Ein Motivationsgespräch führen oder was ich von meinem Fußballtrainer gelernt habe

Motivation ist ein wesentlicher Antrieb für den Erfolgsmotor. Wer sich für ein Ziel begeistern kann, ist in der Regel schon motiviert genug, um erforderliche Schritte in Richtung Zielerreichung zu unternehmen.

Aber nicht immer ist Begeisterung ausreichend vorhanden. Als Beispiel sei hier ein Unternehmen genannt. Es gibt wohl nur wenige Unternehmer, die behaupten können, dass die Mitarbeiter begeistert ihrer Tätigkeit nachgehen. Fehlt die Begeisterung, dann ist es mit der Motivation auch nicht weit her.

Unmotivierte Mitarbeiter können das Betriebsklima beeinträchtigen, was sich letztlich auf den Unternehmenserfolg auswirken kann.

Aber nicht nur im Unternehmen sind motivierte Menschen ein Segen. Auch im Verein oder in einem anderen Team ist Motivation gefragt, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Beispielsweise im Sport. Es gibt genug Sportveranstaltungen, Wettbewerbe, bei denen nicht die bessere  Mannschaft als Sieger vom Platz geht, sondern jene mit mehr Motivation.

Meine Erfahrung

Das kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich habe in meiner Jugend lange Zeit in der Fußballmannschaft gespielt. Und wir schafften sogar einmal den Landesmeister-Titel. Das war damals ein toller Erfolg, der zu einem großen Teil an unserem damaligen Trainer ging.

Wir waren nicht unbedingt die spielerisch stärkste Mannschaft im Land. Aber unser Trainer hat es verstanden, jeden Einzelnen bis in die Haarspitzen zu motivieren. Jeder Spieler war bereit, alles zu geben und mit maximalem Einsatz für das gemeinsame Ziel „Landesmeister“ zu kämpfen.

Natürlich spielen immer mehrere Faktoren bei der Zielerreichung eine Rolle. Aber die Motivation ist ein wesentlicher. Und genau darin liegt auch die Herausforderung einer Führungskraft.

Andere Menschen motivieren ist eine Fähigkeit, eine Führungsqualität.

Wer diese Fähigkeit besitzt und forciert, der hat einen großen Vorteil in der Tasche auf dem Weg zum (gemeinsamen) Ziel.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie unser damaliger Trainer es geschafft hat, jeden Spieler zu motivieren. Ich übernehme einfach mal sein Vorgehen in Form von Tipps:

Das gemeinsame Ziel kommunizieren

Schon zu Beginn der Meisterschaft hat er uns auf das große Ziel eingeschworen. Auch wenn dieses für viele noch unerreichbar schien. Er machte uns immer wieder klar, dass wir es schaffen können.

Jeder muss seinen Beitrag leisten

Jedem einzelnen Spieler hat der Trainer bewusst gemacht, wie wichtig insbesondere dessen Einsatz ist. Also jedem von uns war klar, welchen Beitrag er selbst leisten muss, um den Titel zu holen. Und diese persönliche Verantwortung zu vermitteln, ohne zu großen Druck auszuüben, ist unserem Trainer besonders gut gelungen.

Man muss selbst vom Ziel überzeugt sein

Wäre unser Trainer nicht selbst überzeugt gewesen, dass wir es schaffen können, wäre eine nachhaltige Motivation der Spieler wohl nicht gelungen. Nur durch seine Überzeugung konnte er uns den Erfolg schmackhaft machen. Dazu passend auch das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry:

Wenn du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen,
Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben
und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht
nach dem weiten, endlosen Meer!

Und genau das hat er geschafft! Er hat in uns die „Sehnsucht“ nach dem Meistertitel geweckt.

Motivationsgespräche führen

Motivationsgespräche fanden mit der Mannschaft, als auch mit jedem einzelnen Spieler statt. Vor allem in Einzelgesprächen gelang es dem Trainer, uns zu motivieren. Und er konnte auch zuhören. Ich kann mich noch genau erinnern, wie stolz und motiviert ich aus diesen Gesprächen hervorging.

Auch mit den Reservespielern hatte er Einzelgespräche geführt und ihnen vermittelt, wie wichtig ihr möglicher Einsatz war. Jeder in der Mannschaft hatte das Gefühl, einen wichtigen Beitrag für das große Ziel leisten zu können.

Rückschläge akzeptieren und als Chance wahrnehmen

Natürlich gab es auch Rückschläge in Form verlorener Spiele. Unser Trainer verstand es aber, diese Rückschläge als Chance zu vermitteln. Denn jedes verlorene Spiel hat uns Fehler aufgezeigt, an die es zu arbeiten galt:

„Auf dem Weg zum Erfolg gibt es immer Steine. Ihr könnt stehen bleiben, aufgeben und jammern oder sie aus dem Weg räumen, darüber springen und weiter in Richtung Ziel gehen!“

Das war überzeugend!

Das Ziel mit den Bedürfnissen verknüpfen

Besonders als Jugendlicher lechzt man nach Anerkennung, nach einem offenen Ohr… Unserem Trainer gelang es in den Einzelgesprächen herauszufinden, was einem im Leben wichtig war. Er hat die eigenen Bedürfnisse geschickt mit dem großen Ziel verknüpft.

So ist es ihm gelungen, jeden Spieler maximal zu motivieren und alles für den Landesmeister-Titel zu geben, den wir schließlich auch erreicht haben. Der Gewinn – ein unvergessliches Erlebnis, an das ich mich sicher auch noch im hohen Alter gerne zurückerinnern werde.

Andere Menschen zu motivieren erfordert auch ein großes psychologisches Geschick. Die Basis hierfür ist das Zuhören und die Fähigkeit, sich in die Lage des anderen zu versetzen.

Die Vorgehensweise meines damaligen Trainers lässt sich ohne Weiteres auch auf das Unternehmensumfeld übertragen, wenn es um die Mitarbeitermotivation geht.

Motivationsgespräche sind ein effektives Instrument auf dem Weg in Richtung (Unternehmens-)Erfolg.

Oft fällt es allerdings schwer, Mitarbeiter für das Erreichen der Unternehmensziele zu motivieren. Hier gilt es Anreize zu schaffen. Das können beispielsweise Bonuszahlungen sein. Aber auch das Erteilen von mehr Verantwortung.

Ohne die Perspektive eines Vorteils für die Person lässt sich schwer motivieren.

Natürlich kann auch ein resultierender Nachteil motivationssteigernd sein. Aber Drohungen oder Angst wirken sich stets negativ auf das Betriebsklima aus, was wiederum dem Unternehmen schaden kann.

Müssen bzw. wollen Sie als Führungskraft ein Motivationsgespräch führen, muss der Zweck klar umrissen sein. Das Gesprächsziel sollte vorab klar definiert werden.

Ich fasse das mal in einem Satz zusammen:

Der Mitarbeiter muss aus dem Gespräch herausgehen und genau wissen, welches Ziel es zu erreichen gilt, welchen Beitrag er dafür leisten muss und was er davon hat.


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