Was sich Ihr Kind von Ihnen wünscht

Erziehungsratgeber gibt es ja in Massen. Eine Aussendung der International Study Group brachte bereits im November 1963 eine  „Wunschliste eines Kindes an seine Eltern“ heraus, die ich sehr lesenswert finde.

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Ich wünsche mir …

Diese kurze Liste bringt wohl die Essenz der zahlreichen Erziehungsratgeber zum Ausdruck. Und hier ist sie (leicht umgeschrieben):

  • Verwöhne mich nicht zu sehr

    Ich weiß, dass ich nicht alles haben kann, worum ich Dich bitte. Ich prüfe Dich nur.

  • Lass mir nicht alles durchgehen

    Ich mag es, wenn ich weiß, woran ich bin.

  • Wende bitte keine Gewalt an

    Ich könnte daraus lernen, dass man mit Gewalt das bekommt, was man will.

  • Sei nicht inkonsequent

    Denn das verwirrt mich und ich versuche dann, meinen Willen durchzusetzen.

  • Mache keine Versprechungen

    Denn wenn Du sie nicht einhalten kannst, verliere ich mein Vertrauen in Dich.

  • Fall nicht auf meine Provokationen herein

    Ich versuche, meine Grenzen auszuloten. Fällst Du darauf herein, werde ich versuchen, meine Grenzen immer weiter auszuweiten.

  • Nimm es nicht ganz so ernst, wenn ich sage, dass ich Dich hasse

    Ich meine es ja nicht so. Ich möchte nur, dass Du darüber nachdenkst, wieso ich das überhaupt gesagt habe.

  • Mach mich nicht kleiner als ich bin

    Sonst kann ich nicht zu einem selbstbewussten Menschen heranwachsen.

  • Tu nichts für mich, was ich selber kann

    Denn sonst lerne ich nicht, selbstständig zu sein.

  • Beachte mein schlechtes Betragen nicht zu sehr

    Sag mir, was nicht okay ist und sei mir ein gutes Vorbild.

  • Schimpfe mich nicht vor anderen

    Du erreichst mehr, wenn wir ruhig unter vier Augen sprechen.

  • Fang nicht an, mir eine Predigt zu halten

    Denn ich kann sehr wohl zwischen Recht und Unrecht unterscheiden.

  • Lass mich Fehler machen

    Und gib mir nicht das Gefühl, durch meine Fehler nicht gut zu sein. Denn aus Fehlern werde ich lernen und mich weiterentwickeln.

  • Nörgle und meckere nicht ständig mit mir

    Aus Selbstschutz stelle ich mich taub.

  • Verlange keine Erklärungen für mein schlechtes Benehmen

    Denn mir ist oft selbst nicht klar, warum ich das tue.

  • Stell meine Ehrlichkeit nicht zu sehr auf die Probe

    Manchmal lüge ich aus Angst oder Verlegenheit.

  • Lass mich viele Dinge ausprobieren

    Dadurch kann ich sehr viel lernen und meine Talente und Begeisterung entdecken.

  • Nimm mich nicht zu sehr vor unangenehmen Folgen in Schutz

    Schließlich lerne ich so aus meinen Erfahrungen und den Konsequenzen meiner Taten.

  • Beachte meine kleinen Wehwehchen nicht zu sehr

    Wenn Du sie immer beachtest, lerne ich, in Krankheiten Vorteile und Ausreden zu suchen.

  • Wenn ich Fragen habe, schick mich nicht weg

    Sonst frage ich nicht mehr Dich, sondern hole meine Antworten irgendwo anders.


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