Nichts ist selbstverständlich

Was nehmen Sie als selbstverständlich an, was wurde für Sie zu einer bequemen Gewohnheit? Was würde Ihnen davon fehlen, wenn es von heute auf morgen nicht mehr so wäre?

Insbesondere in einer längeren Beziehung wird oft vieles als selbstverständlich angenommen, irgendwann nicht mehr wertgeschätzt. Und genau diese fehlende Wertschätzung führt oft unweigerlich zur Trennung.

Im Folgenden Worte zum Nachdenken. 

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Zu spät?

Du sagst, ich war verschlossen wie ein Grab, kalt und unnahbar.

Du sagst, dass ich dich nie verstanden und dir nie zugehört habe.

Du sagst, meine Worte und Gesten haben dich verletzt.

Wie oft meinte ich, Tränen in deinen Augen zu sehen, doch ich wollte sie nicht sehen.

Wie oft meinte ich, dass du überlastet warst, doch ich wollte dir nicht helfen.

Wie oft meinte ich, dass du mich brauchst, doch meine Arbeit ging vor.

Nie habe ich dich vermisst, denn du warst immer bei mir.

Nie habe ich dir gesagt, wie schön du bist.

Nie habe ich dir gesagt, wie sehr ich dich liebe und brauche!

Ich habe dich als einen Teil von mir gesehen. Du standest immer bei mir, im Schatten meiner Eitelkeit.

Nun stehst du mit den Kindern in der Tür und gehst.

Du sagst, du kannst nicht mehr!

Nun gäbe ich weiß Gott was dafür, wärst du heut Nacht noch neben mir und ich könnte deinen Atem auf meiner Haut spüren.

Nun endlich bin ich aufgewacht. Zu spät?

© Gisela Rieger

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Gisela. Die Geschichte stammt aus ihrem Buch „Geschichten, die dein Herz berühren“.

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