Selbstdisziplin: Mein Verstand sagt: SPORT. Aber mein Herz schreit: KUUUUCHEN.

Der folgende Impuls ist aus meinem Zeitblüten-Newsletter. Wenn Sie solche Gedanken regelmäßig direkt in Ihr Postfach erhalten möchten, können Sie sich hier unverbindlich in die Verteilerliste eintragen.


Ich freue mich immer sehr über Ihre Rückmeldungen zu meinem Zeitblüten-Newsletter.

Und oft erfahre ich dabei selbst wertvolle Impulse, neue Perspektiven und Denkanstöße.

Ein herzliches Danke an dieser Stelle für Ihre Offenheit und den vertrauensvollen Austausch.

„Mein Verstand sagt: SPORT. Aber mein Herz schreit: KUUUUCHEN.“

Manchmal sind es genau diese Zeilen, die in mir nachhallen.
Und die mich zum Schreiben des nächsten Newsletters inspirieren.
So wie diesmal.

Eva schrieb mir:

„… Selbstdisziplin wurde mir schon als Kind beigebracht. Aber konsequent durchgezogen kann sie einem das Leben auch erschweren, denn viele undisziplinierte Dinge, die das Leben lebenswerter machen, tut man dann nicht!“

Diese Worte haben leise weitergewirkt.
Noch eine Weile, nachdem ich sie gelesen hatte.

Meine Gedanken dazu möchte ich hier mit Ihnen teilen.

Die Stärke der Selbstdisziplin

Selbstdisziplin ist zweifellos eine große Stärke.

Sie lässt uns dranbleiben, auch wenn die Motivation fehlt. Oder bewusst auf etwas kurzfristig verzichten, weil uns etwas anderes langfristig wichtiger ist.

Und sie zeigt sich oft genau in kleinen Entscheidungen des Alltags. Selbstdiszipliniert kann sein:

  • Das Smartphone am Abend bewusst beiseitezulegen, obwohl man eigentlich noch ein wenig weiterscrollen möchte.
  • Sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen, auch wenn die Couch gerade verlockender wäre.
  • Eine unangenehme Aufgabe sofort zu erledigen, statt sie weiter vor sich herzuschieben.

Die leise Kehrseite der Selbstdisziplin

Manchmal hat Selbstdisziplin jedoch eine stille Kehrseite.

Vielleicht kennen Sie das auch:

Man folgt der Pflicht. Oder den Regeln, die einen – wie Eva schreibt –, schon seit der Kindheit begleiten.

Und das so diszipliniert, dass man sie kaum noch hinterfragt und sich selbst nur selten eine Ausnahme erlaubt.

Die kleinen Freuden werden dann gern auf später verschoben.

Solche Ausnahmen dürfen sein:

  • Ein freier Abend, an dem Sie einfach nichts leisten müssen.
  • Ein Stück Kuchen ohne schlechtes Gewissen.
  • Ein spontanes Treffen mit einem lieben Menschen, obwohl noch etwas zu erledigen wäre.

Solche Ausnahmen machen die Selbstdisziplin meist nicht schwächer.

Im Gegenteil:

Vielleicht sind sie genau das Gegengewicht, das verhindert, dass aus der Selbstdisziplin-Stärke unbemerkt eine Last wird.

☀️ Ein kleiner Impuls zum Mitnehmen

Wann haben Sie zuletzt etwas vollkommen Undiszipliniertes getan?

Einfach so.
Ohne Plan.
Ohne Nutzen.

Erlauben Sie sich bewusst hin und wieder eine herrlich harmlose Undiszipliniertheit – einfach, weil sie Ihnen Freude macht und guttut.

Mein Herz schreit: KUUUUCHEN! 🍰

Während ich diesen Zeitblüten-Newsletter schreibe, kommt mir ein Schild in Erinnerung.

Ich habe es einmal beim Bummeln durch die Wiener Altstadt gesehen, im Fenster eines kleinen traditionellen Kaffeehauses.

Weil es mir so gefallen hat, habe ich es fotografiert (s. Foto oben):

„Mein Verstand sagt: SPORT. Aber mein Herz schreit: KUUUUCHEN.“

Ich musste lachen.

Vielleicht liegt die Kunst gar nicht darin, dass immer der Verstand gewinnt. Sondern zu wissen, wann das Herz auch einmal das letzte Wort haben darf.

Denn am Ende erinnern wir uns selten an die Tage, an denen wir besonders diszipliniert waren. Wir erinnern uns an die Momente, die uns gutgetan und unser Herz berührt haben.

Passend zum Thema habe ich abschließend wieder eine eingesendete Zeitblüte. Diesmal von Leserin Selma. Sie schreibt von sieben kleinen Süßigkeiten für die Woche:

Zeitblüte: Sieben kleine Süßigkeiten

Von Lesern eingesendete Zeitblüten. Zeitblüten sind persönliche Momente der Entspannung, des Wohlfühlens, des Krafttankens und des „Abschaltenkönnens“:

Jeden Sonntagabend fülle ich mir ein schönes Glas mit sieben kleinen Süßigkeiten für die Woche. Klein deshalb, weil ich wegen meines Gewichtes auf Süßes möglichst verzichten, es mir aber nicht komplett verbieten möchte.

Jeden Abend gönne ich mir zwei Minuten. Wenn die Kinder im Bett sind, nehme ich mir eine Süßigkeit aus dem Glas und denke darüber nach, welcher Moment an diesem Tag am schlimmsten für mich war (z. B. Streit mit den Kindern, Besprechung ohne Zielerreichung, meine Verärgerung über nicht geputzte Fußböden oder das Auslassen dieser Wut am Partner).

Mit dem Genuss im Mund und etwas Abstand wirkt vieles nicht mehr so schlimm. Oft finde ich dann sogar Ideen, wie ich künftig entspannter reagieren kann.

Selma


Zum Weiterlesen: