machen. Am Wochenende versuche ich ihm diese Technik nahe zu bringen, damit er sich besser auf seine Klausuren vorbereiten kann.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

    Ich bin dabei eine Unternehmung zu gründen und muss noch einige Gespräche mit Investoren und Fördereinrichtungen führen. Die hier dann aufkommenden Fragen werde ich mir dann nasch Ihrer Methode aufschreiben und versuche sie “gewinnbringend” einzusetzen.

    Manchmal ist es einfach verzwickt, wenn man sich nicht mehr genau erinnern kann, bei welcher Gelegenheit die eine oder andere Frage gestellt wurde und welche Antwort man gegeben hat.

    Schmidt Helmut antworten
  • Marianna

    Vielen Dank. Die 3-Spalten-Technik ist genial! :)))

    Danke auch an Klara für Tipps, sehr hilfreich.

    Marianna antworten
  • Phantastisch.

    So einfach und trotzdem extrem hilfreich und effektiv, diese Technik.

    Vielen Dank für den tollen, genialen Tipp.

    Gruß,

    Thomas Libermann

    Thomas Libermann antworten

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