Ideen sammeln, Probleme lösen? Frage umformulieren!

Wenn es wieder mal darum geht, neue Ideen zu finden – sei es jetzt für eine Problemlösung oder zur Zielerreichung –, dann versuchen Sie es mit der Fragenumformulierung. Lassen Sie mich das Ganze an einem Beispiel erklären.

Nehmen wir an, ich habe ein Unternehmen, das Quietsch-Enten  produziert. Mein Ziel ist es, den Jahresumsatz um 5 % zu steigern. Gut, ich berufe gleich ein Meeting ein. Produktion, Marketing, Vertrieb – alle Abteilungsleiter werden dazu eingeladen.

Nun schreibe ich das Ziel groß auf ein Flipchart:

Umsatzsteigerung von 5 % bis x (Termin).

Und darunter die passende Fragestellung:

Wie erreichen wir eine Umsatzsteigerung von 5 % bis x (Termin)?

Dann folgt das Brainstorming. Jeder der Teilnehmer bringt seine Ideen ein, also Antworten auf die Fragestellung. Alle Ideen werden auf dem Flipchart festgehalten, ohne sie vorerst weiter zu werten und zu untersuchen. Bald werden die Ideen erschöpft sein.

Änderung der Fragestellung

Um noch weitere Ideen zu produzieren und das vorgegebene Ziel aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, soll nun die Fragestellung geändert bzw. umformuliert werden.

Neues Flipchart-Blatt verwenden und die geänderte Fragestellung notieren. Diese könnte beispielsweise so lauten.

Wo können wir in der Produktion am meisten Kosten einsparen, um eine Umsatzsteigerung von 5 % bis x zu erreichen?

Auch wenn eine Kosteneinsparung in der Produktion und ein daraus resultierender günstigerer Verkaufspreis in diesem Umfang nicht möglich ist, hilft diese Fragestellung doch beim Brainstorming.

Weitere Beispiele für geänderte Fragestellungen als Basis für das anschließende Brainstorming:

  • Wie können wir den Absatz steigern, um eine Umsatzsteigerung …?
  • Wie können wir unsere Quietsch-Enten für Kunden attraktiver machen, um eine Umsatzsteigerung …?
  • Wie können wir unsere Quietsch-Enten günstiger vertreiben, um eine Umsatzsteigerung …?

Nur durch Änderung der Fragestellung können oft erstaunlich viele und gute Ideen aus dem Hut gezaubert werden.

Nachdem ich nun mit meinen Mitarbeitern zahlreiche Ideen gefunden habe, gilt es, diese zu werten und zu analysieren. Aus guten Ideen werden Maßnahmen formuliert. In weiterer Folge wird ein entsprechender Maßnahmenplan mit Fristen aufgestellt und dann geht’s an die Umsetzung.

Zum Weiterlesen:



Kommentare

  • HEberle

    Hallo Herr Heidenberger,

    das Beispiel ist ja lustig – Quietsch-Enten-Verkauf. Da lassen sich dann quietschige Frage daraus
    ableiten :-)

    Ihre Idee mit der Fragenumformulierung ist sehr hilfreich in der Praxis. Auch ich erlebe es in Brainstormings-Runden immer wieder, dass manche Fragen keine Ideen produzieren. Ganz im Gegenteil eher in ein Schweigen-Sackgasse führt. Hier andere Fragen zu platzieren, öffnet manche Ideen-Antworten.

    Herzlichen Dank für Ihren Beitrag

    HEberle antworten
    • Hallo! Ja, ja, die Quietsch-Enten – sind mir spontan in den Sinn gekommen. Werde aber doch keine produzieren. :-)

      Sie haben vollkommen recht. “Falschformulierte” Fragen können regelrecht zu Ideenblockierer werden.

      Burkhard Heidenberger antworten

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