Macht Sie Ihr Handy vergesslich? 2 einfache Gewohnheiten für ein besseres Gedächtnis
Der folgende Impuls ist aus meinem Zeitblüten-Newsletter. Wenn Sie solche Gedanken regelmäßig direkt in Ihr Postfach erhalten möchten, können Sie sich → hier unverbindlich in die Verteilerliste eintragen.
Manchmal sind es kleine Veränderungen im Alltag, die überraschend viel bewirken. Heute möchte ich Ihnen hierzu zwei meiner Gewohnheiten vorstellen.
Sie haben mein Gedächtnis deutlich verbessert.
Die eine habe ich in einem der letzten Zeitblüten-Newsletter vorgestellt: Zähneputzen auf einem Bein: Warum Gleichgewichtsübungen mehr bewirken als Sudoku (hier zum Nachlesen).
Ich gebe mir 24 Stunden Zeit zum Erinnern
Die zweite Gewohnheit: 24-Stunden-Erinnerungs-Countdown
Schon vor längerer Zeit habe ich mich dabei ertappt, wie schnell ich im Alltag zum Handy greife, um etwas nachzuschlagen:
- Ich muss später noch etwas erledigen und stelle mir sofort eine Handy-Erinnerung.
- Ich weiß nicht mehr genau, wie spät ich mich verabredet habe. Handy raus, WhatsApp-Nachrichten oder Kalender nachsehen.
- Ich schaue einen Film an, der Name der Schauspielerin liegt mir auf der Zunge, und schon ist das Handy zur Hand.
Deshalb habe ich für mich eine Regel festgelegt:
Ich schlage nicht sofort nach. Ich erlaube mir Zeit zum Erinnern: 24 Stunden.
Denn nicht jede Wissenslücke muss sofort geschlossen werden.
Manchmal ist sie der Anfang eigenen Denkens.
Sollte es mir bis dahin nicht eingefallen sein, darf ich nachschlagen oder die Information auf andere Weise bekommen.
Ein Großteil der gesuchten Informationen fiel mir relativ bald ein. Den Rest habe ich nach Ablauf des Countdowns am nächsten Tag nachgeschaut.
Und das für mich Erstaunliche: Die gesuchten Informationen kommen mir immer zuverlässiger und schneller in den Sinn.
Vielleicht wollen Sie das auch mal probieren?
Wissen auf Knopfdruck macht bequem, Wissen aus dem Kopf macht lebendig
Und ja, wir benutzen unser Gedächtnis heute anders als früher.
- Wenn eine Telefonnummer jederzeit im Handy zu finden ist, müssen Sie sie sich nicht merken.
- Wenn Google Maps Sie zuverlässig ans Ziel bringt, müssen Sie sich den Weg nicht mehr einprägen.
- Und wenn eine Information jederzeit mit wenigen Klicks zu finden ist, müssen Sie sich nicht lange daran erinnern.
Das muss nichts Schlechtes sein.
Viele von uns lagern schließlich schon seit Langem geistige Aufgaben aus.
Ein Taschenrechner macht uns auch nicht automatisch dümmer, nur weil wir nicht mehr schriftlich multiplizieren oder eine Wurzel ausrechnen.
Im Gegenteil: Technik kann uns Arbeit abnehmen und geistige Kapazität für anderes freimachen.
Kennen Sie noch drei Telefonnummern auswendig?
Früher hatten die meisten von uns zahlreiche Telefonnummern im Kopf. Heute verlassen wir uns eher darauf, dass das Handy sie für uns bereithält.
Vielleicht haben Sie sich deshalb auch schon einmal gefragt:
Macht mich mein Handy vergesslicher?
Es macht uns nicht unbedingt vergesslicher.
Es nimmt uns nur viele Gelegenheiten, uns zu erinnern.
Geistige Fitness beginnt damit, sich Gelegenheiten zurückzuholen und das Smartphone manchmal in der Tasche zu lassen.
Und dann kommt noch die KI
Mit ChatGPT, Gemini und anderen KI-Werkzeugen können wir inzwischen noch mehr auslagern.
Wir können uns Ideen liefern lassen, Entscheidungen vorbereiten oder ein Problem analysieren lassen.
Das ist faszinierend und kann in vielen Situationen sehr helfen.
Meiner Meinung nach verlernen wir dadurch nicht das Denken.
Sondern zunehmend die Geduld und die Übung, eine Wissenslücke erst einmal selbst durch Überlegen, Erinnern und Kombinieren zu schließen.
Wenn Sie dem entgegenwirken möchten:
☀️ Ein kleiner Impuls zum Mitnehmen: Starten Sie eine kleine Gegenbewegung.
Nutzen Sie in den nächsten Tagen immer wieder Gelegenheiten zum „selbstständigen“ Erinnern, Orientieren, Nachdenken oder Wahrnehmen.
- Sich an einen Namen erinnern, bevor Sie ihn nachschlagen.
- Einen Weg selbst finden, ohne Navigation am Handy.
- Sich fünf Dinge für den Einkauf merken.
Dabei geht es nicht um Digitalverzicht.
Es geht darum, dem eigenen Gehirn wieder mehr zuzutrauen.
Hierzu möchte ich Ihnen eine Leitfrage vorschlagen, die Sie sich stellen können:
Welche Denkaufgabe möchte ich heute gern wieder an mich selbst zurückgeben?
Zum Weiterlesen:
- Wenn der Tag schwer wirkt: Wie Überraschungen den Blick verändern
- Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern wie wir sind
- Zuhören statt Ratschläge: Warum Empathie mehr hilft als Lösungen
- Zähneputzen auf einem Bein als Gehirnjogging: Warum Gleichgewichtsübungen mehr bewirken als Sudoku
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