Körpersprache deuten: Achten Sie auf diese Signale

Nicht kommunizieren, geht nicht – das haben Sie sicher schon gehört oder gelesen. Und dem ist tatsächlich so. Denn gemäß einschlägiger Fachliteratur erfolgt über 60 % der menschlichen Kommunikation über nonverbale Signale.

D. h., auch wenn wir nicht sprechen, teilen wir nonverbal dem Gegenüber etwas mit – und zwar über unsere Körpersprache, also über unsere Gestik, Mimik, Körperhaltung etc.

Unsere Augen nehmen eine große Anzahl an Informationen wahr, die uns unser Gegenüber – bewusst oder unbewusst – übermittelt, nur durch seine Anwesenheit, durch seine Körpersprache.

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Auch die Mimik ist Teil der Körpersprache


Die „eindeutige“ Körpersprache

Nun gibt es die eindeutige Körpersprache, die sich leicht deuten lässt.

Nehmen wir an, eine Person zeigt mir die Faust oder „den Vogel“ und hat dabei ein wütendes Gesicht. Aufgrund dieser Körpersprache mit den Signalen (Faust oder Vogel zeigen, wütendes Gesicht) würde ich kaum annehmen, dass er mich zu sich bittet, um mich zum Essen einzuladen. Also die Körpersprache ist hier ziemlich eindeutig.

Die unbewusste Körpersprache

Dann gibt es noch unsere unbewusste Körpersprache. Unbewusst deshalb, weil wir diese in der Regel nicht bewusst einsetzen.

Die unbewusste Körpersprache wird über das limbische System unseres Gehirns gesteuert. Dieses System reagiert reflexartig und instinktiv auf Reize von außen, ohne unser Bewusstsein miteinzubeziehen.

Nehmen wir an, es kommen zwei Personen auf Sie zu. Die eine strotzt vor Selbstbewusstsein, die andere Person ist ein sehr schüchterner Mensch.

Ich bin überzeugt, dass Sie sofort erkennen würden, welche Person nun die selbstbewusste und welche die schüchterne ist, ohne ein Wort mit ihnen gewechselt zu haben – und das nur aufgrund der Körpersprache dieser Personen. Diesen zwei Personen ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, was sie mit ihrer Körpersprache vermitteln.

9 Signale und was sie bedeuten (können)

Folgend einige Körpersprache-Signale und was sie bedeuten können – mit Betonung auf „können“:

  1. Blickkontakt suchen:Selbstbewusstsein, Kontaktfreudigkeit/-bereitschaft.
  2. Blickkontakt meiden, ausweichen:Schüchternheit, Unsicherheit, Verlegenheit, Schuldbewusstsein, Antipathie gegenüber der anderen Person.
  3. Stirnrunzeln:Anspannung, Ärger.
  4. Zurückgelehnter Körper (beim Sitzen), Beine übereinander geschlagen:Wohlbehagen, Sicherheit.
  5. In einem Gespräch an den Hals (oder an die Krawatte) greifen:Die Person steht unter Druck, fühlt sich unwohl.
  6. Verschränkte Arme:will Distanz, Unsicherheit, oder auf Konfrontation aus, Ablehnung.
  7. Hände in der Hosentasche:Gleichgültigkeit, Unsicherheit, etwas verbergen wollen.
  8. Breitbeinig, gerade stehen:Selbstbewusstsein, Sicherheit.
  9. Beim Sprechen an der Nase reiben, Blickrichtung ständig wechseln, ausweichen:Lügen, Verlegenheit.

Das sind nur einige Signale, die uns etwas über die Stimmung, den Charakter verraten können.


Buch-Tipp (BESTSELLER) – Körpersprache bewusst einsetzen, um mehr zu erreichen:


Machen Sie einen Versuch

Die Beobachtungsgabe und dadurch das „Lesen“ der Körpersprache können trainiert werden:

Achten Sie einen Tag ganz bewusst auf die Körpersprache anderer Menschen. Sie können sich einen Tag auch nur auf die Hände der Menschen konzentrieren, einen anderen Tag ausschließlich auf die Mimik etc.

Machen Sie einen Stadtbummel oder begeben Sie sich an einen Ort, wo sich mehrere Menschen aufhalten. Besonders interessant ist eine Veranstaltung. Versuchen Sie anhand der Körpersprache zu deuten,

  • wer sich wohlfühlt,
  • wer unsicher ist,
  • wer selbstbewusst ist,
  • wem langweilig ist,
  • wer Kontakt sucht.

Werden Sie zum Beobachter, auch bei sich selber. Sie werden sehen, es macht Spaß! Üben Sie sich im Deuten der Körpersprache. Lernen Sie Menschen auf der nonverbalen Ebene besser kennen.



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