Achtsamkeit – was ist das überhaupt?

Achtsam sein bedeutet, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr unmittelbares Umfeld, auf Ihr Äußeres oder Ihr Inneres richten – also bewusst wahrnehmen, was um Sie herum, an Ihnen oder in Ihnen gerade vorgeht, ohne es zu bewerten.

Kurzum: ein urteilsfreies Beobachten im Hier und Jetzt.

Passend dazu folgende Kurzgeschichte:

Der Schüler fragt seinen Meister, der beim Volk und den Königen für seine Weitsichtigkeit und Weisheit bekannt ist:

„Meister, was hilft mir dabei, glücklich zu sein? Was hilft mir dabei, meinen Weg zu gehen, voller Kraft und Stärke? Was bringt mir Wohlstand, Liebe, Sicherheit und inneren Frieden?“

Der Meister antwortet:

„Achte auf deine Gefühle. Ohne sie zu bewerten. Jeden Tag.

Achte auf deine Gedanken. Ohne sie zu bewerten. Jeden Tag.

Achte auf deine Handlungen. Ohne sie zu bewerten. Jeden Tag.

Achte auf deine Bedürfnisse. Ohne sie zu bewerten. Jeden Tag.

Sei bei dir. Und der Rest kommt von alleine.“

Verfasser unbekannt

Was bewirkt Achtsamkeit?

Abhängig von Ihrer individuellen Situation kann Achtsamkeit wesentlich dazu beitragen, dass Sie

  • wieder bewusster im Hier und Jetzt leben,
  • Gewohntes und Bekanntes „neu entdecken“,
  • sich selbst besser wahrnehmen (Ihre Empfindungen, Gefühle, Gedanken, Ihren Körper, Ihr Verhalten, Ihre Taten/Handlungen, …),
  • leichter (Belastendes) loslassen, mit schwierigen Situationen besser umgehen,
  • lernen, sich in andere hineinzuversetzen, und dadurch mitfühlender werden,
  • zur Ruhe finden, ausgeglichener und geduldiger werden,
  • aufnahmefähiger und aufnahmebereiter werden.

Wo Achtsamkeit zur Anwendung kommt

Mittlerweile findet das Konzept der Achtsamkeit sowohl in medizinischen Bereichen als auch in der Psychotherapie Anwendung. Zudem kommt es bei der Stressbewältigung („Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“, MBSR) zum Einsatz.

Es gibt zahlreiche Forschungsarbeiten und Studien (» Auszug), welche die Wirksamkeit von Achtsamkeitstraining auch bei diversen psychischen und physischen Krankheitsbildern (z. B. Depressionen, psychische Störungen wie Angststörungen, Psychosen etc., Sucht, chronische Schmerzen) belegen.

Formen der Achtsamkeit

In der Literatur wird häufig zwischen Freestyle und einer „strengeren“ Form von Achtsamkeitstraining unterschieden – wobei es sich bei der letzteren um Meditation handelt.

Zum Weiterlesen:


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