Für mehr Entspannung & Achtsamkeit: Backen Sie einen Kuchen!

Wenn etwas nicht so läuft wie gewünscht, ich neue Ideen benötige, an einer Lösung tüftle, vor einer größeren Herausforderung stehe oder einfach mal abschalten und den Kopf freibekommen will, haben sich für mich drei „Strategien“ bewährt:

  1. Raus an die frische Luft, in die Natur
  2. Bewegung/Sport, richtig auspowern (z. B. mit dem 7-Minuten-Ganzkörpertraining)
  3. Kochen/Backen

Zu den ersten zwei Punkten habe ich hier im Blog bereits einige Beiträge geschrieben. Im Folgenden gehe ich auf Punkt 3 näher ein, insbesondere auf das Backen.

Backen entspannt und macht den Kopf frei

Backen entspannt und macht achtsam

Sie kennen das sicher: Ein Kuchen ist im Backofen und ein wunderbarer Duft erfüllt den ganzen Raum. Herrlich! Vielleicht verbinden Sie mit diesem angenehmen Geruch schöne Erinnerungen an unbeschwerte Kindheitstage. Mir geht es zumindest so.

Ich mag das Backen auch heute noch und wollte in meiner Jugend sogar mal den Konditorberuf erlernen. Auch wenn ich schließlich einen ganz anderen Weg eingeschlagen habe, backe ich immer noch gerne. Nicht oft, aber doch hin und wieder – vor allem aus den eingangs erwähnten Gründen.

Warum Backen guttut

Warum Backen guttut? Nun, es

  • hat einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und die geistige Gesundheit, wie eine im Journal of Positive Psychology veröffentlichte Studie zeigt.
  • ist ein Akt der Achtsamkeit, bei dem alle Sinne eingebunden werden: die Zutaten vorbereiten, mit den Händen vermengen, den Teig spüren, kosten, typische Geräusche wahrnehmen, den herrlichen Duft riechen, … Und damit das gewünschte Ergebnis – der Kuchen – gelingt, müssen Sie im Hier und Jetzt sein, sich auf die klare Abfolge der Arbeitsschritte konzentrieren – kurzum: achtsam sein.
  • entspannt, hebt die Stimmung, erzeugt gute Laune.
  • schenkt Glücksmomente, wenn das mit den eigenen Händen geschaffene Werk im Ofen langsam aufgeht, sich der Duft im Raum ausbreitet und man schließlich das gute Stück genießen kann.
  • bewirkt ein Erfolgserlebnis: ein wohlschmeckender, gelungener Kuchen ist nun mal ein Erfolg. Da das Backen in der Regel herausfordernder ist als das Kochen (möglichst genaue Einhaltung der Vorgaben erforderlich, während das Kochen doch mehr Improvisationsspielraum gewährt) – natürlich abhängig vom gewählten Rezept –, ist zudem das Erfolgserlebnis entsprechend größer als beim Kochen.

3 Tipps für ein großartiges Backerlebnis

Vielleicht haben Sie nun Lust bekommen, selbst einen köstlichen Kuchen oder ein knuspriges Brot zu backen – etwa um sich zu entspannen, abzuschalten oder ohne besonderen Anlass. Dazu noch drei ergänzende Tipps:

1. Ein gemeinsamer Backtag

Wie wär’s damit: Planen Sie mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin einen Backtag. Entscheiden Sie sich für ein Rezept, dann miteinander einkaufen, backen und schließlich gemütlich zusammensitzen und das Werk genießen.

Ob Kochen oder Backen – gemeinsam macht es mehr Spaß. Ein positiver Nebeneffekt: Die Kommunikation und der Zusammenhalt werden gefördert.

Aus meinem Album: Auch Kindern macht ein gemeinsamer Backtag große Freude.

2. (Kuchen) Teilen macht Freude

Sie können Ihr Werk natürlich alleine oder zusammen mit Ihren Lieben genießen. Eine weitere Möglichkeit: Laden Sie Freunde ein oder bringen Sie ein Stück Kuchen vorbei – vielleicht einer Person, der es gerade nicht so gut geht. Damit vermitteln Sie Wertschätzung.

Und Wertschätzung ist selten eine Einbahnstraße. Auch Ihnen wird das Teilen guttun, etwa wenn Sie ein weiteres Stück Kuchen oder Torte nachreichen können, weil es so gut schmeckt: eine Form der Anerkennung, die Ihnen dadurch zuteilwird.

3. Mit Backen einen schlechten Tag abschließen

Ärger, Stress, Hektik, … Wenn Sie das nächste Mal einen schlechten Tag haben, bringen Sie ihn zu einem guten Ende, indem Sie einen Kuchen backen. Es gibt zahlreiche Gaumenfreuden, die keinen großen Aufwand und keine besonderen Backerfahrungen erfordern.

Treffen Sie vorab entsprechende Vorbereitungen, sodass Sie einfach loslegen können, wenn der Tag nicht Ihr Freund war: ein passendes Rezept auswählen und einen kleinen Vorrat an erforderlichen Zutaten anlegen.

Ideen und Inspirationen für Ihr Backerlebnis

Wenn Sie nun nicht wissen, was Sie backen und wie Sie dabei vorgehen sollen, finden Sie im Internet umfangreiche Quellen mit tollen Backrezepten, von einfach bis anspruchsvoll. Hier ein kleiner Auszug – schmökern Sie darin und lassen Sie sich inspirieren:

Und vielleicht wollen Sie mit einem selbstgebackenen, knusprigen Brot das Frühstück genießen und dann schwungvoll in den Tag starten:


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4 Zeitblüten: Backen macht glücklich

Unter den zahlreichen eingesendeten Zeitblüten meiner Leser sind auch einige dabei, die vom Backen handeln. Hier ein Auszug:

1. Etwas Feines erschaffen

Meine Zeitblüte ist das Kuchenbacken.

Es macht mir Spaß, die Zutaten abzuwiegen und zu mischen, den Teig in die Form zu füllen und dem Gebäck beim Aufgehen zuzusehen. Eine Arbeit, die nur dazu da ist, etwas Feines zu erschaffen.

Während die Küche immer mehr nach Kuchen duftet, warte ich stets gespannt auf das Ergebnis. Wie ein kleines Kind spähe ich neugierig durch das Ofenfenster.

Jedes Mal aufs Neue bin ich stolz, wenn mir ein neues Rezept gelingt und ich dafür Komplimente erhalte.

Julia

2. Unser wertvolles gemeinsames Kuchenessen

Ich habe von meiner Nachbarin drei Kilo Zwetschgen geschenkt bekommen und mir die Zeit genommen, mal wieder einen Kuchen selbst zu backen.

Der Duft, der dann durchs Haus zog, hat in mir Erinnerungen geweckt: an meine Kindheit, an die Sommerferien bei der Großmutter, an geklaute Zwetschgen und Bauchweh.

Aber es kamen auch Gedanken an die eigenen Kinder, an Familiengeburtstage, die schnell vergehende Zeit, das Großwerden der Kinder, das Loslassen-Müssen und das Abschiednehmen.

Wie wertvoll dann plötzlich ein gemeinsames Kaffeetrinken und Kuchenessen mit der ganzen Familie wird.

Andrea

3. Am fertigen Wunderwerk erfreuen

Meine Zeitblüte ist Brotbacken. Ein Brot zu backen, macht mich einfach glücklich!

Das Vermengen der gesamten Zutaten dauert keine fünf Minuten, geht kinderleicht und macht nur eine Schüssel und eine Hand schmutzig.

Der Teig kommt in den Ofen und nach dem Backen kann ich mich am fertigen Wunderwerk erfreuen. Das ganze Haus ist mit einem angenehmen Duft durchzogen.

Mit geringem Zeitaufwand habe ich so alle meine Sinne angenehm beschäftigt und meine Gedanken auf all das Gute zentriert, was ich mit diesem Brot bewirke.

Das Gefühl, etwas selbst hergestellt zu haben, das dazu noch meiner Familie und mir guttut, macht mich glücklich!

Regina

4. Eine entspannte Gemütlichkeit

Ich kann beim Keksebacken gut entspannen. Der Duft der Zutaten und Gewürze lässt eine entspannte Gemütlichkeit entstehen.

Zu sehen, wie nach und nach die Kekse fertig werden, schenkt mir Entspannung und Wohlgefühl und lässt mich von dem einen oder anderen Alltagsgedanken Abstand gewinnen.

Danie

Fazit: Schon Goethe wusste …

Die Zeiten, in denen nur Frauen gebacken oder gekocht haben, sind zum Glück vorbei. Das zeigen auch die zahlreichen einschlägigen Sendungen auf den unterschiedlichen Kanälen.

Deshalb: Ob Frau oder Mann – wenn Sie entspannen, nach einem belastenden Tag den Kopf freibekommen oder sich in Achtsamkeit üben wollen, probieren Sie es mit Backen.

Auch wenn Sie noch nie einen Kuchen, ein Brot oder Ähnliches gebacken haben – irgendwann ist immer das erste Mal. Und mit jedem Backschmankerl gewinnen Sie an Sicherheit und werden die eingangs aufgezählten Vorzüge richtig genießen können.

Backen Sie einen Kuchen! Warum nicht heute oder gleich das kommende Wochenende? Denn wie schon Goethe wusste:

Es ist nicht genug, [einen Kuchen backen] zu wollen, man muss auch tun.

Zugegebenermaßen eine etwas freie Abwandlung des Goethe-Zitats meinerseits. ;-)

Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • Benno Löffler

    Toller Artikel, dem ich in jeder Hinsicht zustimmen kann.

    Ich arbeite seit ca. zwei Jahren in einer Führungsposition, anspruchsvoll, viel Verantwortung, viel Stress.

    Kochen und auch Backen ist mein idealer Ausgleich. Bei kaum einer anderen Tätigkeit kann ich so gut abschalten und den Kopf frei bekommen und ich hab schon einiges ausprobiert.

    Brot backen habe ich aber bis jetzt noch nicht probiert und muss ich mal testen. Ihre verlinkten Seiten machen Lust darauf. Übrigens tolle Backzeitblüten, die vier von den Lesern.

    Gruß

    Benno

    Benno Löffler antworten
  • Lenny

    Jetzt habe ich auch Lust bekommen zu backen. Komisch :=)

    Lenny antworten
  • Regina

    Hallo Burkhard,

    ja, Du triffst bei mir auf offene Ohren! Endlich ein Tagestraining, das passt! Werde es auch mal abends versuchen.

    Die Natur ist auch mir Lehrmeisterin, Erholungs- und Entdeckungsort. Werde mir heute bewusst Zeit nehmen.

    Das Kochen und Backen ist auch meine Leidenschaft. Kann Deine Ansicht nur teilen. Das Bild aus Deiner Backstube mit den Kindern ist wunderschön! Wenn ich eingeladen bin, bringe ich oft etwas aus meiner Küche, oft ein selbstgebackenes Brot. Das Backen selbst ist für mich ein Erlebnis und das Brot macht ausnahmslos Freude.

    Regina antworten
    • Hallo Regina,

      ja, ist mal ein etwas unkonventionelleres „Training“, aber durchaus auch effektiv.

      „Die Natur ist auch mir Lehrmeisterin, Erholungs- und Entdeckungsort“ – gefällt mir, schön auf den Punkt gebracht!

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Brigitte

    Hallo Burkhard,

    eine schöne Zeitblüte wieder, lese sehr gerne die verschiedenen Artikel.

    Backen ist eine wunderbare Sache, und probiere es auch ab und zu aus. Lebe aber alleine und so ist es dann …..

    Meine Leidenschaft ist das Malen und Zeichnen geworden. Probiere verschiedene Maltechniken “Rezepte” aus, und es ist interessant wie vielseitig auch dieses Gebiet ist.

    Sehr schöne Bilder sind schon entstanden, freue mich darüber, staune immer wieder, was in einem für Fähigkeiten stecken und habe damit anderen oft schon Freude bereitet.

    Auch beim Malen und Zeichnen kann man wunderbar entspannen und sich in Achtsamkeit üben, wunderbar abschalten und den Kopf frei bekommen.

    Es war und ist auch Therapie für mich !

    Brigitte

    Brigitte antworten
  • Detlef

    Ich glaube, dass JEDER Mesch ein Hobby braucht – ob Backen, Musik, Sport, Ehrenamt oder handwerkliches Basteln; was auch immer. Es ist immer etwas ganz Persönliches, ohne Druck oder Pflicht von aussen. Man tut es aus freien Stücken, weil es einem Spaß macht. Und es macht den Kopf frei, weil man sich auf etwas Angenehmes konzentriert.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, denen das fehlt, meistens zu bedauern sind. Sie kennen nur den Leistungsdruck, Siegerpflicht, Gewinnoptimierung. Es gibt wohl nur ganz wenige, denen das ein Arbeitsleben lang Freude macht, denn die wenigsten haben das Glück, ihr Hobby zum Beruf zu machen, sonst gäbe es nicht so viele Aussteiger.

    Ich bekomme den Kopf frei beim Musizieren, Werkeln oder Gartenarbeit. Man muss sich diese Zeiten einfach nehmen. Raus aus dem Hamsterrad!

    Detlef antworten

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