Sabbatical – mögliche Arbeitszeitmodelle

Wohl die wenigsten, die sich nicht schon einmal nach einer längeren Auszeit von der Arbeit gesehnt haben. Je belastender die Arbeit, desto größer die Sehnsucht, vom (Arbeits-)Alltag auszubrechen und alles hinzuschmeißen.

Allerdings wagt kaum jemand diesen großen Schritt, wenn er nicht durch Umstände (Krankheit etc.) gezwungen wird. Zu viele Ängste und Risiken halten davon ab:

  • das fehlende regelmäßige Einkommen bzw. die Reduzierung desselben,
  • die Angst, wichtige berufliche Entwicklungen und Chancen zu versäumen,
  • die Bedenken, den Wiedereinstieg nicht zu schaffen und ähnliche etc.

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Die Sehnsucht, vom (Arbeits-)Alltag auszubrechen und alles hinzuschmeißen …

Gründe für ein Sabbatical

Aber es muss nicht nur ein unbefriedigender Job sein, der den Wunsch nach einer Auszeit nährt. Es gibt weitere Gründe, die dafür sprechen können. Um nur einige zu nennen:

  • der Wunsch, sich neu zu orientieren
  • private Vorhaben wie Weltreise, Hausbau oder andere Projekte, die es umzusetzen gilt
  • Weiterbildung
  • Pflege einer nahestehenden Person
  • krankheitsbedingter Ausstieg
  • Burnout

5 Arbeitszeitmodelle für ein Sabbatical

Bei einer beruflichen Auszeit spricht man auch von einem Sabbatical, das in der Regel 3 bis 12 Monate dauert. Zur Durchführung eines Sabbaticals dienen diverse Modelle. Zu den in der Praxis am häufigsten genutzten Arbeitszeitmodelle gehören:

1. Kündigung

In den wenigsten Unternehmen wird eine längere, selbst gewählte Jobpause gewährt. Oft bleibt dann nur die Eigenkündigung, um sich eine Auszeit zu gönnen. Bei Unzufriedenheit im Job oder beim Wunsch nach Neuorientierung ist eine Kündigung ohnehin häufig der angedachte Weg.

Mit der Eigenkündigung ist in der Regel auch eine Sperrzeit für die Auszahlung des Arbeitslosengeldes verbunden. Auch wird vom Arbeitsamt verlangt, dass man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, will man den Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht verlieren. So ist beispielsweise ein geplanter, längerer Auslandsaufenthalt nicht so einfach realisierbar.

2. Unbezahlter Urlaub

Beim unbezahlten Urlaub wird das Arbeitsverhältnis auf Eis gelegt, also zu einem späteren Zeitpunkt wieder fortgesetzt. Die gesetzlichen Regelungen, die den Kündigungsschutz betreffen, bleiben aufrecht.

Achtung: Allerdings läuft die Pflichtversicherung in der Regel nach einem Monat aus.

Weitere relevante Informationen dazu:

3. Langzeitarbeitskonto

Dieses Modell kommt in größeren Unternehmen zur Anwendung. Hier haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre Urlaubstage und Überstunden, aber auch Sonderzahlungen, in Form eines Zeitkontos anzusammeln. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Überstunden und Jahresmindesturlaubszeit müssen berücksichtigt werden.

Dieses Modell zeichnet sich vor allem durch einen großen Vorteil gegenüber der Kündigung bzw. dem unbezahlten Urlaub aus:

Die Sozialversicherungsbeiträge während der Jobpause werden vom Arbeitgeber getragen.

4. Lohnverzicht

Auch dieses Modell kommt hin und wieder zur Anwendung, insbesondere in verstaatlichten Institutionen.

Dabei verzichten Angestellte für einen festgelegten Zeitraum auf einen Teil ihres Gehalts. Dieser Teil wird ihnen auf ein Zeitkonto gutgeschrieben.

Das so über Jahre angesammelte „Zeitguthaben“ kann dann für ein Sabbatical in Anspruch genommen werden.

5. Teilzeit-Sonderformen

Dann gibt es noch Sonderformen von Teilzeitarbeit, die in größeren Unternehmen Usus sind.

Solche Modelle werden beispielsweise genutzt, um in Krisenzeiten Personalkosten zu sparen, ohne die Mitarbeiter entlassen zu müssen.

Generell gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto schwieriger wird man vom Vorgesetzten die Zustimmung für eine Auszeit erhalten. Denn einen Anspruch seitens des Arbeitnehmers gibt es nicht.

Als Arbeitnehmer sollte man sich vorab gute Argumente für die Verhandlung mit dem Arbeitgeber zurechtlegen. Je besser die Argumente, desto eher lässt sich der Arbeitgeber überzeugen. Die Frage „Welchen Gewinn/Nutzen könnte das Unternehmen aus meiner Auszeit ziehen?“ hilft beim Überlegungsprozess.



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