Rhetorik: Die Plapperübung

Nicht jeder ist wortgewandt und ein rhetorisches Ass. Wer es versteht, sich auszudrücken und sein(e) Anliegen klar und deutlich zu kommunizieren, kann dadurch viel erreichen. Insbesondere in Situationen, die es erfordern, den eigenen Standpunkt zu vermitteln bzw. durchzuringen.

RhetorikübungSich bei der Plapperübung vorstellen, vor Publikum zu sprechen …

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Nun gibt es durchaus Menschen, denen wurde das rhetorische Talent in die Wiege gelegt. Aber auch bei der Rhetorik ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Die Redegewandtheit lässt sich mit regelmäßigem Üben erheblich verbessern.

Sie müssen des Öfteren einen Vortrag oder eine Rede halten und wollen Ihre Redefertigkeit verbessern?

Hierzu im Folgenden eine effektive und einfache Übung.

Die Plapperübung

Gehen Sie am besten so vor:

  1. Ziehen Sie sich an einen Ort zurück, an dem Sie mindestens eine Viertelstunde ungestört sind. Schauen Sie auf die Uhr. Stoppen Sie die Zeit. Genau eine Viertelstunde. Nicht mehr und nicht weniger. Und los geht’s.
  2. Plappern Sie drauflos. Was immer Ihnen durch den Kopf schießt. Raus damit! Die Sätze sollten natürlich auch einen Sinn ergeben.

Auch wenn in unserem Kopf ein ständiger Monolog stattfindet, es ist alles andere als einfach, diesen Monolog bzw. die Gedanken eine Viertelstunde in gesprochene Worte zu fassen. Und diese relativ kurze Zeitspanne ununterbrochenes Plaudern kann wirklich anstrengend sein.

Auch wenn anfangs Ihr Plaudern vielleicht noch etwas holprig abläuft, Sie manchmal ins Stocken geraten – kein Problem. Schon nach wenigen Tagen werden Sie merken, wie es Ihnen leicht(er) fällt. Sie werden sicherer in Ihrer Ausdrucksweise, der Redefluss wird flüssiger und Sie verbessern insgesamt Ihre Rhetorik.

Aber wie beim Sporttraining gilt es auch bei dieser Übung, die Anforderungen langsam hochzuschrauben, um damit weitere Verbesserungen zu bewirken. Wenn eine Viertelstunde ständiges Plaudern keine große Herausforderung mehr darstellt, sollten Sie den Schwierigkeitsgrad erhöhen.

Steigerung 1: Wörter weglassen

Gut, nun zur ersten Herausforderung. Lassen Sie alle „und“ weg. Also plaudern Sie wieder drauflos, ohne das Wörtchen „und“ zu verwenden. Das mag jetzt vielleicht einfach klingen, aber das täuscht. Sie können natürlich auch ein anderes häufig verwendetes Wort weglassen.

Das einfache Drauflosplappern erfordert keine sonderliche Konzentration. Wenn Sie nun aber darauf achten müssen, ein oder mehrere Wörter nicht zu verwenden, erfordert das hohe Aufmerksamkeit. Sie verbessern also neben der Rhetorik auch Ihre Konzentrationsfähigkeit.

Steigerung 2: Themenwechsel

Überlegen Sie sich drei Themen. Idealerweise sind das Themengebiete, in denen Sie nicht so bewandert sind – also nicht unbedingt zu Ihrem Fachterrain zählen.

Dann notieren Sie sich auf einem Blatt zu den gewählten Hauptthemen drei Überschriften. Das sind nun Ihre Vortragsthemen. Wechseln Sie exakt nach fünf Minuten zum nächsten Thema. Über eine Materie referieren, in der man nicht so sattelfest ist, ist eine weitere Herausforderung.

Steigerung 3: Aus einer Viertelstunde wird eine halbe Stunde

Eine weitere Steigerung erreichen Sie, indem Sie Ihre Redezeit einfach auf eine halbe Stunde ausdehnen. Mehr Redezeit, mehr Themen.

Versuchen Sie diese Plapperübung. Sie werden staunen, wie Sie innerhalb kurzer Zeit Ihre Redegewandtheit und damit Rhetorik verbessern.

Zum Weiterlesen:



Kommentare

Diesen Artikel kommentieren

Bitte die Kommentarregeln berücksichtigen. Danke!