Wenn nichts passt: Umgang mit schwierigen Lebensphasen
Der folgende Impuls ist aus meinem Zeitblüten-Newsletter. Wenn Sie solche Gedanken regelmäßig direkt in Ihr Postfach erhalten möchten, können Sie sich → hier unverbindlich in die Verteilerliste eintragen.
Sie, ich, wir alle kennen solche Situationen und Lebensphasen:
Dinge entwickeln sich anders, als wir gehofft haben.
Sorgfältig geschmiedete Pläne gehen einfach nicht auf.
Ein lang gehegter Traum zerplatzt wie eine Seifenblase.
Der Alltag wirft uns ungeplante Hürden vor die Füße.
Und dann schleicht sich vielleicht dieser erschöpfte Gedanke ein:
Warum muss eigentlich immer alles so ein Kampf und Krampf sein?
Warum kann es nicht einfach mal passen, einfach leicht sein?
„Ich habe heute getan, was mir möglich war.“
Das passende Leben ist nicht der Normalzustand
Der eine oder die andere von uns wartet vielleicht darauf, dass endlich der Moment kommt, in dem alles passt.
Dass Beziehungen, Gesundheit, Finanzen und Beruf gleichzeitig im Gleichgewicht sind.
Doch dieses Gleichgewicht ist nicht der Normalzustand!
Der Normalzustand ist ein Leben voller Aufs und Abs.
Vielleicht besteht die Kunst deshalb nicht darin, irgendwann das perfekte Leben zu finden, sondern immer wieder mit dem umzugehen, was gerade ist.
Aus den aktuellen Umständen das zu machen, was möglich ist.
Und allein das kann ein Grund sein, am Abend stolz auf sich zu sein.
Denn manchmal ist das Bestmögliche nicht die sofortige Lösung eines Problems. Manchmal bedeutet es schlicht:
- Den belastenden Tag abzuhaken, ohne sich selbst Vorwürfe zu machen.
- Im Chaos der Woche einen Moment Ruhe zu finden.
- Sich am Abend einzugestehen: „Es war zäh. Aber ich habe getan, was mir möglich war. Und das reicht für heute.“
Ein gutes Leben ist kein Zustand, an dem wir irgendwann ankommen und dann für immer bleiben.
Es entsteht immer wieder neu – in den kleinen Dingen, die wir gestalten können, und ebenso darin, zu akzeptieren, was sich gerade nicht verändern lässt.
Gestalten im Kleinen
Das kann bedeuten:
- Wenn Ihr Tag völlig anders läuft als geplant: trotzdem noch einen Moment schaffen, der Ihnen guttut.
- Wenn Ihnen ein Fehler oder Rückschlag passiert: nicht nur den Misserfolg sehen, sondern auch die Erfahrung, die darin steckt.
- Wenn zu viel auf einmal ansteht: Ihren Blick vom ganzen Berg auf den nächsten Schritt richten.
- Wenn eine Entscheidung schon lange ansteht: sie treffen, statt sie weiter vor sich herzuschieben.
- Wenn etwas Unfassbares geschieht: sich die Zeit geben, die Sie brauchen, ohne von sich zu verlangen, es sofort zu begreifen oder zu verkraften.
Und manchmal bedeutet Gestaltung auch, zu akzeptieren, dass sich etwas gerade nicht verändern lässt.
☀️ Ein kleiner Impuls zum Mitnehmen
Wenn Sie gerade in einer schwierigen Lebensphase sind und sich vieles anstrengend oder belastend anfühlt, teilen Sie die Situation gedanklich in zwei Teile:
- Das kann ich aktuell beeinflussen.
- Das kann ich (noch) nicht beeinflussen.
Richten Sie Ihr Denken und Handeln in den nächsten Tagen vor allem auf den ersten Teil.
Und fragen Sie sich dabei ganz konkret:
Was ist eine kleine Sache, die ich heute tatsächlich beeinflussen kann?
- Vielleicht ist es ein Anruf, den Sie schon länger vor sich herschieben.
- Vielleicht ein Gespräch, das Sie führen möchten.
- Vielleicht aber auch nur ein Spaziergang, eine Pause oder ein Moment, in dem Sie bewusst etwas für sich tun.
Es muss nicht viel sein.
Denn ein gutes Leben entsteht nicht erst dann, wenn alles stimmt. Es entsteht in den vielen kleinen Momenten, in denen wir mit dem umgehen, was ist.
Abschließend noch eine eingesendete Zeitblüte, dieses Mal von Leserin Martina. Sie schreibt, wie ihr E-Mails helfen, Stress und Druck abzubauen.
Zeitblüte: E-Mail an einen Freund
Von Leserinnen und Lesern eingesendete Zeitblüten. Zeitblüten sind persönliche Momente der Entspannung, des Wohlfühlens, des Krafttankens und des „Abschaltenkönnens“ (hier geht’s zur Zeitblüten-Sammlung):
Wenn sich bei mir der Druck aufstaut und ich Stress habe, fällt es mir extrem schwer, am Abend wieder runterzukommen.
Mir hilft in solchen Momenten das Schreiben. Ich schreibe mir dann einfach selbst eine E-Mail, und zwar so, als ob ich sie an einen guten Freund schreiben würde.
Das tut mir voll gut. Ich bekomme dadurch wieder Abstand zu den Dingen, kann das Ganze viel besser verarbeiten und schließlich auch loslassen. Das hilft mir meistens sogar, besser ein- und durchzuschlafen.
Martina
Zum Weiterlesen:
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