Krise oder Fortschritt? Warum die Welt besser ist als ihr Ruf

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Ich mag es sehr, samstags durch die Wiener Altstadt zu flanieren, in ein Café einzukehren und auch auf Flohmärkten zu stöbern.

Unlängst habe ich dabei einen Jahrbuchkalender aus den 70er-Jahren entdeckt. Und da ich selbst ein Kind dieser Zeit bin, habe ich ihn erworben.

Darin findet sich u. a. ein Rückblick auf das Jahr 1974, den ich hier auszugsweise zitieren möchte:

1974

„Das vergangene Jahr kann man als Krisenjahr charakterisieren, denn es hat überall gekriselt: in den Gemeinden, im Land, im Staat, im Öltank, in der Politik und in der Wirtschaft.

Die Preise stiegen ins Ungeheuerliche. Alles wurde teurer, angefangen von den Lebensmitteln bis zu Rohmaterialien. Begonnen hat es mit dem Rohöl, dessen Preis um 348 Prozent gestiegen ist.

Anhaltende Währungsunruhen und politische Krisen sorgten für wachsende Nervosität und Hamsterkäufe und damit zu weiteren Preissteigerungen. Binnen kurzer Zeit war es so weit, dass Europa wieder zu Fuß gehen musste. Es wurden autolose Sonntage eingeführt und der Treibstoff rationiert.

Auch ein Anwachsen der Kriminalität musste verzeichnet werden. Die Übelstände und Verbrechen haben ein unerträgliches Maß erreicht.

Ein anderes Problem, mit dem sich die heutige Welt auseinanderzusetzen hat, ist die Umweltverschmutzung. In allen Zeitungen liest man von Luftverpestung, Wasserverseuchung, Müllablagerungen …“

Parallelen zu heute

Dieser Bericht hat mich an das aktuelle Zeitgeschehen erinnert, lassen sich doch einige Parallelen zu heute ziehen. Deshalb hat mich dieser Text sehr nachdenklich gestimmt.

Ich mache mir durchaus Gedanken über aktuelle globale Entwicklungen. Dass z. B. auch meine Eltern-Generation mit derartigen Krisen konfrontiert war, hatte ich zwar im Hinterkopf, aber es war doch kaum noch präsent.

Und dass die Generationen vorher weitaus größere „Krisen“ zu bewältigen hatten, ist uns wohl allen bewusst – Stichwort: Weltkriege.

Es gibt nicht nur Schlechtes

Aber ich sehe auch, dass sich vieles zum Positiven entwickelt hat und weiterhin entwickeln wird, obwohl man das selten in der Presse liest.

Die Welt ist nicht nur das, was in den Schlagzeilen steht.

Medienunternehmen stehen unter wirtschaftlichem Druck. Dass sich gute Nachrichten längst nicht so leicht verkaufen wie schlechte, ist bekannt. Je reißerischer die Schlagzeile, desto höher die Anzahl der verkauften Exemplare, die Einschaltquote, die Klickzahlen und in weiterer Folge die Werbeeinnahmen.

Diese Überproportionalität an Negativem in den Medien kann großen Einfluss auf unser Weltbild, unser Denken und damit auf unser Wohlbefinden nehmen.

Ohne die unguten Ereignisse auszublenden – es gibt auch Entwicklungen, die Hoffnung machen.

Aber nicht alles, was besser wird, fühlt sich nach Fortschritt an. Manches wird einfach selbstverständlich.

Ein Beispiel aus meinem Umfeld

Vieles hat sich zum Besseren entwickelt. Dazu möchte ich zwei Beispiel aus meinem persönlichen, regionalen Umfeld nennen:

  • Mein Vater kann sich noch gut erinnern, wie in den genannten 70er-Jahren der Bach, der mein Heimatdorf (in Südtirol) durchfließt, aufgrund der zahlreichen Einleitungen stark verschmutzt war. Heute fließt darin klares Wasser in Trinkwasserqualität.
  • Oder wie der Talkessel häufig in eine Smoghaube gehüllt war. Heute gewährt die saubere Luft einen klaren Blick ins Tal.

Schalderer Bach

Heute fließt klares Wasser in Trinkwasserqualität (Schalderer Bach).


Spilucker Platte mit Blick nach Brixen

Der Blick auf den Brixner Talkessel, heute ohne Smogwolke.


Was ich Ihnen mit diesem Beitrag mitgeben möchte:

Wenngleich es weltweit zahlreiche Probleme gibt, die es zu bewältigen gilt, verlieren Sie nicht aus den Augen, dass sich auch vieles zum Guten gewendet hat und zum Besseren entwickeln wir

☀️ Ein kleiner Impuls zum Mitnehmen

Wenn Sie das nächste Mal aus dem Haus gehen, achten Sie mit offenen Augen bewusst auf positive Entwicklungen in Ihrer direkten Umgebung.

Was hätte es in Ihrer Kindheit oder Jugend in dieser Form noch nicht gegeben?

Halten Sie kurz inne und erfreuen Sie sich für einen Moment ganz aktiv an diesem Fortschritt, den wir heute oft als so selbstverständlich hinnehmen.

Abschließend wie immer eine Zeitblüte, diesmal von Leserin Ursula. Sie schreibt, wie sie bei ihrer Arbeit am Computer zwischendurch entspannen kann:

Zeitblüte: Herzen am Himmel

Von Leserinnen und Lesern eingesendete Zeitblüten. Zeitblüten sind persönliche Momente der Entspannung, des Wohlfühlens, des Krafttankens und des „Abschaltenkönnens“ (hier geht’s zur Zeitblüten-Sammlung):

Wenn ich meine Augen vom Computer erholen und zwischendurch einfach etwas entspannen möchte, schaue ich aus dem Bürofenster in den Himmel und suche nach Wolkenformationen, die Figuren ähnlich sind.

Mir ist dabei aufgefallen, wie viele Herzen ich dabei immer wieder entdecke. Das stimmt mich sehr friedlich und entspannt ungemein.

Ursula


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