Zum Glück …, zum Glück …, zum Glück …

Der folgende Impuls ist aus meinem Zeitblüten-Newsletter. Wenn Sie solche Gedanken regelmäßig direkt in Ihr Postfach erhalten möchten, können Sie sich hier unverbindlich in die Verteilerliste eintragen.


Im Folgenden möchte ich Ihnen eine kleine Technik vorstellen, die ich vor einigen Jahren selbst in einem Seminar kennengelernt habe.

Sie ist erstaunlich einfach. Gerade deshalb habe ich sie mir gemerkt.

Sie kann Ihnen dabei helfen, sich nicht von kleinen und größeren Ärgernissen den ganzen Tag verderben zu lassen.

Denn manchmal reicht schon eine kleine Irritation, und die Stimmung kippt.

  • Der Bus fährt Ihnen vor der Nase davon.
  • Eine E-Mail ärgert Sie.
  • Der Kaffee landet auf Ihrer Hose statt in der Tasse.

Solche Momente kennen wir alle.

Oft ist es nicht einmal das Ereignis selbst, sondern unsere Gedanken dazu halten den Ärger noch eine Weile am Köcheln:

  • „Warum passiert mir das jetzt?“
  • „Das hat mir gerade noch gefehlt.“
  • „Das hat mir schon den Tag verdorben.“

Genau hier setzt diese einfache Übung an.

3x „Zum Glück“

Wenn etwas schiefläuft, versuchen Sie bewusst, drei Sätze mit „Zum Glück …“ zu formulieren.

Beispiel:

Die ärgerliche Situation: Sie haben den Bus ganz knapp nicht mehr erreicht.

3x „Zum Glück “:

  1. Zum Glück entscheidet dieser verpasste Bus nicht über meinen Tag – das entscheide ich selbst.
  2. Zum Glück ist das eine harmlose Gelegenheit, meine Gelassenheit zu üben.
  3. Zum Glück habe ich jetzt ein paar Minuten, um den Blick schweifen zu lassen, statt aufs Display zu schauen.

Es geht nicht darum, Ärgerliches schönzureden

Und schon gar nicht darum, unangenehme Gefühle wegzudrücken.

Es geht vielmehr um einen kleinen Perspektivwechsel.

Sie unterbrechen den ersten automatischen Impuls und geben Ihrem Denken eine andere Richtung.
Das klingt unspektakulär.
Ist es auch.

Und genau das ist oft die Stärke solcher Übungen:
Sie sind klein, alltagstauglich und ohne großen Aufwand anwendbar.

Wenn es mehr als ein Ärgernis ist

Ein Punkt ist mir wichtig:

Bei echten Krisen, bei Trauer, schwerer Überlastung oder tiefem Schmerz reicht ein positives Umdeuten nicht aus.
Gefühle wie Trauer, Enttäuschung, Wut oder Angst haben ihre Berechtigung.

In solchen Momenten geht es nicht darum, etwas Positives zu finden.
Oft geht es zuerst darum, einer Situation ehrlich zu begegnen und Raum zu geben.

Und erst später einen zweiten Blick darauf werfen.

☀️ Ein kleiner Impuls zum Mitnehmen

Vielleicht wollen Sie die 3x „Zum Glück“-Übung in den nächsten Tagen einmal ausprobieren.
Einfach dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft.

Fragen Sie sich:

„Was könnte daran trotzdem noch hilfreich, entlastend oder zumindest weniger schlimm sein?“

Drei kurze „Zum-Glück“-Antworten genügen.

Manchmal ist genau das der kleine Schalter, der aus Frust oder Ärger wieder zu mehr Handlungsfähigkeit führt.

Abschließend eine von Diana eingesendete Zeitblüte zu einem meiner letzten Newsletter (Herzensgut, aber wenig empathisch?). Es geht um Hafen- und Werkstatt-Gespräche.

Zeitblüte: Hafen- und Werkstatt-Gespräche

Von Lesern eingesendete Zeitblüten. Zeitblüten sind persönliche Momente der Entspannung, des Wohlfühlens, des Krafttankens und des „Abschaltenkönnens“:

Ein Kollege erzählte mir einmal von einer einfachen, sehr hilfreichen Unterscheidung für Gespräche mit seiner Partnerin.

Vor jedem Austausch klären sie kurz, welche Art von Gespräch es werden soll. Entweder ein Hafen-Gespräch oder ein Werkstatt-Gespräch.

Im Hafen-Gespräch geht es darum, anzulegen. Man kommt mit einem Thema, mit Sorgen oder Gedanken, und darf einfach aussprechen. Die andere Person ist wie ein sicherer Hafen: ruhig, präsent, ohne Ratschläge und Lösungen. Sondern es geht um Zuhören, Verstehen und Entlastung.

Im Werkstatt-Gespräch dagegen wird gemeinsam gearbeitet. Das Thema wird auf den Tisch gelegt, betrachtet, hinterfragt und weitergedacht. Hier sind Ideen, Ratschläge und Lösungen ausdrücklich erwünscht, so wie in einer Werkstatt, in der man gemeinsam an etwas baut.

Der entscheidende Punkt: Viele Konflikte entstehen nicht durch das Thema selbst, sondern weil ein Mensch im Hafen ist, während der andere bereits in der Werkstatt arbeitet.

Laut ihm hat sich die Qualität ihrer Gespräche spürbar verändert. Es entsteht weniger Reibung und mehr Verständnis.

Diana