Des Vaters weise Worte

Ein Mann, der Karriere gemacht hatte, machte sich auf den Weg zu seinem Vater, den er lange nicht mehr besucht hatte.

Als er vor seinem Heimathaus parkte, sah er seinen alten Vater, wie er gerade seine Katzen fütterte.

Der Mann begrüßte seinen Vater und fuhr fort:

„Leider kann ich nicht lange bleiben, mir fehlt die Zeit. Ich habe so viel zu tun, bin ständig im Stress. Aber du siehst ja, ich bin erfolgreich. Woher nimmst du überhaupt deine Ruhe, Vater?“

Der alte Mann sah ihn mit einem Lächeln an:

„Die Ruhe? Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn ich schlafe, dann schlafe ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, gehe ich. Wenn ich esse, esse ich. Wenn ich arbeite, arbeite ich. Wenn ich plane, dann plane ich. Wenn ich spreche, dann spreche ich und wenn ich höre, dann höre ich zu.“

Der Sohn zu seinem Vater etwas beleidigt:

„Und was mache ich? Ich mache genau das! Und trotzdem bin ich ständig im Stress!“

Der weise Vater antwortete ruhig und mit warmer Stimme:

„Hast du mir genau zugehört, was ich gesagt habe? Ich habe gesagt, wenn ich schlafe, dann schlafe ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, gehe ich. Wenn ich esse, esse ich. Wenn ich arbeite, arbeite ich. Wenn ich plane, dann plane ich. Wenn ich spreche, dann spreche ich und wenn ich höre, dann höre ich zu.

Du machst es aber anders. Wenn du schläfst, dann stehst du schon auf. Wenn du aufstehst, dann gehst du schon. Wenn du gehst, dann bist du schon in der Arbeit. Wenn du arbeitest, dann planst du. Wenn du planst, dann sprichst du, Und wenn du sprichst, dann hörst du. Wenn du hörst, dann schläfst du.“

Der Sohn wurde nachdenklich und sah in das freundliche und entspannte Gesicht seines Vaters.

Aus dem Lied „Ganz einfach“ von Liedermacher Gerhard Schöne (Text leicht abgeändert)

Geht es Ihnen auch manchmal wie dem Sohn?



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