Achtsamkeit: Autopilot (temporär) ausschalten

Wir befinden uns täglich mehrmals im sogenannten „Autopilot-Modus“. In diesem Modus agieren wir automatisch – quasi wie ferngesteuert, d. h., wir verrichten Tätigkeiten, ohne groß darüber nachdenken oder darauf achten zu müssen.

Dieser Autopilot wird durch Verhaltens- und Gedankenmuster gesteuert, die wir uns – in der Regel über mehrere Jahre – angeeignet haben, beispielsweise durch Erfahrungen, Lernen, Erziehung, Erlebnisse.

Beim Öffnen des Fensters können Sie bewusst vom
Automodus in den Achtsamkeitsmodus wechseln …


Ist der Autopilot positiv oder negativ?

Sowohl als auch!

Positiv, weil wir im Autopilot-Modus eben automatisch reagieren. Das kann Sicherheit geben, bequem und deshalb in zahlreichen (Alltags-)Situationen von Vorteil sein:

  • wir schauen zuerst nach links und rechts, bevor wir eine Straße überqueren,
  • die tägliche Körperhygiene wie Waschen, Zähneputzen, … verrichten wir mehr oder weniger im „Automatikbetrieb“,
  • wir können den täglichen Weg zur Arbeit fast „blind“ zurücklegen,
  • wir müssen uns in Tätigkeiten nicht jedes Mal aufs Neue einarbeiten.

Negativ, weil dieser Autopilot auch eine Form von Unachtsamkeit bewirkt. Je öfter wir uns während des Tages in diesem Modus befinden, desto mehr „funktionieren“ wir nur noch – ähnlich wie ein Roboter – und leben nicht mehr bewusst, genießen kaum noch das Hier und Jetzt.

Woran wir den Autopilot-Modus merken?

Wenn wir mit den Gedanken nicht bei der Tätigkeit sind, die wir gerade verrichten. Ein weiteres mögliches Merkmal: Wir können uns nicht mehr richtig erinnern, was wir noch vor einer Stunde oder einem anderen kurzen Zeitintervall gemacht haben – weil wir eben nur „funktioniert“ haben.

Worum es nicht geht!

Es geht nicht darum, diesen Autopilot-Modus dauernd auszuschalten. Das ist gar nicht möglich. Vielmehr geht es beim Achtsamkeitstraining darum, diesen Modus hin und wieder zu unterbrechen und selbst das Steuer zu übernehmen.

Also aktiv innezuhalten und genau in diesem Moment die Gefühle, Gedanken, Körperempfindungen, und das unmittelbare Umfeld bewusst wahrzunehmen.

Von dem Automodus in den Achtsamkeitsmodus wechseln

Der Automodus kann auf zweierlei Weise unterbrochen werden:

  1. Wir unterbrechen ihn ganz bewusst selbst, indem wir z. B. kurz innehalten und den Fokus auf unsere Gedanken oder die aktuelle Situation richten.
  2. Er wird durch einen äußeren Impuls unterbrochen. Als Beispiel: Wir führen eine Routinetätigkeit aus, die keine besondere Konzentration erfordert. Plötzlich hören oder sehen wir etwas Ungewöhnliches, das unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht und die Gedanken in das Hier und Jetzt zurückholt. Wir wechseln also vom Autopilot- in den Achtsamkeitsmodus.

Und hier weitere Achtsamkeitsübungen:

Achtsam werden:
10 einfache Achtsamkeitsübungen



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