In die Zukunft schauen

Jedem von uns obliegt es größtenteils selbst, unsere Zukunft zu gestalten und wie sich unser Leben entwickelt. Das sollten wir uns bewusst sein, wie auch diese Geschichte vermittelt:

Es war einmal ein weiser, alter Mönch, von dem erzählt wurde, er könne in die Zukunft sehen. Er wohnte in einem kleinen Kloster auf einem abgelegenen Berg.

Eines Tages nahm eine Frau den mühsamen Weg auf sich, um den Mann aufzusuchen. Der Weise hieß sie herzlich willkommen, doch als sie ihn bat, ihr die Zukunft vorherzusagen, verweigerte er ihr diesen Wunsch.

Die Frau wies den Mönch darauf hin, wie oft sie schon Almosen gegeben und wie viele Münzen sie schon für sein Kloster gespendet habe.

Der weise Mann sprach zu ihr: »Reich mir deine Hand, damit ich die Linien deuten kann.«

Er hatte noch nie zuvor jemandem den Wunsch gewährt, aus der Hand gelesen zu bekommen. Die Frau war daher sehr aufgeregt.

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„Sie liegt alleine in deiner Hand.“

Er fuhr mit seinem Finger sanft ihre Handlinien nach und murmelte leise vor sich hin:

»Oh, das ist aber erstaunlich, sehr interessant, das ist wirklich erkenntnisreich!«

Die Frau wurde immer ungeduldiger und konnte kaum noch erwarten, was ihr der Mönch vorhersagen würde.

Nach etlichen Minuten ließ er ihre Hand los und sprach: »Gute Frau, da steht also deine Zukunft geschrieben. Du weißt sicher auch, dass ich mich niemals irre!«

»Ja, ich weiß. Doch sagt mir doch endlich, wie meine Zukunft werden wird.«

»Deine Zukunft«, antwortete der Alte, »ist ungewiss. Sie liegt alleine in deiner Hand.«

Nach einer Geschichte

Die Zukunft hat viele Namen:
Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare.
Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte.
Für die Tapferen ist sie die Chance.
Victor Hugo, franz. Schriftsteller, 1802–1885

© Gisela Rieger

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Gisela. Die Geschichte stammt aus ihrem Buch „Geschichten, die dein Herz berühren“.

Ein Buch zum Verschenken – für Menschen, die Ihnen am Herzen liegen:


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