Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern wie wir sind

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Manchmal bleibe ich an einem Zitat oder einer Aussage hängen, die in mir nachhallt und über die ich noch eine Weile nachdenke.

Kürzlich war es dieser Satz:

“Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern wie wir sind.”

Unsere Wahrnehmung der Welt ist kein objektives Bild, sondern wir schauen durch unsere persönliche Brille.

Alles, was wir erleben, wird durch unsere Erfahrungen, Gefühle, Erziehung und aktuelle Stimmung eingefärbt.

Welche Farbe hat meine Wahrnehmungsbrille hier gerade?

Wenn die eigene Brille die Realität einfärbt

Ich möchte das mit Beispielen etwas verdeutlichen:

Beispiel 1: Sie grüßt nicht

Die Vorgesetzte grüßt im Flur nicht, weil sie in Gedanken versunken ist.

Die unsichere Person denkt sofort:

“Sie mag mich nicht” oder “Ich habe etwas falsch gemacht.”

Hier sieht die Person nicht die Geistesabwesenheit der Vorgesetzten, sondern ihre eigene Angst vor Geringschätzung.


Beispiel 2: Eine Nachricht ohne Emoji

Jemand schreibt nur:

“Ok.”

Die eine Person (unsicher in Beziehungen) liest hinein:

“Er ist genervt.”

Die andere Person liest:

“Fein, er ist einverstanden.”

Der Text ist identisch. Die Bedeutung entsteht im Kopf des Empfängers.


Beispiel 3: Es regnet

Nehmen wir an, Sie und Ihre Freundin schauen jeweils bei sich zu Hause aus dem Fenster auf einen regnerischen Tag:

  • Sie sind frisch verliebt und glücklich. Sie sehen den Regen und denken sich: “Wie gemütlich und romantisch, perfekt um drinnen zu kuscheln.”
  • Ihre Freundin hat gerade ihren Job verloren. Sie sieht denselben Regen und denkt: “Was für ein deprimierendes, graues Mistwetter.”

Die Realität (Regen) ist gleich, aber die Sichtweise spiegelt das Innenleben wider.

Warum ist diese Erkenntnis hilfreich?

Sie hilft uns, empathischer und gelassener zu werden – auch gegenüber uns selbst. Wenn wir verstehen, dass unsere Sicht nur eine Version der Wahrheit ist, können wir:

  • Konflikte leichter lösen (da wir wissen, dass der andere eine andere “Brille” trägt).
  • Unsere eigenen negativen Gedanken hinterfragen: “Entspricht meine Wahrnehmung der objektiven Situation, oder färbt mein aktueller Zustand (z. B. Erschöpfung oder Voreingenommenheit) das Bild ein?”

Natürlich gibt es Grenzen: Wenn wir aktiv herabgesetzt oder ungerecht behandelt werden, ist das eine reale Erfahrung. Das Bild der “Brille” hilft vor allem dort, wo Situationen eigentlich neutral sind, wir aber das Schlimmste vermuten.

Ein kleiner Impuls zum Mitnehmen: Ein Moment des Brilleputzens

Wir blicken nicht durch ein klares Fenster auf die Welt.

Wir tragen eine Brille, deren Gläser durch unsere Erfahrungen und Gefühle gefärbt sind.

Manchmal ist diese Brille von den Sorgen des Alltags beschlagen oder durch alten Ärger dunkel getönt. Dann übersehen wir das Licht, das eigentlich da ist.

Gönnen Sie sich heute einen kurzen Moment des “Brilleputzens”:

Gibt es eine Situation, über die Sie sich heute oder gestern geärgert haben?

Stellen Sie sich diese Fragen

Zuerst der Realitätscheck:

  • War das Verhalten meines Gegenübers klar respektlos oder verletzend?
  • Wenn ja, ist der Ärger berechtigt. Und Sie dürfen und sollen eine Grenze ziehen.

Und wenn die Situation eher uneindeutig war: 

  • Welche Farbe hat meine Brille hier gerade?
  • Was sagt meine Reaktion vielleicht über meine eigenen Erfahrungen oder Ängste aus?

Versuchen Sie, die Situation mit den Augen eines wohlwollenden Außenstehenden oder mit einer Prise Humor zu betrachten.

Was verändert sich dann an dem Bild?


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Ich würde mich freuen, wenn Sie mich ein Stück begleiten.

Herzlichst


Burkhard Heidenberger


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