Sie wollen eine Auszeit/ein Sabbatical nehmen? 15 Reflexionsfragen

Eine längere berufliche Auszeit ist für viele eine reizvolle Vorstellung. Auszeit – in diesem Zusammenhang spricht man häufig auch von einem Sabbatical. Konkret ist ein Sabbatical ein modernes Arbeitszeitmodell, das den Arbeitnehmer für eine bestimmte Zeit von seinen beruflichen Verpflichtungen befreit und insbesondere in größeren Unternehmen durchaus Anwendung findet.

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Aussteigen (z. B. mit dem Boot) und für längere Zeit alles hinter sich lassen …

Alles andere als einfach …

Je belastender der Job, je größer der Leistungsdruck und der Stress in der Arbeit, desto stärker der Wunsch, das Arbeitskorsett abzulegen und sich eine längere Auszeit zu nehmen.

Einfach sämtliche berufliche Verpflichtungen hinter sich lassen – ein Aufbruch vom Fremdbestimmtsein zum Selbstbestimmtsein.

Natürlich ist das nicht so einfach und für jeden ohne Weiteres möglich. Denn eine Arbeitsplatzgarantie nach Wiedereintritt ins Berufsleben ist keine Selbstverständlichkeit. Insbesondere für kleinere Unternehmen ist ein längerer Ausfall eines Mitarbeiters “schmerzhaft”.

Je qualifizierter eine Fachkraft, desto größer die Chancen auf den Arbeitsplatzerhalt.

So wird etwa eine hochqualifizierte Technikerin eher eine Arbeitsplatzgarantie erhalten als eine Kellnerin.

Aber für ein Sabbatical ist nicht unbedingt eine Arbeitsplatzgarantie notwendig. Wer ohnehin einen Arbeitsplatz- oder vielleicht sogar Berufswechsel anvisiert, kann den Übergang für eine (längere) Auszeit nutzen.

Ein Sabbatical ist nicht ein Schritt, den man spontan von heute auf morgen macht. Planung ist das Um und Auf!

Personen, die diesen Schritt gewagt haben, habe ich hier im Blog bereits vorgestellt:

Einen radikalen Schritt hat mir Thomas R. in seiner zugesandten Zeitblüte beschrieben. Er hat seine berufliche Selbstständigkeit aufgegeben:

„Ich habe mein Geschäft geschlossen, alles verjodelt, meine Ausgaben eingedampft, auf die wichtigsten Sachen wie Essen, Trinken, Schlafen, Wohnen und Autofahren beschränkt.“

Das ist dann allerdings kein Sabbatical mehr, also keine temporäre Auszeit, sondern eine rigorose Lebensumstellung.

Ist eine Auszeit für Sie möglich/sinnvoll? 15 Reflexionsfragen

Im Folgenden habe ich hierzu Reflexionsfragen zusammengestellt. Die Beantwortung der Fragen konfrontiert Sie vielleicht mit Tatsachen, die Ihnen beim Gedanken an eine Auszeit nicht bewusst sind. Ziehen Sie sich in einer ruhigen Stunde zurück und beantworten Sie diese am besten schriftlich:

  1. Warum wollen Sie sich überhaupt eine Auszeit nehmen? Nennen Sie mindestens drei Gründe.
  2. Wie lange sollte Ihre Auszeit mindestens dauern?
  3. Wofür wollen Sie das Sabbatical nutzen, was wollen Sie damit erreichen?
  4. Was würde Ihnen während der beruflichen Auszeit wohl am meisten fehlen?
  5. Welche Vor- und Nachteile würde die Auszeit Ihnen persönlich bringen? Machen Sie eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile.
  6. Welche Vor- und Nachteile hätte sie für Ihr persönliches Umfeld (z. B. Familie)? Machen Sie eine Gegenüberstellung.
  7. Finden Sie in Ihrer Familie Unterstützung/Rückhalt für Ihr Vorhaben?
  8. Reichen die (finanziellen) Mittel, um die Auszeit zu „überbrücken“? (Denn während der Auszeit bleiben die monatlichen Fixkosten in der Regel aufrecht.)
  9. Bietet das Unternehmen, in dem Sie tätig sind, ein Sabbatical als Arbeitszeitmodell an?
  10. Wollen Sie nach der Auszeit wieder an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren?
  11. Wenn ja, wie sehen Sie die Chancen, dass Ihnen der Arbeitsplatz während Ihrer Abwesenheit erhalten bleibt?
  12. Mit welchen Argumenten könnten Sie Ihren Arbeitgeber von Ihrer Auszeit überzeugen?
  13. Wenn Sie nicht an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollen, welche anderen Perspektiven haben Sie?
  14. Wie stehen die Chancen für diese neue berufliche Perspektive?
  15. Würden Sie durch eine längere Auszeit beruflich viel versäumen, das sich schwer aufholen lässt?
  16. Mit welchen Einbußen und Einschränkungen müssten Sie voraussichtlich nach Ihrer Rückkehr ins Berufsleben rechnen?

Wenn Sie zu dem Entschluss gekommen sind, dass ein Sabbatical das Richtige für Sie ist, gilt es, die nächsten Schritte in Angriff zu nehmen: Informationen sammeln, Gespräche führen (Familie, Arbeitgeber, Gleichgesinnte etc.), Maßnahmen planen …



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