Zähneputzen auf einem Bein als Gehirnjogging: Warum Gleichgewichtsübungen mehr bewirken als Sudoku
Der folgende Impuls ist aus meinem Zeitblüten-Newsletter. Wenn Sie solche Gedanken regelmäßig direkt in Ihr Postfach erhalten möchten, können Sie sich → hier unverbindlich in die Verteilerliste eintragen.
Kürzlich habe ich an dieser Stelle von der beeindruckenden Nonnenstudie berichtet (hier zum Nachlesen). Die vielen Rückmeldungen auf diesen Zeitblüten-Newsletter und der rege Austausch dazu haben mich sehr gefreut – ein herzliches Dankeschön dafür!
Im Nonnenstudien-Beitrag hatte ich kurz erwähnt, wie wertvoll Gleichgewichtsübungen für unsere geistige Fitness sind. Das hat Neugier geweckt und es erreichten mich Fragen wie “Warum ist das eigentlich so und welche Übungen sind im Alltag wirklich sinnvoll?”.
Diese Fragen möchte ich in diesem Beitrag gerne beantworten.
Denn es gibt kaum einen einfacheren Weg, Körper und Geist GLEICHZEITIG etwas Gutes zu tun, als ein wenig “aus dem Gleichgewicht zu kommen”.
Warum gerade Gleichgewichtsübungen?
Weil sie unser Gehirn auf besondere Weise fordern:
In Millisekunden verarbeitet es unzählige Daten.
Signale von den Augen.
Von den Füßen.
Von den Muskeln.
Und von dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr.
All das wird blitzschnell sortiert und neu abgestimmt.
Damit Sie stabil bleiben und nicht umkippen.
Wirksamer als Gehirnjogging
Studien zeigen: Balancieren ist oft wirksamer als klassisches Gehirnjogging.
Denn dieses “Echtzeit-Zusammenspiel” ist für den Kopf viel anspruchsvoller als beispielsweise statisches Wissen abzurufen.
Ein Beispiel:
Sie können ein Sudoku-Profi werden. Doch das hilft wenig, wenn Sie sich Namen besser merken möchten.
Und Kreuzworträtsel rufen meist nur Bekanntes ab, trainieren aber weder logische Zusammenhänge noch den Umgang mit Zahlen.
Balancieren wirkt gesamtheitlich
Gleichgewichtsübungen hingegen zwingen das Gehirn, viele neue Informationen gleichzeitig miteinander zu verbinden.
In Echtzeit, unter Bewegung und bei Instabilität.
Das ist echtes Hochleistungstraining für unsere grauen Zellen.
Die beste Kombination
Am wirkungsvollsten ist die Mischung aus:
- körperlicher Instabilität (z. B. Balancieren) und
- mentaler Herausforderung
Oder anders formuliert:
Bewegung, die wackelt, und Denken, das fordert.
Einfache und hochwirksam: Zähneputzen auf einem Bein
Ich mag besonders Übungen, die sich ohne Aufwand in den Alltag einbauen lassen wie diese:
Ich praktiziere schon länger das Zähneputzen auf einem Bein. Anfangs aus Neugier, dann aus Überzeugung.
Warum?
So verwandle ich eine alltägliche Pflicht in ein effektives Körper-Geist-Training. Ganz ohne eine einzige zusätzliche Minute meiner Zeit investieren zu müssen.
Als ich es zum ersten Mal länger geschafft habe, hatte ich tatsächlich Muskelkater.
Und das, obwohl ich nicht unsportlich bin.
Inzwischen klappt es gut.
Kleine Steigerungen, große Wirkung
Ich erhöhe die Schwierigkeit nach und nach:
Zähneputzen auf einem Bein, zusätzlich
- mit der nicht dominanten Hand putzen.
- mit geschlossenen Augen. Sobald die Augen zu sind, fängt der Standfuß an zu “arbeiten” und das Gehirn feuert aus allen Rohren, um den fehlenden visuellen Eingang zu ersetzen.
- mit der freien Hand Kreise auf den Bauch malen oder eine 8 in die Luft zeichnen. (Fühlt sich erst unmöglich an, bis es “Klick” macht. Ein toller kleiner Glücksmoment!)
- rückwärts z. B. von 100 in 7er-Schritten zählen. Das Gehirn muss die Balance automatisieren, während das Denken beschäftigt ist.
- den freien Fuß langsam vor und zurück bewegen. Dabei verändert sich der Schwerpunkt ständig, feinste Korrekturen werden nötig.
Noch habe ich nicht alles geschafft, aber der Weg ist das Ziel. 😊
Ein kleiner Tipp:
Machen Sie die Übung am besten barfuß. Dadurch sprechen tausende Rezeptoren direkt mit Ihrem Gehirn. Schuhe wirken wie “Schalldämpfer” für die Nerven.
Was es bringt
Wenn Sie jetzt auch Lust bekommen haben, es auszuprobieren – dafür lohnt es sich:
- Ihre Muskulatur wird aufgebaut. Beine, Hüfte, Rumpf und Beckenboden werden ohne extra Zeitaufwand gekräftigt.
- Ihre Koordination und Reaktion verbessern sich, was die motorische Kontrolle und Entscheidungsfindung im Alltag schult.
- Sie betreiben aktive Vorsorge, denn die Übung regt das Wachstum im Gedächtniszentrum an. Das wirkt gegen das Vergessen.
- Ihre Körperhaltung verbessert sich, Verspannungen werden abgebaut und Ihre Bewegungen werden insgesamt gelenkschonender.
Kleine Gelegenheiten nutzen: Wartezeiten und Telefonieren
- in der Warteschlange,
- beim Zahnarzt,
- an der Bushaltestelle oder auch
- zu Hause beim Telefonieren.
Also Einbeinstand statt bloßem Herumstehen.
Bauen Sie also solche kleinen Übungen in Ihren Alltag ein. Ohne Druck, mit Neugier und Freude.
Vielleicht haben Sie selbst eine alltägliche Routine, um Körper und Geist beweglich zu halten?→ Schreiben Sie mir gerne, ich freue mich über Ihre Rückmeldung.
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Ich würde mich freuen, wenn Sie mich ein Stück begleiten.
Herzlichst
Burkhard Heidenberger
In eigener Sache:
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