Was Peter über Paul sagt: Was Lästern über uns verrät
Der folgende Impuls ist aus meinem Zeitblüten-Newsletter. Wenn Sie solche Gedanken regelmäßig direkt in Ihr Postfach erhalten möchten, können Sie sich → hier unverbindlich in die Verteilerliste eintragen.
Ich mag es sehr, mit anderen gemütlich zusammenzusitzen.
Gemeinsam lachen.
Einfach plaudern.
Es müssen nicht immer tiefgründige Gespräche sein.
Manchmal sind es gerade die ganz alltäglichen Unterhaltungen, die Nähe schaffen und ein gutes Gefühl geben.

Wenn wir über andere sprechen, zeigen wir immer auch eine Visitenkarte unseres eigenen Wesens.
Was ich nicht mag:
Wenn Gespräche auf Kosten anderer gehen.
Wenn über Menschen ungut gesprochen wird, die gar nicht dabei sind.
Natürlich gibt es auch berechtigte Kritik am Verhalten einer Person.
Und es geht nicht darum, Schwierigkeiten und menschliches Fehlverhalten schönzureden.
Aber was sagt es über einen Menschen aus, wenn er in Gesprächen häufig nur das Negative bei anderen hervorhebt?
Dazu möchte ich ein paar Gedanken mit Ihnen teilen.
Was Peter über Paul sagt
Ein bemerkenswerter Satz (häufig dem Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick zugeschrieben):
„Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter als über Paul.“
Setzen Sie in beiden Lücken den Namen einer Ihnen bekannten Person ein, die häufig schlecht über andere spricht:
„Was ______ über z. B. Sabine sagt, sagt mehr über ______ als über Sabine.“
Eine interessante Perspektive, oder?
Wie wir über andere sprechen: eine Art Visitenkarte unserer Persönlichkeit
Ein Teil unserer Persönlichkeit zeigt sich nicht nur darin, wie wir mit Anwesenden reden, sondern auch darin, wie wir über Abwesende sprechen.
Denn wenn wir über andere sprechen, geben wir immer auch etwas über uns selbst preis.
Worauf achten wir?
Auf Fehler oder auf Stärken?
Auf das, was uns stört, oder auch auf das, was wir schätzen?
Manche Menschen finden bei anderen fast immer etwas, das sie kritisieren.
Andere hingegen entdecken immer etwas, das ihnen gefällt.
Wir sehen andere Menschen nie völlig objektiv.
Unsere Erfahrungen.
Unsere Erwartungen.
Unsere eigene innere Haltung.
All das beeinflusst, was wir bei anderen wahrnehmen.
Denn jeder Mensch richtet seinen Blick auf andere Dinge:
Während Sie bei einer Person vielleicht vor allem ihre Stärken sehen, nimmt Ihre Bekannte womöglich die Schwächen wahr.
Sie beide sprechen über dieselbe Person. Und trotzdem entsteht ein unterschiedliches Bild.
☀️ Ein kleiner Impuls zum Mitnehmen
Achten Sie in den nächsten Tagen einmal bewusst darauf, wie Menschen in Ihrem Umfeld – Familie, Kollegenkreis, Vorgesetzte, Freunde – über andere sprechen.
Nicht, um zu urteilen.
Sondern einfach als kleine Beobachtung:
Was erzählt diese Aussage vielleicht über den Menschen, der sie ausspricht?
Und Ihre eigenen Worte?
Und vielleicht noch spannender – wenn Sie selbst über jemand anderen sprechen:
„Was verraten meine eigenen Worte über meinen Blick auf diese Person?“
Fragen Sie sich dann:
„Würde ich das auch sagen, wenn die Person direkt neben mir sitzen würde?“
Manchmal verändert schon diese eine Frage die Richtung eines Gesprächs.
Abschließend habe ich wieder eine eingesendete Zeitblüte, diesmal von Leser Urs. Er schreibt, was er vor einem schwierigen Gespräch macht:
Zeitblüte: Was Menschen nie vergessen
Von Lesern eingesendete Zeitblüten. Zeitblüten sind persönliche Momente der Entspannung, des Wohlfühlens, des Krafttankens und des „Abschaltenkönnens“ (hier geht’s zur Zeitblüten-Sammlung):
Die Menschen werden vergessen, was Du gesagt hast.
Die Menschen werden vergessen, was Du getan hast.
Aber Menschen werden nie vergessen, welches Gefühl Du ihnen gegeben hast.
Dieses Zitat von Maya Angelou hat mir bewusst gemacht, dass ich mit Aufrichtigkeit und Wertschätzung viel weiter komme als mit den besten Argumenten.
Wenn ich vor einem schwierigen Gespräch stehe, dann führe ich mir davor in Gedanken alle guten Eigenschaften dieses Menschen vor Augen.
Mit dieser inneren wertschätzenden Einstellung gelingt es mir, dem anderen selbst in einem schwierigen Gespräch nicht persönlich nahe zu treten oder ihn gar zu beleidigen.
Zumindest hoffe ich, dass mir das immer gelingt.
Urs
Zum Weiterlesen:
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