Zeitblüte: Endlich kann ich abschalten!

Zeitblüten-Einsendung:

Ich habe täglich einen sehr hektischen Arbeitstag, der viel Kraft und Nerven kostet.

Deshalb habe ich lange nach einer Möglichkeit gesucht, um danach Ruhe, Entspannung – also einen Ausgleich – zu finden. Aber alle Versuche (Sport, Urlaub, Hobbys usw.) brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Bis mich an einem Sonntag mein 4-jähriger Sohn bat, ich möge doch mit ihm ein Bild malen. (Er hatte vorher mein Geschäftshandy versteckt.)

Er malte einen Kreis als Kopf, ich einen Strich als Hals. Er einen großen Kreis als Bauch, ich Striche als Hände usw. Als wir fertig waren, sahen wir uns das Bild an und lachten los. In diesem Moment durchflutete mich ein unglaubliches Glücksgefühl – ich habe weder an mein Handy noch an E-Mails oder sonstige Verpflichtungen gedacht.

Mir wurde auf einen Schlag klar, wo das Problem lag:

Ich hatte vergessen ab- bzw. umzuschalten. Ich war auch nach meiner Arbeitszeit immer erreichbar: E-Mails und Anrufe wurden über das geschäftliche Smartphone weiter bearbeitet, sodass ich nie wirklich abschalten konnte und praktisch 24 Stunden im Job war.

In den folgenden Tagen habe ich immer früher das Handy ausgemacht und mich einfachen und grundsätzlichen Dingen gewidmet, wie beispielsweise bewusst und mit Genuss essen, Bewegung, Familie.

Seitdem habe ich viel mehr Energie und Erfolg, da ich ausgeglichener bin. Meine Zeitblüte ist mein Sohn, der mich erdet und mir mit ganz einfachen Dingen zeigt, dass nichts selbstverständlich ist und dass man die kleinen Dinge im Leben achten und genießen muss.

Ernst Wagner



Kommentare

  • heidemarie bursch-leeb

    Lieber Herr Wagner!
    Hurra! Endlich ein Mensch, der vernünftig wird. Das Leben – dieses einzige – besteht nicht nur aus Handy und Job. Wir dürfen uns nicht versklaven lassen. Gratuliere, machen Sie so weiter und Ihr Sohn wird es Ihnen immer danken.
    Liebe Grüße
    Heidemarie Bursch-Leeb

    heidemarie bursch-leeb antworten
  • Lena Machotilo

    “… nichts selbstverständlich ist …” – das muss man wirklich glauben, und das Leben scheint anders …

    Lena Machotilo antworten

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