Schon seit meiner Kindheit interessieren mich Indianer und deren Kultur. Vor allem fasziniert mich deren Verbundenheit mit der Natur. Hier dazu eine Geschichte, die mich zum Nachdenken bewegt hat:
Ein Indianer, der in einem Reservat wohnte, besuchte seinen weißen Freund in der Großstadt. Er war verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und von der schlechten Luft.
Die beiden gingen die Straße entlang. Plötzlich blieb der Indianer stehen und horchte auf: "Ich höre irgendwo eine Grille zirpen".
"Du musst dich täuschen, hier gibt es keine Grillen. Und selbst wenn, dann würde man sie niemals bei diesem Lärm hören." Der Indianer ging ein paar Schritte und blieb vor einem mit Efeu bewachsenen Haus stehen. Er schob die Blätter auseinander und fand die Grille.
"Natürlich hast du die Grille zirpen gehört. Dein Gehör ist besser geschult als meines", meinte der weiße Mann.
Der Indianer schüttelte den Kopf.
"Das Gehör eines Indianers ist nicht besser als das eines weißen Mannes. Ich werde es dir beweisen."
Er griff in seine Tasche, holte ein Geldstück heraus und warf es auf den Gehsteig.
Sofort blieben mehrere Leute stehen und sahen sich um.
"Siehst du mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Was wir wahrnehmen, liegt ausschließlich an der Richtung unserer Aufmerksamkeit."
Mit dieser Geschichte möchte ich Sie motivieren, die Aufmerksamkeit gelegentlich auf die Stimmen der Natur zu richten. Versuchen Sie es doch einfach mal die nächsten zwei Tage.
Hören Sie den Wind, das Rauschen der Blätter, den Regen prasseln, den Vogelgesang. Sie werden staunen, wie viel Sie wahrnehmen, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf ausrichten.
Dieses bewusste Hinhören hilft mir auch, nach einem hektischen Arbeitstag wieder „runterzukommen“.
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