Das optimale Raumklima für Ihr Büro

Das Wohlbefinden am Büroarbeitsplatz hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem auch vom Raumklima.

Wenn Sie in einem Büro sitzen müssen, in dem Sie im Winter frieren und im Sommer schwitzen, und keine Möglichkeit haben, die Raumtemperatur anzupassen, dann hat das einen erheblichen Einfluss auf Ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit – und zwar einen negativen.

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Mehrmals tägliches Stoßlüften führt zu einer Verbesserung der Raumluftqualität.

Aber wann spricht man vom optimalen Büro-Raumklima?

Bevor ich darauf näher eingehe, schauen wir uns an, woraus sich das Raumklima zusammensetzt.

Das Raumklima ist ein Zusammenspiel von

  1. Raumtemperatur,
  2. Luftfeuchtigkeit,
  3. Luftbewegung und
  4. Luftgüte (Luftqualität).

Gut, nehmen wir die einzelnen Faktoren etwas genauer unter die Lupe.

1. Raumtemperatur

Die optimale Raumtemperatur ist abhängig von der Art der Tätigkeit.

Die Arbeitsstättenrichtlinie unterteilt hier drei Arten von Arbeitsschwere: leicht, mittel, schwer.

Die Büroarbeit wird mit „leichter Arbeitsschwere“ angesetzt. Dies ist dann der Fall, wenn die Tätigkeit vorwiegend im Sitzen mit gelegentlichem Aufstehen/Gehen durchgeführt wird.

Die Mindesttemperatur für leichte körperliche Belastung beträgt 20 °C. Wobei hier ausdrücklich auf Mindesttemperatur hingewiesen werden muss. Als Richtwert für die optimale Raumtemperatur im Büro muss schon 22 °C angenommen werden.

Bei hohen Außentemperaturen, wie sie im Sommer der Fall sind, soll eine Innentemperatur im Büro von 26 °C nicht überschritten werden.

2. Luftfeuchtigkeit

Die relative Raumluftfeuchtigkeit sollte im Bereich zwischen 30 und 65 % liegen.

Optimal ist eine Raumluftfeuchte um die 50 %.

Zu trockene Luft führt häufig zu Beschwerden wie Atemwegserkrankungen, Kopfschmerzen etc.

Ein eindeutiges Zeichen für zu trockene Luft im Büro sind elektrische Schläge resultierend aus elektrostatischen Aufladungen.

Denn je geringer die Raumluftfeuchte, desto höher die elektrostatischen Aufladungen im Büro.

3. Luftgeschwindigkeit

Zu hohe Luftgeschwindigkeiten führen im Zusammenwirken mit Temperaturdifferenzen zu Zugerscheinungen mit all ihren negativen gesundheitlichen Folgen. Auslöser für zu hohe Luftgeschwindigkeiten und damit Zugerscheinungen sind häufig die installierten Klimaanlagen.

Die Luftgeschwindigkeit sollte am Büroarbeitsplatz den Wert von 0,2 m/s nicht überschreiten.

Werte zwischen 0,1 und 0,15 m/s liegen im tolerierbaren Bereich.

4. Luftgüte (Luftqualität)

Laserdrucker und Kopierer setzen Ozon frei und verschlechtern dadurch die Luftqualität. Aber auch Lösungsmittel, Nikotinrauch, Keime und Bakterien (beispielsweise freigesetzt durch eine schlecht gewartete Klimaanlage) können Beschwerden hervorrufen.

Hier gibt es noch keine einheitlichen Richtwerte, auch deshalb, weil eine entsprechende Messung recht aufwendig ist.

„Verbrauchte“ Luft, also Luft mit einem erhöhten CO2-Anteil, führt zu Ermüdungserscheinungen und Konzentrationsschwächen.

Ein CO2-Gehalt von 0,1 Vol.% Kohlendioxid soll im Büroraum nicht überschritten werden.

Regelmäßiges Lüften verbessert die Luftqualität

Eine Verbesserung der Luftqualität kann durch ausreichendes Lüften (am besten durch Stoßlüften) und mit Pflanzen gefördert werden.

Noch etwas zum Thema “richtiges Lüften“:

In einigen Büros ist das Fenster über den ganzen Tag in Kippstellung. Dadurch wird in der Heiz- bzw. Kühlperiode wertvolle Energie verschwendet.

Mit der sogenannten Stoßlüftung erreichen Sie ein wirksames und dabei noch energiesparendes Lüften.

Beim Stoßlüften wird das Fenster mehrmals täglich für 5 – 10 Minuten komplett geöffnet. Damit kühlt der Raum nicht so schnell aus und es muss keine zusätzliche Energie aufgebracht werden, um die Bauteile wieder aufzuheizen – wie das etwa durch permanentes Lüften (gekipptes Fenster) der Fall ist.

Fazit

Also zusammengefasst kann man dann von einem optimalen Büro-Raumklima sprechen,

  • wenn die Raumtemperatur etwa 22 °C beträgt,
  • die relative Luftfeuchtigkeit bei etwa 50 % liegt,
  • die Luftgeschwindigkeit im Aufenthaltsbereich zwischen 0,1 und 0,15 m/s liegt und
  • der CO2-Gehalt 0,1 Vol.% Kohlendioxid  nicht überschritten wird.

Diese genannten Werte sind natürlich nur als Richtwerte zu sehen. Denn das Behaglichkeitsempfinden verschiedener Personen kann doch erheblich voneinander abweichen.

In Österreich sind die Mindeststandards für Arbeitsräume und damit auch für Büroräume in der Arbeitsstättenverordnung und im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz nachzulesen.

In Deutschland sind die Anforderungen an das Raumklima in der Arbeitsstättenverordnung festgelegt.

Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • South_polar_bear

    Ich denke, das optimale Raumklima gibt es nicht. Denn jeder muss für sich entscheiden, was das beste ist. Bevor meine neue Kollegin in mein Büro einzog, hatten meine Schreibtischnachbarin und ich ein angenehmes Klima im Winter. Es war angenehm kühl, im Gegensatz zu den anderen Büros.

    Ich persönlich mag es eher, wenn es kälter ist. So hatten wir eigentlich immer so ca. 15-18 °C. Dank der neuen Kollegin, die selbst gestern bei 26° Außentemperatur und 22 ° Bürotemperatur gefroren hat, ist es hier insbesondere in der kommenden Heizperiode wieder sehr warm. Im letzten Jahr hatten wir teilweise 25° und waren das wärmste Büro.

    Können Sie mir einen Tipp geben, wir wir damit umgehen?

    P.S. Ein Tausch der Arbeitsplätze ist nicht möglich.

    South_polar_bear antworten
    • Hallo!

      Vom “optimalen Raumklima” spricht man dann, wenn 80 % der im Raum anwesenden Personen die Raumklimabedingungen als behaglich empfinden, unter der Voraussetzung, dass alle Personen der gleichen “körperlichen Tätigkeit” nachgehen und saisonübliche Kleidung tragen.

      Das Behaglichkeitsempfinden ist aber immer subjektiv, was ja auch am Beispiel Ihrer Kollegin ersichtlich ist. So gibt es beispielsweise häufig starke Abweichungen im individuellem Behaglichkeitsempfinden zwischen den Geschlechtern. Aber auch die körperliche Verfassung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Und Menschen mit niedrigem Blutdruck sind erwiesenermaßen weitaus kälteempfindlicher.

      Aber vielleicht resultiert das Kälteempfinden Ihrer Kollegin auch durch Zugerscheinungen, die genau am Arbeitsplatz von ihr auftreten. Diese Zugerscheinungen können beispielsweise durch eine entsprechende Raumkonfiguration, durch die Situierung der Luftauslässe (Klimaanlage) oder durch eine schlecht einregulierte Klimaanlage hervorgerufen werden. Dies gilt es vorab abzuklären.

      Wenn diese Ursachen ausgeschlossen werden können, dann gilt:

      Da ein Tausch der Arbeitsplätze bei Ihnen nicht möglich ist und es in Ihrem Büro offensichtlich Personen mit einem sehr unterschiedlichen Behaglichkeitsempfinden gibt, kann eine Anpassung an das Raumklima nur durch entsprechende Kleidung erreicht werden.

      Burkhard Heidenberger antworten

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